Gesund bleiben mit Diabetes – Was ist Neu?
Experten-Chat mit PD Dr. Martin Füchtenbusch

- PD Dr. Martin Füchtenbusch
Bis zum 24. November 2011 findet unsere Experten-Sprechstunde mit PD Dr. Martin Füchtenbusch zum Thema "Gesund bleiben mit Diabetes – Was ist Neu" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 24. November zwischen 16 und 18 Uhr.
Birgit K. fragt:
Hallo,
Ich habe gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen niedrigem Geburtsgewicht und späterem Typ 2 Diabetes auch einen genetischen Hintergrund hat. Meine Tochter kam zu früh und mit 2250 Gramm zur Welt. Ist sie nun gefährdeter als andere „normale“ Kinder? Wenn ja, muss ich auf bestimmte Anzeichen achten oder kann ich vorbeugend etwas tun?
Mit freundlichen Grüßen
B.K.
PD Füchtenbusch:
Sehr geerhte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Frage; Das von Ihnen geschilkldrte erhöhte Risiko
bezieht sich auf ein zu niedriges Gebrutsgeiwcht AM TERMIN (diesen
Zusammnehang gibt es wirklich), nicht aber auf ein niedrigeres
Geburtsgewicht bei Frühgeburtlichkiet; Frühgeburtlichkeit per se
bedeutet nach meinen Kenntnisen kein ein erhöhtes Risiko für einen
späteren Diabetes.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Lars fragt:
Betreff: Neue Verordnungsregel?
Lieber Herr Dr. Füchtenbusch,
ich nehme Nateglinid und bin sehr zufrieden damit, da ich keinen strikten Essensplan brauche und meinen Alltag dadurch freier gestalten kann. Ich bin nicht so sehr strikt und diszipliniert, weshalb mir mein Arzt auch diese tabletten empfohlen hatte. Doch jetzt habe ich gelesen, dass Glinide nicht mehr verschrieben werden sollen. Stimmt das und wenn ja, wann?
MFG
Lars
PD Füchtenbusch:
Hallo Lars,
vielen Dank für Ihre Frage; defintiv kann Nateglinid weiter verordnet
werden; richtig ist dass es Bestrebungen und Überlegungen gab, die
Gruppe der sogenannten GLinide von der Verordnungsfähigkeit zulasen
des gesetzlichen Krankenkassen auszuschliessen; glücklciherweise
konnte dieses in meinen Augen nicht gerechtfertigtive Vorhaben "auf
den letzten" Metern verhindert werden.
mit freundlichen Grüssen,
M. Füchtenbusch
Dieter H. fragt:
gibt es neue möglichkeiten in der kombinationen in der tabletten- und insulinbehandlung des diabetes?
Vielen dank und gruß
dieter h.
PD Füchtenbusch:
Sher geerhter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Frage; bei Typ 2 Diabetes, gibt es nun, als
wirkliche Neuerung, die Möglichkeit Sitagliptin, aus der Gruppe der
sog. DPPIV-Hemmer mit Insulin zu kombinieren; Ebenso ist es nun
möglich siet etwas 4 WOchen INsulin auch mit einem GlP-1-Analogon,
z.b. Byetta oder Victoza zu kombinieren; man erhofft sich hierdurch;
die notwendige Insulindosis reduzieren zu können sowie damit auch die
häufig erforderliche Gewichtsabnahme besser unterstützen zu können;
Bei Typ 1 Diabetes gilt es ausschliesslcih Inuslin zu geben. Ziel der
neuen Kombinationen ist es, die Gefahr von Hypoglykämien weiter zu
reduzieren und, anders herum formuliert, eine weitere Gewiochtzunahme
zu vehindern; Man muss jetzt bei den neuen Präparaten aus der Gruppe
der Inskretine aber die sog. Endpunktstudien abwarten die uns ab 2014
erste Ergebnisse liedern werden; Endpunktsrudie heisst in diesem
Zusammenhang, dass man zeigen will, dass man mitden neuen Substanzen
einen Vorteil bezgl des Risikos für Herzinfarkte oder andere
Gefäßereignisse hat, bzw. einen überleensvorteil hat;
mit freundlichen Grüssen, IHr
MArtin Füchtenbusch
Katrin T. fragt:
Betreff: Inseltransplantation
Hallo, ich gehen in die 11. Klasse eines Gymnasiums und muss eine Seminarfacharbeit schreiben. Da mein Bruder Diabetiker ist und durch Recherchen im Internet bin ich auf die Seite der DZD gestoßen und habe so mein Thema gefunden: Transplantation der Langerhans-Inseln.
