Kummerkasten

Michaela Berger, Diabetesberaterin DDG, kooptiertes Vorstandsmitglied

Sie haben Kummer oder Probleme mit Ihrem Diabetes? Vielleicht bereitet Ihnen auch ein Anghöriger oder Freund mit Diabetes Sorgen? Dann schreiben Sie uns einfach, was Sie bedrückt. Unsere Expertin Michaela Berger hat für alle ein offenes Ohr und nimmt sich Ihrer Probleme an. Sie ist Diabetesberaterin DDG in einer Praxis in Berlin Mitte und selbst betroffen - 1959 wurde bei ihr Diabetes Typ 1 diagnostiziert.

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Eva B.:

Betreff: Diabetes Typ 1 und Kopfschmerzen

Hallo!
Mein Mann hat Diabetes Typ 1 und hat jeden Tag starke nicht auszuhaltende Kopfschmerzen die meistens Nachts auftreten. Er muss sich meistens erbrechen und nimmt auch Kopfschmerztabletten ein.
Ich würde ihm ja so gern helfen aber ich weiß nicht mehr weiter
Bitte melden Sie sich mal per Mail bei mir
Herzliche Grüße
Eva B.

Berger:

Hallo Frau B.,
mich würden die Blutzuckerwerte Ihres Mannes in der Nacht interessieren?
Als Info: um 22.00 Uhr , um 24.00 Uhr und um 4.00 Uhr messen.
Sollten sich hier keine Unterzuckerungen zeigen, rate ich dringend  zum Gespräch mit einem Facharzt für Neurologie.
Kopfschmerzen werden in zwei Gruppen unterteilt: Primäre Kopfschmerzen gehen auf keine erkennbare Ursache zurück und sind selbst die Krankheit. Sekundäre Kopfschmerzen wiederum treten aufgrund einer anderen Störung auf – sie sind ein Warnsignal, dass etwas im Körper nicht stimmt.
Mit freundlichen  Grüßen
M.Berger

 

Heribert B.:

Betreff: Diabetes Typ II

Ich spritze Insulin Apidra nach CT und Lantus 20 I.E. Wirkt sich Insulin auf die Leber aus ? Ich habe eine Leberzirrhose.

Berger:

Hallo Herr B.,

der Blutzuckerspiegel steigt vor allem nach der Aufnahme von kohlenhydratreicher Nahrung. Als Reaktion darauf wird von den β-Zellen Insulin ins Blut ausgeschüttet. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel dadurch, dass es mittels seiner „Schlüsselfunktion“ der Glukose aus dem Blutplasma und der Gewebsflüssigkeit den Durchtritt durch die Zellmembran in das Zellinnere ermöglicht. Vor allem die Leber- und Muskelzellen können in kurzer Zeit große Mengen Glukose aufnehmen und sie in Form von Glykogen speichern oder in Energie umwandeln.
Auch auf andere Zellen wirkt Insulin positiv, so hat es Einfluss auf den Fett- und Aminosäurestoffwechsel sowie auf den Kaliumhaushalt.

Insulin ist der Schlüssel zum positiven  Leben.

Mit freundlichen Grüßen
M.Berger
 

Marion L.:

Betreff: Hohe Blutzuckerwerte

Sehr geehrte Frau Berger,
ich bin langsam verzweifelt bezüglich meiner Achterbahn-Werte. Ich bin 57 Jahre alt, 1,62 m groß und wiege z.Zt. 75 kg.

Ich habe seit 20 Jahren (nach der letzten Schwangerschaft) Fast 18 Jahre habe ich immer Actrapid und Protapham genommen und hatte einen Langzeitwert von 9,5. Vor 1/2 Jahren dann eine neue Therapie mit Tabletten dazu: Januvia und Siofor 1000. Mein HB1 Wert sank dann auf 7,1.

Seit Dezember 2015 habe ich ohne Einwirkung von außen sehr hohe tägliche Werte die immer zwischen 200 und 350 lagen und mein Wert erhöhte sich wieder auf 8,5. Ich esse fast immer das gleiche, wenig Kohlehydrate, sehr viel Gemüse (meistens Salat), gehen jeden Tag 1 Stunde spazieren und verzichte auf Süssigkeiten, Kuchen usw. An vielen Tagen esse ich 800 Kalorien. Dennoch keine Gewichtsabgabe. Das Gewicht halte ich jetzt 2 Jahre.

