Diabetes und Schwangerschaft
Experten-Chat mit Dr. Schäfer-Graf

- PD Dr. Ute Schäfer-Graf
Am 20. Mai 2010 findet zwischen 17 und 19 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit PD Dr. Ute Schäfer-Graf zum Thema "Diabetes und Schwangerschaft" statt. Sie können Ihre Fragen bereits ab dem 7. Mai 2010 über das Kontaktformular schicken.
Protokoll der Sprechstunde
Alys fragt:
Ich bin Typ 2 Diabetiker - aber erst seit einem Jahr und 35 Jahre alt. Nehme 1xMorgens und 1xAbends Metformin 850. Meine Werte liegen so um die 160. Da mein Blutdruck nicht sonderlich gut ist werde ich wohl auch da bald ein Medikament nehmen müssen. Ich habe bereits ein Kind und mein Mann und ich wünschen uns ein zweites. Da ich vor einem Jahr eine Fehlgeburt hatte mache ich mir jetzt sehr viele Gedanken, ob ich eine 2te Schwangerschaft riskieren sollte.
Dr. Schäfer-Graf:
Gegen eine 2. Schwangerschaft spricht nichts, aber Sie sollten gut vorbereitet in die SS gehen. Das heißt:
1. Metformin absetzten und auf Insulin einstellen lassen. Zielwert HbA1c < 6.5%
2. Ihren Blutdruck einstellen zu lassen mit einem schwangerschaftsverträglichen Medikament. Mittel der Wahl ist Methyldopa.
Ich würde nicht zu lange warten, da es bei langer Daibetesdauer (insbesonder wenn nicht gut eingestellt) zu Spätkomplikationen kommen kann, die den SS-Verlauf komplizierter machen. Aber 160 (nach dem Essen ??) hört sich doch ganz gut an. Viel Glück Ihre Ute Schäfer-Graf
Maren S. fragt:
Hallo, seit 2 Jahren bin cih jetzt mit meinem Partner zusammen. Er hat Diabetes Typ 1. Noch planen wir zwar keine Kinder, wollte mich aber schon mal vorab informieren. Könnte es Probleme geben, wenn ich versuche schwanger zu werden und könnte das Kind ein erhöhtes Riskio tragen für Diabetes und andere Krankheiten?
Dr. Schäfer-Graf:
Schwanger werden ist (hoffentlich) kein Problem, wenn Ihr Partner nicht wg. sehr schlecht eingestellten Diabetes gesundheitliche Problem hat. Ihr Kind hat allerdings ein erhöhtes genetisches Diabetesrsisiko von 5-7%.
Diana fragt:
Bei mir haben sie um die 29. SSW Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Bin 35. Habe mich bis dahin nicht wirklich gesund ernährt, nach der Diagnose aber gleich eingelenkt. Esse jetzt mehr Gemüse, Obst, Nüsse, Käse, Fisch, kein Fleisch und kein Weißbrot. Nun wollen mir mein Diabetologe und auch mein Gynäkologe erzählen, ich würde zu wenig Kohlenhydrate essen. Ich denke, ich esse eher zuviel. Kann ich einen Test machen, der zeigt, ob ich zu wenig Kohlenhydrate esse?
Dr. Schäfer-Graf:
Je nach Größe sollte Sie zw. 12-16 Kohlenhydrateinheiten zu sich nehmen. Einen Test gibt es dafür nicht. Nur wenn Sie unter Ihere Ernährung stark abnehmen sollten, kann das mit Ketonkörpern im Urin verbunden sein. dafür gibt es einen Stix.
Wenn Sie sich mit wenig KH wohlfühlen, ist das okay. Aber Sie sollten nicht aus Angst vor hohen Werten völlig auf KH verzichten. Das beste ist wirklich eine ausgewogene Ernährung (50% KH, 25 Eiweß und 25 % Fett) In Obst sind übrigens auch KH !
Viele Grüße Ute Schäfer-Graf
Magdalena H. fragt:
Betreff: Sport in der Schwangerschaft
Liebe Frau Dr. Schäfer-Graf, welche Sportarten kann ich als Typ 1 Diabetikerin auch noch im 5ten Monat machen? Möchte mich nicht überanstrengen und auf keinen Fall einen Unterzucker riskieren. Vielen Dank für Ihren Rat, Magdalena H.
