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Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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Wie vermeide ich Bluthochdruck? Worauf können Patienten achten - welche Diabetes-Medikamente sind auch günstig bei Bluthochdruck?

Experten-Chat mit Professor Jacob

Prof. Stephan Jacob
Prof. Stephan Jacob

Bis zum 11. März 2010 fand unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Jacob zum Thema "Wie vermeide ich Bluthochdruck? Worauf können Patienten achten - welche Diabetes-Medikamente sind auch günstig bei Bluthochdruck?" statt.

Protokoll der Sprechstunde

Cora H. fragt:

Sehr geehrter Herr Professor Jacob, es soll doch auch Fälle geben, in denen der Blutdruck irgendwie erblich/"von Natur aus" bedingt höher ist als die Norm vorgibt. Kann das sein? Oder gelten die empfohlenen Normwerte wirklich strikt für alle und man sollte sie möglicht genau anstreben?

Professor Jacob:

Hallo Frau H! aus Beobachtungsstudien wissen wir: viele Patienten haben schon eine "erbliche" Komponente dabei...Doch leider sind die Gefäße und auch das herz "einfach gestrickt": ihnen ist das egal, woher der Hoch-Druck sich entwickelt hat, das Gefäß und das Herz leiden -sogar auch kurzfristig unter dem HOCH DRUCK... Doch wir schauen auch auf die anderen Gefäßrisikofaktoren: ein Raucher / ein Diabetiker mit hohem BD hat natürlich ein VIEL HÖHERES Risiko als ein nicht RAucher oder Nicht diabetiker.. daher sind wir ja auch beim Diabetiker so streng, denn da sind die Gefäße durch die häufigen Risikofaktoren (des Metabolischen Syndroms) bereits stark mitgenommen, daher sollte der BD früh behandelt werden (--- egal welcher Ursache :-)) herzlichen Gruss!

Vallerie fragt:

Wieso steigert Salz den Blutdruck? Haben andere Gewürze ienen ähnlichen Effekt?

Professor Jacob:

Hallo! Nun wir sehen weltweit Zusammenhänge zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruckhöhe einerseits und auch ... die Effekte einer Reduktion der Kochsalzaufnahme auf den sinkenden BD. Für Gewürze sind kaum Effekte auf den BD bekannt, daher wird ja auch empfohlen, eher zu würzen und nicht zu viel zu salzen.

Alexander B. fragt:

Betreff:   Rampiril
Hallo Professor Jacob, ich habe seit einiger Zeit zu hohen Blutdruck und nehme täglich 10mg Ramipril. Mittlerweile besteht auch der Verdacht auf Diabetes. Muss ich jetzt die Dosierung anpassen? Oder erst wenn ich auch Medikamente gegen den Blutzucker nehme? Momentan nehme ich die noch nicht – bin wohl noch in der Phase des Prä-Diabetes (Nüchtern BZ-Werte bei 142). oder sollte ich schon mal vorsorglich auf ein Medikament wechseln, dass sich besser mit Diabetes verträgt?

Professor Jacob:

Hallo Herr B, nun das Ramipril ist eigentlich eines der GUTEN GRUPPE, denn es verbessert eher die Insulinwirkung... und es schützt auch die Gefäße... daher auf jeden Fall beim ACE Hemmer bleiben. Wenn dies nicht ausreicht, sollte ein anderer Wirkstoff dazugegeben werden. Hier soll auf Stoffwechselneutralität geachtet werden   Bezüglich des (PRÄ)-Diabetes würde ich bei einem Nüchtern BZ von über 140mg/dl bereits von einem richtigen Diabetes ausgehen. Hierzu sollen unbedingt auch Werte 2 Stunden nach dem Essen vorliegen. Der HbA1c soll auch einmal gemessen werden (soll nicht über 6% liegen, ansonsten haben Sie bereits einen Diabetes). Also, beim Hausarzt  dies nochmals kontrollieren lassen, am besten dann auch gleich nochmals die weiteren Gefäßrisikofaktoren, wie Triglyzeride, HDL und LDL Cholesterin und das Gesamtcholesterin... und natürlich UNBEDINGT das Gewicht und den Bauchumfang...

