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"Richtig ernähren mit Diabetes: Muss ich anders essen? Und wie?"

Experten-Chat mit Dagmar Freifrau von Cramm

Professor Achim Peters

Am 29. März 2012 findet zwischen 17 und 19 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit Dipl. oec. troph. Dagmar Freifrau von Cramm statt zum Thema "Richtig ernähren mit Diabetes: Muss ich anders essen? Und wie?". Sie ist Expertin und Fachjournalistin für Ernährung. Fragen können Sie über das Kontaktformular schicken.

Sonja E. fragt:

Was halten Sie von Trennkost und low-carb?

von Cramm:

Liebe Frau E., ich halte wenig von Korsetts, die man sich überstreift. Zu tief sind unsere Essgewohnheiten, als das wir uns völlig von ihnen lösen können. Sie sind oft der Grund für den Jojo-Effekt.

Natürlich tut sich ein Diabetiker leichter, wenn er mäßig mit Kohlenhydraten umgeht - vor allem mit Zucker, Weißmehl, Süßgetränken, also den schnelle Kohlenhydraten. Allerdings muss man dann bei den Eiweißträgern darauf achten, dass sie nicht zuviel gesättigte Fette liefern. Und mäßig Vollkorn- oder Hartweizenpasta, Vollkornbasmatireis und Vollkornbrot schadet in meinen Augen nicht.

Trennkost kann mit den hohen Kohlenhydratanteilen morgens problematisch sein. Das klappt nur, wenn Sie nach Bedarf spritzen.

Letzten Endes geht es doch immer wieder darum, dass der Verzehr nicht höher sein darf als der Bedarf.

Im übrigen: Probieren geht über studieren. Jeder Mensch hat andere Vorlieben und einen anderen Stoffwechsel. Sie merken schnell, was Ihnen bekommt. Gerade, wiel Sie ja Ihre Blutwerte regelmäßig kontrollieren.

Mit freundlichne Grüßen

Dagmar v. Cramm

Anita L. fragt:

Unsere Tochter ist 14 Jahre alt und wurde jetzt mit einem Prä-Diabetes diagnostiziert. Wir waren ziemlich erschrocken. Es ist ja noch nicht zu spät, hat der Arzt uns gesagt, weil nicht richtig Diabetes hat. Wir sollen jetzt die Ernährung umstellen. Aber das ist gar nicht so einfach bei einer 14-jährigen. Wir können ja nicht kontrollieren, was sie in der Schule und in ihrer Freizeit isst. Welche Nahrungsmittel sind ihrer Meinung besonders ungesund – abgesehen mal von Chips und Süßigkeiten. Haben Sie vielleicht einen Tipp, was Kindern gut schmeckt und trotzdem gesund ist.

von Cramm:

Liebe Frau Langenhaas,

Sie schreiben nicht, ob Ihre Tochter übergewichtig ist. Ich vermute das, sonst hätte sie wohl kaum Diabetes Typ 2.

Ungesund ist vor allem das Zuviel. Vielleicht sollte Ihre Tochter mal an einer Diabetiker-Schulung teilnehmen - fragen Sie bei der Krankenkasse danach.

Fatal fürs Gewicht sind Süßgetränke, leider auch Säfte oder Saftschorlen. Außerdem die Teilchen vom Bäcker und alles Pizzagebäck. Das hat doch eine hohe Energiedichte.

Suppen, Gemüse, Wokgerichte sind dagegen Spitze. Und Espausen! Am besten dreimal am Tag essen - das reicht. Und nicht zuviel!

Und Sport machen - bei Mädchen nicht einfach. Tanzen? Radeln? Shoppen:-)) ?

Ich habe bei der Stiftung Warentest ein (Koch-) Buch zum Thema geschrieben: "Familie in Form" - vielleicht hilft Ihnen das.

