Diabetes muss nicht ins Auge gehen
Experten-Chat mit Dr. med. Georg Spital
Protokoll der Sprechstunde
M fragt:
Sehr geehrter Herr Dr. Spital, ich habe davon gehört, dass man viele Erkrankungen anhand der Augen diagnostizieren kann. Auch Alzheimer und Diabetes. Ist diese diagnose sicherer als andere? Wie funktioniert das? Kann das jeder Augenarzt oder muss man einen Profi aufsuchen?
Dr. Spital:
Hallo
Ja , es stimmt, dass der Augenarzt viele allgemeine Erkrankungen durch die Untersuchung v.a. des Augenhintergrundes bei geweiteter Pupille erkennen kann. Nur am Auge ist es möglich, Erkrankungen kleinster Gefäße direkt durch eine einfache Untersuchung mit einer Lupe zu erkennen, so dass durch die Netzhautuntersuchung z.B. Blutdruckveränderungen der Gefäße früh erkannt werden können oder auch Veränderungen der Netzautgefäße durch
Diabetes usw.- dies hat Konseuquenzen für die weitere Behandlung des
Betroffenen.
Ein enge Kooperation zwischen Hausarzt/ Diabetolgen und Augenarzt ist daher gerade bei Diabetikern wichtig, um gemeinsam Pobleme der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vielfach merkt der Patient von den Veränderungen selbst nichts, da bei vielen Erkrankungen erst spät eine Sehbeeinträchtigung eintritt. Daher ist ein regelmäßige Netzhautuntersuchung gerade bei Bluthochdruck und insbesondere bei Diabeteserkrankung wichtig.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Spital
Matthias fragt:
Bekomme ich eventuell auch Folgeschäden vom Diabetes am Auge, wenn meine BZ-Werte optimal eigestellt sind?
Dr. Spital:
Hallo Matthias,
Das Risiko von Folgeschäden des Diabetes an der Netzhaut wird durch
die Einstellung der Risikofaktoren; v.a. gute Blutdruckeinstellung und
Blutzuckereinstellung sehr stark gesenkt. Leider ist ein absolute Sicherheit vor dieser Komplikation noch nicht erreichbar, weshalb jährliche Augenhintergrunduntersuchungen (Netzhautspiegelung bei geweiteter Pupille) beim Augenarzt trotzdem unbedingt wahrgenommen werden sollten, zumal bei Früherkennung solcher Veränderungen dann oft noch eine gute Therapie ermöglicht, so dass merkbare Sehbehinderungen dann häufig vermeidbar sind. Warten Sie niht erst, bis Sie evtl. eine Sehstörung bemerken!
Ich hoffe, damit etwas weitergeholfen zu haben.
Mit freundlichen Grueßen
Georg Spital
Petra L. fragt:
Mein Mann hat Blutungen im Glaskörper. Jetzt wird er operiert. Besteht da ein Risiko? Was genau wird gemacht? Wir wollen auch noch mal beim behandelnden Arzt nachfragen - weil beim letzten termin haben wir das nicht richtig verstanden. Mein Mann ist 58 Jahre alt und Typ 2 Diabetiker - seine BZ-Werte sind nciht die besten, falls diese Info relevant ist.VGPetra L.
Dr. Spital:
Sehr geehrte Frau L.,
Wenn es bei Ihrem Mann zu Einblutungen in den Glaskörper durch die
Folgen der Diabeteserkrankung an der Netzhaut gekommen ist, so liegt
eine ausgeprägte Veränderung der Netzhautgefäße durch Diabetes vor.
Hier wäre eine bessere Blutdruck und Blutzuckereinstellung weiterhin
absolut entscheidend für die Prognose. Sollte die Blutung bereits
länger bestehen, oder darunter die Netzhautveränderungen zu ausgeprägt
sein, so kann die Lasertherapie nicht erfolgen oder nicht ausreichend
sein. Häufig ist es in diesem Falle sinnvoll, eine Operation
durchzuführen, in der der Glaskörper samt der Blutung entfernt und
i.dR. durch Kochsazlösung (selten durch Gas oder ÖLfüllung) ersetzt
wird.
