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Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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Gefährliche Unterzuckerung: Was ist im Ernstfall zu tun

Experten-Chat mit Priv.-Doz. Lundershausen

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rainer Lundershausen
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rainer Lundershausen

Bis zum 17. Februar 2011 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rainer Lundershausen zum Thema "Gefährliche Unterzuckerung: Was ist im Ernstfall zu tun" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 17. Februar zwischen 17 und 19 Uhr.

Christine M. fragt:

Betreff: Hypo/Alkohol/Glucagon

Über den Bericht in der Ärztezeitung bin ich auf ihre Seite gelangt.
In dem Bericht über Hypoglykämie unter Alkoholeinfluss wird darauf hingewiesen, dass es sinnvoll wäre ein Glucagon-Notfallset mitzuführen.
Meines Wissens funktioniert die Gegenregulation unter Alkoholeinfluss nicht mehr.
Was ist nun richtig?

Viele Grüße
Christine M.

PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrte Frau M.,

bei alkoholinduzierter Hypoglykämie ist Glukagon nur eingeschränkt wirksam (es ist jedoch kein Fehler es zu verabreichen). In einem solchen Fall muß schnellst möglich der Notarzt hinzugezogen werden.
 
Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen 

Jens S. fragt:

Betreff: Glykämischer Index
Ist es bei einer Unterzuckerung auch möglich, Kartoffeln statt Glucose zu essen um möglichst schnell den niedrigen Insulinspiegel anzuheben? Ich komme darauf, da Kartoffeln ebenfalls einen hohen Glykämschen Index (95) besitzen. (Zucker = 100)

Ist der Glykämische Index überhaupt das richtige Maß, das entscheidet, was im Falle einer Unterzuckerung gegessen werden soll?

PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrter Herr S.,

ich empfehle, eine Unterzuckerung - die stellt ein akutes und bedrohliches Ereignis dar - immer mit Glukose zu beheben.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen 

Florian S. fragt:

Betreff: Cola bei Unterzuckerung gut?

Welche Menge an Traubenzucker bei einer Unterzuckerung ist die richtige? Gibt es Richtlinien? Ein Bekannter von mir trinkt sobald er "Anzeichen" einer Unterzuckerung "spürt" immer wahllos eine / zwei Dosen Cola. Ist das der richtige Weg? Spielt der aktuelle Blutzuckerspiegel bei einer Unterzuckerung keine Rolle? Muss man also immer vorher messen?

PD Dr. Lundershausen:

Hallo Florian,

bei einer Unterzuckerung gilt der Grundsatz "erst essen, dann messen!". Als Sofortmaßnahme sollte man 2 - 4 BE schnellresorbierbare Kohlenhydrate zu sich nehmen, das kann durchaus auch Cola ( nicht jedoch light ! ) sein.

Wichtig ist die nochmalige Blutzuckermessung nach ca. einer Stunde, um den Verlauf einschätzen zu können. Ggf. müssen sich nach weiterer BE-Zufuhr weitere Messungen in kürzeren Abständen anschließen.

Beste Grüße

PD Dr R. Lundershausen

Cora fragt:

Betreff: Unterscheide zwischen Diabetes-Typen?

Gibt es Unterschiede bei der Unterzuckerung zwischen Typ 1 und Typ 2? Und wenn ja, was muss man jeweils beachten?

Vielen Dank und beste Grüße, Cora

PD Dr. Lundershausen:

Hallo Cora,

die Symptome einer Unterzuckerung und die zu ergreifenden Maßnahmen unterscheiden sich nicht zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetikern. Typ 2 Diabetiker , auch wenn sie Insulin spritzen, unterzuckern seltener. Diabetiker müssen die Warnsignale ihres Körpers kennen, stets schnellresorbierbare Kohlenhydrate mit sich führen und ihr Umfeld aufklären.

