Pubertät und Diabetes – eine Herausforderung für alle
Experten-Chat mit Professor Burger

- Prof. Walter Burger
Bis zum 26. Mai 2011 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Dr. med. Walter Burger zum Thema "Pubertät und Diabetes: Eine Herausforderung für alle" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 26. Mai zwischen 17 und 19 Uhr.
Karsten BE:
Sehr geehrter Herr Professor, ich habe seit 3 Jahren Diabetes und möchte gern mein Management verbessern. Bislang spritze ich Novorapid nach dem Essen. je nach Fettgehalt auch mal mit einem längeren Abstand. Mir wurde aber auch schon gesagt, dass ich das vor dem Essen spritzen solle. hab cih auch mal gemacht - war nicht sehr erfolgreich: Unterzuckerung.
Was empfehlen Sie aus Ihrer Erfahrung für Spritz-Ess-Abständen bei schnell wirkendem Analoginsulin? Kann ich das mit einer CGM noch optimieren? und wo bekomm ich das günstig?
Professor Burger:
Prinzipiell sollte das Insulin vor dem Essen gespritzt werden, bei sehr fetthaltigem, langsam resorbiertem Essen geht es auch danach, aber das muss jeder individuell und angepaßt auf das jeweilige Essen ausprobieren. Wenn es zu einer Unterzuckerung nach der NovoRapidgabe vor dem Essen kommt stimmt vielleicht der KE-Faktor nicht?
Das CGM-System ist sicher bei schwankenden Werten hilfreich, da es den Blutzuckertrend anzeigt. Es ist noch keine regelleistung der Krankenkassen. Sie sollten bei Ihrer Kasse anfragen und einen Antrag stellen und sehen, wie sie reagieren. Manchmal ist es günstig, erst einmal eine begrenzte Menge von Sensoren zu beantragen, um das System zunächst zeitlich beschränkt auszuprobieren.
Herzlich, W. Burger
C.L.:
Hallo Professor Burger,
Mein Sohn ist nun 16 und geht häufig mit seinen Freunden feiern. Oft gibt es Privatpartys, an denen er über die Maßen mit Alkohol konfrontiert wird. Um cool zu sein und mit seinen Freunden mithalten zu können, trinkt er auch recht viel. Ich will ihm allerdings auch die Partys nicht verbieten, weil ich ja aus eigener Erfahrung weiß, dass das zur Jugend dazugehört. Doch unterzuckert er häufig und ich mache mir große Sorgen, dass ihm mal irgendwann etwas passiert oder Folgeerkrankungen kommen. Wie kann ich ihn sinnvoll begleiten, ohne ihn von den jugendlichen Späßen abzuhalten?
Professor Burger:
Übermäßiger Alkoholgenuss ist sicher prinzipielle nicht empfehlenswert.
Aber vor allem ist die Unterzuckerungsgefahr bei Alkohol sehr groß. Wir geben allen Patienten eine von uns entwickelte Broschüre mit "Diabetes in besonderen Situation" (Unter der Homepage unseres Diabeteszentrums am DRK Klinikum Berlin Westend unter "downloads" zu finden) in der auch etwas über den Umgang mit Alkohol steht. Es empfiehlt sich offen über die eigenen - berechtigten - Sorgen zu sprechen, die objektiven Gefahren anzusprechen und mit dem Sohn sichere Verhaltensweisen zu verabreden (Trinken nur in Beisein von Freunden die ggf. Hilfe leisten könne, vor dem Schlafen nach Alkohl BZ über 150 mg/dl, kein Wegspritzen von alkoholoischen KH, besondere Vorsicht bei Alkohol in gefährlichen Situationen (z.B. Schwimmen, Aufenthalt mit Absturzgefahr). Das Thema sollte offen, aber nicht drohend besprochen werden, es sollte sicher aber auch in der Diabetessprechstunde thematisiert werden, damit es Ihr Sohn nicht nur von Ihnen hört.
Herzlich, Ihr W.Burger.
PP.:
Ab welchem Alter empfehlen Sie eine Pumpe und ist die Regulierung des BZ-Wertes damit wirklich leichter udn auch besser?