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Felicitas B. fragt:

Betreff: Gewichtsreduktion bei Typ I
Ich bin langjährige Typ I-erin (ICT) und kämpfe wohl auch -aber nicht nur - in Folge der Wechseljahre mit meinem Gewicht (78 kg bei 1,69m). Meine Ernährung würde ich als ausgwogen bezeichnen: regelmäßig frisches Obst, Gemüse, mageres Fleisch oder Fisch 1-2x wöchentlich. Versuche, durch Ernährungsumstellung ,wie zB abends Joghurt statt Brot, brachten nur anfangs eine leichte Gewichtsreduktion. Sport treibe ich regelmäßig, habe allerdings einen sitzenden Beruf. Was kann ich noch tun??

von Cramm:

Liebe Frau B.,

bei Typ 1 Diabetes schlank zu bleiben, ist schwer. Insgesamt braucht unser Körper weniger als zuvor - schrumpfen Sie Ihre gewohnten Portionen.

Essen Sie nur dreimal am Tag. Abends kann auch eine Gemüsecremesuppe helfen - die füllt den Magen ohne zuviel Kalorien zu liefern. Ich habe auch beste Erfahrungen mit einem kleinen Elektrodämpfer: Spargel, Blumenkohl oder Broccoli, Zuckererbsen oder Möhren hineingeben, mit Zeituhr dämpfen und dann mit dem Sud, tollem Öl und Essig und Kräutern ein Dressing machen. Dazu Nüsse oder mageren Käse - das macht satt und fit und schmeckt auch lauwarm...

Und versuchen Sie noch mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen: Ein Schrittzähler kann dabei helfen.

Viel Erflog und freundliche Grüße

Dagmar v. Cramm

Inge B. fragt:

Betreff: Diabetes Typ 2
Ich Spritze nach Plan, 3 lang und ein kurz Insulin und nehme nehme Morgens und Abends Metformin 1000 .Da ich nach einer Herzklappen Operation Marcumar nehmen muss , bin ich verunsichert , wie ich mich Ernähren muss. Haben Sie einen Tipp für mich ?

 

von Cramm:

Liebe Frau B.,

Marcumar hat nichts mit Ihrer Ernährung zu tun.

Ganz habe ich Ihre Medikamentation nicht verstanden. Sie werden aber sicher eine Empfehlung hnsichtlich der BE bekommen haben.

In jedem Fall tut Ihnen eine Vollwertkost gut mit magerem Eiweiß aus Fisch, Fleisch, Nüssen und Kernen und Miöchprodukten, auch Soja. Dazu viel Gemüse und Pasta, Brot, Müsli oder Reis am besten als Vollkornprodukt

Sie schreiben nicht, ob Sie übergewichtig sind - Metformin spricht dafür.

Da hilft es nur dreimal am Tag zu essen. Regelmäßig stramm spazieren
gehen ist für Ihr Herz sicher auch gut.

Ursula W. fragt:

Betreff: Richtig ernähren bei Diabetes
Ich bin Diabetiker und möchte im Mai eine Donaukreuzfahrt duchführen, es gibt einige Landgänge und VP, mit landesüblichen Gerichten. Was muß ich dabei zu beachten?Bei welchen diesbezüglichen Speisen muß ich besondere Vorsicht walten lassen. Als Medikament wird mir seit Beginn der Erkrankung (ca.5 Jahre) vom Hausarzt "Metformin 1000" 1/2 Tabl. täglich verordnet.Langzeitw. ist 6,7.

von Cramm:

Liebe Frau W., sind Sie übergewichtrig? Dann sollten Sie vor allem maßvoll essen - das Büffet auf dem Schiff ist wahrscheinlich viel "gefährlicher" als
der Landgang.

Essen Sie nur 3 Mahlzeiten pro Tag. Nehmen Sie sich vor dem Hauptgang eine Portion Salat. Seien Sie vor allem bei Mehlspeisen wie Apfelstrudel. Palatschinken, Buchteln, Zwetschgenknödel, Kolatschen oder Powidltascherln zurückhaltend. Trinken Sie keine kalten Süßgetränke, auch kein Saft.

Ideal für Sie ist Tafelspitz und die klaren Suppen vorweg - mit wenig Einlage. Ansonsten beneide ich Sie: eine wunderbare Landschaft und feine Küche! Aber: weniger ist mehr.