Seit Anfang Januar habe ich dann ein neues Insulin "Aspart" erhalten, alles andere blieb so. Dennoch keine Verbesserung, die Werte sind immer noch sehr hoch auch frühmorgens meistens um die 230. An einigen Tagen habe ich eine 1 vor dem Wert stehen, dann freue ich mich, aber abends ist dann der Wert wieder sehr hoch und manchmal wenn ich dann etwas anderes esse als Salat steigt der Wert sogar über 400, trotzdem ich für das Essen gespritzt habe. Ich habe sogar schon einmal 2 Tage die Woche nichts gegessen sondern nur Tee und Wasser getrunken und hatte abends einen Wert von 345 bzw. 376.

Ich möchte nicht wieder den Arzt wechseln um wieder eine neue Therapie zu erhalten. Ich weiss dass ich mich vielleicht mehr bewegen müsste, aber ich habe einen Vollzeitjob und da bleibt mir am Tage nicht mehr als 1 Stunde Zeit. Am Wochenende gehe ich noch Treppenhäuser (ohne Fahrstuhl) putzen und diese Bewebung reicht mir.

Ich hoffe, ich habe jetzt alles berichtet und freue mich auf eine Antwort von Ihnen, damit ich sicher auch einiges umstellen und ändern muss aber auf der anderen Seite vielleicht auch ein paar Tipps von Ihnen erhalte. Mein Mann verhindert fast täglich, dass ich das ganze "Zeug" in die Ecke schmeisse und nichts mehr mache. Ist auch nicht der richtige Weg ich weiss aber nach so vielen Jahren bin ich es leid.

Mit freundlichem Gruß

Marion L.

Berger:

Hallo Frau L.,
ich bin etwas erschrocken über Ihren Bericht und versuche Ihnen mit ein paar Tipps zu helfen.
Eine Grundregel, bitte niemals Insulin spritzen, wenn Sie keine Kohlenhydrate zu sich nehmen!
Ihre gesamte Einstellung bedarf einer sofortigen Veränderung.
Ihr Basalinsulin (Protaphan) reicht nicht mehr aus und leider weiß ich nicht, ob Sie es 1x oder 2x täglich spritzen?

Gut wäre ein Basalratentest über 3 Tage:

  • Am 1. Tag fällt das Frühstück aus und Sie messen von 7.00 Uhr bis 13.00 Uhr stündlich den Blutzucker.
  • Am 2. Tag fällt das Mittagessen aus und Sie messen von 13.00 bis 19.00 Uhr stündlich.
  • Am 3. Tag fällt das Abendessen aus und Sie messen von 19.00 bis 22.00 Uhr stündlich den BZ.
  • Wenn möglich wäre noch eine BZ Messung ca. um 3.00 Uhr nötig.

Zu den genannten Tageszeiten, wird kein Insulin Aspart gespritzt, nur das angeordnete Basalinsulin.
Sind Ihre BZ Werte zu einer Zeit über 240mg%, wird der Test abgebrochen.
 
Ich vermute, Sie unterzuckern und merken es nicht, denn entweder sind Ihre hohen Blutzucker Werte ein Zeichen für einen Insulinmangel oder eine Gegenregulation des Körpers auf eine Unterzuckerung.

Das Insulin Aspart:
Insulin Aspart ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Insuline mit blutzuckersenkenden Eigenschaften zur Behandlung von Diabetes mellitus. Es entspricht Humaninsulin bis auf eine Aminosäure und hat einen rascheren Wirkungseintritt und eine kürzere Wirkdauer als das natürliche Pankreashormon. Es wurde entwickelt, um verschiedene nachteilige Eigenschaften von Insulin zu verbessern. Insulin aspart muss unmittelbar vor einer Mahlzeit unter die Haut gespritzt werden. Die häufigste mögliche unerwünschte Wirkung ist die Hypoglykämie.