Da der Glaskörper ohnehin im Laufe des Lebens wässrig degeneriert ist
die Entfernung des Glaskörper selbst nicht problematisch. Die
gleichzeitige Entfernung der Blutungen führt oft zu einer
Sehverbesserung und intraoperativ kann z.B auch eine nötige
Laserbehandlung bereits mit erfolgen. Die möglichen Risiken einer
solchen Operation , wie Blutungen, Entzündungen,Netzhautablösung,
Linsentrübungen usw. müssn dagegen natürlich abewogen werden. Im Falle
Ihres Mannes muss dies anhand des vorliegenden Befundes und Verlaufes
erfolgen gemeinsam mit Ihrem Augenarzt.
Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben
Ihr Georg Spital
Karsten fragt:
Seit 2 Jahren habe ich Diabetes Typ 2. Gehe regelmäßig zum Augenarzt - etwa einmal im Jahr. Welche Untersuchungen sollte er vornehmen bzw. um welche kann ich ihn bitten. Habe ihn schon informiert, dass ich Diabetes habe. Danke für Ihre Antwort, Karsten Birk (54)
Dr. Spital:
Hallo Karsten
Es sollte zumindest einmal jährlich eine Netzhautuntersuchung mit
entsprechender Pupillenweitstellung erfolgen.(Kommen Sie daher dazu
nicht mit dem eigenen PKW zum Augenarzt..) Diese Untersuchung ist
wichtig, da Diabetes v.a. an der Netzhaut des Auges (hier liegen die
Sehzellen/Phohorezeptoren des Auges) zu langsam zunehmenden
Komplikationen führen kann, die der Betroffene oft zunächst selber
garnicht bemerkt , sondern wenn er dies selbst feststellt, sind ja
meist bereits Netzhaut-Schäden eingetreten, die zu der festgestellten
Sehbeeinträchtigung geführt haben. Je eher Netzhautveränderungen
diagnostiziert werden, umso besser ist die Chance auf ein lebenslang
gutes Sehvermögen, da es mittlerweile ein Spektrum an
Therapiemöglichkeiten gibt. Neben der Früherkennung der
Netzhautveränderungen durch regelmäßige Augenauntersuchung ist eine
gute Blutzuckereinstellung und eine gute Blutdruckeinstellung die
Voraussetzung, um das Risiko einer Sehminderung zu minimieren.
Gelegentlich können abhängig vom Ntzhautbefund auch
Zusatzuntersuchungen sinnvoll werden, um eine Schwellung der Netzhaut
genauer dazustellen (OCT Untersuchung) oder die Gefäßveränderungen der
Netzhaut feiner erkennen zu können (Angiograpie)
Häufig wird beim Augenarzt zusätzlich unabhängig von der
Diabetes-Erkrankung auch eine Untersuchung auf den grünen Star
(Augendruckerhöhung mit Sehnervenschädigung) mit angeboten. Dies ist
eine i.d.R. eine kostenpflichtige Untersuchung, die jedoch im Alter
von über 40 J meist sinnvoll ist, besonders wenn in der Familie
hierzu ein Risiko bekannt ist...- denn durch einfache
Tropfenbehandlung kann dann oft ein Sehnervenschaden abgewendet
werden.
Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben
PD fragt:
Ich habe vor einem Jahr meine Augen lasern lassen. Hatte eine Fehlsichtigkeit von minus 2,5 und 3,2. Seitdem habe ich immer wieder Probleme mit den Augen - trocken und eine Brille muss seit 2 Monaten auch wieder tragen. Durch den Diabetes hat sich das jetzt noch verschlechtert, sagt mein AA. Ich glaube aber eher es lag am Lasern. Was ist ihre Erfahrung?
