Für Kinder mit Diabetes findet im Mai 2012 eine Freizeit am Bodensee statt. Um die Freizeit für die Familien der Kinder bezahlbar zu machen, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

diabetesDE uzman sohbeti tıbbi danışmayi telafi edemez. Teşhis ve kişisel doğru bir tedavi sadece doktor ile hasta arasınıda kişisel bir görüşmede gerçekleştirilebilmektedir. Bu sohbet sizi doktor ile görüşmenize hazırlayıp  bütünleyici ipucu vermek için yardımda bulunmaktadır.

Im Ramadan fasten – auch mit Diabetes möglich?/ Ramazanda oruç – Diyabet’e rağmen mümkünmü?

Experten-Chat mit Dilek Öz / Dilek Öz ile Uzman sohbeti

Professor Achim Peters
Dilek Öz

Am 28. Juli 2011 findet zwischen 17 und 19 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit Dilek Öz zum Thema "Fasten im Ramadan - auch mit Diabetes möglich?" statt.

Die Expertin Dilek Öz aus Dortmund ist Diabetesassistentin DDG, Hypertonieassistentin DHL und Medizinische Beraterin Adipositas BFD e.V. in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis.

28 temmuz 2011’de saat 17:00 ile 19:00 arası “Ramazan ayı’nda oruç tutmak  diyabete rağmen mümkünmü?” konusunda, uzmanımız Dilek Öz ile görüşme saati gerçekleşecek.

Dortmund’lu uzmanımiz Dilek Öz, DDG diyabet asistanı, DHL hipertoni asistanı ve Adepositas BFD e.V.’da diyabet ağırlıklı bir muayenehane’de tıbbi danışman olarak çalışmaktadır.

Protokoll der Sprechstunde

X fragt:

Sizce diyabet hastaları hanki durumda oruç tutmamalı?

Öz:

Merhaba, e-mailiniz icin tesekkür ederim. Diyabet hastalari her durumda oruc
tutamaz. Dinimize göre kronik hasta olanlara oruc yasaktir. Bunun yerine diyabet hastasi olan kisi fakir bir insana para yardiminda bulunmalidir. Ayrintili bilgi camideki hocaniz verecektir. Tibbende oruc önerilmez. Tibbi riskler sunlardir: Kan sekerinin düsmesi, cikmasi, metabolizmanin raydan cikmasi, bedende su noksanligi ve tromboz. Bu konudada lütfen ev doktorunuza veya diyabet uzmaniniza danisin.
Saygilarimla Dilek Öz

Barbara fragt:

Hallo Frau Öz, schön, dass Sie diesen Chat hier machen. Während des Ramadan darf man ja schon essen, eben erst nach Sonnenuntergang. Wie sinnvoll ist diese Art des Fastens, wenn ich bezwecke Gewicht zu verlieren? Danke für Ihre Antwort, Barbara

Öz:

Hallo Barbara, vielen Dank für Deine E-Mail. Das Fasten ist eines der 5
Grundpflichten, die jeder Muslim zu erfüllen hat. Alle erwachsenen und
gesunden Muslime fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Monat
Ramadan, der sich jedes Jahr verschiebt. Es wird nichts gegessen und
nichts getrunken. Der Grundgedanke ist nicht hier die Gewichtsabnahme.
Es handelt sich hierbei um einen religiösen Monat, in der Entbehrung
und Enthaltsamkeit im Vordergrund steht. Das Essen und Trinken, was
insbesondere nach Sonnenuntergang stattfindet, ist die Belohnung. Es
wird reichlich und vielfältig gekocht, was dann mit Verwandten und
Freunden zusammen gespeist wird. Viele Grüße Dilek Öz

Nadine fragt:

Macht es einen Unterschied, ob ein Typ 1 Diabetiker fasten möchte oder Typ2er? Mir ist der Unterschied nicht so klar. Mein Mann hat Typ 2 Diabetes.