Petra F. fragt:

Betreff:   Blutdruck zu niedrig
Ich habe eher zu niedrigen Blutdruck – im Durchschnitt ist er aber OK(110/65mmHg) – ich bin fast 170 und wiege 60kg, weiblich. Oft ist  mir morgens schwindlig und auch nach langem sitzen oder stehen. Es kam auch schon ein paar mal vor, dass ich das Bewusstsein veloren habe – weil der Blutdruck ziemlich schnell gefallen ist. Es heißt ja immer, dass Salz den Blutdruck erhöht. Kann ich denn indem ich mehr Salz esse meinen Blutdruck positiv beeinflussen? Was empfehlen Sie mir speziell in solchen Situationen oder wie kann ich dem eventuell komplett vorbeugen.

Professor Jacob:

Hallo Frau F, Sie scheinen ja am anderen Ende des Blutdruckspektrums "herumzuhängen"... In der Tat ist es so, dass Leute mit HyPOtonie eigentlich nicht krank sind und auch viel länger leben, weil sie viel weniger Gefäßprobleme haben. Aber sie fühlen sich halt häufig auch sehr schlapp... Tipps: Neben der (nur) hier geltenden Empfehlung mehr Salz  zu sich zunehmen, nutzen hier sehr viel die "roboriernenden" Masnahmen, vor allem der Vater KNEIPP! und Bewegung. Bei "orthostatischer Dysregulation" immer LANGSAM AUFSTEHEN... aus dem Liegen, erst mal Sitzen und dann -nach 1-2 Minuten auf stehen...und machen Sie einfach  ein paar Kniebeugen, die helfen auch dem Kreislauf :-)

Brigitte K. fragt:

Wie wichtig ist der Pulsdruck für das Risiko von einem Schlaganfall oder anderen Schäden? Oder ist es egal, ob man Blut- oder Pulsdruck misst?

Professor Jacob:

Liebe Frau K! Der Pulsdruck berechnet sich aus der Differenz des oberen und des unteren Blutdruckwertes...Das bedeutet auch, dass dies die mechanische Belastung der Gefäße ausmacht... Studien zeigen, dass der Pulsdruck tatsächlich eine bessere Vorhersage für Schlaganfall liefert. In der Praxis ist das für uns alles einfacher: Wir hatten früher immer gemeint: Der ("altersnormalisierte") Blutdruck ist 100 + Alter... Heute wissen wir, dass das nicht normal ist und dass gerade ab 50 die "isolierte systolische" Hypteronie (also vor allem ein Anstieg des oberen, des systolischen Wertes) besonders bedeutsam ist (die Elastizität der Gefäße lässt im Alter nach) Wir wollen daher den oberen Wert unter 140 haben, der untere soll um die 80 sein. Also, für zuhause reicht die Messung des normalen BD völlig aus (----WICHTIG sind die erreichten ZIEL-Werte!)

Maren S. fragt:

Sehr geehrter Professor Jacob,

bei meinen Arztbesuchen bleibt meistens keine Zeit für lange Gespräche. Können Sie mir erklären, warum man Bluthochdruck bei Diabetikern früher mit Medikamenten behandelt als bei Leuten ohne Diabetes? Und gibt es Medikamente, die man als Diabetiker auf keinen Fall gegen Bluthochdruck einnehmen sollte? Ich bin leider nicht auf dem neusten Stand...

Professor Jacob:

Hallo, das ist eine wichtige Frage ... und eine einfache Antwort: Beim Patienten mit Diabetes Zyp 2 besteht ein erheblich höheres Risiko für Herz und Gefäß-Probleme. Ausserdem haben viele Diabetiker noch weitere Risikofaktoren, wie Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Daher ist ein rechtzeitiger Gefäßschutz erforderlich, dies zeigen auch die Studien: Diabetiker profitieren besonders von einer guten und richtigen Blutdruckeinstellung...   Es stimmt, leider kommen einem immer viele Fragen, die beim Arztbesuch nicht immer besprochen werden können. Vielleicht hilft das Ihnen weiter: Wir haben mit führenden Experten -zusammen mit diabetesDE und der Diabetesstiftung- eine DVD herausgebracht mit wichtigen Informationen zu dem Typ 2 Diabetes und dessen Behandlung. Diese Filme richten sich an Patienten UND Angehörige. Vielleicht wäre dies etwas für Sie, um mehr Informationen zu Ihren Fragen zu kriegen. Schauen Sie doch mal da nach:  Infos über www.vision-gesuender.de  Filmausschnitte auf:  https://www.dgp-vision.de/cms/<wbr></wbr>index.php5?pid=3&dvd=1&view=<wbr></wbr>trailer&fn=2

