Das tut mir gut! Leckeres Essen für Diabetiker - was gehört auf den Speiseplan?
Experten-Chat mit Elisabeth Schnellbächer

- Elisabeth Schnellbächer
Am 22. Juli 2010 findet zwischen 17 und 19 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit Elisabeth Schnellbächer zum Thema "Das tut mir gut! Leckeres Essen für Diabetiker - was gehört auf den Speiseplan?" statt. Sie können Ihre Fragen bereits ab dem 7. Juli 2010 über das Kontaktformular schicken.
Protokoll der Sprechstunde
Kerstin H. fragt:
Hallo, macht es Sinn mit Minus-L-Produkten zu kochen bei Diabetes? Ich backe sehr viel und suche nach Möglichkeiten den zucker zu reduzieren.
Dann kommt noch dazu, dass alle Milchprodukte und auch Käse, Quark, Creme usw meist soviel Fett haben. Aber mit fettfrei finde ich schmeckt es nur halb so gut.
Mein Mann muss unbedingt abnehmen. Daher können wir unsauch das, was für Diabetiker eigentlich erlaubt ist, denke ich nicht leisten.
Elisabeth Schnellbächer:
Minus-L bedeutet laktosefreie Milchprodukte. Damit verzichtet man auf den Einsatz von Milchzucker. Milchzucker ist aber nur wenig blutzuckererhöhend. Außerdem ist er gut für die Verdauung. Bei einem Verzicht auf Milchzucker kann man den Blutzucker alleine nicht senken.
Fett ist ein Geschmacksträger. Daher werden Speisen, die mit viel Fett zubereitet sind schmackhaft. Aber auch fettärmere Produkte können gut schmecken. Man kann z.B. den Geschmack von Käse und Quark zusätzlich verbessern durch Zugabe von Kräutern und Gewürzen (Zwiebel, Paprika, Dill, ...). Wenn Sie sich gesund ernähren mit viel Obst, Gemüse, Salat und Vollkornprodukten muss dies nicht unbedingt teurer sein. Auf teurere Diätprodukte können Sie verzichten.
Martin K. fragt:
Mein Arzt sagt, dass ich abnehmen muss. Wiege 80 kg und bin 165 m groß, 46 Jahre alt, Typ2. ich versuche es auch schon. Anscheinend sättigt Vollkornbrot ja besser als Weißbrot. Ich merke davon nichts. Hab nach 2 Scheiben morgens immer noch Hunger. In Zukunft soll ich Metformin bekommen. Kann es dann besser werden mit Appetit?
Elisabeth Schnellbächer:
Hunger tut weh. Das Sättigungsgefühl tritt erst nach ca. 20 Minuten auf. Daher möchte ich Ihnen einige Tipps geben:
Essen Sie langsam und kauen Sie gut.
Trinken Sie vor jeder Mahlzeit 2 Gläser Wasser.
Essen Sie zusätzlich zum Frühstück z. B. Paprika , Gurken, Tomaten, Radieschen etc.
Dadurch können Sie eine bessere Sättigung erreichen.
Martin K. fragt:
Und wie sieht es mit dem Metformin aus. Wie wirkt sich das auf den Appetit aus? Und gibt es andere BZ-Medikakmente, die mir bei meinem Ess-Problem helfen können?
Elisabeth Schnellbächer:
Metformin wirkt sich zwar günstig auf den Appetit aus, wird das Problem aber alleine nicht lösen können. Metformin ist nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft das "Einstiegsmedikament".
Erst, wenn dieses nicht ausreichend greift (auf den Blutzucker bezogen, nicht aufs Gewicht), können zusätzlich weitere Medikamente verordnet werden, die sich günstig auf das Gewicht auswirken.
