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Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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Begleiterkrankungen bei Diabetes

Experten-Chat mit Dr. Biermann

Dr. med. Eberhard Biermann

Bis zum 25. November 2010 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Dr. med. Eberhard Biermann zum Thema "Begleiterkrankungen bei Diabetes" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 25. November zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Karin H. fragt:

Betreff:   Novaminsulfon und Diabetes
Ein alter Bekannter von mir (88J) ist seit 55 Jahren Typ2-Diabetiker, spritzt 3x tägl. Insulin. Seine Zuckerwerte lassen sich nicht mehr vernünftig einstellen ("austherapiert").
Seit ein paar Tagen nimmt er Novaminsulfon 500mg/ml, 4x30 Tropfen. Im gleichen Zeitraum hat er deutlich mehr Last mit Unterzuckerungen. Kann es da einen Zusammenhang geben? 


Dr. Biermann:

Sehr geehrte Frau H., Novaminsulfon, ein gutes Schmerzmitttel, wird ihr Bekannter wohl benötigen. Uns als Diabetiker auch Insulin. Diese Kombination haben viele Menschen und von Interaktionen ist mir nichts bekannt. Die einfachste Lösung ihres Problems ist die Absenkung der Insulindosis über den verantwortlichen Arzt. Der sehr alte Mensch braucht oft immer weniger davon und Unterzuckerungen sollte ein 88-jähriger wirklich nicht mehr haben.

Lothar H. fragt:

Betreff:   Früherkennung von Netzhauterkrankungen mit dem OCT 3
Im Januar 2010 wurde am rechten Auge eine Triamcinoloneingabe-Operation we- gen einer Flüssigkeitsansammlung(Ödem) an der Netzhaut durchgeführt worden.
Nun soll immer 1x im Jahr eine Früherken-nung und Verlaufskontrolle von Netzhauter- krankungen mit dem OCT 3 durchgeführt werden.Die Kosten für diese Untersuch- ung betragen 95,-€ die meine Krankenkas- se nicht erstattet.Kann die Untersuchung mit anderen Geräten gemacht werden,die die Krankenkasse übernimmt? Mit freundlichen Grüßen Lothar H.

Dr. Biermann:

Hallo Herr H., die optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein neues Verfahren, das genauer die Netzhaut beurteilen kann, als man es mit einem einfachen Augenspiegel durch die weitgetropfte Pupille tun kann, insbesondere wenn ein Ödem sich nachbildet. Es muss aber noch bewiesen werden, dass diese Methode der Früherkennung besser als die gängige und durch die Krankenkassen bezahlte Methode der einfachen Netzhautspiegelung ist. Teure Methoden müssen ihre Überlegenheit beweisen! Bitten Sie ihren Augenarzt das gängige Verfahren mit dem normalen Licht des Augenspiegels zu benutzen bzw. zu begründen, warum dies nicht geht oder holen sie sich bei einem anderen Augenarzt eine Zweitmeinung. Mehr kann und darf ich als Internist dazu nicht sagen.

X fragt:

Betreff:   höhere Blutzucker-Werte am Morgen trotz Victoza
Trotz 1,0 mg Victoza (16 Einrastungen) täglich sind seit 2 Monaten meine Blutzucker-Werte am frühen Morgen angestiegen (auf 170 - 190 mg/.dl). Eine Erhöhung der Dosis Victoza sowie mehr Bewegung brachten  keine weitere Besserung, d.h. keine niedrigeren BZ-Werte. Was raten Sie mir ??.

Dr. Biermann:

Es gibt viele Methoden den Blutzucker über Nacht und am nächsten Morgen „in Schach zu halten“: Insuline, Tabletten und neuerdings auch andere Medikamente gegen Diabetes, wie Victoza, welches wie insulin gespritzt werden muss. Alle haben, am Tag zuvor gegeben, nur eine beschränkte Möglichkeit den morgendlichen Zuckeranstieg, den wir Ärzte im Fachjargon „Dawn-Phänomen“ (Morgendämmerungs-Phänomen) nennen, aufzuhalten. Die einzige Methode die dies zuverlässig kann, ist eine Insulinpumpe. Aber bevor man eine solche Möglichkeit für Sie persönlich ausspricht, sollte man im Einzelfall prüfen, ob andere Möglichkeiten sicher ausgeschöpft sind.