Karsten B. fragt:

Meine Frau ist 46 Jahre alt und leidet seit 5 Jahren an Diabetes Typ 2. Vor drei Wochen haben wir Bluthochdruck festgestellt mit Werten, die im Bereich 170/90 liegen. Da sie zusätzlich Probleme mit den Nieren hat, sollten wir wohl den Bluthochdruck so schnell wie möglich senken. Oder ist der Bluthochdruck eine logische Folge der Nierenkrankheit? Sind für solche Fälle auch Methoden wie zum Beispiel eine Ernährungsumstellung und Herz-Kreislauf-Training zielführend oder kann auf Blutdruck senkende Medikamente nicht verzichtet werden?

Professor Jacob:

Lieber Herr B! Nun - leider steht fest Diabetes und Bluthochdruck gehen beide an die Nieren. Umgekehrt kann eine Nierenerkrankung auch einen hohen Blutdruck mitbedingen. In Bezug auf Ihre Frau müßten wir wissen, welche Art der Nierenerkankung sie hat, z.b. ob es vor allem Eiweiss im Urin ist, oder ob die Nierenwerte, vor allem das Kreatinin, erhöht sind. Ihre Frau ist ja noch sehr jung, auch für den Diabetes Typ 2, wie ist ihr Gewicht? Besonders wenn ein Übergewicht vorliegt, dann sollte sie versuchen, dieses zu reduzieren, durch Ernährungsumstellung und vermehrte körperlichen Bewegung. ABER! bei dem nun beschriebenen Bltudruck soll - um die Nieren, aber auch das Herz UND das Gehrin zu schützen zusätzlich ein Medikament gegeben werden, auch hier z.B wieder ein ACE- Hemmer oder ein Sartan, da die den besten Nierenschutz gewähren (über die Blutdrucksenkung hinaus). Dies sollten Sie bitte bald mit dem Hausarzt besprechen, vielleicht wird es auch Sinn machen, dass Ihre Frau auch einmal einen Nierenarzt (Nephrologen) aufsucht, um die Nieren nochmals genau zu untersuchen und dann gemeinsam mit dem Hausarzt die Blutdruckeinstellung festzulegen.

Matthias V. fragt:

Ich habe gelesen, dass bestimmte Medikamente, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden (z.B. Diuretika und evtl. auch Betablocker), die Entwicklung eines Diabetes Typ 2 begünstigen können. Stimmt das? Und welche Alternativen gibt es bei der Medikation?

Professor Jacob:

Hallo Herr V! In der Tat ist das leider so: wir haben selbst Untersuchungen dazu gemacht: Wenn Sie einem Nicht-Diabetiker 3 Monate lang Metoprolol zur Blutdruckeinstellung geben, dann fanden wir eine Verschlechterung der Insulin-WIKRUNG um 25-30%! Dies entspricht dem Effekt einer Gewichtszunahme von fast 14kg! Ausserdem haben Betablocker in einigen Studien auch noch die Insulin-Auschüttung verändert. Die neueren Betablocker - vor allem das Carvedilol oder der Nebivolol sind hier besser: sie verschlchtern die Insulinwirkung nicht. In einer großen Studie (=GEMINI) in Amerika wurde gezeigt, dass gegenüber Metoprolol das Carvedilol besser für den Stoffwechsel (HbA1c und Blutfette) sowie für die Niere und das Gewicht waren....   Auch führen Diuretika, aber nur dann, wenn sie HOCH dosiert sind (z.B. Hydrochlorthiazid mehr als 25mg/Tag) zu einer Verschlechterung der Insulinwirkung! Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass manche Medikamente durch die Nebenwirkungen eher ungünstig sind. Daher sollte dies alles bei der Auswahl der oft lebenslang einzunehmenden Medikamente bedacht werden...

