Männern mit Erektionsstörungen fällt es nach wie vor sehr schwer, mit dem Arzt und ihrer Partnerin über das Problem zu reden. Der Kontakt mit anderen Betroffenen kann ein erster Schritt aus der Isolation und Verzweiflung sein. Dieser Kontakt (per Telefon, E-Mail oder in lokalen Selbsthilfegruppen) macht oft auch Mut zum Arztbesuch und dem Gespräch mit der Partnerin. Weitere Informationen unter: www.impotenz-selbsthilfe.de/ursachen/diabetes.html

Potenz und Diabetes – Sprechen wir überhaupt darüber?

Experten-Chat mit Professor Jacob

Prof. Stephan Jacob
Prof. Stephan Jacob

Bis zum 31. März 2010 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Jacob zum Thema "Potenz und Diabetes – Sprechen wir überhaupt darüber?" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 31. März zwischen 17 und 19 Uhr.

Moll fragt:

Meine Frau und ich wünschen uns ein Kind. Ich bin typ 1 Diabetiker und das schon seit 20 Jahren. Meine Potenz ist wenn ich das so sagen darf nicht die beste, aber es geht schon. Oft müssen wir auch abbrechen, weil die erektion nicht ausreicht, aber es ist noch nicht so weit, dass ich deswegen medikamenet nehme. Zurück zur eigentlichen Frage: Das mit dem Kind klappt jetzt schon seit einem Jahr nicht. Kann das an mir und dem Diabetes liegen?  

Professor Jacob:

Lieber Herr M, das kann leider auch wieder viele Gründe haben, daher sollten Sie sich am besten mit Ihrem Hausarzt oder DIabetologen beraten lassen,
möglicherweise sollten dann einige Untersuchungen bei Ihnen und ggf auch Ihrer Frau gemacht werden. Ist bei Ihr der Zyklus regelmäßig?
Hatte sie bis vor 1 Jahr die Pille genommen?
Dann kann es ggf auch mit daran leigen...
Manchmal hilft die Untersuchung der Spermien weiter...
Ausserdem würde wohl nichts dagegen sprechen, wenn Sie eine medikamentöse Hilfe (z B Viagra oder ähnlich) nehmen würden. ABER...sprechen Sie das mit Ihrem Arzt!
Ihnen Beiden- viel GLÜCK!
Ihr SJ

Biggi fragt:

Ich leide schon seit einigen Jahren an Diabetes Typ 2 und habe im Laufe der jahre zunehmend weniger Lust auf Sex. Gerne möchte ich aber meinen Partner nicht enttäuschen und weiß aber nicht, was ich machen soll. Gibt es ein Mittel, mit welchem auch Frauen wieder mehr Lust bekommen? Männer haben ja noch Viagra.

Vielen dank für einen Tipp und beste Grüße,
Biggi

Professor Jacob:

Hallo, diese "Problem", dass im Laufe des Lebens die Lust nachlässt muss zunächst einmal nicht krankhaft sein. Es gibt allerdings ein paar Punkte, die man/ frau :-) anschauen sollte, wenn das Interesse stark nachgelassen hat. Fehlende Lust kann Ausdruck von Hormonmangel sein, manchmal sogar "nur" eine Schilddrüsenunterfunktion..., aber auch bei einer Depression in und nach den Wechseljahren stellt sich einiges um (heisst ja nicht umsonst so)...
Frauen brauchen mit zunehmenden Alter auch länger, um feucht zu werden, die Schleimhäute sind anders...der Diabetes kann auch einen Einfluss haben, sowie die gegebenen Medikamente.
Wie Sie sehen, kann das eine Vielzahl von Ursachen haben. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, der wird Ihnen sicher Rat geben können.
 
Viel Erfolg!
SJ

Tom fragt:

Lieber Herr Prof. Jacob, ich bin 23 jahre alt und habe Typ 1 Diabetes vor 10 Jahren diagnostiziert bekommen. Ich habe bereits jetzt kaum Lust auf sex mit meiner Freundin, die sich bereits Gedanken macht, ob es an ihr liege. Wir haben oft Streit deswegen und ich weiß nicht, was ich tun kann. Beim Arzt war ich deswegen noch nicht. Was für Möglichkeiten habe ich ohne gleich auf Potenzmittel zurückgreifen zu müssen?
VG
Tom

Professor Jacob:

Lieber T, das ist schon ein sehr häufiges Problem, auch bei Leuten, die keinen Diabetes haben. Häufig sind ganz andere Punkte beteiligt... Lustlosigkeit beim Sex kann viele Ursachen haben, Stress, Schlafmangel, berufliche Sorgen etc, die einem den Kopf besetzen...Schauen Sie mal bei sich und Ihrer Partnerin, wo eventuell Baustellen sind...Wenn Sie sich mit Ihrer Freundin streiten, dann scheint sie ja gerne mit Ihnen zusammen zu sein...
 