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Anni R. fragt:

Betreff: Vegetarische Ernährung
Ich habe meine Ernährung seit ca. 1 Jahr auf fleischlos umgestellt, (bin Diabetikerin II, Metformin und Insulin). Obwohl meine Tagesprofilwerte seit Monaten so gut wie nie sind (zwischen 80 und 130), macht sich das überhaupt nicht beim Hba1 bemerkbar (7,2). Mein Diabetologe meinte, das hätte mit meiner fleischlosen Ernährung zu tun, dadurch würde dieser Wert verfälscht. Ich will aber nicht wieder anfangen Fleisch zu essen. Bedeutet das, dass ich diesen schlechten Wert hinnehmen muss und dass eigentlich alles okay ist?

von Cramm:

Liebe Frau R., eigentlich dürfte das mit dem Fleisch nichts zu tun haben. Aber
vielleicht haben sie das Fleisch durch Kohlenhydrate ersetzt. Vielleicht besser nicht zu eiweißarm essen, also reichlich Fisch, Meeresfrüchte, Nüsse, Kerne und Samen, magere Milchprodukte und auch Soja verzehren. Orientieren Sie sich an der arabischen und thailändischen Küche: Hummus, Sateh mit Erdnusssauce, gebratener Reis mit Gemüse und Cashewnüssen sind prima.

Langfristig müßte sich der bessere Bltzucker aber doch beim HbA1 niederschlagen. Halten Sie durch!

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Reinhold H. fragt:

Zeitplan Einnahme von Essen
Ich esse eigentlich meine Hauptmahlzeiten erst ab Mittag und bis spät in den Abend hinein. Morgens trinke ich nur etwas kohlehydratreiche Milch oder Buttermilch. Ist das richtig oder sollte ich etwas daran ändern.??

von Cramm:

Lieber Herr G., das lässt sich schwer sagen. Wichtig ist es, "Ausreißer" beim
Blutzucker zu verhindern. Achten Sie auf Ihre Füße, versuchen Sie regelmäßig Sport zu machen und Ihren Blutfettspiegel im Lot zu halten. Übergewicht, Bluthochdruck, Arterioskleriose hängen eben oft zusammen. Und tatsächlich ist die beste Prophylaxe ein gesundes Gewicht.

Eiine lange, gesunde Lebenszeit wünsche ich Ihnen - das liegt zum Teil
auch in Ihren Händen.

Dagmar v. Cramm

Ralf L. fragt:

Sehr geehrte Frau von Cramm,

ich weiß nicht so recht, was ich von einer Fett und Zuckersteuer halten soll. Vor allem ist mir schleierhaft, wie das in der Praxis aussehen soll. Wird dann auch Butter und Öl teurer? Nicht alles was Fett und Zucker enthält ist automatisch ungesund. Gibt es denn andere Länder, wo das schon gemacht wurde und was ist dabei rausgekommen? Sind die Menschen dort jetzt gesünder bzw gibt es dort nun weniger Übergewichtige? Rauchen eigentlich auch weniger seitdem Zigaretten immer teurer werden? ich lasse mich gerne mit guten Argumenten überzeugen. Viele Grüße Ralf L., Sigmaringen

von Cramm:

Lieber Herr L., na - das ist ja keine echte Diabetesfrage ;-)

Ich weiß auch nicht, ob so eine Steuer hilft - wir beobachten ja gespannt Dänemark und andere Länder. Aber so wie bisher kann es ja nicht wietergehen. Das verkraftet unser Gesundhetssystem nicht. In den USA, die uns ja wacker vorangehen in puncto Übergewicht, müssen die weniger wohlhabenden Übergewichtigen eben weiter mit Schmerzen herumlaufen, weil sie keine Hüft OP gezahlt bekommen. Sie werden sich kaum einen Stent, Bypass oder Katheder leisten können.

Die Steuer würde ja nur auf gesättigte Fette entfallen - und die preislichen Auswirkungen in Dänemark sind mäßig. Ich würde dafür aber gerne Obst und Gemüse preiswerter machen und Ernährungsbildung in Krippen, Kitas und Schulen verbessern.

