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Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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Der herzkranke Diabetiker

Experten-Chat mit Prof. Diehm

Professor Dr. med. Curt Diehm
Professor Dr. med. Curt Diehm

Bis zum 28. Oktober 2010 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Dr. med. Curt Diehm zum Thema "Der herzkranke Diabetiker" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 28. Oktober zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Cora fragt:

Ich bin Typ2 Diabetiker. Mich würde mal interessieren, was Diabetes überhaupt mit Herzinfarkt oder Schlaganfall zu tun hat. Gilt das nur für übergewichtige Diabetiker?

Professor Diehm:
Diabetiker bekommen einfach häufiger Herzinfarkt  und Schlaganfälle sowie Beindurchblutungsstörungen.
Das gillt vor allem für Übergewichtige, aber auch für schlecht eingestelle normalgewichtige Diabetiker.

Kabibi fragt:

Ich bin 32 Jahre alt. Seit zwei Wochen habe ich immer wieder ein Stechen in der Brust. Das hält etwa 1 Minute an und kommt wieder und wieder. Dann habe ich 3 bis 8 Stunden Pause und es fängt wieder an. Einmal bin ich sogar nachts aufgewacht und habe es festgestellt – womit ich nicht unbedingt sagen will, dass ich deswegen aufgewacht bin. Ich war beim Kardiologen, aber der mein ich habe nichts. Er hat einen Belastungstest mit mir gemacht. Ich bin ja noch so jung, aber trotzdem mache ich mir Sorgen, weil es einfach nicht aufhört. Ich bin Typ 1 Diabetiker und in letzter Zeit habe ich sehr viel Stress und es geht mir nicht allzu gut. Vielleicht ist es also auch etwas psychisches hatte ich überlegt? Was meinen Sie – wen könnte ich zu Rate ziehen oder soll ich mich auf die Diagnose des Kardiologen verlassen?

Professor Diehm:
Ich meine das kommt von Ihrer Wirbelsäule bzw. von den sog. Intercostalnerven. Würde es mal mit intensiver Gymnastik und Ausdauertraining probieren. Evt. auch Orthopäde. Kann nichts schlimmes sein!

Maren S. fragt:

Ich bin total verunsichert wegen den Nachrichten zum Medikament Avandia. Ich habe es 4 Jahre lang genommen. Bisher habe ich noch keine Anzeichen einer Herzkrankheit. Bin aber übergewichtig und treibe auch keinen Sport. Ich nehme an, mein Risiko steht dadurch erst recht schlecht. In den USA wird das Medikament ja weiterhin vertrieben. Wie kann das sein? Ist die Studienlage nicht eindeutig???

Professor Diehm:
keine Soegen! Es gibt gute Alternativen. Ganz neue sensationelle Medikamente werden auf den Markt kommen. Alternativ bietet sich, wenn überhaupt Pioglitazon an!

Maren S. fragt:
Jetzt machen Sie mich aber neugierig. Von welchen neuen, sensationellen medikamenten sprechen Sie? Und gibt es zu diesen schon Langzeitstudien?

Professor Diehm:
Ähnliche Substanz wie Byetta. Kommt von Lilly und ist ein langwirksamer GP1 Analogon. Führt zu einer deutlichen Gewichtsabnahme!

MKalBr fragt:

Gibt es ähnliche Medikamente wie Avadia, auf die man umstellen kann? War eigentlich sehr zufrieden damit. Werde das aber auf jedenfall noch mit meinem Arzt besprechen.

Professor Diehm:
ja, es bietet sich Pioglitazon an.

Verena N. fragt:

Betreff:   Diabetesmellitus2 und insolin
Leider sind meine Werte sehr hoch am Abend und am Morgen, jetzt spritze ich am Abend zu den Tabletten noch Insulin, die Werte haben sich jetzt am Abend auf 120 gesenkt, nun habe ich Angst das ich eine Unterzuckerung bekommen kann?

Professor Diehm:
Nein, Sie brauchen keine Angst zu haben. Ggf. können Sie ja die Abenddosis um 4 Einheiten reduzieren.

Dieter H. fragt:

Ich schlafe sehr schlecht. Wache fast jede Nacht zwischen 2 und 4 Uhr auf. Mein Puls ist dann erhöht, ich schwitze stark. Meist kann ich dann bis morgens nur noch schlecht schlafen und döse. Bin auch Typ 1 Diabetiker und mein Blutdruck ist erhöht. Diese Schlafprobleme hatte ich nicht immer. Habe in letzter Zeit aber auch nichts an meiner Therapie verändert, so dass ich ausschließen würde, dass es damit was zu tun hat. Nehme täglich 10mg Ramipril. Was kann ich machen?