Nehmen Sie sich etwas Mut und sprechen Sie mal mit Ihrem Arzt darüber... Der kennt Sie ja etwas besser als ich (:-)) und kann Ihnen sicherlich Tipps geben.
 
Viel Erfolg für Sie !
Ihr SJ

kd fragt:

Hallo Professor Jacob, ich habe von alternativen Potenzmitteln gelesen - anstelle von Medikamenten. Raten sie diese in Anspruch zu nehmen, auch wenn es keine Gegenanzeichen für die Medikamente gibt? Ich bsp. nehme keine Nitropräparate ein. Gibt es sonst noch Probleme/Nebenwirkungen bei den Pillen wie Viagra?

Professor Jacob:

...ja da gibt es leider sehr viele ungeprüfte Sachen auf demn Markt, die viel versprechen (und wenig halten). Ich empfehle schon eher zu dem greifen, was wirklich wirkt und auch die SICHERHEIT bewiesen hat. Sprechen Sie aktv mit Ihrem Arzt diese Thematik an, er wird Ihnen da sicher einen guten Rat geben..
also Finger weg von "Wundermitteln"....
alles Gute
Ihr SJ

Silke W.fragt:

Lieber Professor, mein Mann und ich sind bereits im fortgeschrittenen Alter. Aber auch mit Anfang 60 möchten wir auf die schönste Sache der Welt nicht verzichten. Ohne Hilfsmittel ist allerdings nicht mehr möglich. Die Erektion reicht einfach nicht mehr lang genug. Vor Potenzpillen haben wir etwas Respekt. Vor allem in unserm Alter - gibt es da mehr Risiken oder ist das ein Ammenmärchen? mein Mann hat ja Diabetes 2 und auch Probleme mit Bluthochdruck und nimmt da Tabletten (Atenolol und Metformin). was raten sie?

Professor Jacob:

liebe Frau W, das ist ein Problem, das ja viele haben. Nun denke ich, sollte man da systematisch dran gehen, denn da können viele Ursachen in Frage kommen:
Häufig haben Diabetiker  Nervenschwäche (Polyneuropathie), die einen wichtigen Anteil haben kann dann... das Atenolol kann leider auch eine Erektionsschwäche verstärken, also , die Frage, warum erhält er dies? Wegen hohem Blutdruck oder wegen Herzrhytthmusstörungen?..oder...das sollte mit dem Hausarzt abgesprochen werden und vielleicht kann er ja auf ein anderes Mittel wechseln, das nicht die Nebenwirkung hat (Atenolol verschlechtert auch die Insulinwirkung)...wenn von ärztlicher Seite keine krankhaften Veränderungen bestehen (auch keine Herzerkrankung), dann spricht nichts gegen den Einsatz von eine "Potenzpille" wie Viagra oder so... das sollten Sie auf jedem Fall dann versuchen...
Viel Erfolg
Ihr SJ

B. fragt:

Im Internet konnte ich preisgünstigere Alternativen zu den Potenzpillen in unseren Apotheken finden. Können Sie bestimmte Generika empfehlen - rezeptfrei wenn möglich?  Danke - B.

Professor Jacob:

Hallo, das tut mir leid, aber da bin ich sehr konsequent! da kann ich IHnen keine gute Nachricht von meiner Seite geben..
 
KEINE PILLEN aus dem Internet, wenn Sie nicht 100-%ig sicher sein können, dass da drin das RICHTIGE ist...denken Sie bitte dran, dass leider SEHR häufig
falsche Versprechungen gemacht werden mit SUbstanzen, die NIE untersucht wurden....weder auf SICHErheit NOCH AUF EFFEKTIVITÄT angeben, Viagra oder ähnliches drin zu haben, aber ... oft nicht in der richtigen Dosis, nicht rein etc...
dass die "richtigen" Mittel - die auch wissenschtlich bewisen- effektiv und sicher sind NUR auf Rezeopt zu erhalten sind...
ALSO wenn Ihnen im INternet jemand Viagra etc rezeptfrei anbietet
VORSICHT!!!!
 
herzlichen Gruss
Ihr SJ

Schmidt fragt:

Ich brauche unbedingt ärztliche Unterstützung. Im bett klappt es seit 2 Jahren jetzt schon fast so gar nciht mehr. Könnte durchaus an meinem schlecht eingestellten Diabetes liegen. Die Medikamente zahlt meine Kasse nicht und ich glaub eauch keine andere - oder? jetzt habe ich von alternativen möglichkeiten gelesen. Wie teuer ist so eine Pumpe und wird da vielleicht was von der kasse übernommen?