Über die Details müssen sich die Fachleute Gedanken  machen. Aber ehrlich: Wer es schafft Mautgebühren für die Autobahn per Funk zu erheben, der wird auch daran nicht scheitern.

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Eduard fragt:

Hallo Frau von Cramm, ich habe gehört, dass es besser für den Insulinspiegel sein soll sich auf 3 Mahlzeiten zu beschränken und keine Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen. Ist das so richtig? Mir geht es nicht nur um das Insulin, ich möchte damit auch etwas Gewicht verlieren.

Danke für Ihre Antwort, VG Eduard

von Cramm:

Ja das ist richtig. Verzehren Sie lieber 3 ausgewogene Mahlzeiten am Tag, als diese mit Zwischensnacks zu ergänzen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Insulinspiegel aus, sondern auch auf das Körpergewicht. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Jürgen fragt:

Betreff: Eiweißbrot
Beim Bäcker gibt es jetzt Eiweißbrot mit 26 / 100 Gramm Eiweiß und wenig Kohlenhydraten. Ich bin mir unsicher, wieviel Eiweiß eventuell schädlich sein könnte. Ist das ein guter Ersatz für "normales" Brot, wenn man abnehmen will? Schmeckn tut es auf jedenfall!

von Cramm:

Eiweißbrot kann ein guter Ersatz für andere Brotsorten sein, vor allem wenn man an Gewicht verlieren möchte. Ich selbst habe es einmal ausprobiert und finde den Geschmack auch gut! Prinzipiell kann man sich mit diesem Brot und einer eiweißreichen Kost aber nicht schaden. Allerdings müssen Diabetiker, mit einer eingeschränkten Nierenfunktion aufpassen nicht zuviel Eiweiß zu sich zu nehmen. Hier sollten auf keinen Fall mehr als 10 bis 15 Prozent des Energiebedarf mit Eiweiß gedeckt werden. Diabetiker sollte außerdem beachten, dass eine "sehr" eiweißreiche Mahlzeit die Insulinwirkung abschwächen kann. Und wenn Sie zuviel Eiweiß zu sich nehmen, das der Körper gar nicht braucht,
wird dieses in Glucose umgewandelt und dieser Prozess führt zu einem Anstieg des Blutzuckers.

Kerstin D. fragt:

Liebe Frau von Cramm, laut DGE soll man ja 50 % seiner Energie inform von Kohlenhydraten zu sich nehmen. Gilt das auch für Übergewichtige? Ich muss sehr stark auf mein Gewicht achten und die besten Erfahrungen beim Abnehmeen habe ich bisher gemacht, indem ich weniger KH gegessen habe. ich kann mir nicht vorstellen, dass das meiner Gesundheit schadet. Natürlich ersetze ich die fehlenden KH nicht durch Fett - esse dann mehr Gemüse. Was meinen Sie zu der Low Carb Diät?

von Cramm:

Da kohlenhydratreiche Lebensmittel in der Regel eine relativ geringe Energiedichte aufweisen, ist auch bei Übergewicht gegen einen Kohlenhydratanteil von 50% (Richtlinien der DGE) nichts einzuwenden. Wichtig ist jedoch, dass die Kohlenhydrate nicht aus Zucker und zuckerhaltigen Lebensmitteln stammen, sondern aus ballaststoffreichen Vollkornprodukten, Obst und Gemüse. Auf der anderen Seite gibt es Hinweise, dass eine kohlenhydratarme Kost den Gewichtsverlust begünstigen kann. Wenn Sie also das Gefühl haben, dass Ihnen die Reduzierung an Kohlenhydraten beim Abnehmen hilft, bleiben Sie dabei, gerade wenn Sie diese nicht durch zuviel schlechte Fette, sondern Eiweiß, Fisch und Öle sowie Obst und Gemüse ersetzen.

