Betroffenenkompetenz in unserem Netzwerk

Gruppe Menschen Kreis

Die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) ist ein bundesweiter Selbsthilfeverband für Menschen mit der chronischen Erkrankung Diabetes mellitus. Als Interessenvertretung für alle Menschen mit Diabetes engagiert sich die DDH-M für die Rechte und Nöte der Betroffenen, kämpft für mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz für die Krankheit und ist Ansprechpartner in Sachen Diabetes für Politik und Öffentlichkeit. Mehr als 15.000 Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen sind Mitglied auf Bundesebene und in den Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Nord und Mitteldeutschland. Damit ist die DDH-M die größte Diabetes-Selbsthilfeorganisation in Deutschland.

Selbsthilfe heute

Diabetes ist eine Krankheit, die in besonderem Maße das Mitwirken und die Eigenverantwortung der Betroffenen erfordert. Denn mehr als 99 % der Zeit sind Menschen mit Diabetes bei der Therapie auf sich allein gestellt. Dieses umfangreiche Selbstmanagement tagein, tagaus durchzuhalten, ist nicht leicht. Hier hilft der Austausch mit anderen Betroffenen, denn in der Selbsthilfe finden Betroffene andere, die in derselben Situation sind und dieselben Probleme bewältigen müssen. Sich gegenseitig Mut zusprechen, Erfahrungswissen austauschen und gemeinsam die auftretenden Probleme angehen – das ist die Grundlage der Selbsthilfearbeit.

Klassische Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig wöchentlich oder monatlich zu einem gemeinsamen, gleichberechtigten Gespräch. Menschen mit einer chronischen Krankheit wie Diabetes lernen so, ihre Erkrankung anzunehmen und mit ihr zu leben. Oftmals laden Selbsthilfegruppen auch Diabetes-Profis wie Ärzte oder Diabetesberater ein. So sind die Mitglieder über ihre Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten besser informiert als andere Betroffene. Dies hat auch zur Folge, dass die Mitglieder von Selbsthilfegruppen professionelle Hilfsangebote gezielter und kritischer in Anspruch nehmen. Das Ziel von Selbsthilfe kann jedoch niemals sein, die ärztliche Therapie oder die Beratung zu ersetzen, sondern vielmehr, diese zu ergänzen und die Gruppenmitglieder zu ermutigen, die Therapieempfehlungen auch dauerhaft umzusetzen.

Daneben gibt es aber auch immer mehr internetbasierte Angebote, bei denen ebenfalls Menschen mit Diabetes anderen Betroffenen mit Rat und Hilfe beiseitestehen. Das Angebot ist sehr breit gefächert, von Facebook-Gruppen über Websites, die sich gezielt an Eltern von Kindern mit Diabetes richten (www.diabetes-kids.de), bis zu Blogs, auf denen Diabetiker über ihr Leben mit der Krankheit schreiben. Im #dedoc° TweetChat (www.dedoc.de), der jeden Mittwochabend stattfindet, treffen sich Interessierte, um über ein vorher festgelegtes Thema zu diskutieren.

Ob klassische Selbsthilfegruppe oder Diskussionsforum im Internet: Die DDH-M unterstützt die Selbsthilfearbeit und bietet Aktiven wie Selbsthilfegruppenleitern und Regionalbeauftragten Weiterbildung in Seminaren an. So soll erreicht werden, dass sich die Aktiven untereinander besser vernetzen, Erfahrungen austauschen und konstruktiv miteinander arbeiten lernen.