Beste Grüße

PD Dr. R. Lundershausen

Reik fragt:

Betreff: Unterzuckerung bei Wettkampf

Ich bin Wettkampfbodybuider und nehme nun zum ersten Mal an einem Wettkampf teil. Für den Wettkampf ist es enorm wichtig, die Kohlenhydrate stark zu reduzieren, damit man das "trockene definierte" Aussehen auf der Bühne präsentieren kann. Im Falle einer Unterzuckerung: Können auch schnell verdauliche Proteine den Blutzuckerspiegel wieder auf ein normales Niveau bringen?

Welche Alternativen habe ich, wenn ich meine Kohlenhydratzufuhr sehr stark einschränken muss?

PD Dr. Lundershausen:

Hallo Reik,

ich denke, Sie betreiben ein Hobby, das ich Typ 1 Diabetikern - ich vermute Sie gehören dazu - nicht empfehlen würde. Bei aller Akzeptanz einer bedingten Gesundheit mit Diabetes, gibt es Dinge im Leben, die nicht jeder realisieren kann. Bodybuilding geht ja nicht ganz selten auch mit dem Einsatz verschiedener Anabolika einher, vor denen ich dringend warne. Auch eine extreme Kohlenhydratrestriktion ist für einen Diabetiker ungünstig.

Einer Unterzuckerung können Sie mit Proteinprodukten nicht begegnen.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Silke V. fragt:

Ich habe seit kurzem einen neuen Job und niemand dort weiß, dass ich Diabetiker bin. Anfangs habe ich es nicht erzählt, da ich Angst hatte, es wirkt sich auf meine Einstellung aus. Jetzt traue ich mich nichts zu sagen, weil ich Angst davor habe, in der Probezeit noch gehen zu müssen, weil ich vorher nichts davon gesagt habe. Jetzt habe ich das Problem, dass wenn ich mal eine Unterzuckerung am Arbeitsplatz bekomme, niemand weiß, was passiert und ich Schwierigkeiten bekomme. Was meinen Sie, was ich tun soll? Vielen Dank für einen Hinweis. Mit freundlichen Grüßen, Silke V.

PD Dr. Lundershausen:

Hallo, Silke,

mit diesem Problem sind Sie nicht allein.

Ich vermute, Sie spritzen Insulin. Dann sollten Kollegen an Ihrem Arbeitsplatz von Ihrer Erkrankung wissen und über Hilfsmaßnahmen aufgeklärt sein, falls Sie eine Unterzuckerung erleiden.

Vieleicht überdenken Sie noch einmal, ob Sie nicht doch mit Ihrem Arbeitgeber reden können. Anderenfalls können Sie vieleicht mit Kollegen Ihres Vertrauens in Ihrem unmittelbaren Umfeld sprechen.
Spätestens nach Ablauf der Probezeit würde ich den Arbeitgeber einweihen. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist dann nicht so einfach, falls Sie über einen Beschädigtenschutz verfügen.

Sollten Sie jedoch im Rahmen einer Einstellungsuntersuchung falsche Angaben gemacht haben, ist die Sache schwierig und eine Kündigung wird möglicherweise hiermit begründet.

Eine arbeitsrechtliche Beratung können Sie auch über diabetesDE oder den Deutschen Diabetikerbund in Anspruch nehmen.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Mike R. fragt:

Betreff: Diabetes Typ 1

Meine Frage: Bei mir wurde Diabetes 2009 festgestelt daraufhin wurde ich von meinen hausartst in einer klink mit einen wert von 8,0 aufgenommen dort wurde eine enzündung festgestelt und muste 4 mala m tag spritzen ich wurde da als typ2 eingestuft mir wurde gesagt das ich schwer einzustufen bin. 14 tage später war ich in einer andere klinik dort wurde zwei mal meine bauchspeicheldrüsse untersucht es wurde nichts festgestelt. vor ein halbes jahr wurde ich erneut in der klink zum einstellen geschickt und es wurde festgestelt das meine bauchspeicheldrüsse gar nicht mehr arbeitet. darauf wurde ich typ1. wenn ich spritze und danach esse muss ich danach gleich auf tollete ich habe vor kurzen versucht gar nicht zu spritzen. meine werte waren dann zwischen 5,1-5,6. jetzt meine frage: kann es sein das ich gar kein diabetes habe? was raten sie mir? mit freundlichen grüssen mike r.

PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrter Herr R.,

hier beteilige ich mich ungern an Spekulationen ohne Ihre konkreten Befunde zu kennen.

Wenn Ihre Blutzuckerwerte tatsächlich ohne Insulinverabreichung nach Nahrungsaufnahme stets zwischen 5,1 und 5,6 mmol/l liegen, sollte die Diagnose noch einmal überprüft werden.

Allerdings machen Typ 1 Diabetiker nach Krankeitsentdeckung und erster Regulierung des Stoffwechsels oft eine s.g. initiale Besserungsphase durch, in der der Blutzucker tatsächlich normwertig sein kann.

Besprechen Sie dieses Problem noch einmal mit Ihrem Diabetologen anhand Ihrer konkreten Befunde.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Franziska R. fragt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 26 jahre alt und leide unter der retinopatie. habe scxhon mehrere ops durch . ich möchre mal bitte wissen ob es irgendwann mal eine op gibt für diabetiker für bessere suicht bzw das man was an der netzhaut machen kann ?? ist es normal das ich tagsüber schlechter sehe wie abends durch die netzhaut ?? habe angst das ich blind werde aber da hätten sie nicht operiert oder ? kann sich bei guter diabestes einstellung die netzhaut wieder bessern ?

PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrte Frau R.,

eine vorhandene Netzhautschädigung ist durch bessere Diabeteseinstellung nicht rückgängig zu machen. Ein weiteres Fortschreiten des Problems lässt sich aber beeinflussen. Jedoch sollten beim Vorliegen einer Retinopathie der Soffwechsel langsam optimiert und Unterzuckerungen vermieden werden.

Ob ein operativer Eingriff am Auge Ihr Sehvermögen bessern könnte, kann ich ohne Kenntnis des konkreten Befundes nicht beurteilen

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Tanja fragt:

Mein Freund hat Diabetes Typ 1 schon seit ca. 20 Jahren (Er ist 30) und hat immer schon gerne gefeiert und gerne auch Süßigkeiten gegessen oder andere Kohlenhydrate. Er hatte durch seine Feierei auch sehr oft Unterzuckerung und aaste mit seinen Werten enorm. Jetzt meine Frage: Ich hörte davon, dass wenn man als Diabetiker nicht so sehr auf seine Werte / Einstellung achtet, das gesundheitliche Folgen haben kann…Was kann passieren? Ich mache mir oft Sorgen wegen seiner Nachlässigkeit.

 

Viele Grüße, Tanja

 

 

PD Dr. Lundershausen:

Liebe Tanja,

Ihre Sorgen besten durchaus zu Recht. Eine längerfristig schlechte  Stoffwechseleinstellung erhöht das Risiko für diabetische Folgeerkankungen, wie Nieren-, Augen-, Nerven- oder Herz-Kreislaufschäden.

Möglicherweise leidet Ihr Freund an einer Krankheitsakzeptanzstörung, die professionelle Hilfe durch einen diabetologisch erfahrenen Psychologen braucht. Besprechen Sie das Problem gemeinsam mi tdem Diabetologen Ihres Freundes.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Christopher H. fragt:

Sehr geehrter Herr Dr. Lundershausen,
Ich habe kürzlich davon gehört, dass es bei der Alzheimerforschung neue Erkenntnisse gibt. Das Mittel Metformin, das ja nur Diabetiker nutzen, soll bei der Erkrankung vorbeugend wirken. Ich habe in meiner Familie 2 Alzheimerfälle. Habe immer sehr große Angst, dass ich auch bald Alzheimer bekomme. Daher dachte ich, ich nehme das Mittel ein. Jedoch habe ich auch gelesen, dass es bei gesunden Menschen, die keinen Diabetes haben, zu einer Unterzuckerung führen kann. Ist das wahr? Kann ich das Mittel als Nicht-Diabetiker nehmen ohne Gesundheitsschäden zu riskieren?