Dr. Schäfer-Graf:
Günstig sind Ausdauersportarten , die möglichst die Gelenke nicht zu sehr belasten. Ich persönlich fand Schwimmen in der SS sehr gut. Fahrradfahren, zügiges Spazierengehen etc. Bei jedem Sport müßten Sie allerdings die Insulindosierung anpassen. Also erst einaml vorsichtig anfangen und etaws zu Essen dabei haben. Viel Spass Ihre Ute Schäfer-Graf
Jens B. fragt:
Betreff: Grenzwerte für GDM im OGTT
In Diabetes care wurden unter Berücksichtigung der HAPO Studie von einem Expertenteam neue Grenzwerte für den OGTT veröffentlicht: 92/180/153mg/dl im venösen Plasma. Welche Werte gelten nun für das kapilläre Vollblut? Normal liegen doch die Werte im Plasma ca. 15mg/dl höher als im Vollblut, oder? Und wie steht es mit den sog. Weiss-Kriterien (160mg nach einer Stunde)? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Jens B.
Dr. Schäfer-Graf:
Lieber Hr.B., die HAPO-Werte sind im venösen Plasma ermittelt worden . Es gibt keinen Umrechungsfaktor von kapillärem Vollblut in venöses Plasma. Deshalb wird in der neu überarbeiten GDM- LL der DDG eine venöse Blutentnahme empfohlen. Das entspricht auch mehr dem internatinalen Standard. Falls Sie aber z.B. mit einem Vollblutkalibrierten Hemocue arbeiten, können Sie dem Faktor + 11% anwenden, um auf Plasma um´zurechnen. Der "Weiss-Wert" wurde weder von DDG noch der Gesellschaft der Gynäkologen bisher empfohlen. Dieser niedrige Grenzwert hat nur Berechtigung, wenn er mit einer Insulinmessung im Fruchtwasser kombiniert wird, wie es das Konzept von Weiss vorsah. Leider wird das von den Protagonisten des 160-Wert häufig außer acht gelassen. Ich wünsche mir sehr, dass die Anwendung der HAPO-Werte, die auf höchstem wissenscahftl. Niveau erhoben wurden, der Unsicherheit bzw. der "richtigen" Grenzwerte ein Ende setzt. Mit vielen Grüßen Ute Schäfer-Graf
Katharina B. fragt:
Ich spritze seit 3 Jahren Insulin. Habe Typ 1. Bisher bin ich gut damit klar gekommen. Jetzt planen wir ein Kind und mein Arzt meint ich sollte mir überlegen auf eine Pumpe umzusteigen - obwohl meine BZ-Kontrolle ja auch so ganz gut läuft. Was halten Sie für ratsam?
Dr. Schäfer-Graf:
Liebe Frau B., wenn Sie mit ICT gut eingestellt sind, brauchen Sie keine Pumpe. Vergleichende Studie haben ein kein besseres Schwangerschaftsergebnis unter Pumpe erbracht, wenn die BZ-Einstellung gut ist. Es gibt auf der Website der Diabetesgesellschaft eine Pateintenversion der Leitlinie für Schwangerschaft und Typ 1 DM. Da steht das auch so explizit. Viel Glück Ihre Ute schäfer-Graf
Yvonne fragt:
Hallo Frau Dr. Schäfer-Graf, ich bin nun mit meinem 2. Kind in der 25. SSW und hätte gerne von Ihnen eine Meinung dazu, ob ich die Geburt, wie bei meinem ersten Kind wieder per Tabletten in der 38. SSW im Krankenhaus einleiten lassen soll. Meine erste Tochter ist auf normalem Wege zur Welt gekommen. Das Gewicht war mit 3800g normal und sie hatte bis auf eine Unterzuckerung nach der Geburt keine weiteren Probleme. In dieser Schwangerschaft ist bislang beim 3D Ultraschall und auch bei allen weiteren Untersuchungen rausgekommen, dass unser Kind bislang zeitgerecht und normal entwickelt ist. Mein Typ 1 Diabetes, den ich seit fast 20 Jahren habe, ist in der Schwangerschaft ebenfalls recht gut eingestellt. G.l.G. Yvonne
Dr. Schäfer-Graf:
Die Empfehlungen sehen eine Einleitung am Termin vor, wenn nicht geburtshilfliche oder diabetologische Probleme eine vorzeitige Entbindung sinnvoll erscheinen lassen. Es sollten allerdings ab 36 SSW 2x Woche ein CTG geschrieben werden. Über den Termin würde ich nicht gehen, da es dann schon bei "gesundenen" Schwangeren zu Versorgungsproblemen beim Kind kommen kann. Noch eine gute Schwangerschaft, Ihre Ute Schäfer-Graf
R. B.-W. fragt:
Betreff: OGT
Sehr geehrte Frau Schäfer-Graf, wurden die Normwerte beim OGT niedriger angesetzt? Zählt als 1 Std.-Wert noch < 140 mg/dl oder die Einstellung < 120 mg/dl? Danke für die Antworten R.B.-W.