Hat jemand Informationen dazu?
Liebe Grüße Katrin
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau T.,
es gibt zu diesem Thema sehr viele wissenschafltiche Informationen.
Ich würde mich an Ihrer Stelle mal an das Deutsche Diabetes Zentrum
wenden (e-mail oder anrufen), die helfen Ihnen sicher gerne weiter.
Viele Grüsse,
M. Füchtenbusch
Rebekka E. fragt:
Betreff: SGLT-2-Hemmer
Auf Wikipedia habe ich von einer neuen Therapie bei Typ 2 gelesen, bei der Zucker über den Urin ausgeschieden wird und somit gesenkt. de.wikipedia.org/wiki/SGLT-2-Hemmer
Kann man schon absehen, wann diese Medikamente verschrieben werden können? Oder ist es noch fraglich, ob das überhaupt passieren wird?
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau E.,
vielen Dank für Ihre Frage; die SGLT2-Hemmer stellen ein einteresante
Neuentwicklung ind er Therapie des T2D dar; sie sind effektiv und
bringen eine Absenkung des HbA1c im Bereich von 0.6-0.9%; die
Nebenwirkungen liegen insbeosndere im Bereich der genitalen
Infektionen, hier im Bereich von etwa10%, bei Frauen etwas höher mit
12-15% (Harnwegsinfekte sowie Pilzinfektionen zusammengenommen). In
diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass die Rate an
genitalen INfektionen bei Menschen mit Diabetes ohnehin höher leigt
als bei Menschen ohne Diabetes. Man muss nun sehen, dass man -sollte
dieses Medikamentengruppe auf den Markt kommen- parallel auf eine
ausreichend gute Genitalhygiene achtet damit man die Rate an den
genannten Infektionen möglichst niedrig halten kann. Ich kann Ihnen
nicht sagen, wann die SGLT-2-Inhibitoren zugelassen werden, die
Zulassung eines der Präparate ist aber bei der europäischen
Zulassungsbehörde (EMEA) eingereicht bzw beantragt. Natürlich müssen
diese Medikamente, sollten sie zugelassen werden, in grossen
prospektiven Studien den Nachweis erbringen, dass sie sicher sind und
den Patienten einen Überlebensvorteil bringen. Im klinischen Alltag
muss man dann in der täglichen Routine sehen, ob das Problem mit den
Infketionen gut beherschbar und akzeptabel ist. FIr jedes Medikament
gilt die Forderung dass sein NUtzen grösser sein muss als das Risiko,
z.b. Nebenwirkungen wie oben geschilderten. Ich wünsche Ihnen alles
Gute.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Petra L. fragt:
Betreff: Kongress
Hallo Herr Dr. Füchtenbusch,
bin eine der typischen übergewichtigen Typ 2 Diabetikern, die große Probleme hat abzunehmen. Ich würde gerne bei einer Studie teilnehmen, um etwa neues auszuprobieren. So eine Magen-OP ist mir zu riskant - damit habe ich mich auseinandergesetzt. Habe einen BMI von über 30. Nehme Tablettenund spritze 3 bis 5 mal am Tag Insulin. Der Bz schwankt aber und mein Hba1c ist auch zu hoch (meist um die 9).
Ich freue mich auf ihre Antwort.