Vielen Dank für Ihre Auskunft.
Mit freundlichen Grüßen,
Christopher H.

PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrter Herr Helmer,

eine Unterzuckerung bei Metformin-Einnahme ist weitestgehend ausgeschlossen. Ein Nicht-Diabetiker riskiert keine Gesundheitsschäden bei Einnahme, es sei denn, er leidet unter einer der Kontraindikationen, die grundsätzlich bei Metformin-Gabe beachtet werden müssen. Das sind in erster Linie Nieren- und Leberfuktionsstörungen. Metformin kann aber auch Nebenwirkungen im Verdauungstrakt , z.B. Durchfall und Blähungen, hervorrufen.

Für den Einsatz zur Behandlung oder Prophylaxe der Alzheimer-Erkrankung existieren nach meiner Kenntnis keine überzeugenden wissenschaftlichen Daten.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Ingrid fragt:

Betreff: Fastenzeit

Hallo,

ich bin Diabetikerin Typ 2 und weiß das seit etwa einem halben Jahr. Ich habe jedes Jahr zur fastenzeit gefastet und möchte dies nun auch dieses Jahr wieder tun, habe jedoch Angst, dass es sich auf meinen Blutzuckerspiegel auswirkt. Worauf soll ich achten, bzw. ist es gesundheitsschädlich diese Gewohnheit beizubehalten?
Viele Grüße,
Ingrid


PD Dr. Lundershausen:

Liebe Ingrid,

wenn keine weiteren Gesundheitsprobleme bestehen, können Sie auch nach der Diabetesdiagnose eine Fastenzeit einlegen. Während dieser Zeit sollten Sie jedoch alle blutzuckersenkenden Medikamente weglassen und ausreichend trinken.

Auf den Stoffwechsel wird sich eine moderate Fastenperiode eher positiv auswirken.

Beste Grüße

PD Dr. R. Lundershausen

Gisela fragt:

Meine Tochter hat Typ 2 Diabetes und geht jetzt an Fasching mit ihren Freunden viel feiern. Kann ich ihr Ratschläge geben, an die sie sich halten kann, damit sie der Gefahr der Unterzuckerung entgeht?

Vielen Dank!


PD Dr. Lundershausen:

Leider haben Sie mir keine Angaben zur Diabetes-Therapie gemacht. Da sich bei Faschungsfeiern möglicherweise Alkoholkonsum und vermehrte körperliche Aktivität kombinieren, potenziert sich die Gefahr der Unterzuckerung.

Folglich sollte sie den Alkoholkonsum minimieren, ggf. die abendliche und nächliche Insulindosis halbieren, falls sie Insulin spritzt. Nimmt sie Tabletten ein, die zu einer höheren Insulinausschüttung führen, können diese am Abend auch einmal weggelassen werde.

Beste Grüße

PD Dr. R. Lundershausen

Maren S. fragt:

Wieviel Kohlenhydrate sollte man denn so pro Liter Bier zu essen? Ich hab Typ 1 und bin jetzt 17. Es sollte ja möglich sein, dass man auch als Diabetiker mehr als eine Flasche Bier trinken kann.

PD Dr. Lundershausen:

Liebe Maren,

diese Frage ist pauschal schwer zu beantworten. Erstens: Was ist mehr als ein Flasche Bier?....2   oder 12....? Zweitens: muss berücksichtigt werden,  in welcher Zeit wieviel getrunken wird. Drittens: Biere enthalten selbst Kohlenhydrate - in unterschiedlicher Menge.

Grobe Faustregel: 1 Liter Bier in einer Stunde mit 1 - 2 Zusatz-BE abdecken.

Beste Grüße

PD Dr. R. Lundershausen

Chris fragt:

Welcher Alkohol ist am gefährlichsten hinsichtlich Unterzuckerung? Stimmt das, dass hochprozentiger Alkohol zu einer schnelleren Unterzuckerung führen kann? Oder ist das eine falsche Schlussfolgerung...???


