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Schulungs-Check

 

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Nach der Diagnose

Für viele mag es zunächst ein Schock sein, mit der Diagnose Diabetes mellitus konfrontiert zu werden. Und bestimmt strömen in den ersten Tagen und Wochen eine Menge Gedanken, Sorgen, Tipps und Informationen auf Sie ein, sodass man sich als Betroffener anfangs oft überfordert fühlt. Schnell kann man so dem Glauben verfallen, das alles nicht zu schaffen, weil es einfach als zu viel erscheint. Doch kann man Schritt für Schritt lernen, mit der Krankheit zu leben. Und dies sogar gut und lange!

Auf Veränderungen einstellen

Wenn der Befund Diabetes mellitus lautet, bedeutet dies weder den Weltuntergang noch automatisch ein sorgenvolles oder entbehrungsreiches Leben. Wie jede Krankheit jedoch bringt auch der Diabetes Veränderungen mit sich. Die Erkrankung ist zunächst von außen nicht sichtbar. Auch sind auf den ersten Blick keine direkten Unterschiede im Vergleich zum Leben von Menschen ohne Diabetes zu erkennen. Das liegt daran, dass Personen mit Diabetes im Prinzip auf nichts verzichten müssen.

Menschen mit Diabetes können arbeiten, Sport treiben, reisen und ein Sexualleben haben. Leben mit Diabetes mellitus bedeutet allerdings, dass Sie einige Dinge im alltäglichen Leben anpassen, so manche Gewohnheit ändern und an den Erfordernissen der Erkrankung ausrichten müssen. Dies betrifft in erster Linie die Ernährung und den damit verbundenen Umgang mit dem Energiehaushalt des Körpers. Die genauen Verhaltensregeln variieren, je nach Diabetes-Typ und Schwere der Erkrankung. Doch immerhin trifft es zu, dass die Grundlagen einer gesunden Ernährung für Menschen mit und ohne Diabetes im Grunde die gleichen sind.

Information ist wichtig

Generell ist von großer Bedeutung, dass Sie sich bestmöglich über die Krankheit informieren. Welcher Diabetes-Typ liegt vor: Typ-1-Diabetes oder Typ-2-Diabetes? Wie kann ich im Alltag mit der Krankheit klarkommen? Was für Veränderungen kommen auf mich zu? Und vieles andere mehr…

Ihr Organismus braucht nach wie vor Energie, die er aus der Nahrung bezieht – ebenso wie vor der Diagnose. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung. Das bedeutet, Sie müssen dem eigenen Körper nun aktiv helfen, mit dieser Störung klarzukommen und den Stoffwechsel mit zu organisieren. Was sich jedoch geändert hat ist, dass er Unterstützung bei der Verarbeitung benötigt. Und diese kann nur von Ihnen kommen. Sie müssen lernen, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, ihre Regeln kennenlernen und akzeptieren, dass manches sich ändern wird. Dabei sollte Ihr näheres soziales Umfeld in Familie, Freundeskreis und am Arbeitsplatz über Ihre Diabetes-Erkrankung unterrichtet werden. Deren Verständnis und Unterstützung ist ein zentraler Faktor zu Ihrem Wohlbefinden.

Wo finde ich Hilfe?

Zunächst ist Ihr Arzt Ihr ständiger Haupt-Ansprechpartner. Manche Praxen haben sogar einen Behandlungsschwerpunkt auf den Bereich Diabetes mellitus gelegt. Sie sind mit Ihrer Krankengeschichte und den damit verbundenen Problemen, Sorgen und Anforderungen in keinem Fall allein. Egal an welchem Diabetes-Typ Sie erkrankt sind, es gibt viele Informationsquellen und Einrichtungen, bei denen Sie zu allen damit verbundenen Themen Hilfe finden. Allen voran die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. Darüber hinaus kann es hilfreich und belebend sein, sich mit anderen Menschen mit Diabetes über die Krankheit auszutauschen, zum Beispiel in einem Diabetes-Forum für Betroffene.

Mit die wichtigste Informations- und Hilfequelle ist die Diabetes-Patientenschulung. Sie ist fester Bestandteil der Behandlung des Diabetes mellitus. Ihr Arzt wird Ihnen weitere Informationen hierzu geben.

Was passiert bei einer Diabetes-Schulung?

Eine Patientenschulung ist integraler Bestandteil der Diabetes-Therapie. Hier werden Ihnen alle Informationen an die Hand gegeben, die Sie für den Alltag und Ihr Leben mit Diabetes mellitus benötigen. Durch den Erwerb bestimmter Kenntnisse und Fertigkeiten über die Erkrankung und deren Behandlung werden Sie in die Lage versetzt, auf Basis eigener Entscheidungen den Diabetes in Ihr Leben zu integrieren. Auch erfahren Sie, akute Komplikationen und langfristige Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus zu vermeiden und so eine hohe Lebensqualität zu erzielen.

Zentral ist die Entwicklung eines Ernährungsplans im Rahmen der Diabetes-Schulung. Sie lernen, welche Mahlzeiten und Nährstoffe zu bevorzugen sind und welche unter Umständen vermieden werden sollten. Ebenso werden Fragen beantwortet, die den Alltag betreffen. Für den Fall, dass Sie Insulin spritzen müssen, bekommen Sie hierzu ebenso Rat wie zu den Themen Reisen, Sport und Schwangerschaft. Außerdem werden Sie über Hintergründe und Entwicklung der Krankheit aufgeklärt und über die Entstehungsmechanismen möglicher Folgeerkrankungen informiert. Da die medizinische Forschung stetig voranschreitet, werden die neuesten Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes mellitus vermittelt.

Wo und von wem solche Diabetes-Schulungen in Ihrer Nähe angeboten werden, erfahren Sie entweder über Ihren Hausarzt oder über entsprechende Listen auf den Internetportalen der Deutschen Diabetes-Gesellschaft e.V. (www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de) oder des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (www.vdbd.de).

Strukturiere Behandlungsprogramme - DMPs für Diabetiker

Sinnvoll kann auch die Teilnahme an einem strukturierten Behandlungsprogramm für Diabetiker sein. Diese sogenannten Disease-Management-Programme (DMPs)  werden von den gesetzlichen Krankenkassen für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 angeboten. In der Regel können Sie sich bei Ihrem Hausarzt in ein solches Programm einschreiben. Sie werden dann regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen eingeladen, haben die Möglichkeit an Patientenschulungen teilzunehmen und erhalten umfangreiche Informationen von Ihrer Krankenkasse. Auch zu diesem Thema kann Ihnen Ihr Arzt weitere Informationen geben. Einen aktuellen Beitrag der Zeitschrift "Gesundheit und Gesellschaft" finden Sie hier.



Autoren:
Oliver Z. Weber, Dr. med. Martina Waitz

Datum:
6. März 2009

Quellen:
Deutsche Diabetes-Gesellschaft: Aktuelle Evidenzbasierte Leitlinien. (www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de; Abruf: 6.4.2009)
Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien: Diabetes Typ 2 (www.versorgungsleitlinien.de; Abruf: 6.4.2009)
Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (www.vdbd.de; Abruf: 6.4.2009)