Jeden zweiten Donnerstag beantworten Experten Fragen rund um das Thema Diabetes live von 17 bis 19 Uhr.

Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

diabetesDE uzman sohbeti tıbbi danışmayi telafi edemez. Teşhis ve kişisel doğru bir tedavi sadece doktor ile hasta arasınıda kişisel bir görüşmede gerçekleştirilebilmektedir. Bu sohbet sizi doktor ile görüşmenize hazırlayıp  bütünleyici ipucu vermek için yardımda bulunmaktadır.

Gefährlicher Schlaf - wie Schlafstörungen den Stoffwechsel beeinflussen

Experten-Chat mit Professor Harsch

Bis zum 30. Juni 2011 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Dr. med. Igor Alexander Harsch zum Thema "Gefährlicher Schlaf - wie Schlafstörungen den Stoffwechsel beeinflussen" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 30. Juni zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Karina B. fragt:

Ich habe eine dreitägige Untersuchung im Schlaflabor hinter mir. Die basale Sauerstoffsättigung war unter Durchschnitt und sie haben auch Hypoxämien festgestellt. Ich soll jetzt eine nasale Steroidbehandlung machen. Mein Arzt ist kein Diabetesfachmann und da ich auch Diabetes Typ 2 habe und Insulinsenkende Tabletten nehme, wollte ich gerne wissen, welche Zwischenwirkungen auftreten können. Wäre eine CPAP-Beatmung eine Alternative. Ich habe ja nur eine milde Form der Schlafapnoe.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Karina B.

Professor Harsch:

Sehr geehrte Frau B., ich kenne natürlich nicht genau den Befund und was das Rational der Behandlungsempfehlung ist. In Analogie zur Behandlung von Menschen, die sowohl Diabetes wie auch Asthma oder andere chronische Lungenerkrankungen haben und die mit Cortisonhaltigen Sprays (die bis in die Lunge inhaliert werden) behandelt werden müssen würde ich aber davon ausgehen, dass die Effekte auf den Blutzucker nicht sehr ausgeprägt sein dürften. Wirklich erhebliche Effekte auf den Diabetes findet man (natürlich auch dosisabhängig) eigentlich nur, wenn Cortison als Tablette oder Spritze appliziert wird. Ich nehme auch nicht an, dass es bei Ihnen eine Dauerbehandlung werden soll. Auch bezweifel ich bei einer milden Schlafapnoe, ob der Aufwand, den Sie zu betreiben haben, in deinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen der Behandlung steht.
Viele Grüße
Igor Harsch

Peter L. fragt:

Hallo Prof. Harsch,
Ich mache seit etwa 10 Monaten eine CPAP-Therapie. Trotzdem hat sich weder mein Diabetes noch mein Bluthochdruck gebessert. Klar ich schlafe jetzt besser, bin nicht mehr so müde, kann mich wieder länger konzentrieren und so weiter - aber die positiven Nebenwirkungen auf meine anderen Leiden bleiben bisher aus. Mein Arzt sagt, ich müsse mich noch gedulden. Ich frage mich aber schon, ob ich nicht weitere Schritte einleiten sollte. 10 Monate sind ja schon eine lange Zeit. Meine Blutdruckmessung liegt im Schnitt bei einem oberen Wert von 140. Grüße PL

Professor Harsch:

Sehr geehrter Herr L., ein Schlafapnoesyndrom trägt zwar zum Hochdruck bei, ist aber fast immer auch nicht die einzige Ursache (Gewicht, Nierenschaden bei Diabetes, andere Risikofaktoren ?). Insofern sind auch die Therapieeffekte auf den Blutdruck oft nicht wirklich überwältigend und wenn Sie die CPAP Behandlung adäquat machen (wovon ich ausgehe), erwarte ich auch keine dramatischen Effekte auf den Blutdruck mehr (nach dem Blutdruckarm der ACCORD Studie ist ein syst. Wert unter 140 übrigens einem um 120 hinsichtlich Folgeschäden nicht überlegen und das ist doch eine gute Nachricht). Es gibt aber erwiesenermassen positive Effekte auf Herz-Kreislaufsystem, auch wenn man die nicht immer an Laborwerten festmachen kann. Was dem Blutzucker betrifft, ist das Problem bisheriger Studien ihre kurze Laufdauer (max. 6 Monate) und die Ergebnisse widersprüchlich. Drastische HbA1c Senkungen sind aber auch in den "positiven" Studien nicht berichtet. Meiner Einschätzung nach ist der Effekt der CPAP beim Diabetes v.a. bei Menschen mit einer sehr instabilen diabetischen Stoffwechsellage gut insofern, dass sie sich besser steuern lässt. Über allen Glucose und Blutdruckwerten steht aber letztlich doch die Lebensqualität. Und da klingt es schon so, als ob Sie von der Behandlung profitieren und es ist sicherlich sinnvoll, sie fortzusetzen.
Ihr
Igor Harsch