Ulrich U. fragt:

Betreff: Inulin
Wirkt sich Inulinhaltiges Gemuese und Knollen wie Topinambur guenstig auf die Blutzuckerwerte aus. Wie wirkt Inulinhaltiger Sirup zum Suessen von Speisen und Getraenken sich auf den Blutzucker aus.

von Cramm:

Inulinreiches Gemüse wie Topinambur und Schwarzwurzeln wirken sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus, da für die Verstoffwechslung kein Insulin benötigt wird. Topinambur wird auch als Diabetikerknolle bezeichnet und wird so oft bei Diabetes und Gestationsdiabetes empfohlen. In Sirup aus Inulinhaltigen Knollen, wie zum Beispiel Topinambursirup liegt das Inulin in konzentrierter Form vor. Diese Sirupe eignen sich hervorragend als Nahrungsergänzung, also auch zum Süßen, Backen, Kochen und als Brotaufstrich.

Werner fragt:

Sehr geehrte Freifrau von Cramm,

ich bin seit Dez. 2007 Diabetiker Typ 2. Schon meine Vorfahren – meine Eltern und beide Großmütter hatten bzw. haben Diabetes Typ 2 -. Seit Februar 2008 nehme ich am DMP Typ 2 teil, 2 x Jährlich gehe ich zum Augenarzt, ABO Diabetes Journal, Mitgliedschaft im Diabetikerbund und in DiabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe sind für mich als Diabetiker selbstverständlich. Dem VdK und dem DAAB (Deutscher Allergie und Asthmabund) gehöre ich ebenfalls an. Im DMP COPD bin ich durch unseren Hausarzt, der auch gleichzeitig mein Diabetologe ist, seit m. W. letztem Jahr eingeschrieben.
Alle 4 - 5 Wochen kommt zu meiner Frau und mir eine Podologin ins Haus.
Mit der Gewichtsreduzierung tue ich mir schwer, 96 kg bei 1,67 cm sind zu viel. Ich weiß, dass ich Abnehmen müsste, leider leichter gesagt wie getan. Mehr Bewegung wäre angebracht, aber ich tue mir schwer damit.
Mein letzter HbA1c Wert, mein bisher höchster, war 6,36. Meine Diabetes Medikamentation Metformin 2 x 1000 mg und 2 x 1,75 mg Glibenclamid, Bisoprolol 10 mg gegen Bluthochdruck, und Simva Basic 20 mg wegen der erhöhten Blutfettwerte.

Wie von meinem Hausarzt/Diabetologe empfohlen, mache ich wöchentlich ein Blutzucker Tagesprofil. Dabei wurde im letzten Jahr festgestellt, dass meine Blutzucker Werte ca. 1,5 – 2 Std. nach dem Frühstück mit über 180 zu hoch sind. Nach Rücksprache mit meiner Diabetesberaterin habe ich mein Frühstück umgestellt. Jahre lang habe ich morgens ausschließlich Müsli gegessen. Nach Verringerung der Müsli menge auf 40 g je Frühstück und zusätzlich ein Stück Brot oder alternativ ein Brötchen bin ich morgens bei etwas über 160 Blutzucker. Glibenclamid 1,75 mg nehme ich jeweils morgens und mittags vor dem Essen ein. Je nachdem wie viel oder was ich zu Mittag esse, habe ich nachmittags ab und an Unterzuckerungen. Mein Blutzucker Wert liegt nach dem Mittagessen zwischen 70 – 80. Zum Mittagessen gibt es, vor allem im Sommer, Salate. Höchstens zweimal in der Woche gibt es Mittag Fleisch mit Nudeln und Salat. Gemüse, frisch je nach Saison oder Tiefkühlgemüse essen wir Mittags öfters. Hin und wieder gibt es zum Mittagessen Dampfnudeln und Vanillesoße. Spargel, z. B. mit Pfannkuchen und Erdbeeren gibt es selbstverständlich auch in der Saison.
Mit dem Blutzucker Wert und den ab und an auftretenden Unterzuckerungen 1,5 – 2 Stunden nach dem Mittagessen bin ich nicht zufrieden. Es stellt sich mir und meiner Frau die Frage, ob man am Mittagessen etwas ändern könnte oder sollte, wenn ja was man ändern könnte oder sollte. Ich möchte erreichen, dass ich die Unterzuckerungen die ich ab und an Mittags so ca. 1,5 – 2 Std. nach dem Mittagessen habe, nicht mehr bekomme.