Professor Jacob:

Hallo, nun ... ich denke, das muss alles mal gründlich untersucht werden... leider ist z B ein schlecht eingestellter Diabetes ein extrem bedeutsamer Faktor. Denn es kommt zu NERVEN - UND GEFÄSS Schäden, die beide in der Entstehung der Impotenz eine wichtige Rolle spielen...wenn weitere FAktoren, wie Rauchen dabei sind, wird das alles noch verschlimmert...
 
Lassen Sie sich dahingehend untersuchen, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, ich bin sicher, der wird die weiteren Schritte mit Ihnen besprechen.
im Prinzip ist seit VIAGRA die Therapie sehr "revolutioniert"... die Pumpen sind heute weniger populär und auch ... nicht sehr praktisch. Wenn Sie grünes Licht vom Arzt bekommen, dann sollten Sie das mit der Tablette mal probieren...
viel Glück!
Ihr SJ

E. fragt:

Betreff: Erektile Dysfunktion!
hallo, ich bin insulinpflichtiger diabetiker, 62 jahre alt, und habe bereits seit ca. 8 jahren gewaltige potenzschwierigkeiten. viagra usw. habe ich schon mehrmals probiert, aber es hat nicjt geholfrn.
was können sie mir empfehlen?

Professor Jacob:

Lieber Herr E, das ist eine schwiereige Frage, denn anscheinind sind Sie ja bereits seit einiger Zeit deswegen in ärztlicher Betreuung...Ich muss Ihnen hier einfach empfehlen, sich nochmals genau mit Ihrem arzt darpüber zu unterhalten und zu sehen, welche weiteren Untersuchungen möglicherweise noch nötig sind...Auch, ob bei Ihnen der eine ofder andere Punkt zutrifft, den ich in den anderen Fragen angesprochen habe...Ich hoffe, Ihr Arzt kann Ihnen helfen oder Sie auch an eine Stelle verweisen, die Ihnen da weiterhelfen kann!*
Viel Glück
Ihr SJ

W. R. fragt:

Betreff: Potenz und Diabetes
Sehr geehrter Herr Prof. Jacob, Ihr Kurzartikel zum oben genannten Thema im Diabetes-Journal 4/2011 hat mich sehr neugierig gemacht. Bin 75 Jahre und habe seit 20 Jahren Diabetes. Bin mit meiner Partnerin seit 50 Jahren verheiratet und vergöttere Sie nach wie vor. Leider habe ich mit meiner Impotenz ein großes Problem. Obwohl ich Viagra 100 einnehme, ist die Erektion nur von kurzer Dauer. Nun zu meiner gezielten Frage kommend, wie und durch welche Maßnahmen könnten evtl. geschädigte Nerven erkannt werden und welche wirksame Therapien könnten zum tragen kommen?
Der guten Ordnung halber möchte ich Ihnen auch noch darlegen, dass ich Raucher bin und gerne mal ein Gläschen Wein oder mehr trinke. Auch muß ich eine Menge Tabletten, laut Verordnung meines Hausarztes einnehmen.
Für Ihre geschätzte Antwort jezt schon dankend, verbleibe ich
mit herzlichen Grüßen aus Ffm.-Harheim
W. R.

Professor Jacob:

Lieber Herr R.,
nun da müssten wir in verschiebenen Bereichen mal schauen: Diabetes, Rauchen und Alkohol können die Nerven schwächen, d. h. eine Polyneuropathie verstärken...das sollte mal angeschaut werden. Ausserdem sollte man dann auch Vitamin B12 und Folsäure im Blut messen...
Wir müssten wissen, welche weiteren GEFÄSS-Probleme vielleicht da sind (... haben Raucher sehr häufig auch im Beckenbereich!) und welche Medikamente Sie nehmen, denn manche können auch noch ein kleines Quentchen dazu beitragen....
Sprechen Sie das ruhig nochmals mit Ihrem Arzt durch...
viel Erfolg!
Ihr SJ
PS
 

Karl fragt:

Betreff: potenz/diabetes 2/ 73 jahre alt
Trotz der Einnahme von einer cialis Tablette kommt es fast stets zur Erschlaffung des Gliedes. Liegt es denn wohl am Alter? oder am diabetes 2?

