Aktuelle Patienteninformation
Um das Risiko der Verwechslung zwischen Vollblut- und Plasma-Glukosewerten zu beenden, empfiehlt diabetesDE und die Deutsche Diabetes Gesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, die Glukoseergebnisse nur noch als Plasmawerte anzugeben, unabhängig von Probentyp und Messmethode.
Dieser Vorschlag der Internationalen Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) ist z.B. in den USA in Übereinstimmung mit der American Diabetes Association wie auch in den meisten Teilen der Welt und Europas (außer in Deutschland, Österreich und Spanien) erfolgreich und ohne erkennbare Probleme nach der empfohlenen Umstellung realisiert worden.
Die Insulintherapie ist seit Jahrzehnten weltweit etabliert und ein Segen für Millionen von Menschen, die an Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 leiden. Um die Diabetes- Therapie immer weiter zu verbessern, wurden in der Vergangenheit „neue“, künstlich hergestellte Insuline entwickelt – die so genannten Analoginsuline. Zwei aktuelle Studien deuten nun darauf hin, dass eines dieser Insuline – das lang wirksame Analoginsulin Glargin (Handelsname: Lantus) - das Krebswachstum begünstigen könnte. diabetesDE ist es wichtig, dass Sie die Zusammenhänge, um die es geht, kennen und gut informiert das aktive Gespräch mit Ihrem Arzt suchen können. Die Fakten im Überblick:
• Eine von vier aktuellen Studien ergab, dass bei Nutzung des Insulins Glargin (Lantus) mehr Krebsfälle (0.8 zusätzliche Fälle pro 100 behandelte Patienten) auftraten als nach Humaninsulin (NPH). Eine weitere Studie fand, dass ein zusätzlicher Fall von Brustkrebs auf 1000 behandelte Patienten auftrat; andere Krebsformen waren nicht häufiger. Zwei weitere Studien können die Ergebnisse nicht bestätigen.
• Die jetzt vorliegenden Studienergebnisse sind nach Ansicht nahezu aller Experten weder eindeutig noch beweisend und lassen daher nicht die Schlussfolgerung zu, dass Lantus krebserregend ist.
• Das lang-wirksame Analoginsulin Glargin (Lantus) hat einen Vorteil: Unterzuckerungen (Hypoglykämien) treten seltener auf. Unterzuckerungen können innerhalb kurzer Zeit zu einem akut bedrohlichen Zustand führen. Hat Ihnen Ihr Arzt Lantus verschrieben, setzen Sie dieses Insulin auf keinen Fall eigenmächtig ab.
• Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch das lang-wirksame Analoginsulin Glargin.
• Sollten Sie an Diabetes Typ 2 leiden, ausschließlich Lantus spritzen und bereits an Krebs erkrankt sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ihr individuelles Risiko.
Diese Stellungnahme ersetzt nicht die individuelle Beratung durch einen Arzt und sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache zu Konsequenzen für die Behandlung führen. Sie ist nach unserem besten Wissen erstellt und wird bei Bedarf aktualisiert, wenn neue Erkenntnisse/Daten, bzw. offizielle Positionen großer Fachgesellschaften dies erforderlich machen ...weiterlesen