Öz:

Hallo Frau S., beim Typ 1 Diabetes besteht ein absoluter Insulinmangel, d.h. das ein Mensch mit Typ 1 Diabetes auf die regelmäßige Insulininjektion
angewiesen ist. Beim Typ 2 Diabetes liegt eine verminderte Insulinproduktion mit Insulinresistenz vor, d.h. ein Mensch mit Typ 2 Diabetes kann diätetisch, mit Tabletten und/oder mit Insulin behandelt werden. Laut dem Islam ist jedoch das Fasten generell für chronisch kranke Menschen nicht erlaubt. Statt Fasten soll der Muslim spenden, um einem armen Menschen zu helfen. Medizinisch gesehen wird vom Fasten auch abgeraten, da folgende Risiken vermieden werden: Unterzuckerung, Überzuckerung, Stoffwechselentgleisung, Wassermangel des Körpers und Thrombose. Bitte stellen Sie sich mit Ihrem Mann auch beim Hausarzt oder Diabetologen vor, um dieses Thema zu erörtern. Viele Grüße  Dilek Öz

KB fragt:

Ich nehme Metformin und auch Blutdruchsenker. Bei welchen Diabetesmedikamenten muss ich besonders aufpassen wegen einer Unterzuckerung während dem Fasten? Ist es besser Insulin zu spritzen während dieser Zeit?

Öz:

Hallo Herr B., vielen Dank für Ihre E-Mail. Mit Metformin können Sie nicht
unterzuckern. Insulin kann jedoch eine Unterzuckerung verursachen. Ich rate Ihnen vom Fasten mit Diabetes ab, weil laut dem Islam das Fasten für chronisch kranke Menschen nicht erlaubt ist. Statt Fasten soll der Muslim spenden, um einem armen Menschen zu helfen. Medizinisch gesehen wird vom Fasten auch abgeraten, da folgende Risiken vermieden werden: Unterzuckerung, Überzuckerung, Stoffwechselentgleisung, Wassermangel des Körpers und Thrombose. Bitte stellen Sie sich auch beim Hausarzt oder Diabetologen vor, um
dieses Thema zu erörtern. Viele Grüße Dilek Öz

Leonhard fragt:

Ich habe öfters das Gefühl, das den Menschen mit Diabetes die Erkrankung egal ist oder vielleicht überfordert sind. Wie kann es sein, das mich eine Diabetikerin auf einer Geburtstagsparty anspricht " jetzt müssen wir wieder spritzen" Ich antwortete: "Wieso, Sie aheben doch ausser Salate und Fliesch nichtsd auf dem Teller" Eine andere Person erzählte mir, das sioe mit 500 mg/dl ins Krankenhaus eingeliefert worden ist. Dabei ertappte ich dioese Personen, vor einer Keksdose und futterte mächtig drauf los. Hier könnte ich als SHLeiter noch weitere Episoden erzählen. Was mich nur ärgert ist, es wird soviel Geld für chronisch Erkrankte ausgegeben. Wofür? Gerade Typ 2 Diabetiker nehmen Ihre Erkrankung nicht ernst! Kein Wunder, wenn wir demnächst 20% Kassenbeiträge bezahlen müssen. Hier müsste vom Arzt individuell entschieden werden, die Kranken, die mitarbeiten bekommen Hilfsmitteln u.a. und die kein Interesse an ihre Gesundheit haben, müssen viel öfters zur Kasse gebeten werden. Eine Solidarität sieht anders aus, als was ich manchmal erlebe,

Öz:

Hallo Herr Sch., vielen Dank für Ihre E-Mail. Es gibt leider noch Menschen, die die Erkrankung Diabetes nicht ernst nehmen. Das sind meistens auch die Personen, die keine Diabetes-Schulung wahrgenommen haben. Daher ist die Schulung eine sehr gute Gelegenheit, die Erkrankung zu verstehen und durch Erfahrungen und Tipps von anderen Diabetikern motiviert zu werden. Die Krankenkassen bieten DMPs (Disease Management Programme) an, um die regelmäßige Untersuchung von chronisch Erkrankten zu gewährleisten. Es gibt Diabetiker, die diese Untersuchungen viertel- oder halbjährlich wahrnehmen und wiederum andere, die dies leider nicht tun. Das Selbstmanagement des Diabetikers ist natürlich sehr wichtig. Der Patient sollte je nach Therapie regelmäßig sein Blutzucker messen, seine Medikamente regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt einnehmen oder injizieren, die Kontrollen, die im Diabetes-Pass gelistet sind, regelmäßig wahrnehmen, gesund essen und sich regelmäßig bewegen. Welche Instanz kann dies nun kontrollieren ? Diese Problematik muß woanders diskutiert werden. Viele Grüße Dilek Öz

Heidemarie fragt:

Hallo, als erstes muß ich sagen,daß ich es nicht befürworten würde nur aus religösen Gründen zu fasten - man ist Diabeteker und meine Gesundheit und mein Überleben damit wichtiger als alles andere! Ich bin knapp 3 j. Diabetekerin,ich habe sofort meine Ernährung umgestellt und auf Kohlenhydrate, wie Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot, Süßigkeiten für 8 Wochen weggelassen -Ergebnis, in der Zeit 10 kg weniger gewogen und Werte von 8,8 auf 6,4 verbessert! Heute weiß ich, es gehört auch wieder Lebensgenuss dazu,mal ein Glas Bier zum Essen oder Wein bei Freunden, Bitterschokolade und am Wochenende Kuchen, warum nicht, denn ich weiß ja gegenzusteuern, eben auch mit Sport! Jammern nutzt nichts, nach dem ersten Schreck -und ich habe nicht nur Dibabetes - muß man seine Krankheit annehmen und " IHR" sagen, dich bekomme ich in den Griff und dann geht das auch und die Lebensfreude kommt zurück! Ich halte noch heute daran fest,keine oder nur wenig Kohlehydrate, ab und an, ich esse alles, verzichte auf nichts, weiß aber was ich wann essen kann, weil ich das 4 Wochen ausprobiert habe und weiß was die Werte früh erhöht hat oder niedrig läßt! Ich halte nichts vom fasten, wenn man es sich nicht erlauben kann, weil dann die Unterzuckerung droht - deshalb - Ramadan hin oder her - mein Leben ist mir viel wichtiger! Ich habe nur dieses und ich möchte es trotz Einschränkungen genießen und Leben!

Öz:

Hallo Frau S., das Fasten im Ramadan ist ein religiöses Ereignis. Jedoch ist laut dem Islam das Fasten für kranke Menschen nicht erlaubt. Da der Diabetes eine chronische Erkrankung ist, und der Muslim die Fastentage nicht nachholen kann, soll er eine Spende entrichten, um einem armen Menschen zu helfen. Der Islam setzt die Gesundheit des Menschen voraus, damit er dieser Pflicht nachkommen kann. Es freut mich, das Sie motiviert sind und Ihre Lebensfreude wegen Diabetes nicht verloren haben. Es wird empfohlen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Man muß nicht auf Kohlenhydrate verzichten, wenn Sie sich an Vollkornprodukte halten. Aber der Effekt ist erfreulich. Sie haben Gewicht verloren und den HbA1c, den Langzeitzucker verbessert. Die Lebensqualität sollte erhalten bleiben. Jedoch definiert jeder die Lebensqualität anders. Für Sie ist es das Glas Bier zum Essen etc. und für den Muslim das Zelebrieren des Fastenmonats Ramadan. Viele Grüße Dilek Öz

Cora fragt:

Hallo Frau Öz, ich bin Typ 2 Diabetikerin seit 5 Jahren. Mein Arzt sagt mir immer ich soll abnehmen, dann wird alles besser. ich nehme BZ-senkende Tabletten und spritze auch Insulin. Vielleicht sollte ich es auch mal mit Fasten probieren. Kann man damit erfolgreich abnehemen und seinen BZ verbessern?

Ich freue mich auf Ihre Antwort, Cora L aus Mühlhofen

Öz:

Hallo Frau L., vielen Dank für Ihre E-Mail. Das Fasten ist eines der 5 Grundpflichten, die jeder Muslim zu erfüllen hat. Alle erwachsenen und gesunden Muslime fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Monat
Ramadan, der sich jedes Jahr verschiebt. Es wird nichts gegessen und nichts getrunken. Der Grundgedanke ist nicht hier die Gewichtsabnahme. Es handelt sich hierbei um einen religiösen Monat, in der Entbehrung und Enthaltsamkeit im Vordergrund steht. Das Essen und Trinken, was insbesondere nach Sonnenuntergang stattfindet, ist die Belohnung. Es wird reichlich und vielfältig gekocht, was dann mit Verwandten und Freunden zusammen gespeist wird.

Ich habe noch keinen Muslim kennengelernt, der mir über eine Gewichtsabnahme nach dem Ramadan berichtet hat. Was die Blutzuckerwerte anbelangt, waren dieser eher schwankend als normnah. Viele Grüße Dilek Öz

Florian S. fragt:

Ich denke, mit Typ 2 kann man schon fasten oder eben Ramadan halten. Ich selbst bin nicht muslimisch - aber ich faste auch. Und wenn man sich an die Ansagen vom Doc hält klappt das gut. Hatten Sie schon andere Erfahrungen gemacht?