Matthias V. fragt:

Den Vergleich habe ich nicht ganz verstanden: "Verschlechterung der Insulin-WIKRUNG um 25-30%! Dies entspricht dem Effekt einer Gewichtszunahme von fast 14kg!

Professor Jacob:

Sorry :-), das war nicht ganz verständlich: ... wenn Sie 14kg zuhnehmen, dann verschlechtert sich die insulinwirkung um fast 30%... und das bewirkt hier die kleine Tablette Metoprolol oder Atenolol, wie in einigen Studien (nicht nur unserer) gezeigt....
und wenn Sie ständig durch ein Medikament eine verschlechterte Insulinwirkung haben, dann ist nachvollziehbar, dass sich ein Diabetes schneller entwickelt? oder?

Franka D. fragt:

Betreff:   Bluthochdruck und Kopfschmerzen
In meiner Familie gab es bereits 2 Fälle von Herzinfarkt (mein Grußvater und meine Tante. Kürzlich habe ich einen Rundumcheck machen lassen: u.a. Blutdruck zu hoch (145/90) Leberwerte erhöht, Cholesterin erhöht (245 mg/dl) ich wiege 57kg, 169cm, 52 Jahre!!), Herpes-simplex-Infektion, Hämatokrit viel zu hoch, Erythrozyten viel zu hoch, Leukozyten, Thrombozyten, Natrium, Eisen…alles OK. Seit zwei Monaten habe ich zudem noch jeden Tag Kopfschmerzen! Es ist ein Druck, so als würde ich meinen Herzschlag im Kopf spüren, manchmal pocht es auch in den Augen. Mein Puls liegt dann schon über 130, immer wieder bin ich sehr müde tagsüber. Kann das auch etwas mit meinem zu hohen Blutdruck zu tun haben? Ich helfe mir mit ASS – allerdings ist das nicht von Dauer. Nach 3 Stunden geht es wieder los. Mein Arzt hat auch erwähnt, dass ich Diabetes gefährdet sei. Nur, weil ich zu hohen Bluthochdruck habe? Ich bin doch gar nicht übergewichtig.

Professor Jacob:

Hallo, nun das scheint ja etwas komplex zu sein: die Schilderung des schnellen Pulses macht mich etwas hellhörig: es gibt zwar Leute, die haben immer wieder einen zu schnellen Puls, aber wenn Sie dafür keine Erklärung finden (schnell die Treppe hoch, Stress mit ... o.ä.) , dann sollten wir Doktores da mal nachschauen: vieles ist denkbar: Es kann eine Überfunktion der Schilddrüse sein. Es kann eine herzbedingte Rhythmusstörung sein... etc, das müsste man abklären. Wie hoch sind denn bei den Kofschmerzen Ihre Blutdruckwerte?  Messen Sie die mal. Fragen Sie Ihren Arzt, wieso er eine Diabetesgefährdung sieht, aus den hier geschilderten Werten und Ihrem Körpergewicht und BMI hätte ich zunächst keinen Verdacht. Es stimmt aber, dass Patienten mit Hypertonie viel häufiger Diabetes entwickeln, und auch bei Normalgewicht bereits Stoffwechselstörungen aufweisen (=Insulinwirkung gestört). Lassen Sie sich bitte bei Ihrem Arzt abklären... ASS ist gut, aber keine Lösung, schon gar nicht, wenn unklar ist , woher die Beschwerden kommen.... Schnarchen Sie nachts, haben Sie Atempausen? Das finden wir durchaus häufig, wenn der Schlaf nicht erholsam ist und der Blutdruck auch erhöht ist, einfach mal den Partner oder die Familie fragen :-)

Franka D. fragt:

Vielen Dank für die Antwort. Ich werde natürlich noch mal einen Arzt aufsuchen. Aber es sit doch immer besser, wenn man schon mal ein paar Anhaltspunkte hat, damit man die entscheidenden Fragen beim Termin stellen kann. Wegem dem Diabetes muss ich noch mal nachfragen. Hab ich mich auch gewundert, dass nur aufgrund des Bluthochdrucks Gefahr besteht. Also meinen Sie, dass ich bei den Werten auf jedenfall ein "richtiges" blutdrucksenkendes Medikament bekommen sollte und nicht nur ASS?

