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Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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Maronen, Glühwein und Kartoffelpuffer - Bei welchen Leckereien dürfen auch Menschen mit Diabetes zugreifen?

Experten-Chat mit Heike Recktenwald

Dipl. oec. troph. Heike Recktenwald
Dipl. oec. troph. Heike Recktenwald

Bis zum 10. Dezember 2009 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Heike Recktenwald zum Thema "Maronen, Glühwein und Kartoffelpuffer - Bei welchen Leckereien dürfen auch Menschen mit Diabetes zugreifen?". Sie ist Oecotrophologin und war einige Zeit in der Ernährungs- und Diabetesberatung tätig. Heute ist sie Chefredakteurin bei der Ernährungs Umschau. Sie beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 10. Dezember zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Ulrike D. fragt:

Betreff:   Kohlenhydrate für Kartoffelpuffer
Ich bin seit 1964 Typ I Diabetikerin und habe bisher keine gravierenden Spätfolgen. Ich bin untergewichtig und kann leider keine grossen Portionen essen. Mich interessiert, wie ich einen Kartoffelpuffer auf dem Weihnachtsmarkt( Ohne Apfelmus) berechnen muss. Vielen Dank

Heike Recktenwald:

Liebe Frau D., ein Kartoffelpuffer auf dem Weihnachtsmarkt hat zwischen 2-3 BE. Bitte auch daran denken, dass Apfelmus noch gesondert berechnet werden muß.
Ich wünsche Ihnen viel Spass auf dem Weihnachtsmarkt, Ihre Heike Recktenwald

Matthäus F. fragt:

Betreff:   Maronen
Wie ist das mit Maronen? Diese esse ich (47, Typ2-Diabetikerin) sehr gerne. Zählen sie genauso als Kohlenhydrate wie Kartoffeln und muss ich sie dementsprechend genauso berechnen?

Heike Recktenwald:

Lieber Herr F., Maronen enthalten Stärke, sind energiereich und müssen als Kohlenhydrate (BE/KHE) berechnet werden. 1 BE = 5 Stück
Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Heinz P. fragt:

Betreff:   Abnehmen
Guten Tag, bei mir ein Diabetes Typ 2 festgestellt. Ich wiege z.Z. 105 KG bei 176 cm Körpergrösse. Wieviele Abnehmkilos würden sie mir empfehlen?
Besten Dank für die Antwort

Heike Recktenwald:

Lieber Herr P., jedes Kilo weniger wird Ihnen bei Ihrer Diabetestherapie und  für Ihre Gesundheit deutlich weiterhelfen. Besprechen Sie sich mit einer Ernährungsberaterin, die Ihnen dabei hilft, Ihre Ernährung für Sie richtig und für Sie umsetzbar zu verändern.  Auch die Bewegung darf als wichtiger Faktor bei der Gewichtsreduktion nicht fehlen. Bei einer Größe von 176 cm, liegt ihr Normalgewicht bei 76 kg, eine Zahl die Sie zur Kenntnis nehmen, die Sie aber nicht entmutigen sollte. Setzen Sie sich Etappenziele und führen Sie sich vor Augen, dass Sie persönlich die Möglichkeit und die Chance haben Ihre Diabeteserkrankung positiv zu verändern. Wie gesagt, jedes Kilo hilft, wenn Sie mithelfen. Ich bin mir sicher Sie schaffen es! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Ihre Heike Recktenwald

Karin fragt:

Welche Plätzchen (Gewürze) sind vorteilhaft für Diabetiker (Ich bin Typ 2 seit einem Jahr, 58 Jahre alt)? Gibt es bestimmte Zutaten, die ich zufügen könnte, die sich postiv auf den Blutzuckereinstellung auswirken? Am liebsten mag ich Anisplätzchen. Ich nehme folgendes Rezept: 2 Eier, 170 g Puderzucker, ein Päckchen Vanillezucker, 1 Teelöffel gemahlener Anis, 150 g Mehl

Heike Recktenwald:

Liebe Karin, Plätzchen sind kohlenhydrat- und energiereich und lassen den Blutzucker schnell oder sehr schnell ansteigen je nach Rezept und Fettanteil, unabhängig davon welches Gewürz enthalten ist. Ihr Rezept für Anisplätzchen gehört in die Rubrik "schnell ansteigen", da es viel Puderzucker enthält. Bitte sprechen Sie Ihre Diabetesberaterin auf Rezeptvorschläge an.
Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Hildegard fragt:

Betreff:   Weihnachtsmenü
Liebe Frau Recktenwald, an Weihnachten soll es bei uns eine gefüllte Gans mit Blaukraut geben und als Dessert dann den kalten Hund mit Wallnüssen. Mein Mann ist Typ 2 Diabetiker und auch mein Vater hat jetzt im Alter einen Diabetes bekommen. Beide nehmen Metformin. Ich schreibe Ihnen die Zutaten für beide Rezepte auf. Können Sie mir Tipps geben, welche Zutaten ich eventuell besser weglassen oder durch andere ersetzten könnte?

Zutaten: 1 Gans (ca. 2.500 g), Salz, Pfeffer, 500 g Äpfel, 250 g Birnen, 2 Zwiebeln, 1 TL Zimt, Majoran, Thymian, Honigwasser (Verhältnis 1:1)

kalten Hund mit Wallnüssen:
Zutaten: 250 g Kokosfett, 2 Eier, 180 g Puderzucker, 1 Spur Salz, 40 g Kakao, schwach entölt, 1 EL Instantkaffee,- 2 EL Walnusskerne, feingehackt 24 Butterkekse, 20 Walnusskerne in Hälften zum Garnieren

Heike Recktenwald:
Liebe Frau R., das von Ihnen geplante Menü klingt köstlich, sehr weihnachtlich und sehr energiereich. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn das Menü von der Rezeptur her zu verändern, denn das ist ihr Weihnachtsgericht. Sie können jedoch gerne überlegen, ob es als Vorspeise einen Salat geben kann oder ob Sie einen leichten weihnachtlichen Nachtisch überlegen (Obstsalat mit Nüssen?).

Ich wünsche Ihnen eine gute Vorbereitung und ein frohes Fest, Ihre Heike Recktenwald

Christine fragt:

Betreff:   Gast ist Diabetiker
Liebe Frau Recktenwald, wie jeden 4. Advent habe ich Freunde zum Essen eingeladen. Einer davon ist seit Kurzem Diabetiker (Typ 2). Traditionell gibt es zu diesem Anlass Ente mit karamelisierten Maronen, Apfelrotkohl und Klößen. Natürlich auch einen Nachtisch (Vanilleeis mit Himbeeren). Nun die Frage an Sie, ich habe nicht viel Ahnung von Diabetes, sollte ich lieber etwas anderes kochen, was sollte ich weglassen? Was sollte ich meinem Bekannten vorher sagen, damit er sich darauf einstellen kann?
Vielen herzlichen Dank schon vorab

Heike Recktenwald:

Ein klassisches deutsches Weihnachtsessen ist sehr engergie- und kohlenhydratreich, aber so sind die Rezepturen nun mal. Wenn es mit Ihrer Tradition vereinbar ist, überlegen Sie sich eine Menüfolge die Ihrem Freund die Möglichkeit gibt auswählen zu können. Ich denke er hat in der Diabetesschulung gelernt, welche Speisen günstig und weniger günstig sind.  gr. Salat als Vorspeise?, Nachspeise Obstsalat und Eis mit Himbeeren? Karamelisierte Maronen (viel Zucker und Stärke) zum Essen reichen, nicht in der Soße? Können Sie sich das vorstellen? Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Christine:

Danke für die Tipps - die karamelisierten Maronen lasse cih dann lieber weg. An Silvester wird er wohl auch beim essen dabei sein. Hier hatten wir ein Käsefondue geplant. Das ist wahrscheinlich ziemlich ungünstig und dazu wollten wir auch Feuerzangenbowle machen.

Heike Recktenwald:

wie wäre es mit einem Fondue mit Brühe? Auf diese Weise lassen sich Fleisch und Gemüse garen. Dazu vielleicht neben Weißbrot auch Vollkornbrot? Salate und grüne Salate mit einer leichten Marinade?