Birgit fragt:

Betreff:   Honeymoonphase bei Typ1
Hallo, bei meinem Sohn (20) wurde im Januar Typ1 diagnostiziert. Nach einigen Wochen Insulin benötigte er dieses nicht mehr und hat seit dem (8 Monate) keine erhöhten Werte mehr. Er isst sehr dizipliniert und arbeitet körperlich.
Ist dies die sogenannte Honeymoonphase und wie lange kann sie höchstens dauern? Mein Internist meinte, es gäbe inzwischen nicht mehr nur Einteilungen nach Typ1 und Typ2. Ist das richtig? Vielen Dank!

Dr. Biermann:

Hallo Birgit, die Angaben zu Ihrem Sohn klingen plausibel: Die Honeymoonphase, oder auf „Deutsch“ Remissionsphase läuft so ab und kann 8 Monate oder sogar ein Jahr lang andauern. Wichtig ist, dass man das Ende „nicht verschläft“ oder sogar an eine dauerhafte Heilung glaubt, welche ich noch nicht erlebt habe.

Es gibt weiterhin den Typ-1 Diabetes, wie bei Ihrem Sohn, und den Typ-2-Diabetes. Zeitweilig sprach man von NIDDM (nicht insulin-abhängig) und IDDM (= Insulinabhängig). Ich nehme an, dies meint Ihr Internist.

Michael G. fragt:

Betreff:   Schwerbehinderung
Meine Tochter hat diabetes Typ I. Bisher war eine Schwerbehinderung 50 % anerkannt. Sie ist jetzt volljährig geworden und möchte keine Anerkennung der Schwerbehinderung mehr. Das wurde von der Behörde abgelehnt, es könne nur ein geringerer Grad festgestellt werden. Gibt es eine Möglichkeit, die Feststellung der Schwerbehinderung aufzuheben bzw. nicht zu verlängern?
Vielen Dank für Ihre Antwort Michael G.

Dr. Biermann:

Um zu entscheiden, ob eine Schwerbehinderung aufgehoben werden sollte, müsste man prüfen, ob die Voraussetzungen, die zum damaligen Beschluss (in einem Gutachten?) vorlagen, heute noch bestehen oder nicht. Wenn die chronische Krankheit fortbesteht – hier der Diabetes – können die „Behinderungen“ eigentlich auch nicht vollends verschwinden, sie können aber kleiner werden. Wir Ärzte würden uns in unserer Gutachtertätigkeit unglaubwürdig machen, würden wir einmal etwas voll bestätigen und dann gar nicht mehr, nur weil es dem Betroffenen „jetzt nicht mehr in den Kram passt“. Um nicht missverstanden zu werden: Es ist prima, wenn sich Ihre Tochter jetzt, wo durch Volljährigkeit ihr Urteil Gewicht bekommt, die Krankheit akzeptieren kann und nicht mehr als Behinderung empfindet. Doch Empfindungen haben bei solchen fachlichen Begutachtungen nur einen geringen Stellenwert. Wahrscheinlich wären unsere Behindertenparkplätze sonst restlos überfüllt.  Darum wird für den Typ-1 immer dringend geraten, und bildet in Diabetesschulungen eine ganze Stunde, sich den Antrag auf eine Behinderung gründlich zu überlegen, weil  eine Stigmatisierung und ggf. eine Schwierigkeit bei Bewerbungen entsteht und eben ein Rückgängigmachen schwierig ist. Überlegen Sie sich gute Sachargumente, die Sie mit

Maggi fragt:

Gibt es Zusammenhänge zwischen Fuß- und  Wadenkrämpfen und Diabetes während des Schlafens  in den frühen Morgenstunden? Hat Insulin eine Auswirkung?