Öz:

Hallo Herr S., vielen Dank für Ihre E-Mail. Ich möchte Ihnen als Beispiel den 1.
Fastentag nennen: 1. August 2011 ... Sonnenaufgang 5:48 Uhr ...
Sonnenuntergang 21:27 Uhr

Man steht um 5 Uhr morgens auf, um die Morgenmahlzeit (Sahur) zu sich zu nehmen, die um 5:48 Uhr endet. Über den Tag wird nichts gegessen und nichts getrunken. Um 21:27 Uhr nimmt man die Abendmahlzeit (Iftar) zu sich.

Ein Typ 2 Diabetiker könnte fasten, aber sowohl der Hodscha als auch der Arzt wird hiervon abraten. Laut dem Islam dürfen chronisch kranke Menschen nicht fasten und sollen stattdessen eine Spende entrichten, um armen Menschen zu helfen. Der Arzt wird Sie über die Risiken wie Unterzuckerung, Überzuckerung, Stoffwechselentgleisung, Wassermangel des Körpers und Thrombose informieren und hiervon abraten.

Wie gestaltet sich Ihr Fasten ?

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, das Patienten mit Diabetes, die gefastet haben, im 4. Quartal die Kontrolle wahrgenommen haben und das diese schlechter ausgefallen ist als die vorher. Der Diabetes hatte sich verschlechtert.

Viele Grüße Dilek Öz

Cicek B. fragt:

Hallo, eigentlich sollte es doch kein Problem darstellen trotz Diabetes zu fasten. Bei mir hat jedenfalls im letzten Jahr gut funktioniert. Einfach den Spritzrythmus umstellen auf abends. Jetzt habe ich allerdings eine Pumpe und die müsste ich nun umprogrammieren.  Oder besser ablegen und für die Zeit spritzen?
VG Cicek

Öz:

Hallo Frau B., vielen Dank für Ihre E-Mail. Wenn nur die Umstellung der Therapie das Problem wäre, haben Sie recht. Der Diabetiker kann seine Tabletten oder sein Insulin auf die Morgenmahlzeit (Sahur) vor Sonnenaufgang und auf die Abendmahlzeit (Iftar) nach dem Sonnenuntergang verlegen. Die Insulinpumpe müßte man ablegen, weil das Spritzen während der Fastenperiode nicht erlaubt ist. Jedoch spricht sowohl der Islam als auch die Medizin gegen das Fasten von chronisch kranken Menschen. Ein muslimischer Diabetiker soll eine Spende entrichten, um einem armen Menschen zu helfen. Hierzu kann der Hoca (türkisch für Hodscha) Ihrer Gemeinde eine genaue Auskunft geben. Medizinisch gesehen ist die Unterzuckerung ein bekanntes Risiko. Je häufiger Sie unterzuckern, um so mehr richtet der Diabetes ein Schaden an. Nebst dessen möchte ich Ihnen auch noch folgende Risiken nennen: Überzuckerung, Stoffwechselentgleisung, Wassermangel des Körpers und Thrombose. Bitte stellen Sie sich zum Thema Fasten Ihrem Hausarzt oder Diabetologen
vor. Viele Grüße Dilek Öz

C. fragt:

Yakında ramazan ayı başlızor ve ailem bu ay sürecinde oruç tutacak. Kendim 54 yaşındayım ve bu sene bende tip 2 diyabet teşhis edildi. Buna rağmen kendimde oruç tutmak istiyorum. Şu an için ensülin iğnesi kullanmayıp sırf Metformin alıyorum. Olası riskler ile pek deneyimli olmadığımdan kendimi acaba nasıl bilgilendirip hazırlayabilirim?

Öz:

Merhaba, e-mailiniz icin tesekkür ederim. Öncelikle gecmis olsun. Dinimize göre
kronik hasta olanlara oruc yasaktir. Seker hastaligi kronik yani gecmeyen bir hastalik oldugu icin, oruc tutmak sizin göreviniz degil. Bunun yerine fakir bir insana para yardiminda bulunmalisiniz. Ayrintili bilgi camideki hocaniz verecektir.
Tibbende oruc tutmanizi öneremem. Metformin kan sekerini düsürmez, fakat gün boyu enerji alamiyorsunuz ve vücudunuz zorlaniyor. Örnek olarak birinci oruc gününü göz önüne alin: 1 agustos ... Sahur: saat 5:48'de ... Iftar: saat 21:27'de
Saglikli bir insan bile zorlanirken seker hastasinin oruc tutmasi caiz degil. Tibbi riskler sunlardir: Kan sekerinin düsmesi, cikmasi, metabolizmanin raydan cikmasi, bedende su noksanligi ve tromboz. Bu konudada lütfen ev doktorunuza veya seker hastaligi uzmaniniza danisin.