Martina P. fragt:

Betreff:   Glühwein oder Punsch?
Was ist besser für mich (20 j., Typ-1 Diabetes, Lispro/Humalog, Liprolog) Kinderpunsch oder Glühwein? Beide sind sehr gezuckert. Welchen Einfluss hat der Zucker in Kombination mit dem Alkohol auf meine Werte? Und wie kann ich ggf. die Insulindosierung anpassen? 

Heike Recktenwald:

Liebe Frau P., ein besser gibt es bei dieser Frage leider nicht, Kinderpunsch enthält viel Zucker, Glühwein Alkohl und Zucker. Der Kinderpunsch läßt Ihren Blutzucker sehr schnell ansteigen, beim Glühwein kommt der Alkohleffekt mit hinzu. Vermutlich werden Sie den Kinderpunsch mit Humalog ausgleichen und ggf. nach 2 Stunden bei erhöhten Werten korrigieren. Berücksichtigen Sie, dass bei Genuss von Glühwein trotz Zuckergehalt möglicherweise eine blutzuckersenkende Wirkung im ersten Schritt und eine blutzuckersteigende Wirkung im späteren Verlauf eintreten kann.
Beste Grüße, Ihre
Heike Recktenwald

Harrold K. fragt:

Betreff:   Quitte
Ich habe gehört, dass Quitten Pektine enthalten und die sollen helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Quitte ist nicht gerade meine Lieblingsfrucht. Mein Cholesterinspiegel hätte es aber dringend nötig. Der liegt momentan bei 6,7 mmol/l – und Diabetes Typ 2 habe ich auch.

Heike Recktenwald:

Hallo Herr K., Pektine können einen pos. Einfluss auf den Fettstoffwechsel haben. Auch in Äpfel sind Pektine enthalten. Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Joachim fragt:

Ich esse für mein leben gerne Sauerkraut mit Schupfnudeln. Habe in einer BE-Tabelle nachgesehen und folgende Angaben gefunden: 100g= 2,28 BE Das hilft mir jetzt aber immer noch nicht weiter mit wieviel BEs ich bei einem typischen Pappteller voll Schupfnudeln und Sauerkraut (und Speck) rechnen muss. Auf den Märkten habe ich zudem das Gefühl, dass die Portionen extra fettig sind – und deshalb wahrscheinlich auch so lecker J

Heike Recktenwald:

Hallo Joachim, Schupfnudeln werden per 100 g mit 2,6 BE berechnet. Für mich ist es per Ferndiagnose leider schwierig die Portion auf Ihrem heimischen Weihnachtsmarkt einzuschätzen. Nach meiner Erfahrung und den mir bekannten Portionen können Sie ca. 3-4 BE veranschlagen.
Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Diana fragt:

Sehr geehrte Frau Recktenwald, ich gehe sehr gern auf Weihnachtsmärkte. Hier in Stuttgart gibt es dann immer 'Magenbrot', sowas ähnliches wie Lebkuchen, also stark gewürzt und mit Schokolade. Da ich kaum herausschmecken kann, welche Zutaten Magenbrot genau enthält, weiß ich auch nicht, worauf ich hier verzichten sollte. Kennen Sie Magenbrot und darf ich es und auch Lebkuchen ab uns zu essen?

Heike Recktenwald:

Hallo Diana, Magenbrot ist hinsichtlich des Kohlenhydratgehaltes nicht zu unterschätzen. 100 g Magenbrot enthalten ca. 6 BE, je nach Rezept. Ich habe Ihnen als Beispiel ein Rezept angefügt, das dazu dienen soll, die enthaltenen Kohlenhydratträger zu identifizieren (ich habe Sie Ihnen als KH angemerkt):

Magenbrot: Benötigte Zutaten:
KH 250 g Honig
KH 250 g Zucker
KH 500 g Mehl
KH 25 g Zwieback; gemahlen
1 Tl. Zimt
1 Tl. Nelkenpulver
KH 50 g Orangeat; gewürfelt
KH 50 g Zitronat; gewürfelt
50 g, Haselnüsse; gehackt
1 Tl. Hirschhornsalz
KH 125 ml Milch
KH 300 g Zucker
1 dl Wasser
KH 35 g Dunkle Schokolade

Da ich keine persönlichen Details von Ihnen kenne, kann ich Ihnen an dieser Stelle nur empfehlen, Magenbrot als BE/KHE zu berechnen, da es den Blutzucker erhöht und energiereich ist. Das gilt auch für Lebkuchen.

Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Hertha M. fragt:

Betreff:   Lebkuchen
Daibetiker-Lebensmittel soll man ja nicht mehr essen. Gibt es Empfehlungen in Bezug auf den Verzehr von Lebkuchen, Stollen etc. für Typ 2 Diabetiker?

Heike Recktenwald:

Liebe Frau M., Viele Typ- 2 Diabetiker achten auf ihr Gewicht und wollen abnehmen. Lebkuchen und auch Christstollen (hier kann man den Zucker sogar schon äußerlich sehen) erhöhen den Blutzucker und sind außerdem sehr energiereich. Daher ist es wichtig mit Blick auf das Gewicht, (sehr) wenig davon zu essen. Diabetiker Lebensmittel die meist mit Zuckeraustauschstoffen oder Fruchtzucker hergestellt sind, bieten keinen Vorteil, denn Sie sind ebenfalls energiereich.

Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald

Petra F. fragt:

Betreff:   Weihnachtsfeier
Ich bin Typ 1-Diabetiker und habe in einer Woche Weihnachtsfeier mit der Firma. Es gibt eine feste Menüfolge: Entenconsomme, gefüllte Pasta in Salbeibutter mit Radiccio und Tomaten, gefüllter Truthahn mit Marktgemüse, Zimtparfait mit Schattenmorellen und Sahne. Die Feier ist erst ab 20.00 Uhr und ich weiß nicht, wie ich mich mit dem Spritzen (Apidra) verhalten soll. D.h. wann ich vorher spritzen soll und wieviel. Es kommt noch dazu, dass ich ca. 50 min. mit der S- und U-Bahn unterwegs bin und  Angst habe in Unterzucker zu geraten.

Heike Recktenwald:

Liebe Frau Petra F.,

Weihnachtsfeiern und Menüfolgen sind hinsichtlich der BE-Einschätzungen und Insulingaben etwas schwieriger, da viele Einflüsse berücksichtigt werden müssen. Leider gibt es kein Patentrezept für eine solche Situation, aber eine Reihe von „Denkhilfen“ die es möglich machen gut zurechzukommen. Es ist eine Frage der Übung und Vorbereitung, die auch schon im Vorfeld erfolgen kann.


Übung:

1.    Überprüfen Sie ihr Schätzauge und wiegen Sie BE/KHE´s von Zeit zu
Zeit zuhause aus. Dies hilft Ihnen im Restaurant oder bei Feiern Kohlenhydratmengen nach BE/KHE´s einzuschätzen.
2.    Probieren Sie Rezepte auch mal selbst aus, so finden Sie leichter
heraus, wo versteckte Kohlenhydrate enthalten sein können und wie diese zu berechnen sind.

Die Weihnachtsmenü-Situation:

1. Das Weihnachtsmenü wird oft über mehrere Stunden serviert 2. Die Kohlenhydratmengen müssen geschätzt werden 3. Die Insulinwirkung darf sich nicht überlappen 4. Der Blutzuckerwert muss häufiger kontrolliert werden 5. Die Kohlenhydrate können verzögert aufgenommen werden

Hilfen zur Einschätzung:

Weihnachtsmenü: Entenconsomme, gefüllte Pasta (womit gefüllt?) in Salbeibutter mit Radiccio und Tomaten, gefüllter Truthahn (womit gefüllt?) mit Marktgemüse, Zimtparfait mit Schattenmorellen und Sahne
(Vanillezucker?)

1.    Welche Lebensmittel enthalten die zu berechnenden BE/KHE´s? Wo
können versteckte KH´s enthalten sein (Soßen, Entenconsumme enthält vielleicht Cherry oder Staubzucker, je nach Zubereitungsart)?
2.    Pasta-Mengeneinschätzung: Stellen Sie sich den Teller in 4/4
eingeteilt vor, ¼ Pasta entspricht ca. 2 BE (bitte auch an die Füllung denken, ggf. mitberechnen)
3.    Es handelt sich um ein fettreiches Menü. Der Fettgehalt der
Mahlzeit wird die Aufnahme der berechneten KH´s ggf. verzögern.