Iris B. fragt:
Bei der Ernährung für Diabetiker mit Bluthochdruck, erhöhte Blutfette bin ich mir unsicher, da in den Medien viel darüber diskutiert wird. Was kann man überhaupt noch essen - Obst, Gemüse aus dem Ausland soll belastet sein (Holland z. b. keine Vitamine mehr).Sollte ich wieder auf heimische und saisonbedingte Nahrungsmittel zurückgreifen und wie viele Mahlzeiten pro Tag? Sollten Nahrungsmittel nach BE abgewogen werden? Wie sollten die Mahlzeiten pro Tag aussehen?Sollten Nudeln und Reis nur in geringen Mengen verzehrt werden?Gibt es evtl. Broschüren oder eine Webseite?Für ein paar Hinweise bin ich Ihnen dankbar.
Elisabeth Schnellbächer:
Tatsächlich besteht eine große Verunsicherung darüber, was man denn noch unbeschadet verzehren kann. Insbesondere, wenn man unter mehreren Krankheiten leidet, verschärft sich das Problem noch. Die Entscheidung für eine saisonale und regionale Küche ist zu unterstützen. Insbesondere bei frischer Zubereitung der Mahlzeiten sind Sie ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Die Anzahl der Mahlzeiten ist individuell festzulegen. In der Regel reichen 3 Mahlzeiten pro Tag aus.Eine Berechnung der Mahlzeiten nach BE ist nicht für jeden Menschen mit Diabetes notwendig.
Bei speziellen Behandlungen mit Insulin wird der Arzt oder die Diabetesberaterin mit Ihnen darüber sprechen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, an einer Schulung für Menschen mit Diabetes teilzunehmen. Darin wird auch auf das Thema "Wie viel kann oder darf ich essen?" eingegangen. Dabei spielen zum Beispiel auch Größe, Gewicht und Arbeitsbelastung eine große Rolle. Daher ist eine allgemeine Empfehlung nicht möglich. Broschüren gibt es bei Ärzten, Krankenkassen...
Janine K. fragt:
Meine Oma (Pflegestufe 3 - lebt daheim) hat nun auch Diabetes.
Der Wert liegt manchmal sogar bei 18,4.
Nun wissen wir garnicht mehr was wir ihr zu essen geben können.
Die Schwestern (Pflegepersonal) verbieten ihr jeglichen Pudding/Joghurt den sie sonst immer sehr gerne aß.
Wir haben auch schon Säfte von der Firma diet gekauft da man im Laden meinte der wäre ohne Zucker und den verbieten nun die Schwestern ebenfalls da dort die Kohlenhydrate zu hoch wären.
Kartoffeln soll sie auch nicht mehr wie 3 essen.
Und Schokolade sowie ein Stückchen Kuchen ist auch tabu. So die Schwestern.
Ist dem so ?
Sie hat es so schon schwer da sie durch den Schlaganfall nicht mehr reden, schreiben, laufen kann und nun nimmt man ihr das bisschen Essen auch noch.
Elisabeth Schnellbächer:
Ich freue mich, dass Sie sich um das Wohlergehen Ihrer Oma so sehr sorgen.
Allerdings ist ein Wert von 18, 4 (mmol/dl oder HbA1c?) sehr hoch. Dies belastet Ihre Oma auch. Einen solch hohen Wert werden Sie mit Ernährungsumstellung alleine nicht in einen akzeptablen Bereich gedrückt bekommen. Ich rate Ihnen daher, sich an den behandelnden Arzt zu wenden, um die Therapie medikamentös zu optimieren. Danach können Ihrer Oma sicher auch wieder Puddings und Milchsuppen schmecken. Allerdings sind auch Diätsäfte nicht das geeignete Getränk, da sie auch viele schnell wirksame Kohlenhydrate enthalten. Fruchtschorlen im Verhältnis 3 Teile Wasser und
1Teil Saft sind eher zu empfehlen.
Janine K. fragt:
Meine Oma bekommt bereits jeden Tag Insulin gespritzt aber die Schwester meinen sie darf dennoch keinen Pudding, Kuchen o.ä. essen.