cb fragt:

Mein Sohn ist Typ 1 Diabetiker, 16 Jahre alt, nimmt Insulin Insuman Basal & Humalog.  Da er in der Schule schon als Kind extrem unkonzentriert war hat jetzt sein Hausarzt vorgeschlagen ein Screeing auf Schlafstörungen zu machen. Morgens klagt er auch oft über Kopfschmerzen. Wir haben das lange für eine Ausrede gehalten, nicht zur Schule gehen zu müssen. Der Test hat jetzt jedenfalls Hinweise gegeben, dass es doch etwas mit dem Schlaf zu tun hat. Jetzt soll er ins Schlaflabor. Was kommt da auf ihn zu? 

Professor Harsch:

Guten Abend, eine Untersuchung im Schlaflabor (das ist dann schon kein Screening mehr, dieses macht man mit kleinen Geräten, die man in der Nacht
anhängt und die einem schon mal Hinweise liefern können, ob von einer
Schlafstörung auszugehen ist) beinhaltet, eine Nacht in einer Klinik o.ä. zu schlafen, da der Gerätepark nur dort vorhanden ist. Es werden jede Menge Elektroden angeschlossen, die Hirnströme messen, Augenbewegungen, die Atemexkursionen, Atemaussetzer, die Sauerstoffsättigung und vieles mehr. Mit Kamera aufgenommen wird das auch zumeist, um den Schaf dann auch beobachten zu können. Viele befürchten, mit dem ganzen Kabelsalat und in einem fremden Bett sowieso kein Auge zuzubekommen aber keine Sorge, auch relativ kurze Schlafabschnitte können schon wertvolle Erkenntnisse liefern.
Viele Grüße
Igor Harsch

Cora fragt:

Sehr geehrter Professor Harsch, ich habe weder Diabetes noch Bluthochdruck - der ist eher etwas zu niedrig. Bin 30 jahre alt und normalgewichtig. Mit dem Schlafen habe ich eigentlich auch kein Problem - nur muss ich meiner Ansicht nach extrem häufig auf Toilette und das stört den Schlaf dann doch. Auch wenn ich vor dem Schlafen gehen gehe, muss ich etwa eine Stinde später ncoh mal, dann morgens um 4 und dann wieder gegen 6 Uhr. Ist das normal? Kann es sein, dass ich nicht tief genug schlafe?
Bei einem Arzt war ih deswegen noch nicht. Bin mir nicht sicher, ob es dafür einen Anlass gibt. Ich freue mich auf Ihre EInschätzung. Cora, 30 aus Berlin

Professor Harsch:

Guten Abend, ein gestörter Schlaf -und so empfinden Sie es ja offensichtlich- ist ein Zustand, dem abgeholfen werden sollte. 3x/Nacht erscheint mir in Ihrem Alter doch etwas zu oft und da ich in Ihrem Alter auch nicht von einer Herzschwäche oder einer Behandlung mit harntreibenden Medikamenten auszugehen habe, wäre aus meiner Sicht eine Vorstellung bei einem Gynäkologen o. Urologen sinnvoll. Einen Zusammenhang mit der Schlafqualität sehe ich nicht.
Viele Grüße
Igor Harsch

Cora fragt:

Danke für die Antwort. Medikamente nehme ich tatsächlich keine. Nur manchmal ist es häufiger und dann beschränkt es sich doch wieder nur auf einmal morgens - was jetzt nicht so ungewöhnlich ist. Kann soetwas durch Stress bedingt sein? Also haben bestimmte Hormone Einfluss auf den Harndrang, die besonders nachts wirken?