Ich würde gern mit Ihnen sprechen und empfehle Ihnen, mich am 03.05.16 ab 19.00 Uhr unter
030/201 677 33 anzurufen.
 
Mit freundlichen Grüßen
M.Berger

 

Erhard.:

Hallo ich habe seit einem halben jahr Diabetes 2.ich neme morgens metformin 500 und abends 1000 ein. Muss aber jetzt 3 Tage decortin einnehmen .gestern abend 4×50 mlg. Heute und morgen auch.ist wegen einem gehörsturz.jetzt meine frage .ich musste heute Nacht alle 2 Stunden Wasser lassen und mein zucker War heute morgen auf 300 hundert.was kann ich tun meine Dosis metformin erhöhen zbs.morgens auf 1000 und abend auf 1500.oder die 3 Tage so lassen.

Michaela Berger:

Hallo Erhard,ich bitte Sie, die Dosis Metformin nicht ohne Ihren Arzt zu verändern. Bitten Sie Ihren Arzt, die Nebenwirkungen von Decortin mit Ihnen zu besprechen.Das Medikament „Decortin“ enthält den Wirkstoff „Prednisolon“ der eine Wirkung auf den Zuckerstoffwechsel hat. In der Regel benötigen die Patienten Insulin. Mit freundlichen GRüßenM. Berger

Sebastian L.:

Sehr geehrte Frau Berger,

ich schreibe in den Kummerkasten weil ich gerade am Boden bin.
Ich bin 38 Jahre alt, vor einigen Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Seitdem nehme ich das Medikament Metformin. Stelle meine Ernährung um. Versuche mir das Rauchen abzugewöhnen. Zusätzlich habe ich seit Jahren Bluthochdruck, der mit einer Dreier-Medikamentenkombination behandelt wird.

Meine Füße sind taub, kribbeln, stechen. Ich habe leichte Sehstörungen.
Ich habe mich mit Literatur zum Thema eingedeckt.
Aber. Ich fürchte mich so. Seit Wochen habe ich Angst, einfach nur Angst. Bis ich Brustschmerzen bekomme. Ich habe Angst, früh zu versterben, vor allem im Moment. Angst. Panik. Und manchmal bin ich so traurig, dass ich einfach von jetzt auf gleich in Tränen ausbreche. Ich habe so viele Schwierigkeiten im Leben bewältigt, aber nun diese ständige Angst. Ich weiß gar nicht, welche Frage ich formulieren soll an Sie. Ich weiß, ich muss Gelassenheit und Zuversicht üben. Ich wollte es nur mal loswerden. Vielen Dank für Ihre Zeit.
Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian L.

Berger:

Sehr geehrter Herr Dr.  L.,

ich möchte Ihnen gern etwas Zuversicht vermitteln, denn Sie allein haben die Möglichkeit, Dinge  bewusst zu verändern.
Da ich keine BZ-Werte oder Blutdruckwerte und Gewicht  von Ihnen kenne, darf ich nur empfehlen.
Bitte raus mit Ihnen an die frische Luft, laufen, jeden Tag 1km und dann steigern. Besorgen Sie sich einen Schrittzähler und beginnen Sie mit 1000 Schritten, entwickeln Sie Ehrgeiz, um dann Woche für Woche zu steigern, bis Sie 10.000 Schritte erreichen, vielleicht bis Februar 2016.
Lassen Sie den inneren Schweinehund nicht an sich ran, sondern schleudern Sie ihn weg.
Nehmen Sie meine Empfehlung zur Umstellung der Ernährung an: täglich 2 Hände Obst und 3 Hände Gemüse, lassen Sie Produkte aus Weizen weg und suchen Sie die Produkte aus Roggen und vollem Korn. Es macht Freude zu suchen ,ist spannend, denn das ist gar nicht so einfach.
Versuchen Sie sich mit schönen Dingen wie einem bewussten Herbstspaziergang zu erfreuen.
Sie sind noch so jung, wenn Sie  Veränderungen herbeiführen, geht es Ihnen bald besser. Ich erlaube mir die Frage, wie wäre es mit der Suche nach einem lieben Haustier, einem Hund, der Sie auch auf Trapp bringt und Sie braucht.
Ich bin gern weiterhin Ihr Ansprechpartner.
Mit freundlichen Grüßen
 