Muss das dann nur jeden Tag anders berechnet werden (zuviel Arbeit für die Schwestern ?) oder muss sie einfach verzichten weil es nicht anders geht ?
Gleichzeitig rufen uns die Schwestern manchmal um 23 Uhr an und möchten das wir nochmal zu meiner Oma gehen damit sie nicht an Unterzuckerung stirbt.
So ein Durcheinander.
Elisabeth Schnellbächer:
Ihre Fragen sind durchaus berechtigt. Allerdings bin ich nach wie vor der Meinung, dass das dargestellte Problem nicht durch Weglassen von Puddings gelöst ist. Ich rate Ihnen sich mit dem behandelnden Arzt in Verbindung zu setzen. Sicherlich werden bei Ihrer Oma auch sogenannte Blutzucker-Tagesprofile erstellt. Diese sind Grundlage für eine Therapieanpassung. Dies ist Aufgabe des Arztes.
P. fragt:
Seit kurzer Zeit bin ich Mitglied in einem Fitness Studio. Ich bin Diabetiker Typ II und leicht übergewichtig. Können Sie mir sagen, wie viel Zeit vor Sportbeginn ich Nahrung zu mir nehmen sollte und welche Lebensmittel geeignet sind?
Vielen Dank und beste Grüße
Elisabeth Schnellbächer:
Ich rate zu einer leichtverdaulichen, fettarmen Kost. Zeitpunkt und Menge der Nahrungsaufnahme hängt auch von Ihrer Therapie ab. Auch die Art (Ausdauer-, Krafttraining) spielt eine wichtige Rolle. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
P. fragt:
Leichtverdaulich - heißt das dann kein Vollkorn oder Pommes? Können Sie mir mit ein paar Beispielen auf die Sprünge helfen. Es sind ja eher Lebensmittel, zu denen einem sonst als Diabetiker nicht geraten wird. Ausser ferrarm - das ist natürlich immer gut. ich möchte nichts falsches essen im Glauben, dass es bei Sport schon recht ist. Meinen Arzt werde ich sicher bei der nöchsten Gelegenheit auch fragen. Mein Sportprogramm besteht aus einem leichten Aufwärmtraining (15 Minuten) und dann eine Stunde Ausdauer und etwas Krafttraining - also von allem etwas.
Elisabeth Schnellbächer:
Über Ihre Therapie weiß ich noch nicht Bescheid.
Die Frage zur leichten Kost kann ich Ihnen gerne beantworten.
Wie Sie schon vermutet haben, zählen Pommes nicht dazu. Gegen Vollkornbrot vor dem Sport ist nichts einzuwenden. Allerdings wäre Obst eher zu empfehlen.
P. fragt:
Mein Wert liegt bei 7,0. Ich nehme seit einem Jahr 2 Metformintabletten pro Tag (1000g).
Elisabeth Schnellbächer:
Ich bleibe bei meiner Obstempfehlung vor dem Sport. Bei einer sportlichen Betätigung, die Ihrem Trainingszustand angemessen ist, müsste Ihr Blutzucker nach dem Sport um ca. 60 mg/dl gesunken sein.
X. fragt:
Ich muss alle BEs berechnen, um spritzen zu können. Die Lebensmittel suche ich vorrangig danach aus, wo auch drauf steht wieviel drin ist. Und natürlich frische Sachen. Die schlage ich dann nach. Würde aber auch mal gerne eine Currywurst oder einen Döner essen, ohne dass ich mich bei der Insulinmenge verschätze. Kann ja da nicht mit einer Waage ankommen. Die Soßen sind zudem bei allen Buden ganz unterschiedlich. Wieviele BEs sollte ich für Döner, Currywurst und Falaffel berechnen?
Elisabeth Schnellbächer:
Es ist tatsächlich so, dass man die Zubereitung der Speisen an unterschiedlichen Buden nicht genau einschätzen kann.
Die Brottasche des Döners hat i.d.R. 4 BE. Aber auch hier gibt es kleine und große Portionen.