Professor Jacob:

hallo, ja - das ist durchaus möglich, da kannn es sehr viele weitere Gründe geben...daher ist es schwer, so allgemein eine Empfehlung zu geben.
 
Welche Begleiterkrankungen liegen vor... welche Medikamente nehmen Sie...
wie häufig haben Sie das mit Cialis probiert? Wann erschlafft das Glied, oder wird es überhaupt nicht steif? Ist auch mal das (freie) Testosteron gemessen worden?
Ich empfehle daher, dass Sie das mit dem Arzt besprechen, der Ihnen das Cialis verschrieben hat. ...
viel Erfolg!
Ihr SJ

S. fragt:

Sehr geehrter Prof. Jacob,
ich bin Diabetikerin seit nun 7 Jahren - Typ 2. Habe eine beginnende Neuropathie in den Beinen. Kann das auch bei Frauen in Zusammenhang stehen mit "Potenzproblemen"? Wie äußert sich das dann? Vielen Dank!

Professor Jacob:

Hallo, nun so eine Diabetische Polyneuropathie kann natürlich auch die Nerven im Genitalbereich erfassen und z B auch zur INkontinenz führen...Frauen können durchaus auch einen Lust-Verlust haben...hier sollten Sie mit Ihren Hausarzt oder auch dem Gynäkologen sprechen, die werden Ihnen dann sicher auch gezielt helfen können...
viel Erfolg!
Ihr SJ

G. S. fragt:

Betreff: Potenzstörungen
Ich bin seit 1977 wissentlich Diabetiker. Einstellung mit 3 x Metformin 850 und 24 E. Lantus. Ausserdem eine ausgeprägte Polyneuropathie, die auch mit Schmerzmitteln behandelt wird, mit wechselndem Erfolg. Dazu kaputte HWS und LWS mit starken Schmerzen, Arthrose li. SG. Bin chron. Schmerzpatient.
Leider hat meine Potenz in den letzten Jahren sehr stark nachgelassen. Selbst bei Berührungen, egal ob Mund oder Hand durch die, sehr verständnisvolle, Partnerin rührt sich nichts. Mit dedr blauen Pille wird es auch immer schwieriger. Ich möchte meine Frau aber zufrieden stellen, das nagt sehr an mir.
Welchen Weg können Sie mir sagen ?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Professor Jacob:

Lieber Herr S.,
ja, das ist leider ein komplexes Problem: viele Faktoren spielen da mit....
Diabetes optimal eingestellt? Polyneuropathie ? auch Vitaminmangel ? ist der ausgeglichen? Haben Sie einen Mangel an FREIEM Testosteron?
nehmen Sie weitere MEdikamente und wofür... (Nebwenwirkungen :-( )
haben Sie hohen Blutdruck oder Gefäß-bzw. Herzerkrankungen?...
wie ist die Lust bzw das Verlangen nach Sexualkontakt? oder ist es eher ein PFLICHT-Bewusstsein...oder sogar ein Zwang? Spielen Versagensängste bereits gleich auch mit und ne (unbewusste grosse) Rolle?
...sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, der soll Sie ggf zu einem Endokrinologen oder auch Andrologen überweisen....
Ihnen - und Ihrer Frau alles Gute!
Ihr SJ

Roland fragt:

Betreff: Potenzstörungen/Diabetes!
Hallochen! Keine Frage; nur ein Beitrag:
Ich bin seit 1979 Diabetiker,Typ1, selbst Baujahr 1955, und von Potenzstörungen keine Spur. Im Gegenteil!
Aber liegt wohl in meinem DNA. Hab nach 30 Jahren Diabetes keine Spätschäden irgendweilcher Art und betreibe, wie schon mein Leben lang, 3x die Woche intensiven Sport.
Diese Potenzstörungen von denen ich so oft lese, die kommen wohl eher im Diab Typ 2 vor. Denk ich mal.
Grüsse ........... Roland

Professor Jacob:

Lieber Herr Roland,
das klingt ja gut, dass es Ihnen gut geht!
sicher tun Sie sehr viel dazu, herzlichen Gklückwunsch!
Und wie Sie auch sagen, haben Sie noch das Glück, dass Sie wohl gute Gene haben...Bleiben Sie dran... denn ich kenn leider auch einige Typ1 Diabetiker, die schwere Potenzprobleme haben...
Ihr SJ