M.Berger

Jutta W.:

Sehr geehrte Frau Berger,
mein 15-jähriger Sohn möchte zur BZ-Messung vom klassischen Accu-Check Aviva auf die Scan-Methode Free Style libre umsteigen. Durch Pubertät und viel Sport misst er häufiger als 10x täglich den Blutzucker, deshalb hat die behandelnde Diabetologin dazu geraten. Die Krankenkasse (Techniker) hat bislang noch keinen positiven Kostenübernahme-Bescheid ausgestellt, weil das für dieses Gerät erforderliche Alter von 18 Jahren noch nicht erreicht ist. Gibt es Erfahrungen mit jungen Patienten und dem neuen Messsystem und wie kann ich die Krankenkasse überzeugen?

Beste Grüße
Jutta Wetterich

Berger:

Sehr geehrte Frau W.,

„Ab Mitte des Jahres (2015) versorgt die DAK-Gesundheit zunächst eine limitierte Anzahl von Patienten aus ihrem Gesundheitsprogramm Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 mit dem neuen Sensor“, schreibt die DAK in einer Presseinformation vom 10.2.15. Weil die Produktionskapazitäten des Herstellers Abbott noch beschränkt sind, „werden wir das Angebot zunächst denjenigen machen, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen und am stärksten unter dem ständigen Zuckermessen leiden“, so Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstandes der DAK. Wie die Versicherten ausgewählt werden, ließ er offen.
Für Kinder ist FreeStyle Libre nicht zugelassen.
 
Die Techniker Krankenkasse (TK) teilt in einer Presseinformation vom 9.2.15 mit, dass sie die Kosten für FreeStylelibre bis zur Höhe der sonst üblichen Kosten für die Blutzuckermessungen bezuschussen will.
Ich empfehle, dass Sie eine Enzelfallentscheidung für Ihren Sohn beantragen und dieser von der behandelnden Diabetologin unterstützt wird.
So Sie Mitglied bei diabetesDE-DDHM sind können Sie eine kostenfreie Rechtsberatung bei Herrn Oliver Ebert beantragen.
Ich wünsche Ihrem Sohn viel Glück.
Mit freundlichen Grüßen
 
Michaela Berger

Simone R.:

Betreff: Unterzuckerung

Hallo,

ich betreue eine Kundin, deren Werte sind häufige sehr schwankend über den ganzen Tag, sie bekommt Festinsulin morgens 20IE Humalog, mittags 6 IE Humalog und abends 20IE Humalog, zur Nacht bekommt sie 22 IE Lantus....
jetzt wurde ich berunsichert, als mir eine Kollegin sagte, dass bei einem BZ von 55mg/dl dennoch 22 IE Lantus gespritzt werden müssen....und dass wir lediglich die Werte durch Traubenzuckergabe und BEs ausgleichen sollen....ist das korrekt??? ich habe in meiner Ausbildung vor 10Jahren gelernt gehabt, lieber nicht zu spritzen, nur Traubenzucker und BEs zu verabreichen..damit der BZ ansteigen kann......um eine weitere unterzuckerung über Nacht zu vermeiden, da Lantus, auch wenn es eine wirkungszeit von bis zu 24h hat, den BZ weiter senkt!! Was ist denn nun korrekt???

Berger:

Sehr geehrte Frau R.,

zunächst können wir allgemeingültig feststellen: Im Unterzucker, immer“ klotzen und nicht kleckern!“
Das heißt, wir versorgen die Betroffenen in der Unterzuckerungsphase sofort, ermitteln dann  den Blutzucker und spritzen das benötigte Insulin.
Bitte niemals das Insulin weglassen und schon gar nicht das Basalinsulin (Lantus).
Jeder Ihrer Kunden, muss individuell betrachtet werden.
In der Regel benötigt der Betroffene, bei einem Blutzucker von 55mg%(3,0mmol/l)
 1-1,5 BE (Broteinheiten) Zucker, um auf einen Blutzucker von 100mg% (5,5mmol/l)  zu steigen.
Wenn Sie abwarten bis der Blutzucker über die Norm (180mg%, 10,0mmol/l)  ansteigt und kein Insulin gegeben wird, müssen Sie mit einer Stoffwechselentgleisung rechnen.
Über die schwankenden Blutzuckerwerte sprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt.
Ich würde einen Basalratentest empfehlen.
Mit freundlichen Grüßen
 