von Cramm:

Lieber Herr S., wie wäre es denn morgens mit etwas mehr Nüssen oder ungeschälten Mandeln im Müsli? Das wird den Blutzuckeranstieg verlangsamen.
Mittags scheint ihre Medikamentation zu hoch - aber das sollten Sie sicher mit Ihrer Beraterin und Ihrem Arzt besprechen. Essen Sie täglich mittags Gemüse plus einen kleinen Salat - so machen wir das ganz normal zuhause. Mehlspeisen sind natürlich sehr kohlenhydratreich - besser mit etwas Nüssen und Vollkornmehl oder zumindest 1050er Mehl zubereiten.

So - jetzt muss ich zur nächsten Frage. Weiterhin viel Erfolg bei der Therapie

Ihre Dagmar v. Cramm

Werner fragt:

Sehr geehrte Frau von Cramm,

vielen Dank für Ihre rasche Beantwortung meiner Frage.
Jeden Abend nehme ich u. a. eine Simva Basic 20 mg, wegen der erhöhten Blutfettwerte, ein. Ohne diese Einnahme wären meine schlechten Cholesterinwerte erhöht und die die guten Cholesterinwerte zu niedrig, sowie meine Triglyceride wären auch erhöht. Wenn ich nun, wie von Ihnen vorgeschlagen, mehr Nüsse und mehr Mandeln esse werden dann nicht der Cholesterin Wert und der Triglyceride Wert dadurch erhöht?
Wegen dieser beiden Werte (Cholesterin und Triglyceride) esse ich nicht viel Nüsse und Mandeln. Nüsse es ich eigentlich ganz gerne, aber wegen der Gefahr der erhöhten Blutfettwerte esse ich nur wenig oder selten Nüsse. Was sagen Sie dazu? DANKE für Ihre Antwort im Voraus.

Gruß

von Cramm:

Lieber Herr S.,

tatsächlich kommt es bei erhöhten Triglyzerid- und Cholesterinwerten
neben der Fettreduktion vor allem darauf an die richtigen Fette zu essen. Die schlechten, gesättigten Fettsäuren vor allem aus tierischen Lebensmitteln haben einen ungünstigen Einfluss auf das LDL/HDL-Cholesterinverhältnis und erhöhen die Blutfettwerte. Die guten, ungesättigten Fette stammen meist aus pflanzlichen Lebensmitteln wie eben Nüssen aber auch Avocados und Ölen. Sie
hingegen beeinflussen den Cholesterin- und Triglyzeridspiegel positiv - auch wenn es Fette sind! Zudem enthalten pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse kein Cholesterin, ein weiterer Pluspunkt. Sie können die Nüsse also essen und damit andere tierische, fettreiche Lebensmittel ersetzen.

Grüße,
Ihre Dagmar von Cramm

Klaus R. fragt:

Betreff: Diabecon
Kennen Sie das Nahrungsergänzungsmittel "Diabecon Himalaya"? Es soll die Insulinresistenz herabsetzen und geeignet sein für Diabeter, die nur über Diät und Bewegung ihre Krankheit managen. Für eine baldige antwort wäre ich Ihnen dankbar. Freundliche Grüße Klaus R.

von Cramm:

Für dieses Nahrungsergänzungsmittel werden generell beim Diabetes Typ 2 positive Effekte auf Blutparameter und Folgeerkrankungen propagiert. Diese wurden sogar in einigen Studien nachgewiesen, wobei ich die Validität der Daten nicht genau einschätzen kann. Dazu wäre eine intensivere Recherche notwendig. Da es sich aber um ein rein pflanzliches Produkt handelt spricht nichts dagegen, es auszuprobieren.