Professor Harsch:

Klar, Stress kann eine Rolle spielen und den sollte man ja auch nicht in die Nacht mitnehmen (welch weiser Ratschlag und so realitätsnah....). Ein hormonelles Problem liegt bei nur nächtlichem Harndrang nicht vor, dann müsste es eigentlich auch Tags Probleme geben.

Joachim H. fragt:

Hallo Prof. Harsch, Ich leide am Schlafapnoe-Syndrom und soll jetzt eine CPAP-Therapie machen. Was genau passiert in meinem Körper während der Atemaussetzer. Von meinem Arzt bekam ich die Info, dass mein Bluthochdruck dadurch bedingt sei. Ich habe jetzt die Hoffnung, dass ich mit der CPAP die Blutdrucksenker bald weglassen kann. Ist das realistisch? Joachim H.

Professor Harsch:

Sehr geehrter Herr H., ein Aussetzen der Atmung ist ja bekanntermassen ein nicht allzu lange mit dem Leben vereinbarbarer Zustand. Deshalb kommt es im Körper zu einer Stressreaktion mit der Freisetzung entsprechender Hormone wie z.B. dem Adrenalin und der Atemvorgang startet erneut. Solche Hormone sind blutdrucksteigernd. Tatsächlich bleibt der "Stresszustand" auch am Tage erhalten, sodass tatsächlich ein bleibender Hochdruck resultieren kann. Durch eine Behandlung sinkt der Blutdruck, allerdings sind diese Senkungen nicht allzu dramatisch. Ich könnte mir vorstellen, dass blutdruckwirksame Medikamente reduziert werden können, ob ein gänzliches Absetzen möglich ist (bestehen auch andere Risikofaktoren, wie z.B. Übergewicht ?) bleibt abzuwarten. Die Behandlung hat aber auch noch andere positive Effekte auf Herz und Kreiskauf, sodass sie unbedingt durchgeführt werden sollte.
Viele Grüße
Igor Harsch

Patrick fragt:

Sehr geehrter Professor Harsch, wie merke ich, ob mein Schlaf nicht nur kurz sondern auch schlecht ist - d.h. ob ich Atemaussetzer habe?
VG Patrick

Professor Harsch:

Guten Abend, Atemaussetzer merkt man selbst (leider) nicht, das ist ja das
Tückische an den Erkrankungen aus dem Formenkreis der Schlafapnoe -
berichtet wird so etwas typischerweise immer vom Partner, sofern der
im selben Raum schläft. Dass der Schlaf "schlecht" ist, erkennt man an Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen. Auch kann es zu schnellem, spontanem Einschlafen am Tage kommen.
Mit freundlichen Grüßen Igor Harsch

Patrizia DG fragt:

Bei meinem Freund gibt es immer wieder Phasen in denen er sehr schlecht schläft. Mir ist aufgefallen, dass das immer dann ist, wenn er auch besonders stark schnarcht. Könnte es da einen Zusammenhang geben und kann er das therapeutisch behandeln. Er nimmt täglich auch 10mg Ramipril gegen Bluthochdruck. Falls das irgendwie entscheidend sein sollte.
Patrizia D. G.

Professor Harsch:

Sehr geehrte Frau D., beim Ramipril ist zumindest in der Nebenwirkungsliste auch von möglichen Schlafstörungen die Rede. Da dies aber meiner Erfahrung nach eher selten vorkommt, würde ich es für sinnvoll halten, wenn sich ihr
Freund erst einmal bei einem Hals-Nasen-Ohren Arzt vorstellt (Polypen,
Verengungen der Nasenscheidewand etc…). Für ein Schlafapnoesyndrom
klingen Ihre Beschreibungen eher nicht typisch.
Viele Grüße I. Harsch

Tom K. fragt:

Betreff: Schlafstörung
Ich bin stark übergewichtig und habe Typ 2 D. Wieviel Gewicht muss ich abnehemen, damit sich das auf meine Schlafstörungen auswirkt? Mit dem Diabetes komme ich gut klar, aber der fehlende Schlaf macht mich fertig. Bin 56 Jahre alt, wiege 103 Kilo und bin 1,82m groß.
mit freundlichen Grüßen aus Weimar
Tom K.