Dr. Biermann:

Hallo Maggi, Muskelkrämpfe führt man in der Regel auf Elektrolytverschiebungen und Ungleichgewichte zurück. Also von Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Hier können stark überhöhte Blutzuckerwerte in deren Haushalt störend eingreifen und auch bei schnellen Veränderungen
Krämpfe begünstigen. Das ist alles!
Die Blutzucker anders einzustellen oder gar Insulin wegzulassen wäre hier der falsche Weg. Die Methoden, die man beim Nicht-Diabetiker versucht, sollten auch beim Diabetiker zur Anwendung kommen.

Ludwig F. fragt:

Betreff:   Erhöhte BlutzuckerwerteIch nehme täglich früh und abends 1/2 Metformin 1000.Mein Hba1c war bei der letzten Messung 8,0, der Nüchternwert 10,5. Ich bin zu Zeit durch eine Knieschädigung in meiner Bewegung eingeschränkt (vorher Tennis und Rad- fahren).  Wie kann ich meine Werte senken. Gegen Bluthochdruck nehme ich 1 Sevikar 40/10 sowie 1/2 HCT HEXAL 25. Vielen Dank für Ihre Antwort.


Dr. Biermann:

Die Leitlinien unserer Fachgesellschaft sehen für einen solchen Fall klar eine Therapieerweiterung durch ein weiteres Medikament vor unter Beibehaltung des Metformins, welches man vorher noch auf 2x1000 mg steigern könnte. Bei den nächsten Stufe können Sie mit ihrem Arzt zwischen mehreren Klassen von Medikamenten wählen. Dabei spielen Faktoren, die ich nicht kenne z.B ob Sie übergewichtig sind, eine wichtige Rolle. ES sind die Sulfonylharnstoffe, die ältesten Diabetesmedikamente, die DPP-4 Hemmer als relativ neue Wirkstoffe, dann als Medikamente welche gespritzt werden müssen: Insulin oder  zwei neue Stoffe Byetta oder Victoza, welche den Blutzucker senken und das Übergewicht nicht weiter fördern.
Also sie sehen, es gibt eine ganze Palette von Möglichkeiten; welche davon auf Sie persönlich passt, kann nur ihr Hausarzt oder Diabetologe unter Berücksichtigung Ihrer Präferenzen entscheiden.
Die Blutdrucktablette besteht aus zwei Standardmittel, die bei Diabetes gut und sicher sind und kann, sofern die Werte unter 140/90 mmHG liegen, beibehalten werden.
Fakten untermauern, um einen Gutachter überzeugen!

Dagmar K. fragt:

Ich nehme zur Zeit 2mal am Tag Metformin 1000 und einmal am Tag Glineperid mein Hba1c ist etwa 7,0 gibt es auch andere Tabletten die mir helfen könnten, habe auch eine Lactoseunverträglichkeit ,nehme noch L-Throxin für meine Schilddrüsenunterfunktion. Danke


Dr. Biermann:

Sehr geehrte Frau K., darf ich Ihnen zu dem HbA1c-Wert von 7,0% gratulieren. Die Therapie, die sie angeben ist eine ausgesprochene Standardtherapie, die ich nur dann wechseln würde, wenn ich Probleme hätte: das wären z.B. zu hohe Blutzuckerwerte, was offenbar bei Ihnen nicht der Fall ist oder zu niedrige (Hypoglykämien), wovon Sie nichts schreiben. Beide Medikamente sind in grossen Studien geprüft, haben akzeptable Kosten und sind bei richtiger Anwendung sicher. Die Leitlinien unserer  Fachgesellschaft erwähnen diese Kombination somit ausdrücklich. Versichern Sie sich bei Ihrem Hausarzt, dass Sie keine erhöhten Nierenwerte haben, ansonsten stellen Sie diese Frage neu! Die Lactoseunverträglichkeit und die Schildrüsenunterfunktion ändern daran nichts, es sind „andere Baustellen“.