Professor Burger:
Wir empfehlen die Pumpe vor allem bei kleinen Kindern. Alle unsere Patienten unter 6 Jahren bekommen primär die Pumpe. Ansonsten brauchen viele Jugendliche in der Pubertät wegen der Tendenz zu erhöhten BZ-Werten am Morgen (Dawn Phänomen) die Pumpe, weil nur damit die Basalrate adäquat gesteuert werden kann. Eine selbständige Bedienung der Pumpe ist sicher für die meisten Kinder ab 10 bis 12 Jahren möglich, sie bringt aber nicht immer eine Stoffwechselverbesserung. Dies liegt daran, dass die Gründe für Stoffwechselschwankungen sehr vielfältig sein können, die Pumpe also überhaupt kein "Allheilmittel" ist. Wenn jemand mit dem Pen gut klar kommt würde ich keinen Wechsel auf die Pumpe empfehlen, zumal dies ja auch die Kassen nur bei begründeter Indikation bezahlen.
herzlich, Ihr W. Burger
Leonhard S.:
Betreff: Motivation
Es heißt zwar stets Eigenverantwortung des Betroffenen, aber wie kann man die Menschen mit Diabetes motivieren, um 1. den eigenen Lebenstil zu ändern und 2. zu einer der vielen Selbsthilfegruppen zu gehen ?
Freundliche Grüße Leonhard S.
Professor Burger:
Diese Frage ist sicher nicht eindeutig zu beantworten.
Mir scheint der Trend zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen abnehmend, dies hängt sicher auch damit zusammen, dass es inzwischen immer mehr Möglichkeiten gibt auf andere Weise an Informationen zu kommen, sicher aber auch an zunehmender zeitlicher Belastung der meisten Menschen.
Man kann immer nur am Einzelnen ansetzten und sehen, was er will, auch müssten die Slebsthilfegruppen für den Einzelnen auch wirklich einen spürbaren Nutzen bringen. Herzlich, W. Burger
Silke:
Lieber Herr Prof. Burger,
manchmal weiß ich nicht wie ich die Gradwanderung zwischen Vertrauen und Kontrolle hinbekommen soll. Einerseits möchte ich meiner Tochter (12 Jahre) zutrauen, das Management zu übernehmen, dann werden aber wieder keine Werte eingetragen, oder sich wieder nicht gemessen. Somit fange ich wieder an zu kontrollieren, das nervt sie aber natürlich und wir bekommen Streit. Wenn der Hba in Ordnung wäre, würde ich sie gerne in Ruhe lassen, aber das ist er oft einfach nicht. Ich weiß nicht, wie ich am besten damit umgehen soll. Welchen Tipp haben Sie für mich? Vielen Dank und herzliche Grüße
Professor Burger:
Dies kann man sicher nicht allgemeingültig beantworten, es bleibt eine Gradwanderung. Ich bespreche in meiner Sprechstunde offen mit den Jugendlichen, was sie sich selber für Ziele setzen und was sie sich konkret an Unterstützung oder auch Kontrolle von den Eltern wünschen. Ich kann als neutraler Dritter leichter ein Gespräch zwischen Eltern und Kindern in Gang bringen als das vielleicht in der Familie selbst mit festgefahrenen Rollen möglich ist. Sinnvoll ist es immer, bei "Ich-Botschaften"zu bleiben also nicht: Dein HbA1c ist schlecht, Du musst Dir mehr Mühe geben, sondern eher: Ich mache mir Sorgen, mich macht das unruhig.
Wenn jeder Gesprächspartner das Terrain des anderen ehrlich respektiert, gelingt es meist, einen Weg zu finden, allerdings natürlich nur, wenn die Basis der Beziehung ausreichend gesund ist.
herzlich, Ihr W. Burger
kd:
Haben Diabetiker mehr Probleme mit Pickeln?
Professor Burger:
Eigentlich nicht. Herzlich, W. Burger
Barbara E.:
Meine Tochter ist nun 15 Jahre alt und fährt das erste Mal mit Freunden in den Urlaub. Sie wissen nicht, dass sie Diabetes hat und sie will es ihnen partout nicht sagen, weil es ihr peinlich ist und sie schon einmal schlechte Erfahrungen gesammelt hat (blöde Sprüche wie Junkie und Ähnliches musste sie sich schon anhören). Es ist aber wichtig, dass ihre Freunde von der Erkrankung wissen und auch wissen, wie sie mit einer Unter- oder Überzuckerung umgehen müssen. Was kann ich tun, um das Vertrauen meiner Tochter nicht zu verlieren aber trotzdem die erforderlichen Sicherheitsschritte eingehalten zu haben?