Professor Jacob:

klar, das ASS senkt den Blutdruck nicht, es verdünnt das Blut etwas, da es die Blutplättchen-Zusammenballung (Gerinnselbidlung) verhindert, wir wissen, dass fast 60% der Patienten, die einen hohen Blutdruck haben, auch eine (wenigstens) leichte Störung im Zuckerstoffwechsel auf weisen... einerseits hängt das ein wenig damit zusammen, dass beide (DM und BD) durch die ungesunde Lebensweise, vor allem Übergewicht und der Bewegungslosigkeit, getriggert werden, -eine besondere Rolle spielt dabei das Fett im Bauch ! andererseits ...verstehen wir heute das alles auch immer noch nicht genau ...

Iris B. fragt:
Sehr geehrter Herr Prof. Jacob, zum Thema Bluthochdruck habe ich folgende Frage: Ich bin seit 1988 Hypertonikerin und nehme zur Zeit Atenolol und Karvea ein. Mein Diabetes ist seit vorigem Jahr bekannt, dagegen nehme ich Metformin und habe auch meine Ernährung umgestellt.Für den Fettstoffwechsel nehme ich Simvastatin. Leider bin ich aufgrund der Pflege meiner Mutter stark belastet. Der Blutdruck schwankt mitunter., 117 bis 158 und 56 bis 95. Ist die Kombination mit den Medikamenten so optimal? Was könnten Sie mir noch empfehlen?
Mit freundlichen Grüßen Iris B.

Professor Jacob:

Liebe Frau B! nun, wir müssten wissen, welche Menge (in Milligramm) Sie von dem Atenolol bzw. dem Karvea einnehmen.  Manchmal hilft bereits die Erhöhung der Karvea-Dosis...   Ich müsste auch noch wissen, welche weiteren Erkankungen Sie haben, denn Atenolol als Betablocker ist ein WICHTIGES MEDIKAMENT nach einem Herzinfarkt oder bei Herzkrankzgefäßverengung. Andereseits haben wir gesehen, dass das Atenolol das Herz u.a. etwas langsamer macht , sodass manche Patienten eher müde werden. Auch kriegen sie oft kalte Hände/Füsse, weil sich oft die Gefäße in den Händen und Füssen zusammenziehen... unter Atenolol verschlechtert sich manchmal auch die Insulinwirkung, sodass die Einstellung des Diabetes schlechter wird.So gäbe es die Möglichkeit, wenn Sie den Betablocker brauchen, auf einen für Diabetiker besseren (Carvedilol) zu wechseln, denn die Studien zeigen Vorteile für diesen Betablocker, ....oder dass man, wenn Sie den nicht brauchen, langsam das Atenolol rausschleicht und dafür etwas anderes gibt, z.B. in der Kombination ein Calciumantagonist als eine Tablette gibt oder wechselt auf eine Kombination von ACE Hemmer mit einer weiteren Substanz. Hier gibt es neuerdings eine interssante Studie: Sie hat genau dies beim Patienten mit Diabetes untersucht, (ADVANCE studie): Dort hatte die Gabe von Perindopril +Indapamid (=dieses ist wichtig) zusätzlich zur normalen Therapie die Rate der Komplikationen deutlich reduzieren können!

Aber besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. Bei Ihrem Stress brauchen Sie unbedingt einen guten Blutdruckschutz!

Ursula G. fragt:

Sehr geehrter Professor Jacob, seit zwei Jahren verwende ich ein Blutdruckmessgerät fürs Handgelenk. Jetzt hat mit eine Bekannte erzählt, dass diese Geräte gar nicht genau sind und man sich auf die Werte gar nicht verlassen kann. Andererseits heißt es ja immer, beim Arzt ist der Wert manchmal falsch, weil man aufgeregt ist oder so. Wann erfährt man denn eigentlich seine richtigen Werte und wie kann ich selbst messen, wenn das angeblich gar keine gute Methode ist?