Professor Harsch:

Sehr geehrter Herr K., das "Idealgewicht" läge ja ungefähr bei 74 kg. Jetzt aber bitte nicht gleich den Kopf hängen lassen, der Erfahrung nach genügen auch schon geringere Gewichtsabnahmen, um Schlafstörungen zu bessern, leider kann man aber keine exakten Prognosen abgeben. Könnte mir aber vorstellen, dass 10 kg schon eine ganze Menge bringen
Viel Erfolg Ihr I. Harsch

KB fragt:

Ich leide seit etwa 3 Monaten an Schlafstörungen. Abends kann ich nicht einschlafen, egal wann ich ins Bett gehe. Morgens bin ich dann total müde kann aber auch dann nicht richtig schlafen. EIne Freundin hat mir den Tipp gegeben meine ernährung umzustellen. Also esse und trinke ich jetzt abends nichts Süßes mehr. Und Tatsache - jetzt kann ich beser schlafen. Klingt das für Sie nach Diabetes? Vor einem Jahr habe ich mal einen Zuckertest im Rahmen eines Rund-um-checks machen lassen - da haben sie nichts gesagt - also kein verdacht auf Diabetes.

Professor Harsch:

Sehr geehrter Herr B., unter dem Begriff „Schlafhygiene“  versammelt man so einiges an Tipps, wie man in die Nacht gehen sollte. Dazu gehört auch das Vermeiden „schwerer“ Mahlzeiten und von süssen Sachen. Insofern war der Rat durchaus gut und hat ja auch funktioniert. Einen Zusammenhang mit Diabetes kann ich aber aus Ihren Schilderungen nicht sehen
Viele Grüße
Igor Harsch

Juliane G. fragt:

Ich habe eine ganze Weile mit starker Müdigkeit gekämpft. Vor allem tagsüber und morgens. Ich wollte dann immer früher ins Bett gehen, wei ich dachte ich brauche nur genug Schlaf. Das hlaf aber auch nicht. Also habe ich letztendlich einen Arzt aufgesucht und der hatt mich untersucht auf  Schlafapnoe und Schilddrüsenwerte - alles OK. Dann einen Monat später  haben sie Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Ich dachte jetzt bekomme ich das Schlafproblem in den Griff. Aber egal wie gut meine Werte sind - selbst wenn ich mehr als 10 Stunden schlafe bin ich immer noch müde. Langsam zerrt es an meinen Nerven und auch an denen meiner Mitmenschen und Kollegen. Welches alternative Rezept ist vielversprechend? Vielen Dank für Ihre Unterstützung Juliane G., aus R., 52 Jahre alt

Professor Harsch:

Sehr geehrte Frau G., das hätte ja tatsächlich sehr nach einem Schlafapnoesyndrom geklungen. Wenn es laut Ihren Aussagen aber tatsächlich ausgeschlossen ist und auch keine Schilddrüsenerkrankungen bestehen, besteht weiterer Abklärungsbedarf, v.a. da der Schlaf offenbar nicht erholsam ist und starke Müdigkeit weiterbesteht. Mir fällt natürlich zunächst mal mein Fachbereich ein, hier ist zu denken an Unterfunktionszustände der Hirnanhangdrüse oder der Nebenniere, entsprechende Spezialisten sind die Endokrinologen. Auch eine Vorstellung bei einem Neurologen könnte Sinn machen, möglicherweise würden Sie dann doch einmal in einem Schlaflabor vorgestellt werden, da bei Ihnen sicher nur eine Screeninguntersuchung (kleines Kästchen über die Nacht ?) erfolgte. Ein Neurologe könnte auch einen Ansatz wählen mit Untersuchungen z.B. hinsichtlich einer Borelliose, oder bestimmter Viren, die auch gelegentlich mit chronischer Müdigkeit in Verbindung gebracht werden. Wünsche Ihnen alles Gute
Ihr Igor Harsch

Werner fragt:

Betreff: Schlafapnoe Bluthochdruck Übergewicht Diabetes Typ 2

Sehr geehrter Herr Professor Dr. med. Igor Alexander Harsch,
beeinflussen sich Schlafapnoe, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes Typ 2 gegenseitig? Ich habe mit 95 kg bei 1,67 Übergewicht. Mir ist bekannt, dass ich mich mehr bewegen müsste. Was mir allerdings schwer fällt. Mein Schlafapnoe Wert liegt bei 10. Letzer HBA1c Wert liegt bei 6,2, ohne Unterzuckerungen. Als mein HBA1c Wert vorher noch zwischen 5,5 und 5,9 lag hatte ich ab und an mit Unterzuckerungen zu käömpfen. Deswegen habe ich immer Traubenzucker bei mir. Ohne meinen Vector 2 (Schlafapnoegerät) kann ich nicht schlafen. Daher nutze ich diesen jede Nacht. Beeinflusst mein Diabetes Typ 2 die Schlafapnoe ? Oder beeinflusst Diabetes Typ 2 meine Schlafapnoe? Oder liegt keine gegenseitige Beeinflussung vor?
Was für eine Rolle spielen dabei Übergewicht und Bluthochdruck?