Professor Burger:
Sehr geehrte Frau E., dies ist natürlich eine schwierige Frage.
Ich denke, Ihre Sorge ist sehr berechtigt. Mein Vorschlag wäre, die Diskussion von Ihrer Sorge her anzugehen. Sie brauchen Sicherheit und die ist ja nicht gegeben, wenn im Falle einer Unterzuckerung keiner Bescheid weiß. Ich denke, dass würde Ihre Tochter auch einsehen. Diskustieren Sie mit ihr, welche Lösungen es gibt, vielleicht kann sie sich dazu entschliessen, wenigstens eine gute Freundin (möglichst eine, die auch zuverlässig ist) einzuweihen. Unterhalten Sie sich mit ihr, wie sie sich das Spritzen, Messen etc. im Urlaub vorstellt, auch unter dem Aspekt, dass es nicht in ihrem Interesse liegt, evtl. in einem fremden Land medizinischen Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.
Wenn ein gutes Verhältnis zwischen Ihnen besteht, würde ich da einen Lösungsweg erwarten. Wenn Ihre Tochte Ihre Sorgen ernst nimmt, wird sie an einer Lösung arbeiten. Nicht nur die Eltern lieben ihre Kinder, auch die Kinder ihre Eltern, auch wenn sie es in diesem Alter manchmal gut verstecken können :). Herzlich, Ihr W. Burger
Florian S.:
Hallo Prof. Burger, wie hoch darf der HBa1c-Wert bei Jugendlichen sein - wann sollte man als Eltern einschreiten? Es ist ja auch ein Stück weit normal, dass die Werte etwas schlechter werden. Oder kann man das so nicht sagen und sollte es auch nicht tolerieren?
Professor Burger:
Sehr geehrter Herr S., es ist schwer absolute Werte anzgeben. International liegen die HbA1c-Werte in der Pubertät im Mittel so um 9,5%, das muss aber nicht heissen, dass das bei jedem so sein muss und das bedeutet auch nicht, dass es individuell nicht auch höher sein kann.
Es ist immer wichtig zu wissen, was der Jugendliche selber für gut hält, ob er sich darüber Gedanken macht, oder ob er in einer Phase ist, wo er an den Diabetes lieber gar nicht denkt. Da kann Ihnen vielleicht auch der behandelnde Arzt behilflich sein, indem er mit dem Jugendlichen realistische Ziele erarbeitet.
Auf jeden Fall wird man mit Druck wenig erreich, sondern es hilft ein innere Haltung, das Problam aus der Sicht des Jugendlichen zu sehen. Wenn er spürt, dass man wirklich mit und nicht gegen ihn arbeitet, hat man die größten Chancen, etwas Positives zu bewirken.
Herzlich, W. Burger
X:
Kann ich meiner Tochter (Typ 1) ohne Bedenken zuckerfreie Süßigkeiten und Getränke (Wasser oder auch mal Getränke mit Süßstoff oder Cola/Fanta zero) mitgeben. Sie kommt jetzt in die Schule, wo ich ihr nicht mehr beim berechnen helfen kann.
Professor Burger:
Ich sehe da keine Probleme. Herzlich, W. Burger
Jens L.:
Wir haben einen 6 Jahre alten Sohn mit Diabetes. Beim Spritzen gibt es immer großes Gezeter. Er hat Angst rennt weg oder fängt an zu heulen. Jedesmal wieder ein Drama. Sollten wir eventuell auf Pens oder Pumpe umsteigen. Aber dann können wir die Insuline nicht mehr mischen richtig? Habe aber gehört, dass Spritzen sowieso nicht mehr so häufig verwendet werden. Stimmt das - und wenn ja warum? Jens L.
Professor Burger:
Ich würde auf jeden Fall auf Pen oder Pumpe umsteigen, in diesem Alter behandeln wir alle unsere Patienten mit der Pumpe, und das ist eine große Erleichterung. Die Spritzen sind nicht sehr handlich, schwerer zu dosieren und lösen meistens deutlich mehr Ängste aus. Sie sollten das unbedingt mit Ihrem Diabetologen besprechen.
herzlich, W. Burger
Svenja:
Hallo, ich habe hier eben den Beitrag zur Spritze gelesen. Ich benutze auch keinen Pen sondern noch die alte Spritze. Kann ich denn auch mit einem Pen Insuline mischen und würden Sie auch einem 28-jährigen dazuraten umzusteigen? Mache das jetzt schon lange. Aber wenn der Pen genauso gut ist und man damit keine Nachteile hat...