Hier hilft leider nur das Austesten. Messen Sie vor und nach der Mahlzeit Ihren Blutzucker, um so beim nächsten Mahl die BE besser bestimmen zu können.
Genießen Sie trotzdem ab und an Ihren Döner oder auch Ihre Currywurst.
Gerd E. fragt:
Ich habe Diabetes 2 3 Monatswert bei 7,1.
Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich auch weniger Obst essen soll ( Erdbeereb, Kirschen, melone usw.) weilder Fruchtzucker die Werte in die Höhe treiben wird. Ist das richtig?
Elisabeth Schnellbächer:
Obst ist sehr gesund. Allerdings macht es auch hier die Menge. Versuchen Sie einmal die Obstportion mit der Hand abzumessen. Eine Hand voll Kirschen z.B. oder eine Hand voll Erdbeeren sollte als Portion genügen.
Peter M. fragt:
ich bekomme nächste Woche Besuch von den lieben Verwandten. Meine Schwester ist Vegetarierin. Ich habe Typ 1 und habe gar keine Erfahrung mit vegetarischem Kochen. Wollte etwas mit Tofu oder Backkäse ausprobieren. Haben Sie einen Tipp?
Elisabeth Schnellbächer:
Ein Rezept kann ich Ihnen gerne nennen (2 Personen):
100 g Tofu, Salz, weißer Pfeffer, 1 Essl. Zitronensaft, Currypulver, 1 Essl. Sojasauce, eine kleine Zwiebel, 200 g Pilze, 1-2Essl. Olivenöl, 1 gehäufter Teel. Weizenvollkornmehl, 50 g Creme fraiche, 1-2Essl. Weißwein, etwas Muskatnuss, Chayennepfeffer
Tofu in dünne Scheiben schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen, in den Zitronensaft mit Currypulver und Sojasauce ca. 15 Minuten einlegen. Zweibel würfeln, Pilze waschen und klein schneiden. Die Hälfte des Öls erhitzen und Zwiebeln mit Pilzen kurz anschwitzen, mit Volkornmehl bestäuben. Creme fraiche und Weißwein dazugeben. Die Sauce mit den weiteren Gewürzen abschmecken. Das Ganze bei mäßiger Hitze 6-8 Minuten köcheln lassen. Tofustreifen abtropfen lassen, in dem restlichen Öl von allen Seiten braten und mit den Pilzen anrichten.
Karsten fragt:
Liebe Frau Schnellbächer, bei mir ist alles etwas komplizierter mit dem Essen. Habe Morbus Chron und jetzt seit 2 Jahren auch Typ 2 Diabetes.
Deshalb kann ich viele Ernährungstipps, die für Diabetiker geltennicht einhalten. Vollkorn und Rohkost vertrage ich nicht. Wenn cih das Gemüse koche kann ich das in kleinen Mengen essen. Haben Sie ein paar Tipps für mich? Mir gehen langsam die Ideen aus.
Elisabeth Schnellbächer:
In Ihrem Fall sollte mein zwei Fälle bei der Ernährung unterscheiden.
A. Akuter Schub des Mb. Crohn. Hier ist eine sehr ballaststoffarme leichte Kost zu empfehlen. Im akuten Schub kein Gemüse , Obst und keine laktosehaltigen Lebensmittel. Bei Besserung der Beschwerden ist unbedenklich Gemüse: z.B. Brokkoli, Blumenkohl, Romanesco, Spargelspitzen, Möhren, Spinat , alles ohne Zwiebeln und ohne Knoblauch.
Bei Beschwerdefreiheit ist eine vollwertige Ernährung so weit zu empfehlen wie sie von Ihnen vertragen wird. Zitrusfrüchte und Steinobst wird schlechter vertragen als anderes Obst. Auch eingekochtes oder gedünstetes Obst ist zu empfehlen. Ich empfehele Ihnen bei weiteren fragen die Kontaktaufnahme mit einem Ernährungsberater, den Sie über Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse finden können.