Professor Harsch:

Guten Abend, Sie werfen hier mehrere komplexe Fragen auf. Tatsächlich ist es offenbar so, dass das Vorhandensein eines Diabetes (Übergewicht, evtl. Nervenschädigung) das Auftreten eines Schlafapnoesyndroms begünstigt, andererseits begünstigt nach der Literatur aber auch das Vorhandensein eines Schlafapnoesyndroms (Insulinresistenz, Übergewicht) die Entstehung eines Diabetes. Ich gehe davon aus, dass es nie ein „entweder oder“ geben wird in dem Sinne, dass eine Erkrankung immer die erste ist, bzw. immer erst ein Diabetes da ist.  Übergewicht findet sich allerdings oft schon vor Ausbruch beider Erkrankungen. Beide Erkrankungen begünstigen wiederum den Bluthochdruck, der aber natürlich auch unabhängig davon schon dagewesen sein kann. Generell herrscht die Meinung, dass eine effektive Therapie des Schlafapnoesyndroms die Einstellung der diabetischen Stoffwechsellage erleichtert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Igor Harsch

Dieter K. fragt:

Sehr geehrter Prof. Dr. Harsch,ihr Artikel in dem Diabetes Journal 6/2011 trifft auch für mich genau zu. Ich leide unter Diabetes Typ-2. Vielen Dank im voraus. Wenn Sie mir einen Hinweiß geben könnten wie die Krankheit beseitigt werden kann.

Professor Harsch:

Guten Abend, so, wie ich Ihr Schreiben verstehe, gehen Sie davon aus, auch an einem Schlafapnoesyndrom zu leiden. Dies bedarf aber zunächst der Sicherung durch eine Voruntersuchung („Screeninggerät“) mittels eines kleinen Gerätes, dass zumindest den Verdacht auf eine Schlafapnoesyndrom erhärten kann. Solche Untersuchungen werden beispielsweise bei HNO-Ärzten oder Lungenfachärzten („Pneumologen“) durchgeführt. Wenn sich das Ganze bewahrheitet, wäre eine anschliessende Untersuchung im Schlaflabor erforderlich. Die Basismassnahme ist dann eine Gewichtsreduktion (jaja, das hat man als Diabetiker ja auch schon mal gehört und meist klappt es doch nicht so recht….), und eine CPAP Behandlung. Letzteres steht für „continuous positive airway pressure“ und meint, dass durch einen steten Luftstrom über eine Maske nächtens die Atemwege aufgehalten werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Igor Harsch

Heinz M. fragt:

Meine Frau ist Typ 1 Diabetikerin, und leidet unter ungewöhnlichen Einschlafstörungen.
Bitte um Ihren Rat.
Viele Grüße aus Biberach sendet Ihnen
Heinz M.

Professor Harsch:

Sehr geehrter Herr M., Einschlafstörungen sind nicht unbedingt typisch für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (schnarcht Ihre Frau ?), aber es gibt ja auch andere Schlafstörungen, bei langjährigen Typ 1 Diabetikern kann auch ein sog. zentrales Schlafapnoesyndrom durch eine Nervenschädigung vorliegen. Beides erscheint mir allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Bei Wikipedia finden Sie unter dem Begriff „Schlafhygiene“ eine ganze Menge Wissenswertes über Dinge, die einem guten Einschlafen oder einem gesunden Schlaf entgegenstehen. Sollte all dies keine Rolle spielen, wären auch mögliche Medikamente noch einmal hinsichtlich ihres Effektes aufs Schlafverhalten zu überprüfen. Falls auch hier nichts Richtungsweisendes zu finden ist und ein Leidensdruck besteht, kann
eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Igor Harsch