Karin M. fragt:

Betreff: Diabetes Typ 2
Ich esse zum Glück viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch oder Aufschnitt. Meine Schwäche jedoch ist dieser ständige Hunger auf Schokolade, Kekse und dergleichen. Wie kann ich da noch gegensteuern - sozusagen den inneren Schweinehund überwinden ?

von Cramm:

Gerade ein hoher Obstkonsum kann zu einer gesteigerten Lust auf Süßes führen. Ich würde deshalb empfehlen nur zwei Portionen Obst am Tag zu essen, auch weil der hohe Zuckergehalt die Übergewichtsentwicklung begünstigen kann. Um dem Heißhunger entgegenzuwirken hilft vor allem Ablenkung durch Hobbys und Bewegung. Dann gilt: aus den Augen aus dem Sinn. Lassen Sie Süßigkeiten nicht offen rumliegen oder kaufen Sie diese gar nicht erst ein. Daran angelehnt hilft auch das Augenverdrehen. Unterbrechen Sie die Fixierung mit dem Blick auf eine Leckerei, indem Sie Ihre Augen schnell in alle Richtungen bewegen. Das löst den starren Blick und lenkt Sie ab. Eine andere Technik ist, sich etwa 2 cm unter dem V des Schlüsselbeins auf die Brust zu klopfen. Dort sitzt nämlich die Thymusdrüse, die durch das Klopfen angeregt wird und innere Kräfte weckt. Versuchen Sie es auch mit Zähneputzen. Ein sauberes Mundgefühl erschwert das Verlangen nach Nascherei. Es kostet mehr Überwindung die sauberen Zähne wieder mit Süßem zu verunreinigen und der Minz- und Mentholgeschmack vertreiben den Appetit. Ähnlich wirken Duftsäckchen z.B. mit Lavendel. Versuchen Sie ansonsten Mahlzeiten und Naschereien in Maßen bewusst zu genießen. Am besten in Gesellschaft und ohne Ablenkung durch Fernseher oder Computer. Dadurch wird das Geschmackserlebnis intensiver. Die Lust nach mehr wird gemildert. Ein Trick ist Süßigkeiten wie Gummibärchen oder ein Stück Schokolade einzufieren. Sie bleiben dadurch länger im Mund und Sie haben mehr davon. Und: Leckereien
grundsätzlich nur direkt nach dem Essen und nicht wenn der Magen knurrt, damit Sie nicht zuviel davon essen.

Hoffentlich konnte ich Ihnen mit den Anregungen helfen.

Dagmar A. fragt:

Betreff: Rauchen und Zunehmen
Guten Tag, meine Mutter hat Typ 2 Diabetes und ist Raucherin. Sie überlegt, das Rauchen aufzugeben, hat aber Angst, dass sie dann zunimmt. (Das war vor vor vielen Jahren schon mal so, vor der Diganose Diabetes.) Meine Frage: Ist das unweigelich so, dass man zunimmt, wenn man aufhört mit dem Rauchen? Was kann man tun, wenn man jetzt nicht gerade Sport mag etc., um irgendwie gegenzusteuern? 

von Cramm:

Liebe Frau A., tatsächlich erhöht Nikotin den Grundumsatz um etwa 10 Prozent und bremst den Appetit. Ich habe dazu mal ein Buch geschrieben: stop smoking, stay slim.

Tatsächlich muss sie nach dem Aufhören weniger essen und sich mehr bewegen, wenn sie nicht zunehmenn will. Nach einiger Zeit pendelt sich das ein. Doch angeichts der Gefahr mangelhafter Durchblutung, vor allem der Füße und Beine, ist das wirklich wichtig.

Jetzt im Frühling wird es ihr leichter fallen, sich abzulenken und mehr Gemüse zu essen. Außerdem wird die Beschäftigung mit einer neuen Art zu kochen, sie ablenken. Doch um mehr Bewegung wird sie nicht herumkommen. Ganz ohne eigene Anstrengung ist Gesundheit in diesem Falle nicht zu haben.