Dr. Spital:
Hallo, Ja Sie haben recht. Durch die Laserbehandlung werden zumindest
vorübergehend auch die Nerven der Hornhaut mitbetroffen und es kommt
oft zu einer leichten Benetzungsstörung dem Gefühl eiens trockenen
Auges. Leider kann aber durch die Nervenbeteiligung bei der
Diabeteserkrankung (Polyneuropathie) auch die Sensibilität der
Hornhaut, sowie die Drüsenaktivität beeinträchtigt werden. Daher sind
bei Diabetikern die von Ihnen geschilderten Probleme häufiger als bei
Patienten ohne Diabeteserkrankung anzutreffen. In diesem Punkte hat Ih
Arzt also durchaus recht.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Spital
H fragt:
Hallo Herr Dr., bei mir sind die kleinen Gefäße am Auge beschädigt. Ich sehe verschwommen und auch Flecken vor den Augen. Kann man das Heilen oder kann ich es nur hoffen, dass es nciht schlimmer wird?
Dr. Spital:
Hallo H,
Ich nehme an, bei Ihnen sind Folgeveränderungen durch die Diabetes-erkrankung an der Nezhaut gefunden worden. Dies ist eine häufige Diabeteskomplikation. Ihr Voranschreiten hängt ganz wesentlich von der Einstellung der Risikofaktoren, insbesondere v.a. Blutzuckereinstellung und Blutdruckeinstellung ab. Diese Risikofaktoren sollten mit Ihrem Diabetologen u/o Hausarzt besonders gut eingestellt werden. Durch die Gefäßveränderungen an der Netzhaut des Auges kann es zu verschiedenen Folgen für das Auge und die Sehfähigkeit kommen. Einerseits kann die Netzhautmitte etwas anschwellen, ein sogenanntes Makulaödem, welches heute oft gut behandelbar ist. Andererseits können auch z.B. u.a. Blutungen auftreten, die das Sehen beeinträchtigen können. Je nach Befund ist über eine Lasertherapie, eine Injektionsbehandlung in das Auge, oder eine Operation oftmals eine gute Stabilisierung oder gar Verbesserung zu erreichen. Verschlossene Gefäße und untergegangene/abgestorbene Netzhautanteile können aber nicht wieder hergestellt werden, weshalb einefrühzeitige Risikofaktoreinstellung ja so wichtig ist. Sie sollten unbedingt ausreichend häufig regelmäßig augenärztlich untersucht werden (wie häufig , hängt von dem Befund ab) und dann ggf stadiengerecht behandelt werden. Ich hoffe , Ihnen damit etwas geholfen zu haben.
Ihr Georg Spital
Werner fragt:
Glaskörpereintrübungen Hypertonicus Fundus Typ 2Sehr geehrter Herr Dr. med. Spital,seit Dezember 2007 bin ich Diabetiker Typ 2. Seit Februar 2008 bin ich im DMP Diabetes Typ 2. Bereits meine Großmütter und meine Eltern hatten bzw. haben Diabetes Typ 2. Ich bin Mitglied bei diabetesDE sowie im Diabetikerbund. Das Diabetes Journal beziehe ich im ABO. Einmal im Monat kommt eine Podologin zu meiner Frau und mir ins Haus. Seit über 20 Jahren habe ich Bluthochdruck. Der lange Jahre, auch mit Betablockern zu hoch war. Zuerst mit 5 mg Visken dann mit 10 mg. Zur Zeit nehme ich Bisoprolol 10 mg. Mein Blutdruck ist mit ca. 120-130 zu ca. 80 in Ordnung. Metformin 1000 mg Morgens und Abends, sowie Glipenclamid 1,75 mg morgens und mittags sind meine Diabetes Medikamente. Mein Hba1c Wert lag bisher noch nicht über 6,2. Mein letzter Hba1c Wert lag bei 6,15. Zweimal im Jahr gehe ich zum Augenarzt. Dort wird immer wieder Hypertonicus