Petra L., Köln
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau L.,
vielen Dank für Ihre Frage. Die von Ihnen geschikderte Kontellation
ist eine sehr häufig anzutreffende Problematik. Ohne Ihnen einen
konkreten Vorschlag machen zu wollen, was nicht geht da ich IHren
medizinsichen Hintergrund nicht ausreichend kenne und "Ferndiagnosen"
nie verlässlich sein können, kann ich allgemien sagen, dass
Medikamente, die mit keiner Gewichtszunahme verbudnen sind, wenn
möglich immer verwendet werden sollten, also Metformin wenn möglich in
der Maximaldosierung sowie eine Inkretin-basierte THerapie, die nun
auch in Kombination mti Insulin möglich ist. Insulin sollte immer nur
in der DOsierung verwednet werden, die für eine optimale
Stoffwechseleinstellung notwendig ist. Häufig übersehen werden auch
Ko-Medikationen mit Medikamenten die zu einer Gewichtszunahme führen
wie bestimmte Anti-Depressiva oder ß-Blocker. Den grössten Erfolg
verpsprechen konservative Maßnahmen wie eine Umstellung der ERnährung
und parallel dazu eine ausreichende körperlche Aktivität, Seöbst wenn
man kaum laufen kann, gibt es die Möglichkeit, isometrischen Sport im
Sitzen oder oberkörpertraining zu machen. Bislang bleibt die Frage
noch unbeantwortet warum es manchen Menschen gut gelingt, Gewicht
abzunehmne und dann das erreichte Gewicht zu halten und andere
Menschen grosse Schwieirgkeiten haben, Gewicht zu verlieren. Ebenso
git es Menschen, die z.b. auf eine Therapie mit einem Glp-1-Analogon
gut ansprechen mit erfolgreicher Gewichtsabnahme und andere kaum.
Bislang gelingt es noch nicht im Vorfeld zu wissen wer gut auf eine
solche Therapie reagiert und wer nicht. Bis auf weiteres bleibt nur
die Möglichkeit, im Beriech der Lebenstiländerung Erfolg zu haben.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Kerstin fragt:
Betreff: Kongress
Sehr geehrter Herr Füchtenbusch,
Diabetes ist ja leider nicht heilbar. Es gibt aber immer mal wieder Nachrichten, dass es das doch ist - sicherlich kann man das nicht ernts nehmen. Aber können Sie mir sagen, ob es Fortschritte in der Forschung gibt und wo sie am vielversprechensten aussehen?
VG
Kerstin
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Frage. Im Bereich des Typ 1 Diabetes gibt es sehr
vielversprechende Forschungsaktivitäten, z.b. die sog. primäre
Prävention, d.h. eine Immunintervention mit einer
Insulin-SChluckimpfung bevor sich Zeichen einer Autoimmunität zeigen
bei Kindern mit einem hohen gentischen Risiko für T1D. Die
Interventionen bei neumanifestem Diabetes waren zuletzt eher
entäuschend, hier zegiten mehrere aktuelle Studien nur einen sehr
begrenzten Erfolg. Das Problem war, dass man die Dosis der eingesetzen
MEdikamente (hier anti-CD3-, also Anti-T-Lymphozyten-Therapie) weiter
reduziert hatte um die Nebenwirkungen zu reduzieren alleding mit der
Folge dass auch die therapeutische Wirksamkeit nachgelassen hat.
Bei Typ 2 Diabetes liegen die Hoffnungen eher in besseren Medikamenten
die die ß-Zellreserve erhalten können; hier haben sich die
Inkretin-basierten Therapien ganz gut etabliert; aber es gilt für den
Typ 2 Diabetes, der ja weiterhin dramatisch zunimmt, dass man die
Anstrengungen auf die Prävention, d.h. einen gesunden Lebenstil
fokussieren muss, damit wäre am meisten erreicht. Wir haben alle schon
vergessen, dass es in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg nur etwa
400000 Menschen mit T2D gegeben hat, heute sind es etwas 7.5
Millionen. DIe Grundlagen der Prävention, ausreichend körperliche
Aktivität und keine Überernährung bleiben die wenseltichen Ziele;
Bislang sehen wir aber die Zahl an Menschen mit T2D weiter wachsen,
und der Weg einer rein medikamnetösen Therapie alleine wird nach
heutigem Stand wahrscheinlich nicht ausreichend sein. Allerdings haben
wir heute bessere Medikamente,, sowhol Tabeltten wie neue Insuline,
eine bessere Schulung und Betreuung, so dass man mit Diabetes ein
weitgehend normales und sehr langes Leben führen kann. Auch das
vergessen wir zu häufig. Im Bereich der nicht-invasiv messenden
BZ-Systeme und Pumpen gibt es ganz herausragende Weiterentwicklungen,
die es Menschen mit Diabetes deutlich erleichtern wird, stabile
BZ-PRofile zu erreichen. HIer ist aber noch viel zu tun, insbesondere
auch was die Finanzierung durhc die Krankenkassen anbelangt.
Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Reik fragt:
Sehr geehrter Herr Dr. Füchtenbusch,
ich habe eine Frage: Ich habe gelesen, dass es evtl. eine neue Methode zur Versorgung von Typ 1 Diabetes geben wird und zwar eine Impfung mit Autoantigenen. Auch von Immunsuppressiva wird geredet. Was meinen Sie, welche Aussichten diese Ansätze haben? Ich selbst habe Typ 1 Diabetes und würde mich natürlich freuen, wenn es realistische Ansätze sind, die sich eventuell bald umsetzen ließen. In diesem Fall: Würde es Menschen auch helfen, die auch bereits lange Zeit Typ 1 haben?
Viele Grüße
Reik
PD Füchtenbusch:
Sehr geherter Reik,
vielen Dank für Ihre Frage; Die Impfung mit Autoantigen betrifft nun
kleine Kinder die noch keine Zeichen der Autoimmunität haben also noch
keine Antikörper; von daher ist eine primäre Präventionssmaßnahme bei
Kindern die ein rechnerisches Risiko von 50% haben (gentische
Belasutng plus positive Familienanamnese. Die sonstigen
Präventionsstudien der letzten Jahre betrafen alles Menschen mit
neumanifestem Typ 1 Diabetes, die Ergebnisse waren bis auf einige
Subgruppen eher enttäuschend, so die Behandlung mit Anti-CD3 (also
anti-T-Zelltherapie), Anri-CD20-(also anti-B-Zell-Therapie, die
Impfung mit GAD-Aluminium subkutan, oder die Behandlung mti einem
sogenannten CTLA-4-Modulator, all dies INterventionen wurden nun in
grossen Phase 3 STudien getestet, WIe gesagt, mit nur sehr geringem
Erfolg. Bei MEnschen mit länger bestehendem Typ 1 Diabetes gibt es
derzeit keine vielversprechenden Ansätze weil hier die noch intakte
ß-Zell-Reserve entweder gar nicht vorhanden oder nur mehr in sehr
geringem Umfang vorhanden ist. Der Weg einer nur wenig belastenden
Insel-Zell-Transplantation ist eher auch nicht erfolgverpsrechend,
weil dem Risiko einer lebenslangen Immunsupression nach
Transplantation ein nur vgl-weise geringer Nutzen gegenüber steht.
Aber der Forschungszweig ist hoch dysnamisch, vielleicht wird es in
Zukunft auch Möglichkeiten für bereits bestehenden T1D geben.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Erich H. fragt:
Meine Frau Hildegard .geb.29.3.1930, leidet seit 1987 an Diabetes 2. Ab 1995 mit Insulin. Werte waren gut eingestellt. 2008 hatte meine Frau einen Schlaganfall. Seit diesem Schlaganfall bekommen wir die Blutzuckerwerte nicht mehr in normale Bereiche. Die Werte liegen zwischen 50 und 350. Trotz richtiger BE Einnahmen und entsprechender Insulin Spritzung. Warum ist das so? Und was kann man änderen, bzw. welche Möglchkeiten bestehen um einigermaßen normale Werte zu erreichen?
Ich möchte ergänzen, dass meine Frau Liprolog Mix 25, 100 E/ml KwikPen benutzt. Morgens 16, Mittags 8 und Abends 14 Einheiten spritzt. Bei Erhöhten Werten nehmen wir zusätzlich 4-5 Einheiten Actrapid FlexPen.