PD Dr. Lundershausen:

Über das Ausmaß einer Unterzuckerung bei Alkoholkonsum entscheidet die Alkoholmenge. Da hochprozentige Getränke natürlich mehr Alkohol enthalten, haben sie ein größeres Unterzuckerungspotential.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Doris K. fragt:

Lieber Herr Dr. Lundershausen,

bei mir ist das Problem, ich bemerke eine UZ oft sehr spät, es kann schon vorkommen, dass ich manchmal erst so um 40 mg/dl zu zittern anfange oder ein taubes / pelziges Gefühl im Mund bekomme, auch Sehstörungen und dann kommt noch Heißhunger dazu ... anfangs futterte ich mich wieder hoch, nun trage ich Traubenzucker oder Bonbons bei mir, auch wurden bei mir im Haus verteilt einige Schüsselchen aufgestellt, bisher ist noch nie etwas passiert, ab wann könnte es wirklich für mich kritisch werden ??
Mein niedrigster Wert war bisher 29 mg/dl, bin zwar wie ferngesteuert gelaufen, habe mich aber selber gemessen und konnte ohne fremde Hilfe reagieren...
Manchmal sind meine Werte wochenlang im grünen Bereich und dann wieder fast täglich eine oder mehrere UZ


PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrte Frau Kick,

leider entwickeln insbesondere Typ 1 Diabetiker mit längerer Diabetesdauer und dem verständlichen Willen, den Blutzucker möglichst niedrig zu halten, nicht selten Unterzuckerungswahrnehmungsstörungen, d.h. sie empfinden die Warnsymptome des Körpers nicht rechtzeitig oder gar nicht.

Leidet ein Diabetiker bereits unter einer s.g. Hypo-Wahrnehmungsstörung, sollten die Blutzuckerzielbereiche um 20 - 30 mg/dl höher angesetzt werden und die Teilnahme an einem Hypoglykämiewahrnehmungstraining ist ratsam. Entsprechende, meist psychologisch geleitete Schulungen bieten versierte Schwerpunktpraxen und Kliniken an.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Helmut B. fragt:

Betreff: Medikamente

Können Medikamente wie Nebilett bzw. Nebifolol 5mg zu Unterzuckerung führen, oder welche Medikamente kommen da noch in Frage? vielleicht auch welche gegen hohen Blutdruck?


PD Dr. Lundershausen:

Nebivolol (Nebilet ist ein Produkt dieses Wirkstoffes) führt nicht zu einer Unterzuckerung. Auch andere blutdrucksenkende Medikamente verursachen in der Regel keine Unterzuckerungen.

Betablocker, also auch Nebivolol, können allerdings die Symptome einer Unterzuckerung beeinflussen. Das sollten Diabetiker wissen, die ein Therapieregime haben, dass potientiell zu Unterzuckerungen führen kann.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen

Nina fragt:

Mein 10 Jähriger Sohn hat erst kürzlich Typ 1 diagnostiziert bekommen. Ich habe seither große Angst, dass er trotz richtiger Einstellung eine Über- oder Unterzuckerung bekommt. Er macht viel Sport und daher habe ich ganz besondere Befürchtung, dass er tendenziell eine Unterzuckerung bekommt. Wie kann ich sicher gehen, dass er nicht während des Sports stark unterzuckert?


PD Dr. Lundershausen:

Sehr geehrte Frau R.,

grundsätzlich sollten insulinbehandelte Patienten Anpassungsregeln für körperliche Aktivitäten erhalten, die individuell im Rahmen einer Schulung zur intensivierten Insulintherapie trainiert werden sollten. Es handelt sich hierbei um Reduktion der Insulindosis, die Verabreichung zusätzlicher Kohlenhydrate, s.g. " Sport-BE " und Hinweise zur Blutzuckerselbstkontrolle. Da es hierbei individuelle Unterschiede gibt, sollten Sie diese Frage noch einmal mit dem Diabetologen Ihres Sohnes besprechen.

Beste Grüße
PD Dr. R. Lundershausen