Fundus Typ 1 aufgeführt. Dies wird sich nicht mehr bessern, soweit ich den Augenarzt verstanden habe. Was bei mir noch festgestellt wurde beim Augenarzt sind Glaskörpereintrübungen, wenn ich dies richtig in Erinnerung habe. Glaucom lasse ich alle 2 Jahre überprüfen. Bei jeder Augen Untersuchung wird der Augenhintergrund untersucht. Vor der Untersuchung bekomme ich Tropfen in die Augen. Vor meinen Augen sehe ich, zumindest zeitweise, Mückenschwärme. Kann man oder sollte wegen der Mückenschwärme (Glaskörpereintrübungen) etwas unternehmen? Wenn ja was sollte man dagegen tun? Kann ich sonst noch etwas tun oder vorbeugen um meine Augen zu schützen und das Augenlicht zu erhalten? Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.Ich bin sehr froh und dankbar darüber, dass diabetesDE solche Chats mit Fragen an Experten anbietet. Gruß Werner
Dr. Spital:
Hallo Werner,
Die regelremäßigen Augenuntersuchungen sind entscheidend gerade bei an Diabetes erkrankten Menschen. Dabei können, wie Sie erfahren haben, sowohl Bluthochdruckveränderungen als auch mögliche Veränderungen durch die Diabeteserkrankung an der Netzhaut rechtzeitig entdeckt werden. Dadurch kann dann eine entsprechende Behandlung erfolgen und heutzutage eine Erblindung nahezu immer verhindert werden. Neben diesen regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind eine gute Blutdruck und Blutzuckereinstellung entscheidend. Beides ist ja bei Ihnen ebenfalls gegeben. Daher sehe ich kaum ein Risiko für Sie von dieser Seite. Jedoch muss, da die Netzhautveränderungen für den Patienten zunächst unmerklich sind, die Kontrolle egelmäßig, zumindest jährlich erfolgen und je nach Ausmaß der Netzhautveränderungen auch ggf öfter.
Die Glaskörpertrübungen sind eine auch nicht Diabetiker betreffende Folge der natürlichen Alterung des sogenannten Glaskörpers, der das Auge als Gallertartige Substanz ausfüllt und im Laufe des Lebens immer wäßriger wird. Sollten jedoch ganz plötzlich ganz viele neue Trübungen auftreten und dies evtl sogar zusammen mit Blitzesehen, so kann es sein, dass der Glaskörper im Rahmen dieser Degenration einen Riß in die Netzhaut verursacht hat und die Trübungen , die man dann sieht, dann einer Blutung aus der Netzhaut entsprechen. Ähnliche Blutungen in den Glskörper können auch im Spätstadium einer Diabetesfolgeerkrankung an der Netzhaut entstehen. Sollte sich also ihre Glaskörpertrübung plötzlich verändern oder akut gebildet haben, so ist eine gründliche Netzhautuntersuchung wichtig! Ansonsten sind die Trübungen harmlos und sacken auf Dauer meist ab. Eine operative Entfernung ist zwar prinzipiell möglich, aber in der Regel nicht erforderlich.
Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort etwas weiter geholfen zu haebn.
Mit freundlichen Grüßen. Ihr Georg Spital
Helmut B. fragt:
Muß bei der jährlichen Kontrolluntersuchung wegen des Diabetes 2 immer der Augendruck gemessen werden, um den Augenhintergrund auf Schäden zu untersuchen ? dass ja durch die tropfen sehr unangenehm ist, desweiteren sind das für den Patienten zusätzliche kosten von 20€ die er selbst zu bezahlen hat.mit freundlichen GrüßenH. B.