Professor Diehm:
Blutdruck besser einstellen, Schilddrüse untersuchen lassen. Evt. daran denken, dass das männliche Hormon Testosteron erniedrigt sein könnte.

Diatra fragt:

Hallo, ich hab gelesen, dass ich ab dem ersten November von Rosiglitazon auf Pioglitazon umstellen. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Medikamenten? Ist auch bei Pioglitazon die Gefahr eines Unterzuckers gering?

Professor Diehm:
ja, keine Angst. Kein wesentlicher Unterschied zu erwarten!

Diatra fragt:
Aber wie unterscheiden sich die beiden Medikamente - wenn es keinen Unterschied gibt, dann wäre auch Pioglitazon schädlich fürs Herz?

Professor Diehm:
Nein, genau das ist nicht gezeigt worden. Das ist der Vorteil. Deshalb verhalten sich die Krankenkassen auch in dieser Weise!

Biggi K. fragt:

Letzte Woche habe ich ein großes Blutbild machen lassen. Meine Triglyceridwerte sind demnach zu hoch. Können Sie mir sagen, was das ist. Ist das auch schädlich fürs Herz? Ich habe seit 10 Jahren Diabetes Typ 1. Bin ganz gut in Form, nur meine BZ-Werte waren nicht immer die besten. Habe immer wieder Schwankungen. Kann das damit zusammenhängen?

Professor Diehm:
Sport senkt akut und chornisch die Trilyceride um 40 %. Ggf. Omega 3 Fettsäure Kaps. 1000 mg pro Tag einnehmen.


X  fragt:

Betreff:   Schlaganfall
Nachricht: Ich habe Schmerzen in den Beinen, wenn ich länger als 10 Minuten laufe. Bin ausserdem typ 2. Sind das schon die ersten Anzeichen für verkalkte Arterien - Muss ich mir auch wegen einem Herzinfarkt Gedanken machen?

Professor Diehm:
Ja, kann sein. Die Arterien müssen untersucht werden. Lassen Sie sich zu einem Angilogen (Gefäßmediziner) überweisen. Natürlich müssen Sie auch an Ihr Herz denken.

Kerstin D. fragt:

hallo, mein Mann klagt in letzter Zeit immer häufiger über Schmerzen in der Brust. Er hat Probleme beim Treppensteigen. Ich mache mir Sorgen, dass er einen Herzinfarkt haben könnte, wenn er sich überanstrengt. Er hat auch Diabetes 2 und seine BZ-Werte sind nicht gerdae ideal. Er nimmt jeden Tag 2 mal 10 mg Ramipril.

Professor Diehm:

Ihr Mann muss zum Internisten oder Kardiologen. Es ist eine Echokardiographie und ein Belastungs-EKG dringend erforderlich. Er braucht auch die richtigen Herzmedikamente.

Hans J. fragt:

Betreff:   Avandia
Ich habe Avandia etwa ein Jahr genommen. Jetzt werde ich es wohl absetzten. Bisher hatte ich damit gute Erfahrungen. Was genau besagen diese neue Studien, wegen des Herzinfarktrisikos? Wieviele Menschen wurden denn da untersucht und wieviele sind gestorben an einem Herzinfarkt?


Professor Diehm:
Das Herzinfarktrisko ist erhöht. Deshalb wurde das Medikament von den zuständigen Behörden in den USA und in Europa vom Markt genommen, weil der Schaden den Nutzen übersteigt.

Hans J. fragt:
Gilt das für alle diabetiker, oder sind bestimmte Gruppen (Übergewicht, Typ 1 oder 2) eher betroffen? Und ist es auch abhängig davon, wielange man das Medikament genommen hat?

Professor Diehm:
Gilt für alle!

Alexa B. fragt:

Hallo Herr Doktor, meine Mutter hatte vor einem halben Jahr einen Herzinfarkt. Sie bekam einen Stent und eine Menge Medikamente,  u.a. DIOVAN 100, ASS 100, Lipidil-Ter. Jetzt hat sie auch noch einen Diabetes bekommen. Kann das mit den Tabletten zusammenhängen?

Professor Diehm:

Nein, das hat nichts mit den Tabletten zu tun. Muß trotzdem behandelt werden.

Kerstin G. fragt:

Ich habe gelesen, dass es jetzt schon Stents gibt, die Medikamente freisetzen. Kommen die schon zum Einsatz und gibt es da was für Diabetiker?

Professor Diehm:
Es ist die Frage, für welches Stromgebiet. Am Herzen oder am Bein?
Am Herzen werden diese Stents regelmäßig eingesetzt. Bei den Beinen gibt es keine richtigen Erfahrungen.

Kerstin G. fragt:
Und was sind das dann für Medikamente im Fall vom Herzen, die so ein Stent freisetzen kann - sind hier auch solche, die für Diabetiker interssant sein könnten dabei?