B. fragt:

Betreff: Diabetes 2
Nüchtern Laufe ich 1 Stunde Nordic- Walking,nachdem Laufen ist mein Wert um ca.30 Punkte Höher wie vor Beginn des Laufens,wie ist das zu Erklären.
Medikamente .2x Velmetia 50/1000 1xLantus (+Blutdruck-Senkende Medikamende.)Herzlichen dank für Ihre Mühe.
MfG B

Dr. Biermann:

Sehr geehrter Herr B., zunächst einmal finde ich es prima, dass sie als Diabetiker Nordic walking machen, und dies hoffentlich auch zweimal pro Woche und auch bei diesem Schneeregen-Schmuddelwetter. Die Tatsache, dass sie dies machen, ist für ihre langfristige Gesundheit, für ihren Stoffwechsel und für ihr Körpergewicht viel wichtiger, als dass sie wie gebannt auf ihre Blutzucker schauen. Die 30 „punkte“ anstieg sind gegen diesen generellen Vorteil der körperlichen Aktivität total zu vernachlässigen!
Natürlich sage ich Ihnen trotzdem, warum bei Ihnen vermutlich der Zucker erst mal nach oben geht um dann in den Stunden darauf vermutlich eher niedriger zu sein als ohne Sport: Es sind die Katecholamine, Noradrenalin und Adrenalin, die auch die Pulsfrequenz nach einer Anstrengung erhöhen und die kurzfristig Gegenspieler des Insulins sind.

Andre B. fragt:

Betreff: Werte

Sehr geehrte Damen und Herrn, ich bin noch in den Anfängen dieser Erkrankung, neben Lungenemphysem, Bandscheibenvorfällen und eine vergrößerte rechte Herzklappe hat man nun auch eine leichte Form von Diabetes festgestellt nun habe ich ein Messgerät von meiner Ärztin bekommen und soll alle zwei Wochen messen ich aber messe jede Woche meine Frage ab welchem Wert spricht man von Diabetes und warum gibt es so große Schwankungen bei mir als ich habe erst drei Messungen 107, 111 und seit heute was mich erstaunt hat 128 ich kenne nur diese Wertzahlen eine nächste Frage wie kommt man auf die einstellige Wertzahl?
Mit freundlichen Grüßen Andre B.

Dr. Biermann:

Hallo Andre, Sie fragen völlig zu recht, welche Werte des Blutzuckers für und welche gegen einen Diabetes sprechen. Ihre Werte sprechen wahrscheinlich dagegen. Genau kann man dies aber erst sagen, wenn man weiß ob sie zu dem Zeitpunkt, an dem Sie gemessen haben, längere Zeit nicht gegessen haben (und auch nicht Süßes getrunken). Dann, also „nüchtern“, wäre der Wert von 128 in der Tat zu hoch und „Diabetes-verdächtig“ , Eine Stunde nach einem Frühstück wäre dieser Wert auch bei einem Gesunden noch o.k.. Am besten Sie lassen sich bei Ihrer Hausärztin bzw Hausarzt einen oralen Glukosetoleranztest (OGTT) machen, der einfach ist und unter standardisierten Bedingungen ihnen zwei Std. nach einen „Traubenzuckerschluck“ das Ergebnis liefert: hier darf der Wert 200 nicht übersteigen.

Claudia H. fragt:

Betreff:   Nephropathie
Hallo und guten Tag aus Mainz, ich bin seit 43 Jahren Typ I-Diabetikerin und habe seit ca. 20 Jahren eine Nephropathie mit Kreatinin-Werten zwischen 1,7 und 1,9. Der Wert anfang august (in Bad Mergentheim gemessen) betrug 1,8, 8 Tage später !!! beim Nephrologen waen es 2,2. Seitdem mache ich mich verrückt, weil ich keine Aussage bekommen kann, wie "schlimm" das ist und wie dicht ich schon an der Dialyse bin. Haben Sie einen Tipp / eine Info für mich, die einigermaßen aussagefähig ist bzw. die mir eine Einordnung des Wertes ermöglicht ??? Lieben Dank für eine Antwort und viele Grüße Claudia H.