Dr. Schäfer-Graf:
Die "neuen" Grenzwerte für den OGTT werdenaus der HAPO-Studie abgeleitet und lauten : 92/180/155 mg/dl. Die GDM- LL wird zur Zeit aktualisiert.
140 mg/dl der 1 Std postprandiale BZ-Zielwert bei BZ-Selbstkontrolle, 120 mg/dl nach 2 Std.
Milia fragt:
Betreff: habe ich einen SS-Diabetes
Sehr geehrte Frau Schäfer-Graf, da beim Fehlbildungsultraschall der Abdomenumfang meiner Tochter außerhalb der Norm lag, habe ich einen Zuckerbelastungstest (OGTT) machen lassen. Dies ist meine 2. SS (1. Kind 3550g, 52 cm), und die Werte waren wie bei der ersten SS gut (77, 139, den letzten weis ich leider nicht mehr). Mein Hausarzt ist Diabetologe und hätte den Test wohl als gut durchgehen lassen, wenn da nicht der Bauchumfang und insgesamt ein größeres Wachstum der Kleinen wäre. Ich habe dann für 1 1/2 Wochen mit dem Blutzuckertestgerät meiner Oma (veraltetes Gerät Accucheck) gemessen so gut ich konnte. Die Werte nüchtern lagen damit bei 87 bis 101. Vor dem Essen bei 66 bis 89, nach dem Essen waren die Werte z. B. nach einer halben Stunde der höchste bei 178, zwei Stunden der höchste bei 137, drei Stunden später der höchste bei 114. Diese Höchstwerte tauchten nur jeweils einmal auf, andere waren im Bereich davor. Da ich mich noch nicht auskannte fehlen viele Werte 1 Stunde und 2 Stunden nach dem Essen, denn ich habe oft sporadisch gemessen. Mein Arzt hat dem ganzen die Werte für die neuen Geräte (mit dem neuen Verfahren zu messen), 60-90 nüchtern, etc. zugrunde gelegt. Ihm waren die Werte zu nah an den Grenzen und er hat mir eine Beratung, sowie huminsulin normal (je 2 Einheiten zu den drei Hauptmahlzeiten) und basales (1x abends 2 Einheiten) verordnet. Bei der Beratung habe ich erfahren, dass das alte Gerät aber um 11% höhere Werte anzeigt, als die Neuen -also auch andere Richtwerte gegolten haben. Ich habe meine beiden nun verglichen, so komme ich z. B. auf einen Wert von 121 beim alten und beim Neuen auf 90 - das sind schließlich mehr als 11%. Ist denn nicht alles ein bisschen überstürzt gelaufen? Hätte ich nicht erstmal ein vernünftiges Gerät haben müssen, bzw. angeleitet werden müssen, wann man richtig misst? Hätte nicht erstmal eine Ernährungsumstellung gelangt? Wäre nur das basale Insulin nicht ausreichend gewesen? Momentan fühle ich mich einfach nur krank und missverstanden - ich würde mich lieber über meine Ss freuen, statt mich mit diesen Zweifeln herumschlagen zu müssen. Ich hoffe sie können mir eine Antwort dazu geben. Mit freundlichen Grüßen Milia
Dr. Schäfer-Graf:
Ihr Zuckerbelastungstest ist völlig normal. Das Konzept, dass man bei übermäßigem Wachsum der Bauches großzügiger Insulin gibt, gilt nur für Schwangere mit SS-Diabetes.