M.Berger

Regina W.:

Betreff: Retinopatie

Sehr geehrte Frau Berger,

ich leide seit langem an einer Neuropathie in den Füssen. Welches sich auf mein Leben stark einschränkend ausgewirkt hat. Ich möchte nicht immer meine Angehörigen nicht zur Last fallen. Aber seit kurzem Zeit sagt mein Augenarzt ich benötige Spritzen ins Auge. nach einigen Sitzungen mit Avastin ging es auch besser. allerdings dieser Aufwand monatlich dort hin zu fahren . Ist sehr viel für mich. nun meint mein Augenarzt das die Spritzen nicht mehr
wirken, was mich natürlich beunruhigt
aber er meint es gäbe sowas wie ein Langzeittherapei fürs auge , wo ich nur noch
bei meinem Augenarzt vor ort zur kontrolle muss und das ca. 3 jahre
kenne Sie diese Behandlung ich denke er meint was von iluvien , ein Steroid was sehr gut anschlägt .

Bitte schreiben Sie mir ob Sie das kennen.

danke

Berger:

Sehr geehrte Frau W.,

Wichtig ist, dass Betroffene auf gute Werte bei Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin achten.  Welche Zielwerte in ihrem Fall wünschenswert sind, sprechen Patienten mit ihrem Arzt ab.
Bei einem Makulaödem kann der Arzt zur Behandlung Medikamente direkt in den Glaskörper spritzen, um die Gefäßneubildung und Einblutungen zu stoppen. Das Verfahren heißt „intravitreale Therapie“ – „vitreus“ ist die lateinische Bezeichnung für den Glaskörper. Die Medikamente zielen zum Beispiel darauf ab, den Botenstoff VEGF zu hemmen, der das Wachstum von Blutgefäßen unterstützt. Welche Mittel ratsam sind, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Die Medikamente müssen in der Regel in regelmäßigen Abständen wiederholt gespritzt werden.
Zwei Wirkstoffgruppen stehen zur Verfügung:

 

  1. Cortisonpräparate (Triamcinolon)
  2. Anti-Angiogenese-Medikamente (z. b. Avastin, welches aus der Krebstherapie entliehen wurde). Diese Stoffe blockieren die das Gefäßwachstum fördernden Substanzen im Auge direkt und können so zu einer Abschwellung der Netzhautmitte führen. Oft werden sie mehrmals in Abständen von einigen Wochen in das Auge gespritzt.

(Auszug Augenklinik Dr. Hoffmann.de)

Mit freundlichen Grüßen
M.Berger

Luisa:

Hallo,

ich mache mir etwas Sorgen. Ich bin 18 Jahre alt, 178cm groß und schlank gebaut.

In den letzten Wochen musste ich mir von einigen Mitmenschen anhören ich sei dünner geworden und hätte abgenommen. Ich dachte es sei alles normal oder ich würde weniger essen.. aber vor einigen Wochen fing ich an ungewöhnlich viel auf die Toilette zu gehen. Ich trinke nicht viel am Tag (1 Liter ca.) und beim Wasserlassen kommt trotzdem noch genug. Nach ständigem googlen kam immer etwas mit Diabetes Typ 1 raus, deshalb wollte ich nachfragen ob es wirklich mit meinen bisherigen Symptomen zusammen hängen könnte. Natürlich werde ich auch noch zum Arzt gehen aber ich wollte in erster Linie erstmal hier nachfragen. Bei zuckerhaltigen Getränken ist es noch extremer, ich trinke 1-2 Gläser Cola und muss alle 20 Minuten sehr sehr nötig. Ich hatte bis vor ein paar Wochen es nie so stark. Klar muss man dann öfter aber nie so so stark. Auch von Wasser muss ich ( aber bei Cola etc häuft sich es sehr).