Besten Dank im Voraus für die Anwort.
Mit freundlichen Grüßen
Erich H.
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrter Herr H.,
ein Problem könnte sein, dass drei Mal mal Tag ein Mischinsulin
gegeben wird, dass ist eher nicht üblich, da hier, wegen der lang
anhaltenden Wirkung des Verzögerungsanteils des Mischinsulins zwei
Insuline im Körper gleichzeitig wirken und die Wirkprofile sich
überlagern. NOrmalerweise würde man 2 x ein Mischinsulin wählen oder
aber, wenn das möglich ist eine intensvieirte INsulintherapie mit
kurzwirskamen Insulinen zu den MAhlzeiten sowie einem analogen
Verzögerungsinsulin 1 x /Tag. Damit sind in der Regel die stabilsten
Bz-Profile zu erreichen. Ich würde auch sehen ob sogenannte
"Sptzstellen" also Verhärtungen an den Einstichstlellen vorliegen.
Sollte dies so sein, so müssten die Areale unbesingt umgangen werden.
Auch sollte man sicher Hypoglykämien ausschliessen insbesondere
Nachts. Eine Analyse der BZ-Profiel in unserem CHat ist leider nicht
möglich, Ihr Diabetologe wird Ihnen sicher weterhelfen können. Ich bin
zuversichtlich, dass man bessere BZ-Profile erreichen kann. Ich
wünsche Ihnen alles Gute.
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Stefanie B. fragt:
Hallo!
Ich bin seit `95 Typ 1 Diabetikerin, seit März diesen Jahres ist meine Tochter mit damals 1,5 Jahren ebenfalls Diabetikerin. Jetzt ist meine große Angst, dass meine kleine Tochter, 9 Monate, ebenfalls an Diabetes erkrankt. Ich habe gehört, dass wenn man ihr jetzt 1-2 IE Insulin spritzen würde, könne es evtl. herausgezögert bzw. verhindert werden. Was ist da dran? Für mich hört sich das eher wie ein Märchen an.
Danke und liebe Grüße
Stefanie
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Frage; eine Pumpentherapie bei Kindern mit Typ 1
Diabetes wird in Deutschland immer mehr zur state of the
art-Behandlung, die Pumpenzahlen bei Kindern wachsen rasant. Vielen
Kindern ist eine THerapie mit einer Pumpe lieber, insbesondere aber
auch den Eltern. Ich selbst behandele eigenltich nur Erwachsene, aber
ich denke mir, dass prinzipiell jede Pumpe gelichermassen geeignet
ist; d.h. für Deutschland sind das die Pumpen Accu-Check oder die
Paradigm 722 oder die neue VEO, die wenn man nächstliche Hypos
erkennen möchte sich automatisch abschaltet (geht aber nur wenn man
parallell eine CGM anwendet, welches aber teuer ist und von den Kassen
nur sehr selten im Einzelfall finanziert wird);
mE: am meisten Efahrung hat im pädiatrischen Bereich Fau Prof. Olga
Kordonouri in Hannover, sicher können sie die Kollegin auch
kontaktieren.
Ich wünsche Ihnen und ihrer Familie alles Gute !