Dr. Spital:
Hallo Helmut, Die wesentliche Augenuntersuchung auf Diabetesfolgeerkrankungen betrifft die Netzhautuntersuchung mit entsprechender Pupillenweitstellung, da sich unmerklich Netzhautveränderungen durch Diabetes bilden können, die bei rechtzeitiger Diagnose durch den Augenarzt meist gut behandelbar sind. Gleichzeitig wird bei der Untersuchung auch auf Linsentrübungen(grauer Star) oder andere
Diabetesfolgeerkrankungen am Auge untersucht. Ein Screening, d.h. eine Vorsorgeuntersuchung auch auf den grünen Star kann bei der Untersuchung praktischerweise natürlich gleich mit erfolgen. Ein erhöhter Augendruck, also ein grüner Star, ist für den Patienten nicht schmerzhaft und kann unwiderbringliche Schäden am Sehnerven hervorrufen. Da es sich um eine häufige Erkrankung handelt, ist daher zumindest über dem 40. Lebensjahr auch eine jährliche
Glaukom- Vorsorgeuntersuchung sinnvoll, die leider separat berechnet
werden muss. Die Glaukomvorsorge hat dabei nichts mit der
Diabetesvorsorgeuntersuchung am Auge zu tun. Jedoch sollten Sie,
insbesondere wenn in Ihrer Verwandtschaft Glaukom-Erkrankte vorkommen,
diese Chance am besten ebenfalls nutzen und ggf. wie bislang beide
Untersuchungen in einer Sitzung erhalten.. Mit herzlichen Grüßen. Dr.
Georg Spital
CL fragt:
Sehr geehrter Dr. Spital, ich bin Brillenträger, mein Wert beträgt minus 2,2/ 2,5 auf beiden Augen. Vor einem Jahr wurde bei mir Diabetes diagnostiziert und ich habe erfahren, dass sich das auch auf die Augen auswirkt. Bin ich nun kurzsichtig aufgrund des Diabetes oder hat das nichts miteinander zu tun - immerhin trage ich bereits seit 15 Jahren eine Brille. Kann ein Augenarzt feststellen, was die ursache ist? CL
Dr. Spital:
Sehr geehrte Frau L.,
Tatsächlich kann Diabetes zur Folgeerkrankungen am Auge führen. Das ist der wesentliche Grund, weshalb Sie als von Diabetes Betroffene regelmäßig zumindest jährlich beim Augenarzt eine Netzhautuntersuchung mit Pupillenweitstellung wahrnehmen sollten. Die schwerwiegensten möglichen Diabetes-Folge-Veränderungen am Auge treten nämlich an der Netzhaut auf, wo die Sinneszellen des Auges liegen. Hier ist eine regelmäßige Kontrolluntersuchung wichtig, um nötigenfalls rechtzeitig zu therapieren. Als weitere mögliche Diabetesfolge am Auge kann die altersbedingt einsetzende Linsentrübung, der graue Star, schneller als altersüblich voranschreiten, was der Augenarzt ebenfalls feststellen kann. In ausgeprägten Fällen kann dadurch die ursprüngliche Brechkraft der Linse sich ändern, so dass sich auch Ihre
Brillenstärke langsam etwas ändert. Ansonsten habenjedoch die Kurzsichtigkeit, Ihre Brillenstärke und die Diabeteserkrankung keinerlei direkten Zusammenhang. Natürlich kann Sie ihr Augenarzt im Umgang mit Ihrer Kurzsichtigkeit sicher kompetent weiter beraten, was sie nutzen sollten- gehen Sie außerdem regelmäßig zu Netzautuntersuchungen wegen der Diabetes-Erkrankung. Ich hoffe Ihnen mit der Antwort etwas geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Georg Spital
Karin fragt:
Hallo Herr Dr. Spital, ich habe gehöt, dass man mit einer Opertation seine Sehkraft wieder erlangen kann. Ich habe aufgrund des Diabetes schon Schäden an den Augen und eine Erblindung droht auf meinem linken Auge. Welche Erfahrungen haben Sie - was ist heute möglich mit einer OP? Danke für Ihre Einschätzung. Karin
Dr. Spital:
Hallo Karin,
Tatsächlich kann man heutzutage bereits eine Vielzahl von Folgeschäden
des Diabetes am Auge erfolgreich behandeln. Ganz entscheidend dafür,