Heute habe ich ca 1 Liter Limonade getrunken & musste bi jetzt schon 10 mal.
Ich kenne mich mit der Krankheit nicht aus, aber kann ehrlich sagen dass ich ausschließlich nur ungesundes esse.(vllt könnte dies ja auch ein Auslöser sein?)

Ich bedanke mich im vorraus

Berger:

Hallo Luisa,
bitte suchen Sie sofort einen Arzt auf und berichten von Ihren  Sorgen.
 
Bitte verstehen Sie, per E-Mail keine Diagnose !
 
Bei einer gestellten Diagnose können Sie sich jederzeit gern wieder an mich wenden.
Mit freundlichen Grüßen
M.Berger

Daniela:

Hallo,
Ich hoffe Sie konnen mir helfen.
Es geht um meinen verlobten. Es hat Diabetes, abrr macht nuhts dagegen. Er hat schon körperliche Probleme...
Ist in der Arbeit ende letztes jahr zusammen geklappt, hab sehr stark auf ihn einreden müssen damit er im Krankenhaus drinnen bleibt (er ist 2mal nacheinander auf eigene Verantwortung rausgegangrn) beim dritten mal blieb er. Seit dem verliert er immer wieder das Bewusstsein und ich hab ihn ofters halten mussen und auf ihn eingeredet damit er wieder zu sich kommt...
Ich mavh mur sehr große sorgen. Er mag keine Ärzte und will auch zu keinem gehen.
Ich weis mir nicht mehr zu helfen. Wollen eigentlich eine Familie gründen, aber ich hab angst das ich ihn kurz danavh verliere und als alleinerziehende Witwe weiter leben muss... ich will ihn nicht verlieren. Bitte helfrn sie mi.

Berger:

Hallo Daniela,

bedingt durch meinen Urlaub, konnte ich nicht sofort antworten.

Ihre Worte stimmen mich sehr nachdenklich, denn Ihr Verlobter hat die chronische Erkrankung Diabetes mellitus nicht angenommen.

Ich kann nicht einschätzen, ob eine Unterzuckerung die Ursache von seinen Ohnmachten ist. Bitte schauen Sie auf der Web-Seite von www.diabetesde.org nach der Rubrik "Selbsthilfe" bzw. hier: http://menschen-mit-diabetes.de/shg.

Ihrem Freund fehlt der Austausch mit anderen Betroffenen und deren Umgang mit dem Diabetes. Sicher gibt es viele schlimme chronische Erkrankungen, aber der Diabetes mellitus ist behandelbar, man muß es wollen.

Bitte versuchen Sie einen Bezug zu einem Diabetologen herzustellen und die dort tätige Diabetesberaterin kann sie unterstützen. Vielleicht lassen Sie Ihren Freund mal los, bezogen auf den Diabetes und reden mal 2 Wochen gar nicht darüber.

Ich wünsche Ihnen viel Glück,


Freundliche Grüße,

Michaela Berger

Juliane L.:

Betreff: Wie kann ich Eucreas im Ausland erwerben?

Sehr geehrte Frau Berger,

seit 2001 galt ich als Typ 1 Modi-Diabethikerin und musste Insulin spritzen. 2012 fand meine Diabethologin aufgrund von Laboruntersuchungen heraus, dass die Möglichkeit von Tabletten-Einnahme besteht. Darauf hin erhielt ich Eucreas. Mit diesem Medikament hatte ich die besten Blutzuckerwerte seit mein Diabtes festgestellt wurde (HBA1c 5,2 !) Nun muss ich Janumed nehmen und stelle eine zunehmende Verschlechterung meiner Werte fest. Ich bin in Sorge über meine Gesundheit und natürlich nicht glücklich, vielleicht wieder spritzen zu müssen. Da hat die Einstellung nie richtig geklappt und ich war sehr oft im Unterzucker. Haben Sie einen Tipp für mich, wie ich trotzdem Eucreas erwerben könnte, auch wenn ich es selbst bezahlen muss?