Bei grenzwertigem oGTT kann man ev. die Frau mal eine Woche ihre BZ-Werte messen lassen , um ganz sicher zu gehen. Aber natürlcih mit einem aktuellen Gerät. Wenn dann erhöhte Werte vorliegen (nüchtern < 95 , 1 Std. nach dem Essen 140, 2 Std 120 mg/dl) muss eine Ernährungsberatung durchgeführt werden mit den Ziel , die Kohlenhydratbelastung zu vermindern. Insulin erst nach mind. 2 Wochen Diät. 2 Einheiten Insulin sind in der Schwnagerschaft leider sinnvoll, da die Insulinempfindlichkeit in der SS herabgesetzt ist. Unter 8 Einheiten fange ich nicht an.
Es ist sehr schade, dass Sie ihre SS nicht mehr genießen können. Leider schießen manche Kollegen im ihrer Sorge um das Wohl des Kindes etwas über das Ziel hinaus.
Versuchen Sie mit Ihrem Frauenarzt die Problematik zu besprechen und nach Alternativen zu suchen.
Alles Gute Ihre Ute Schäfer-Graf
B. K. fragt:
Guten Tag, ich bin im fünften Monat schwanger und habe inzwischen sehr mit meinem Gewicht zu kämpfen. Dass ich zunehmen würde, war natürlich klar, aber nicht gleich 12 Kilo schon in der ersten Hälfte. Ich bin 165 groß und wiege jetzt 74. Pummelig war ich vorher zwar auch schon aber wenn ich daran denke, dass ich das nach der Schwangerschaft alles wieder loswerden soll, frage ich mich jetzt schon, wie das gehen soll. Nun hat eine Freundin mir erzählt, dass ein hohes Gewicht der Mutter gefährlich für das Kind sein kann bei der Geburt, also dass zum Beispiel das Kind so liegen kann, dass sich die Schulter verklemmt und es stecken bleibt. Das ist für mich auf alle Fälle ein Grund abzunehmen, um die Geburt nicht noch schwerer zu machen. Außerdem sagt sie, sollen dicke Schwangere oft auch zuckerkrank werden. Wenn das jetzt schon so ist, weiß ich nicht, ob abnehmen allein dagegen hilft. Aber eigentlich weiß ich sowieso ja gar nicht, ob ich auch Diabetes habe. Wird dann auch das Kind zuckerkrank und muss ich dann Tabletten nehmen, die vielleicht dem Kind schaden? Wer testet das und wo bekomme ich Hilfe? B.K.
Dr. Schäfer-Graf:
Ein Zuckerbelastungstest würde die Frage beantworten , ob Sie einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt haben. Das Risiko dafür ist bei übergewichtigen Frauen erhöht.
Abnehmen in der SS ist keine gute Idee, wohl aber sehr bewußt essen und viel Bewegung, um die Gewichtszunahme zu regulieren. Mit 12 Kilo haben Sie wirklich schon die fast die Grenze für die gesamte SS erreicht.
Es stimmt, dass eine sehr hohe Gewichtszunahme und /oder Übergewicht zu etwas schweren Kindern führt, insbesondere wenn noch schlecht eingestelltter SS-Diabetes dazukommt.
Bitten Sie Ihren Frauenarzt einen Zuckertest mit 75 g Glukosebelastung und 3 BZ-Messungen zu machen. Und fördern Sie körperliche Aktivität, z.B. Schwimmen oder Spazierengehen etc.
Mit vielen Grüßen Ute Schäfer-Graf
Patrizia K. fragt:
Liebe Frau Dr. Schäfer-Graf, ich habe Typ 1 Diabetes seit ich 12 bin. Mittlerweile bin cih Ende 20. Die BZ-Einstellung funktioniert mal besser und mal schlechter (haba1c von 6 bis 8,5) Ich versuche es in den Griff zu bekommen, weil wir jetzt gerne ein Kind bekommen möchten. Ist es bei deisen Werten zu riskant? VG Patrizia K.