D. fragt:
Hallo, als Diabetiker soll ich täglich mehr als 50 Prozent Kohlenhydrate essen. Wie sollte ich die über den Tag verteilen? ich esse meistens abends eine warme Mahlzeit mit Reis, Kartoffeln oder Nudeln. Und sollte ich dann besser Vollkorn-Produkte essen oder darf ich auch Nudeln mit Ei?
Elisabeth Schnellbächer:
Ihre Kohlenhydratmenge sollten Sie auf mind. 3 Mahlzeiten verteilen, d.h. Sie können gerne eine Zwischenmahlzeit aus Obst zu sich nehmen.
Wenn Ihre Blutzuckerwerte mit den bisher eingenommenen Mahlzeiten im Zielbereich lagen, können Sie diese ohne Veränderung weiter zu sich nehmen. Allerdings ist zu empfehlen fettarme Zubereitungsarten zu wählen.
Carmen fragt:
Bei mir wurde erst vor kurzem Diabetes Typ 2 diagnostoziert. Ich würde es ja gerne ohne Insulin schaffen. Ich weiß ja , dass ich nicht unbedingt Diät halten muss, eine gesunde Ernährung reicht aus. Ist es aber nicht trotzdem so, dass man bestimmte Lebensmittel besser umgeht? Gibt es "Lebensmittelfallen" bei denen ich sehr aufpassen muss, weil sie den BZ schnell hochtreiben oder ganz schnell runter? Über ein paar Tipps für einen Neuling wäre cih dankbar. VG Carmen
Elisabeth Schnellbächer:
Man empfiehlt eine gesunde Mischkost mit hohem Ballaststoffanteil, d.h. viel Gemüse, Salate, Vollkornprodukte. Fettarme Lebensmittel und viel Obst gehören auch dazu. Siehe auch Ernährungspyramide der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Schnell BZ-steigernd sind zuckerhaltige Limonaden und Colagetränke, Fruchtsäfte, auch Diätfruchtsäfte und Nektare.
D. H. fragt:
Sehr geehrte Frau Schnellbächer,
welches Brot soll ich am besten essen? Habe Typ 2. Kann ich auch Weißbrot essen oder ist das ein NO-Go?
Elisabeth Schnellbächer:
Wenn keine akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorliegen, sollten Sie tatsächlich auf Weißbrot verzichten. Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an schmackhaften Vollkornprodukten.
Kerstin B. fragt:
Hallo Frau Schnellbächer, wir haben den ganzen Garten voll mit Obst: Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Pflaumen. Ich würde daraus gerne Marmelade machen. Mein Sohn hat allerdings Typ 1 Diabetes. Sollte ich besser Diät-Gelierfruchtzucker nehmen? Haben Sie ein gutes Rezept uaf Lager. Und sollte ich bestimmtes Obst besser nicht einmachen?
Elisabeth Schnellbächer:
Ein Rezept, dass für jedermann gut geeignet ist, auch für Ihren Sohn, ist z. B.:
1 kg Früchte, 10g Zitronensäure aus der Apotheke, 2 Essl. Pektin, Süßstoff
Anzumerken ist, dass diese Marmelade wie jede andere auch gekocht wird. Allerdings sollte man sie dunkel aufbewahren. Außerdem ist die Haltbarkeit reduziert, so dass man lediglich geringe Mengen zubereiten sollte. Daher würde ich Ihnen empfehlen, Früchte einzufrieren und bei Bedarf zu verarbeiten.
Birgit K. fragt:
Liebe Frau Schnellbächer, ich lese immer wieder unterschiedliche Statements zu Süßstoffen und Fruktose. Sind sie nun ein guter Zuckersatz, sind sie vielleicht sogar schädlich oder ist es egal? Was raten Sie Ihren Patienten?