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort!

Mit freundlichem Gruß
Juliane L.

Berger:

Sehr geehrte Frau L.,


das IQWiG beklagt, dass für keinen der bewerteten Wirkstoffe Langzeitstudien vorgelegt wurden. Und das, obwohl sie teilweise schon seit  2007 auf dem Markt sind. „Es ist völlig inakzeptabel, dass gerade bei Medikamenten, die Patienten über sehr lange Zeiträume einnehmen müssen, auch mehrere Jahre nach der Zulassung keine Daten dazu vorliegen, wie sich ihre Anwendung langfristig auswirkt“, kommentiert Thomas Kaiser, Leiter des Ressorts Arzneimittelbewertung im IQWiG.

Bis zuletzt war offen, ob das im 14. SGB V-Änderungsgesetz beschlossene Ende des Bestandsmarktaufrufs nicht auch für Gliptine hätte gelten müssen. Sie waren die einzige Arzneimittelgruppe, die dieses Verfahren vor dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bis zum Schluss durchlaufen hatten.

Dies möchte ich Ihnen  zur Erklärung geben.

Ihr Problem, ist ein Problem vieler Menschen mit Diabetes Typ 2.

Bitte sprechen Sie noch einmal mit Ihrem Arzt/Diabetologie über geeignete Möglichkeiten der Hilfestellung .

In Ihrem speziellen Fall (Mody Diabetes)

MODY bezeichnet man den untypischerweise bereits vor dem 25. Lebensjahr auftretenden Diabetes mellitus, welcher klinisch an einen Typ-2-Diabetes ("Altersdiabetes") erinnert.

Gemäss WHO gehört der MODY zu der Gruppe der "genetischen Defekte der Beta-Zell-Funktion" und wird in mutationsspezifische Subgruppen eingeteilt.

Der Verdacht auf einen MODY besteht bei:

·         familiärer Häufung (autosomal-dominanter Erbgang)

·         Fehlen von Inselzell-Antikörpern

·         Manifestationsalter in früher Jugend

Zur Therapieempfehlung: Anfangs sind Sulfonylharnstoffe ausreichend, später aber eine Insulintherapie unumgänglich.

Ich bitte sie eindringlich über eine Insulintherapie nach zu denken, denn „Insulin“ ist immer der Schlüssel zum Leben, auch mit wenigen Einheiten und einer sehr guten Beratung erhalten Sie einen Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Michaela Berger

Herr S.:

Betreff: erhöhte Nüchternwerte sowie erhöhte Werte zwei Stunden nach dem Frühstück
Hallo Frau Berger,
ich freue mich, dass Sie weiterhin Aktiv sind für DiabetesDE. Vielleicht erinnern Sie sich noch an mich, dadurch dass Sie sich im DiabetesDE Chat vor längerer Zeit den Fragen von uns Diabetikern gestellt hatten, kamen wir in Kontakt u.a. auf Grund der Teststreifen.
Da ich Wert auf Ihre kompetente Meinung legen, wollte ich Sie um Rat bitten.
Wie Sie vielleicht wissen, informiere ich mich permanant über meine Erkrankungen, über Diabetes Typ 2. Diabetes Journal im ABO, Besuch von Podologin alle 4 - 5 Wochen, DMP Teilnahme, Mitgliedschaft in DiabetesDE incl. Mitgliedschaft im DDH-M Landesverband sind selbstverändlich.
Medikamentation. Eucreas morgens und Abends eine Tablette, morgens Bisoprol 10 mg und Tamsolosin 0,4 mg eine Tablette. Abends eine Tablette Simvastin 20 mg und Pantoprazol 20 mg eine Tablette. Meine Hba1C Werte waren bis vor 2 Quartalen nicht über 6,20. Im vorletzten Quartal dann 7, und beim letzten Mal 6,5.
Morgens esse ich möglichst dunkles Brot mit Butter und Käse. Unser Hausarzt ist auch gleichzeitig mein Diabetologe, aber leider kein DDG Diabetologe. Die Diabetesasistentin in der Praxis hat mir geraten nach 17 Uhr keine bzw. nur eine geringe Anzahl an Kohlehydraten zu mir zu nehmen, Eiweißbrot Käse, Gemüsse etc. Abends zu essen. Vor einiger Zeit bemerkte ich, dass meine Nüchternwerte nicht mehr stimmen, um die 150 sind zu hoch, 2 Stunden nach dem Frühstück sind meine Werte mit 200 oder darüber zu hoch. Die Diabetesassitentin hat mir obiges vorgeschlagen, was ich auch getan habe, darauf haben sich meine Werte auf Nüchtern 130-140 geändert und meine Werte nach dem Frühstück auf 160 - 180 geändert. Der Quartalsbesuch stand an, 6,5 Hba1c und die oben genannte Werte, Arzt war soweit zufrieden, die Werte müssen im Auge behalten werden. Nun haben sich meine Blutzuckerwerte wieder auf Nüchtern 150erhöht und 2 Stunden nach dem Frühstück mit über 180 bis 200 oder darüber auch wieder erhöht. 2 Stunden nach dem Mittagessen sind die Werte besser 120 bis 150. Ich wollte Sie um Ihre Meinung Ihren Rat bitten, Vielleicht haben Sie eine Idee oder einen Rat für mich zur Senkung der Blutzuckerwerte, Beim Augenarzt bin ich zwei mal im Jahr dort ist alles o.k. auch meine Blutdruckwerte sind mit 120 bis 130 zu ca. 80 in Ordnung.
Ich freue mich auf Ihre Rückantwort.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus.