Insulingabe:

Wirkprofil: Apidra wirkt sofort, hat sein Wirkmaximum ca. nach 1-1,5 Stunden, Wirkdauer ca. 2-3 Stunden

1.    Sie Insulinmenge sollte aufgeteilt werden, damit es nicht bei
langer Folge der Menügänge zu Unterzuckerungen kommt. Wenn Sie im Anschluss zu Fuß unterwegs sind bitte vorher messen, an die Insulineinsparung für die Bewegung (z.B. zum Zeitpunkt des Nachtisches, will ich och lange bleiben? )oder zusätzliche BE(KHE) denken, bevor Sie den Weg antreten. Auf jeden Fall Traubenzucker mitnehmen.
2.    Der Blutzucker sollte bei erhöhten Werten erst nach 2 Stunden
korrigiert werden, keinesfalls früher
3.    Bitte prüfen Sie den Blutzucker auch noch einmal vor dem Bett gehen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und schöne Weihnachtsfeier.
Genießen Sie das Menü und lassen Sie sich keinesfalls von der Situation ängstigen, dazu besteht kein Anlass. Probieren Sie sich und ihr Wissen einfach aus und wenden sie es an. Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung sagen, dass möglich ist ein Weihnachtsmenü zu genießen, den Blutzucker erfolgreich zu kontrollieren. Sie schaffen das auch!

Ein frohes Fest, Ihre Heike Recktenwald

Simone R. fragt:

Betreff:   Glühwein und gebrannte Mandeln
Liebe Frau Recktenwald, ich habe erst vor kurzen die Diagnose Diabetes erhalten und bin deshalb immer noch unsicher, welche Lebensmittel für mich geeignet sind: Was muss ich beachten, wenn ich mir auf dem Weihnachtsmarkt einen - oder zwei - Glühwein gönnen möchte (da Alkohol den Blutzuckerspiegel ja senkt) und dazu vielleicht noch gebrannte Mandeln essen möchte? Muss ich mein Insulin von vornherein anders dosieren?   

Heike Recktenwald:

Liebe Frau Simone R., wenn Sie so direkt fragen, sind weder Glühwein noch gebrannte Mandeln wirklich geeignet. Beides gehört aber zur Weihnachtszeit in kl. Mengen mit dazu. Für einen Glühwein können Sie ca. 1 BE rechnen, für 100g gebrannte Mandeln ca. 4 BE (fragen Sie am Stand nach, wie viel in der Tüte ist, dann läßt sich die Menge für 1 BE besser schätzen). Da Alkohl mit dem Spiel ist (Glühwein enthält BE´s und Alkohl), gebrannte Mandel enthalten viel Zucker und vor allem Fett bitte den Blutzucker im Verlauf kontrollieren und entsprechend mit BE´s oder einer Insulinkorrektur reagieren.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und eine schöne Adventszeit, Ihre Heike Recktenwald

Dieter fragt:

Betreff:   Essig
Hallo, können Sie bestimmte Zutaten empfehlen, die wir bei unserem Weihnachtsessen oder auch sonst verwenden können, die die Aufnahme des Kohlenhydrate ins Blut verlangsamen? Ich habe gelesen, dass Essig zum Beispiel so eine Wirkung hat. Wie funktioniert das dann?
Vielen Dank und Grüße
Dieter

Heike Recktenwald:

Hallo Herr H., das Anfluten der Kohlenhydrate wird vor allem durch größere Fett- und Eiweißanteile einer Mahlzeit verzögert. Daher muss auch das Insulin entsprechend später gespritzt werden, damit Wirkprofil und Blutzuckeranstieg therapeutisch zusammenpassen. Es ist grundsätzlich für Diabetiker wichtig, das Insulinwirkprofil, den glykämischen Index der Kohlenhydrate und die Verzögerungseffekte der Kohlenhydrataufnahme zu kennen, um den Blutzucker normnah einzustellen zu können. Wenn Sie sich hier unsicher sind, kann Ihre Diabetesberaterin sicherlich weiterhelfen. Zum Thema Essig gibt es zur blutzuckersenkenden Wirkung Hinweise aus Studien in den USA, die noch weitere Studien erhärtet werden müssen. Beste Grüße, Ihre Heike Recktenwald