Professor Burger:
Wenn es mit der alten Spritze gut geht, würde ich nicht wechseln ("never change a winning team") :). Im Pen kann man das Insulin nicht mischen, und das kann natürlich als Nachteil empfunden werden, wenn man das Basalinsulin getrennt spritzen muss. Die Nadeln der Spritzen sind sicher genauso schonend, wie die Pen-Nadeln.
herzlich, W.Burger
R.:
Hallo Herr Doktor, ich bin seit meinem 10ten Lebensjahr Typ 1 Diabetiker. Vor einem halben jahr bin ich 16 geworden. Meine Eltern sind meiner Ansicht nach übervorsichtig. Sie wollen mir nicht mal erlauben Bier zu trinken. Ich weiß, dass ich da wegen Unterzucker aufpassen muss - aber darf ich denn als Diabetiker gar keinen Alkohol trinken?
Professor Burger:
Lieber R., meiner Meinung nach kannst Du auch Alkohol trinken, mit den üblichen Einschränkungen an Alkoholgenuss, die für jeden, vor allem jüngere Menschen gelten. Du solltest süße Getränke meiden, Nicht viel, im Zusammensein mit Freunden trinken, die Dir ggf. helfen können.
Der BZ-Spiegel sollte nach dem Alkohol vor dem Schlafen > 150 mg/dl sein, da Alkohol den BZ-Spiegel senkt. Also auch keine KH in alkoholischen Getränken wegspritzen. Im Detail solltest Du das aber unbedingt mit Deiner Diabetesberaterin oder Deinem Diabeotologen besprechen.
Herzlich, W.Burger
Josef H.:
Keine Frage, sondern eine Anrgung: Ich war 9 Jahre alt, als 1963 Diabetes festgestellt wurde. Im Lebensrückblick gesehen, hätte es mir sehr geholfen, wenn ich "Eigenverantwortung" hätte üben können! Die Menschen in meiner Umgebung waren Über- über- überfürsorglich! Ich habe mühsam als Erwachsener Eigenverantwortung lernen müssen !!!
Familie K.:
Hallo Herr Burger, unsere Tocher ist Typ 1 Diabetikerin seit 6 Jahren. Mittlerweile ist sie 15 und handelt ihre Therapie komplett alleine ohne unsere Hilfe. Ihr letzter Hba1c-Wert war jetzt nicht mehr so gut (8,8), wie er sonst war. Sollten wir gleich eingreifen oder sehen Sie hier noch keinen Grund dazu? Ist das eventuell normal wegen der Hormonumstellung? VG Familie G. aus dem Schwarzwald
Professor Burger:
Sehr geehrte Familie K., erstmal sehe ich noch keinen Grund einzugreifen, denn wie sollten Sie das auch sinnvoll machen. Ich denke, es ist wichtig mit Ihrer Tochter vertrauensvoll zu sprechen
1. ob Sie sich erklären kann,wieso der Wert höher gegangen ist und
2. herauszufinden, ob und wieviel Aufwand sie zurzeit für die Verbesserung ihrer Stoffwechsellage aufwenden will. Vielleicht ist sie zurzeit durch andere Sorgen und Aufgaben für den Diabetes blockiert. Dann hilft unterstützendes Warten mit Angeboten zur Hilfe.
Sicher hat auch die hormonelle Umstellung mit der Erhöhung der Werte zu tun. Ihre Tochter sollte wissen, dass sie nicht für alle Werte, die zu hoch sind direkt verantwortlich ist, aber nach Möglichkeit den Wunsch selber entwickeln, dass die Werte wieder besser sind.
Insgesamt sind die Werte in der Pubertät höher und ein HbA1c von 8,8% ist dabei noch nicht einmal so besonders hoch.