Professor Diehm:
Die Substanzen (z.B. Sirolimus) sind für Diabetiker und Nichtdiabetiker die gleichen!!!


Markus E. fragt:

Betreff:   Insulin wirkt verspätet!!!
Hallo,ich arbeite in einem grossen Versandlager,u.da geht es sehr Stressig zu.Die ware muss ruck zuck auf die verschiedenen Touren verteilt werden,wenn ich zu langsam bin bekomme ich gleich anweisung schneller zu arbeiten! ich M.42j,seit zwei Jahren typ1 Diabetes spritze Actrapit am tag-Levemir zur nacht.Zu der arbeit mit 180mg Bz.nach 1Std.oft schon20mg.Unterzucker.Das passiert mir sehr oft u.dann werden die werte trotz traubenz.nicht mehr stabil!Durch das ständige herumgehetze verbraucht mein Körber zu viel energie,u.die nächste Unterz.bleibt nicht aus.Zudem ist mir aufgefallen,Blutzucker,zb. bei 220 ohne essen spritze ich dann 6 EH.insolin,u.nach einer stunde ist der Bz.immer noch bei 220mg.wenn ich dann mit dem wert arbeiten gehe ist er aufeinmal nach ca 40 min auf 50mg,also Unterz.Mein arzt sagt ich würde mir selbst schädigen mit dieser stressigen arbeit.Ich kann nicht mehr,denn diese ständigen Schwankungen machen mich fertig!!!Ich kann nachts auch sehr schlecht schlafen,die Bz.werte sind sehr oft in der nacht zu hoch,oder sie fallen im schlaf extrem ab,u.ich merke es erst wenn ich 20mg.Uz. habe.Danke vorerst,Gruss Markus aus Freiburg

Professor Diehm:

Sehr geehrter Herr E., die schwankenden Blutzuckerwerte lassen sich möglicherweise durch die Umstellung des Mahlzeiteninsulins auf eine Analoginsulin (z.B. NovoRadid) und eine Aufteilung der Basalinsulindosis auf zwei Injektionen (morgens und abends) verbessern.


Siegfried B. fragt:

Betreff:   Autounfall
Ich habe einen unverschuldeten Autounfall. Muss ich nachweisen, dass ich zum Zeitpunkt des Unfalls keine Unterzuckerung hatte, oder muss mann mir eine Unterzuckerung nachweisen.

Professor Diehm:

Wenn zum Zeitpunkt des Unfalls keine Symptome einer Unterzuckerung von Dritten (z.B. Polizei) beobachtet wurden, besteht ihrerseits keine Beweispflicht.


Kuffel fragt:

Betreff:   Depression  1 Jahr nach der Diagnose
Nachricht: Mein Partner hat vor ein und halb jahren die diagnose Diabetes1 gestellt bekommen. Seine welt ist zusammengebrochen weil er ein personenschutzunternehmen hat, wo er selbst mit der waffe im Einsatz sein musste.
Die erste monate sind dann in ordnung verlaufen weil er ein auftrag bekommen hat, in dem er nicht persoenlich sondern ein anderes unternehmen den job uebernommen haben.
Seit letzten paar monaten sehe ich aber das mein mann, zunehmende probleme hat, zum teil auch weil die hypoglykaemien zunehmend deutlicher geworden sind, also hat er seit monaten kein Auftrag uebernehmen koennen.
Wir haben auch ein antrag auf die Umschulung bei der Deutschen rentenversicherung gestellt, der aber sofort abgelehnt wurde.
Ich haette den einspruch gelegt, aber ich muss jetzt zusehen, das mein Partner keine Briefe mehr oefnet, nicht mehr zu arbeit geht, alles was mit entscheidungen zu tun hat vor sich weg schiebt und alles auf morgen verlagert.
Ich bin sehr hilflos, auch zu den Arzterminen geht er sehr unregelmaessig.
Ich haette mir gewuenscht das eine richtige soziale beratung mit ihm staat gefunden haette, damit er ueberhaupt erfaehrt welche schritte er gehen muss...
Und das jemand ausser mir mit ihm ueber seine sorgen spricht...
Danke

Professor Diehm:

Ihr Mann sollte dringend einen Psyhciater aufsuchen.


Renate fragt:

Betreff:   Pen
Ich habe seid  04.08. Diabetes Typ 2
Ich kann meine Angst vor den Nadeln nicht überwinden, es dauert  immer lange bis ich mir die Nadel in den Bauch gegeben habe. Meine Frage gibt es auch Stechhilfen damit einen die Angst von den Nadeln genommen wird. Ich habe 32 Jahre im Rettungsdienst gearbeitet aber wenn es einen selber trifft sieht alles anders aus.

Professor Diehm:

Nein, Stechhilfen gibt es leider nicht mehr.