Professor Jacob:

Hallo, das ist in der Tat manchmal ein Problem: die (oft billigen) Handgelenksgeräte sind nicht immer gut. es gibt aber auch Geräte, die von der Hochdruckliga in Deutschland getestet und empfohlen wurden. die Messung mit der Oberarmmanschette ist meist doch etwas genauer... wenn Sie aber genau wissen wollen, wie Ihr BLutdruck im normalen ALltag oder unter der Belastung ist, dann lassen Sie sich eine 24Stunden-Blutdruckmessung machen, denn die gibt uns relativ genau den Blutdruckverlauf über Tag an... denken Sie auch einfach daran, dass die Blutdruckwerte durchaus auch um ca 10% nach oben und unten schwanken können, wenn Sie nicht entspannt und ruhig sitzen, bzw. sich vorherstark belastet hatten, oder Sie sich bei der Messung unterhalten :-)

Günter H. fragt:

Betreff:   Medikamente
Werter Herr Prof.Jacob., Bin 73 Jahre, habe Diabetes Typ2
Blutdruck 150/90
Welche Medikamente kommen für mich in Frage? Mit freundlichen Grüßen G.H.

Professor Jacob:

Hallo, nun, wenn Sie als Patient mit Diabetes bereits in Ruhe einen erhöhten Blutdruck haben, dann ist davon auszugehen, dass der noch weiter ansteigt, wenn Sie sich bewegen bzw. belasten. Daher müssen wir davon ausgehen, dass dieser -neben dem gesunden Lebensstil, d.h. regelmäßige Bewegung, Gewichtsmanagement und Salzreduktion, auch mit einem Medikament behandelt werden soll, das gut verträglich ist und ... nachgewiesenermassen das Herz-Kreislauf-System und die Nieren schützt. Da sind am ehesten die ACE-Hemmer und Sartane zu nennen, wobei hier am besten dann Medikamente genommen werden sollen, die - weil sie lange wirken - nur einmal eingenommen werden müssen. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Arzt und denken Sie dran: Die Behandlung des erhöhten Blutdrucks hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Verminderung des Risikos beim Diabetes! viel Erfolg! Ihr S Jacob

Lena K. fragt:

Betreff:   Impfung gegen Bluthochdruck
Hallo Herr Professor Jacob, im Internet habe ich von einem Impfstoff gegen Bluthochdruck gelesen: www.oe24.at/gesund/Impfung-gegen-Bluthochdruck-0655975.ece
Können Sie dazu etwas sagen? Ist das das gleiche wie ACE-Hemmer-Tabletten nur in Spritzenform? mfg Lena K.

Professor Jacob:

Liebe Frau K! in der Tat gibt es derzeit in der Forschung interessante Beobachtungen, die eine gewisse Hoffnung geben, doch sind diese Therapieansätze noch weit daon entfernt, dass wir dies beim Patienten einsetzen können. wir wissen noch zu wenig über die Langzeitwirksamkeit und vor allem der Sicherheit...die ACE-Hemmer und die Sartane sind so wirksam und so erfolgreich, dass diese sicher eingesetzt werden können.

Dagmar K. fragt:

Betreff:   Diabetes und Bluthochdruck
Ich bin seit etwa 10 jahren Diabetikerin seit ein paar Wochen habe ich immer wieder Probleme mit meinem Blutdruck Werte 190 zu 90. Was kann ich machen ,ich habe Angst wegen Metabolischen Syndrom ich nehme 2mal am Tag Metformin und einmal Glineperid.

Prof. Jacob:

Nun das ist oft ein Problem: der BD steigt einfach an. Diese Werte, die Sie haben, sind viel zu hoch, daher empfehle ich dringend, dies mit dem Arzt zu besprechen. Wie schon auch bei anderen besprochen, sind die ACE-Hemmer und die Sartane die erste Wahl. Es kann allerdings schnell nötig werden, dass eine Kombinationstherapie nötig ist, auch hier soll die richtige Auswahl erfolgen: Stoffwechselneutralität ist wichtig (s.Iris)...   Etwas sollten wir auch bedenken: es gibt Diabetesmedikamente, die können den BD auch etwas günstiger beeinflussen... denn manche Medikamente (auch Glibenclamid) können das Gewicht erhöhen und so den BD auch indirekt mit steigern... Daher sollten Sie auch dies mit Ihrem Arzt besprechen...