Dr. Schäfer-Graf:
Ihr HbA1c sollte optimaler Weise um 6.5% liegen. Eine gute Einstellung bei Schwangerschaftsbeginn senkt das Risiko für Fehlanlage der Organe beim Kind. Allerdings liegt nach neusten Studien erst ab 10 % ein deutlich hohes Risiko vor. Der SS-verlauf wird allerdings günstig auch von der Stoffwechseleinstellung bei Beginn der SS beeinflußt. Man sieht weniger Gestosen (Präeklampsie), also Blutdruckerhöhung und übermäßige Wassereinlagerung , die manchmal zur vorzeitigen Entbindung zwingen.
Vielleicht versuchen Sie noch ein bißchen stabiler zu werden , bis 7.5%. aber manchmal geht es wirklich nicht besser. Vielleicht hilft Ihnen eine Pumpe weiter ??
Paula M-F fragt:
Hallo Frau Dr., ich bin im 4ten Monat schwanger und habe einen Gestationsdiabetes. Bei eingigen Frauen bleibt dieser ja auch noch nach der Schwangerschaft. Das möchte ich auf jedenfall vermeiden. Was kann ich tun?
Dr. Schäfer-Graf:
6-12 W nach der Entbindung wird ein Zuckertest gemacht, um zu sehen, ob sich Ihr Zuckerstoffwechsel normalisiert hat. Versuchen Sie nach der SS Ihr Ausgangsgewicht zurück zu erlangen bzw. versuchen Sie falls Sie übergewichtig sind, etwas abzunehmen und sorgen Sie für viel körperliche Aktivität. Das senkt Ihr Risiko in der Jahren nach der SS einen Diabetes zu bekommen.
Jetzt in der SS hilft sicher auch, nicht zuviel zu zunehmen und durch Sport Ihre Insulinempfindlichkeit zu verbessern.
Ich hoffe, dass hilft Ihnen weiter. Ihre Ute Schäfer-Graf
Sofia H. fragt:
Sehr geehrte Frau Dr. Schäfer-Graf, ich bin Typ1 und momentan in der 9 SSW. Vor der Schwangerschaft hatte ich meine Werte sehr gut eingestellt. Ansonsten hätten wir uns wahrscheinlich gar nicht dafür entscheiden, ein Kind zu bekommen. Jetzt bekomme ich zunehmend Schwierigkeiten, meinen Zucker einzustellen. Ich spritze Novorapid. Mache mir schon Sorgen, wenn meine Werte über 120 liegen. Ab welchen Werten kann es gefährlich werden für unser Kind? Und welche SSWs sind die kritischsten? Bin auch bei einem Diabetologen in Behandlung - eine zweite Meinung würde mich beruhigen. Ich danke Ihnen herzlichst
Sofia H.
Dr. Schäfer-Graf:
Sehr geehrte Frau H., die Zielwerte sind < 140 mg/dl nach 1 Std und < 120 mg/dl nach 2 Stunden. Der 1 Std-Wert ist wichtiger in der SS. HbA1c sollte bis 20 SSW im oberen, dann unteren Nornberich sein.
Gerade am Anfang der SS spielt der BZ oft verrückt, Ihr Insulinbedarf wird auch etwas sinken, bis er dann so ab 16 SSW langsam ansteigt. Keine Typ 1 Diabetikerin schafft es immer ideale Werte zu haben, aber ein gelegentlich erhöhter Wert schadet Ihren Kind sicher nicht.
Für Sie selbst sind die ersten Wochen kritisch wg. der Unterzuckerungsgefahr, weil die Insulinempfindlichkeit so hoch ist. Für Ihr Kind kann man das so generell nicht sagen.
Ich mache ungern Eigenwerbung, aber meine Patientinnen habne sehr geschätzt, dass ich vor Jahren mit einem Diabetolgen und einer Hebamme einen Schwangerschafstratgeber für Daiebtikerinnen geschrieben habe, der viele Fragen beantwortet (Kleinwechter/schäfer-Graf/Mäder, TRIAS-verlag).
Mit vieln Grüßen Ihre Ute Schäfer-Graf
XX fragt:
Wie sollte mein Ideal BZ-Wert eingestellt sein, damit ich mit geringem Risiko schwanger werden kann?
Dr. Schäfer-Graf:
HbA1c normnahe, also < 6.5% über 3 Monate