Saygilarimla Dilek Öz

Kemal fragt:

Hallo Frau Öz, also ich denk, es ist absolut nicht im Sinne des Islams, dass ich als Diabetiker Ramadan einhalte. Die Gefahr wegen Unterzuckerung ist mir zu groß. Ich spritze Insulin täglich. Grüße Kemal

Öz:

Hallo Kemal, vielen Dank für Ihre E-Mail. Ich denke genauso wie Sie. Der Islam spricht sich gegen das Fasten eines chronischen Kranken aus. Die Diabetiker, die trotzdem fasten, tun dies meist aus folgendem Grund: Sie haben in ihrem Leben jedes Jahr gefastet und tun dies weiter aus Gewohnheit. Die Gefahr der Unterzuckerung jedoch sollte jedem Diabetiker bewußt sein. Die möglichen Anzeichen für eine Unterzuckerung sind Heißhunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Nervosität, Schwitzen, Herzrasen, Zittern, Bluthochdruck, Sprachstörungen, Krampfanfälle, Lähmungen bis hin zur Bewußtlosigkeit. Je häufiger man unterzuckert, desto schneller gewöhnt sich der Körper an diesen Zustand und man nimmt diese mit der Zeit immer schwächer wahr. Schwere Unterzuckerungen erhöhen das Risiko für die Demenz. Viele Grüße Dilek Öz

Henrike J. fragt:

Sehr geehrte Frau Öz,mein Mann ist Diabetiker Typ 2. Die Diagnose kam erst vor einem halben Jahr. Jetzt steht Ramadan an und er ist fest entschlossen den wie immer auch einzuhalten. Typisch Mann - total beratungsresistent. Haben Sie viel Erfahrung mit türkischen Patienten, die die Fastenzeit gesund durchstehen?mfg Henrike J.

Öz:

Sehr geehrte Frau Joost, vielen Dank für Ihre E-Mail. Sowohl aus religiöser als auch aus medizinischer Sicht rate ich Diabetes-Patienten vom Fasten ab. Von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darf weder getrunken noch gegessen
werden, weder Tabletten eingenommen noch Insulin gespritzt werden. Die
Religion besagt, das kranke Menschen NICHT fasten sollen. Da der Diabetes eine chronische Erkrankung ist und der muslimische Diabetiker seine Fastentage später nicht nachholen kann, soll er einem armen Menschen Geld spenden, wenn er finanziell in der Lage ist. Medizinisch gesehen bergen sich folgende Gefahren: Unterzuckerung, Überzuckerung, Stoffwechselentgleisung, Wassermangel des Körpers und Thrombose. Ich würde Ihnen vorschlagen, sich mit Ihrem Mann einerseits beim Hausarzt oder Diabetologen und andererseits beim Hoca Ihrer Gemeinde vorzustellen. So denke ich, wird Ihr Mann die richtige Entscheidung treffen. Ich habe beobachtet, das alle Patienten die Fastenzeit
bislang durchgestanden haben, aber wie "gesund" sie waren, kann ich nicht beschreiben, weil viele im Ramadan kein Arzt aufsuchen und die Probleme wie Unterzuckerung etc. vorenthalten. Mit freundlichen Grüßen Dilek Öz

Reik fragt:

Hallo Frau Dr. Öz, ich bin Typ 1 Diabetiker. Vor 5 Jahren kam die Diagnose. Ich spritze Novorapid und Levemir. Bisher habe ich nie gefastet, weil ich davon ausging, dass das nicht möglich ist - bzw mir nicht gut tun kann. Stimmt das so oder könnte es doch sinnvoll sein?

Öz:

Hallo, vielen Dank für Ihre E-Mail. Ich bin kein Doktor. Ich bin für die Indikation Diabetes beratend tätig. Der Typ 1 Diabetes ist gefährlicher als der Typ 2 Diabetes, weil ein absoluter Insulinmangel und eine Sekretionsstörung des Glucagon vorliegt. Wenn Sie unterzuckern, kann Ihr Körper nicht gegenregulieren. Verfahren Sie bitte daher wie bisher. Es ist für Sie NICHT sinnvoll, zu fasten.
Viele Grüße Dilek Öz