Mit herzlichem Gruß, Ihr W. Burger
Karina H.:
Hallo Herr Doktor Burger, ich spritze seit kurzem Novorapid und Actrapid. Vorher Insuman Rapid gespritzt. Jetzt habe ich Probleme mit der richtigen Dosierung wie es scheint, weil meine Werte jetzt 3 Stunden nach dem Essen bis an die 300 reichen. Ich bin jetzt 14 und hatte davor eigentlich nie großartig Problem mit der Einstellung. Woran könnte das liegen? Danke Karina
Professor Burger:
Liebe Karina, dass deine Werte jetzt anders sind, kann an Wachstum und Pubertät liegen, wenn sich dabei Dein Insulinbedarf verändert. Wenn die Werte nach dem Essen noch sehr hoch sind kann es daran liegen, dass der Insulinfaktor zum Essen nicht richtig (also zu niedrig) ist, es kann aber auch daran liegen, dass das Actrapid nicht - wie es sein sollte - 20 Min. vor dem Essen gegeben wird, oder auch dass das NovoRapid nicht vor, sonder nach dem Essen gespritzt wird. Auch wäre es wichtig herauszufionden, ob dies bei jeder Mahlzeit so ist, oder ob es daran liegt, was geggessen wird (als z.B. sehr schnell wirkende KH wie Toast und Marmelade, oder sehr langwirkende KH wie z.B. Pizza). Dies solltest Du im Detail mit Deiner Diabetesberaterinn oder Deinem Diabetologen/in besprechen.
Herzlich, W. Burger
Pia:
Sehr geehrter Professor Burger, ich würde meine Eltern gerne davon überzeugen, dass ich eine Pumpe bekomme. Sie meinen aber, das wird nicht gezahlt, weil meine Werte auch mit Pen gut sind. Stimmt das so?
Professor Burger:
Liebe Pia, im Prinzip stimmt das, aber es gibt durchaus auch für die Krankenkasse Argumente, die Kosten für die Pumpe zu übernehmen, wenn sie gut begründet sind (Das müsste Dein Diabeteologe/Diabetologin übernehmen).
Gründe sind zum Beispiel stärkere Blutzuckerschwankungen oder eine Tendenz zu erhöhten BZ-Werten am Morgen, die sich anders nicht beheben lassen.
Es gibt auch sehr große Unterschiede bei den Kassen, wie deren Bereitschaft ist, die Kosten für eine Insulinpumpe zu übernehmen.
Mit herzlichem Gruß, W.Burger
Pia:
Und mit welchen Krankenkassen läuft es nach Ihrer Erfahrung besser?
Professor Burger:
Bei den meisten läuft es gut. Die TK ist in Hinsicht auf Pumpen etwas schwierig.
Es hängt viel davon ab, wie intensiv Dich Dein Diabetologe/in dabei unterstützt.
herzlich, W. Burger
Caroline B.:
Sehr geehrter Herr Professor Burger, ich bin alleinerziehend und habe einen 10 Jahre alten Sohn mit Typ 1 Diabetes. Er kommt jetzt auf die weiterführende Schule und somit fängt alles von vorne an. Auf seiner alten Schile waren die Lehrer informiert und auch seine Klassenkameraden. Genauso wollte ich das auch weiter handhaben. Nur, dass Lasse das jetzt alles allein machen will, weil er denkt er sei groß genug dafür. Meinen Sie ich kann einem 10jährigen eine solche verantwortung überlassen? Er ist schon ganz ordentlich mit seinem Messen und Spritzen. Trotzdem denke ich, dass doch jemand ein Auge darauf haben sollte. Zumal ja in seinem Alter BZ-Schwankungen hormonbedingt vorabsehbar sind. Oder ist das nicht immer der Fall? Ich danke Ihnen für Ihre Einschätzung. beste Grüße Caroline B.
Professor Burger:
Sehr geehrte Frau B., das ist individuell sehr unterschiedlich. Ich denke, Ihr Sohn wird einsehen, dass wenigstens einige Lehrer Bescheid wissen sollten. Sie können ja mit ihm auch praktisch testen, was er schon kann, und wo er Hilfe braucht, z.B. bei der Einschätzung von KE beim Schulessen und beim Ausrechnen von Korrekturinsulin. Hilfreich sinda dabei Hilfsmittel,wie Sie sie sicher schon verwenden, wie Kennzeichnung der KE auf Brotbüchsen oder auch eine Tabelle, wann er bei welchem Wert wieviel spritzen soll.
Die meisten Schulen gestatten Kindern mit Diabetes auch die Handybenutzung, so dass er sich dann mit Ihnen jeweils absprechen könnte. Vielleicht hat er auch ein Gerät mit einer "Bolusexpert"-Funktion, die die Entscheidung abnehmen, bzw. unterstützen kann. Man kann es ja auch ersteinmal in einer abgesprochenen Probezeit probieren.
herzlich, W.Burger