Aber ich denke, dasss sich diese Anstrengung lohnt, weil man viel länger ein selbstbestimmtes Leben führen kann! Unterstützen Sie Ihre Mutter dabei - auch wenn das manchmal mühsam ist.. Meine Schwiegermutter, die morgen 90 wird, ist auch nur schwer zum Spaziergang zu bewegen. Aber wer liegen oder sitzen bleibt, der wird krank. Deshalb bin ich ziemlich streng mit ihr - weil ich sie gerne
noch behalten will.

In diesem Sinne viel Glück

Dagmar v. Cramm

Dieter H. fragt:

Sehr geehrte Frau von Cramm, ich habe gelesen, dass Vegetarier seltener Diabeets bekommen. Warum ist das so? Und stimmt das überhaupt? Dieter H.

von Cramm:

Lieber Herr H., das liegt daran, dass Vegetarier weniger häufig übergewichtig sind.
Viel pflanzliche Kost mit geringer Energiedichte und wenig fettreiche, tierische Lebensmittel beugen dem vor. Da zu viele Fettspeicher im Körper die Insulinresistenz begünstigen, ist der Diabetes Typ 2 sehr häufig eine Folge von Übergewicht, weshalb diese Erkrankung bei Vegetariern seltener auftritt.

Herzliche Grüße,
Ihre Dagmar von Cramm

Carla S. fragt:

Ich würde mir wirklich wünschen, dass alle Lebensmittel eine Angabe pro 100 g hätten für Kohlenhydrate, Zucker, Fett und Kalorien. Was ist so schwer daran – warum will die Industrie das nicht???

von Cramm:

Liebe Frau S., ja, das wünsche ich mir auch und habe das in meinem Buch "simplify Diät" deutlich gefordert. Ich glaube, manche Produzenten scheuen die
Vergleichbarkeit. Gerade bei hochkalorischen Lebensmitteln kann das ja schon schockieren. Da verschleiern manche lieber. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Aber ich bin da wenig optimistisch.

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Birgit G. fragt:

Betreff: Schlank im Schlaf
Hallo, eine Freundin von mir hat seit Jahren Typ-2-Diabetes, ist übergewichtig und ehemalige Raucherin. Sie hat schon oft versucht abzunehmen, aber es hat nie richtig geklappt. Nun probiert sie es mit Schlank im Schlaf. Aber mir kommt das System irgendwie komisch vor. Ist das für Diabetiker sinnvoll?

von Cramm:

Liebe Frau G.,

Diäten machen in der Regel dick - und Ihre Freudin hat ja Diabetes durch ihr Übergewicht.

Schlank im Schlaf manipuliert ja die Insulinausschüttung im Tagesverlauf: morgens viel, mittags mäßig, abends wenig. Wenn Ihre Freundin sich nach Bedarf spritzt, kann sie das simulieren. Wenn sie aber Tabletten nimmt, entfällt der spezielle Effekt.

Insgesamt wäre es für sie durchaus sinnvolll, etwas weniger Kohlenhydrate, vor allem die schnellen, zu verzehren. Aber vor allem sollte sie weniger essen...und sich mehr bewegen.

Schwarf würzen ist auch ein guter Trick. Und: Gemüse, Gemüse, Gemüse. Die 4-5 Stunden Esspause sind in jedem Fall gut.

Wenn sie das nicht durhchält: Mandeln mit Schale knabbern - aber nur eine kleine Handfläche voll.

Mit freundlichem Gruß

Dagmar v. Cramm

Cora fragt:

Was ist besser bzw lässt sich am leichtesten verstoffwechseln: Nudeln, Kartoffeln oder Reis? 

von Cramm:

Liebe Frau L., besser ist relativ.

Auf den glykämischen Index bezogen sind Pasta aus Hartweizengrieß al
dente gekocht besser als weich gekochte Nudeln. Natur- oder parboiled
reis besser als Weißreis, vor allem weicher Rundkornreis.

Imsgesamt einen höheren GI haben Kartoffeln. Am "besten" sind  Ofen -
oder Pellkartoffeln.

Ich hoffe das hilft ihnen wieter.

Mit freundlichne Grüßen

Dagmar v. Cramm