Dr. Biermann:

Hallo Claudia, Sie sollten sich hier auf keinen Fall verrückt machen! Durch die lange Diabetesdauer und die Tatsache, daß sie seit 10 Jahren wissen, daß ihre Nieren vom Diabetes angegriffen sind (= Nephropathie) müsste Ihnen eigentlich klar sein, daß die Nierenfunktion, die wir mit dem Kreatinwert messen, nicht mehr ganz normal ist. Bei ihnen schätze ich liegt die Nierenfunktion bei etwa 50% eines gesunden, egal ob der Kreatininwert gerade mal 1,8 oder 2,2 ist. Dieser schwankt zuweilen, je nachdem ob man gut „bewässert“ ist oder sich eher in einer Durstphase befindet. Beides sind keine Werte, die auf eine baldige Dialyse schließen lassen!
Eine Einordnung oder Prognose , wann dies zu Dialyse führen könnte, mag ich Ihnen in dieser Situation und mit den wenigen Werten, die mir zur Verfügung stehen, nicht geben. Hier sollte man sich gegenüber sitzen um Missverständnissen Raum zu geben.  Es gibt aber statistische Daten darüber, um wie viel die Nierenfunktion in dieser Situation jährlich abnimmt. Diese kennt jeder Nephrologe und da Sie einen haben, bitte ich Sie, dies mit ihm vertrauensvoll zu besprechen.

Wolfgang H. fragt:

Betreff:   Insulinpumpe
Bietet eine Insulinpumpe in meinem Fall einen gravierenden Vorteil gegenüber ICT? 62 Jahre, m., seit 43 Jahren Typ 1, HbA1c 7,4, Polyneuropathie, Retinopathie, Lymphom ED11/08, c.Polyarthr.

Dr. Biermann:

Hallo Wolfgang, mein Bauchgefühl sagt mir „nein“, gravierende Vorteile wird Ihnen die Pumpe wohl nicht bieten, aber Ihre Angaben sind schon recht knapp. Letztlich interessiert einige typische Tagesprofile. Wie viel sie  zu welcher Uhrzeit gespritzt haben und wo ihre selbst gemessenen Blutzuckerwerte lagen.
Ich geben Ihnen ein Beispiel, wann eine Pumpe sinnvoll ist und auch gute Chancen auf Kostenerstattung hat: Sie wachen morgens um 7 Uhr regelmäßig mit einem Blutzuckerwert von 200 bis 250 auf. Alle Versuche spät abends das Basalinsulin zu erhöhen scheiterten an nächtlichen Unterzuckerungen. Hier kann eine Pumpe so programmiert werden, daß sie die basale Insulinzufuhr in der Nacht hochfährt, während sie noch schlafen. Wir nennen diesen Anstieg ein „Dawn Phänomen“.

Joachim fragt:

Seit einiger Zeit plagt mich eine Blaseninfektion. Ich hatte das früher schon regelmäßig…eigentlich immer so alle 2 Jahre, wenn es draußen kalt wurde. Jetzt will die Entzündung aber einfach nicht mehr richtig weggehen. Ich habe auch Diabetes Typ 2  - wurde vor einem Jahr etwa entdeckt. Könnte das zusammenhängen?

Dr. Biermann:

Sehr geehrter Herr G., bei Diabetikern verlaufen Blasenentzündungen in der Regel schwerer und komplizierter als bei Nicht-Diabetikern. Erst einmal muss der Keim indentifiziert werden, damit man ihn gezielt und lange genug behandeln kann. Die üblichen drei Tage reichen bei einem komplizierten Blaseninfekt nicht. Ich rate Ihnen dringend zu einem Urologen zu gehen, welcher der Harnwege genauer untersuchen kann und andere Ursachen, die zu wiederholten Infekten führen, herausfinden kann.