Elisabeth Schnellbächer:
Fruchtzucker allgemein als Zuckeraustauschstoff bei Diabetes wird nicht mehr empfohlen. Bei Fruchtzuckerunverträglichkeit sollte man nicht mit Fruchtzucker süßen, da Bauchschmerzen , Übelkeit und Durchfall die Folgen sein können.
Dass Süßstoffe schädlich sind, ist ein Mythos. Die ADI-Werte sind so hoch, dass man auch Süßstoffe ohne Bedenken zu sich nehmen kann. Für Menschen mit Diabetes werden Süßstoffe empfohlen bei Getränken und ggf. Marmeladen/Gelees.
Annette Tr. fragt:
Betreff: Schlank im Schlaf? und LOGI-Methode
Zur Zeit sind die Ernährungsprogramme "Schlank im Schlaf" und die "LOGI-Methode" groß in Mode. Was halten Sie von diesen Methoden im Allgemeinen und für übergewichtige Diabetiker im Besonderen?
Vielen Dank!!!
Elisabeth Schnellbächer:
Die Methode "Schlank im Schlaf" beinhaltet einen Verzicht auf verwertbare Kohlenhydrate und fettige Speisen abends, da ein erhöhter Blutzuckerspiegel die Fettverbrennung hemmt bzw. blockiert.
Die "LOGI-Methode" beruht auf der verringerten Zufuhr von Kohlenhydraten mit möglichst geringem glykämischen Index. Die Idee ist, dass bei niedriger Kohlenhydratzufuhr und niedrigem glykämischen Index auch der Insulinspiegel verringert ist.
Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit diesen Methoden bei übergewichtigen Menschen mit Diabetes gemacht. Ein Einstieg in die Gewichtsabnahme gelang gut. Ich persönlich habe allerdings erlebt, dass diese Erfolge nur gehalten werden konnten, wenn zusätzlich das Bewegungsverhalten positiv verändert wurde.
Wolf L. fragt:
Womit süße ich am besten beim Marmelade einkochen und Kuchenbacken zunächst generell ? Meine Frau soll Fruchtzucker wegen einer Darmerkrankung meiden. Kann man auch mit Süßstoff und wenn ja mit welchem Marmelade kochen? Was ist mit Stevia ?
Vielen Dank für Ihre Mühen PS: Ich bin Typ II Diabetiker mit Metformin eingestellt.
Elisabeth Schnellbächer:
ein Rezept zum Marmelade kochen wäre:
1 kg Früchte, 10g Zitronensäure aus der Apotheke, 2 Essl. Pektin, Süßstoff nach Geschmack.
Bitte beachten Sie, dass die Haltbarkeit dieser Marmelade reduziert ist. Außerdem muss Sie dunkel gestellt werden. Ansonsten wird sie gekocht wie normale Marmelade.
Stevia wird nicht anders gerechnet als jeder andere Süßstoff auf.
Sabine M. fragt:
Ich suche für eine Woche einen Essensplan um die 12 be pro Tag. Vielleicht können sie mir dabei helfen.
Elisabeth Schnellbächer:
Vielleicht hilft Ihnen diser allgemeine Plan weiter und Sie variieren pro Tag:
Frühstück 2BE
1 Scheibe Vollkornbrot (60g) oder 1 Scheibe Roggenmischbrot (50g)
10 g Halbfettmargarine, 25g Diätmarmelade , 25 g Quark
Zwischenmahlzeit 1 BE
1 Stück Obst
Mittagessen: 240 g Kartoffeln oder Reis (140g) oder Kartoffelpüree (280g)
Gemüse ohne Soße oder Salat
80g Fleisch oder 80 g Fisch mit Bratensaft
Zwischenmahlzeit: 2 BE
1 Scheibe Roggenmischbrot (50g) mit 10g Halbfettmargarine und 20g fettarmer käse oder 1 Stück Kuchen (2BE)
Abendessen.3BE
Vollkornbrot (90g) oder Roggenmischbrot (75g) mit 10g Halbfettmargarine, 40 g Magere Wust oder 40g fettarmer Käse
Rohkostsalat