welche Therapiemaßnahme für Sie in Frage käme ist allerdings das genaue Ausmaß der Netzhautschäden am Auge. Die möglichen Therapie-Maßnahmen reichen von einer Laserbehandlung, über Injektionsbehandlungen in das Auge bis zur Linsen,- und Netzhautoperation. Nach Ihrer Schilderung scheint am ehesten ein ausgeprägter Netzhauterkrankungsbefall vorzuliegen. Leider kann ich aus der Ferne die Diagnose nicht stellen, jedoch hängt von einer exakten Diagnose die Wahl der richtigen Therapie und die Chancen durch eine mögliche Operation ab. Sollte jedoch eine schwerwiegende Netzhautveränderung bei Ihnen vorliegen, so sollten Sie in einem Zentrum, wo solche Diagnosen und Operationen sehr häufig durchgeführt werden, eine genaue Beratung bekommen. Lassen Sie sich bitte nicht zu viel Zeit bis zu einer derartigen Beratung bzw. nötigenfalls auch einer Zweitberatungbei Unsicherheit - es gibt durchaus Fälle , in denen dann eine rasche Operation angezeigt ist, um eine Sehminderung zu verhindern. Dies scheint ja leider bei Ihnen auch so zu sein und dann sollten Sie sich ggf. natürlich der Operation nach Risikoabwägung
auch unterziehen, um Ihre Pognose für das Auge zu verbessern, denn die technischen Möglichkeiten zur Befundstabilisierung durch Operation sind heute in der Regel gut. Liegen z.B. störende Glaskörperblutungen vor, so können diese mit einer Operation entfernt werden und oft steigt dadurch das Sehvermögen in diesem Falle gut an. Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort etwas weiter geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen Georg Spital
Kerstin fragt:
Betreff: OP
Hallo, Diabetes habe ich seit 10 Jahren schon. Meine Augen sind nach der Diagnose immer schlechter geworden. Ich sehe viele kleine dunkle Punkte vor meinem Auge. Der Arzt meint, das sei eine Glaskörpertrübung. jetzt soll eine OP durchgeführt werden: Pars-plana-Vitrektomie. Können Sie mir dazu was sagen? Ist das gängig, wie risikoreich und welchen Erfolg kann ich erwarten?
Dr. Spital:
Hallo Kerstin
Die von Ihnen beschriebenen Trübungen im Glaskörper können Ausdruck einer Blutung in den Glaskörper sein. Diese kann als Folge einer Spätveränderung der Netzhaut bei Diabetes auftreten. Sollte dies der Fall sein, so liegt ein ausgeprägtes Stadium einer Diabetesfolgeerkrankung vor und eine Behandlung ist sicherlich nötig. Inwieweit eine Laserbehandlung oder gar eine Operation in Ihrem Falle geeigneter sind, kann von mir ohne Einblick in Ihr Auge nicht
entschieden werden. Sollte es sich allerdings nur um harmlose Glaskörpertrübungen ohne jeden Zusammenhang mit einer Diabetes-folgeerkrankung an der Netzhaut handeln, so wäre eine Operation oft nicht unbedingt nötig. Sie sollten dies bei Unklarheit mit Ihrem Augenarzt nochmals besprechen. Die Operation, wenn sie nötig ist, ist in den Händen eines erfahrenen Chirurgen heute ein Standardeingriff, der allerdings in seinen Komplikationsmöglichkeiten wesentlich auch von der Schwere Ihres Netzhautbefundes abhängt. V.a. Blutungen, Entzündungen und Netzhautablösungen sind neben Linsentrübung gelegentlich auftretende Komplikationen. Wenn die Operation allerdings erforderlich ist, so sollten Sie dieses Risiko bald eingehen, da der Befund sonst weiter voranschreiten kann und dann eine Operation evtl .erschwert sein könnte oder das Sehvermögen
unwiderbringlich leiden könnte. Die Entfernung von Glaskörpertrübungen
kann häufig die Sehqualität gut bessern. Eine gemeinsame Risiko-NutzenRelation können Sie nur anhand Ihres genauen Befundes mit Ihrem Augenarzt durchführen.
Ich hoffe, damit etwas geholfen zu haben. Ihr Georg Spital