Viele Grüsse, Ihr
M. Füchtenbusch
Heidemarie S. fragt:
Hallo, Fragen habe ich schon lange nicht mehr, ich ärgere mich nur noch! Als erstes, daß man sich Stäbchen selber kaufen muß, nur weil sie den Diabetes nicht besser machen,ist eine Formulierung,die unmöglich ist, hätte ich nicht so oft meinen Zucker gemessen (nehme früh und abensds eine Tablette) hätte ich nicht gewußt, wo meine Spitzen liegen, was ich bis mittags oder abends nicht mehr vertrage, ich konrolliere mich auch heute noch und weiß damit was ich wann essen kann, was machen andere, die sich die Stäbchen nicht leisten können? Das Ihr Arzt Ihnen nach 3 Monaten sagt,sie sind nicht gut eingestellt! Man muß eine Kontrolle haben, damit man lernt mit Lebensmitteln umzugehen! 2.Thema, andere Medikamente, es wird verschrieben, was man leider braucht, aber niemand sagt einem,- und nicht alles steht im Beipackzettel,-wann man welche Tabletten nehmen kann ,oder soll,Ich habe sehr oft Migräne, mal früh, mal abends, nehme Sumatriptan, ansonsten Januvia und Medformin, wird das Schmerzmittel damit beinflußt, oder beinflußt es die Zuckermittel? Ich nehme ACE -Hemmer früh, beinflußt es Januvia? Eigntlich hatte ich gelesen,daß man ACE -Hemmer lieber vor dem Schafen gehen einnehmen soll, weil es dann besser wirkt, warum muß ich es dann früh nehmen? 3.Thema, Brot/ Brötchen,egal was man nimmt,überall ist Malz , Malzsyrup, Traubenzucker,Zucker drin -wozu? Was soll man noch essen,es wird einem was vorgegaukelt,was man nicht braucht,beim Bäcker wissen sie nicht was drin ist,dann müssen sie genervt Listen suchen,sodaß einem alles vergeht, ich bin auf Roggen allergisch,würde aber lieber Vollkorn essen, ich habe Wochen gebraucht, bis ich für mich das " Grahambrot" fand, ein Jahr hatte ich meine Freude, das richtige Brot zu bekommen, ohne diese ganzen Zusatzstoffe, die wir nicht brauchen und ohne Konservierungstoffe......nun gab es nur einen Supermarkt wo ich es bekam,der hat es abbestellt, weil es nicht so geht......ich bin nur noch wütend,muß nun im Internet Recherche treiben, welche Möglichkeit es gibt, es sich schicken zu lassen! Wir Diabeteker sind nicht nur mit der Krankheit belastet,nein, wir müssen auch suchen und uns informieren, was alles in Lebensmittel drin ist,gerade was Brot und Brötchen betrifft, warum kommt einen die Industrie nicht entgegegen? Die Diabetes steigt jedes Jahr, es ist ein Skandal wie man mit Kranken umgeht,deshalb ,wozu Fragen stellen, man bekommt doch keine Antwort! Der eine sagt, essen sie Butter das ist gesund, der andere sagt, lassen sie es ,es ist schlecht weil......und wer steht dazwischen, der Kunde oder auch in dem Falle der Patient! Was ist also Neu? Mit frdl.Gruß
PD Füchtenbusch:
Sehr geehrte Frau S.,
zu Ihren drei Fragen darf ich Stellung nehmen: 1) Der Gesetzgeber hat
bezgl der Teststreifenversorgung so entschieden, ich selbst sehe das
in einigen Punkten auch sehr kritisch und hätte mir eine
differenziertere Entscheidung gewünscht. Ich beurteile diese
Entscheidung in etwa so, wie sie die Deutsche Diabetesgesellschaft in
ihrer Stellungnahmen auf der homepage der DDG veröffentlicht hat.
Sehen Sie bitte dort nach. 2) Sumatriptan beeinflsust meinen
Kenntnissen nach die von Ihnen genannten Antidiabetika nicht. 3) Die
Deutsche Diabetesgesellschaft setzt sich seit Jahren vehement für eine
gesunde, auf natürlichen Roh-und Primärstoffen basierende Ernährung
ein. Das insdustriell hergestellt Nahrung ehute mit vielen Tausend
Zusatzstoffen arbeitet ist bekannt. Jeder von uns hat die Aufgabe,
nach seinen Wünschen eine gesunde Ernährung zusammenzustellen, das
bleibt niemandem erspart. Als Erfolg sehe ich, dass dieses Jahr
zumindest die sogenannten "Diabetiker-Diät"-Produkte, die vielfach
unnütz, teuer und qualitativ mit deutlichen Defiziten behaftet sind,
vom Gesetzgeber nun endlich "verboten" wurden.
mit freundlichen Grüssen,
M. Füchtenbusch