Berger:

Hallo Herr S.,
ich habe mich gefreut, von Ihnen zu hören, sie sind ja eigentlich ein "Vorzeigepatient".
Bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Überlegung zum Thema "Eiweißbrot", ich bin nicht so positiv überzeugt.
Eiweißbrot schmeckt klebriger als normales Brot, ist in der Regel teurer und enthält dabei mehr Kalorien und deutlich mehr Fett. Wer am Abend auf Kohlenhydrate verzichten möchte und trotzdem Brot essen möchte, könnte in dem Eiweißbrot eine Alternative finden. Allergiker sollten sich vorher allerdings genau anschauen, aus welchen Bestandteilen das Eiweiß-Brot besteht. Ob der Verzicht auf Kohlenhydrate aber der einzig erfolgreiche Weg beim Abnehmen ist, wird von vielen Ernährungsexperten bezweifelt. Entscheidend für einen gesunden Menschen ist nach wie vor, dass man weniger Kalorien aufnimmt, als man am Tag verbraucht. Und dabei ist es egal, ob sie nun aus Kohlenhydraten, Fett oder Eiweißen stammen.
Ihre Tabletteneinnahme stimmte mich nachdenklich, machmal ist weniger mehr, als umgedreht.
Freundliche Grüße, Michaela Berger
 

Frau B.:

Betreff: Quinoa
Liebe Frau Berger, in der Zeitschrift PM habe ich das erste mal über Quinoa, den sog." Andenreis" und seine positiven Ernährungseigenschaften gehört. Nun möchte ich gern von Ihnen wissen, ob der Verzehr dieser Samen sich positiv auf den Diabetes auswirken kann. Leider konnte ich nirgends eine BE- Angabe finden. Herzlich E. B.

Berger:

Liebe Frau B., Getreide glutenfrei, Nährwert auf 100g  58,5g KH, 13,8g E, 5g F, 6,6g Bst. Glyc.Index 35, 1 BE 20gAnsonsten anzuwenden wie Getreide, gibt es als ganzes Korn, Flocken, Flakes oder Aufgepufft meist in glutenfreien Müslis.Das es besonders für Diabetiker geeignet ist halte ich persönlich nicht für glaubwürdig. man müsste schauen wer hinter dieser Aussage steckt.Es ist eine Alternative zu anderen Getreidesorten. Es gibt auch noch Amaranth, hier gilt das gleiche wie für Quinoa.MfGMichaela Berger

Familie H.:

Betreff: Work and Travel mit Typ 1 DiabetesLiebe Frau Berger, meine 20 jährige Tochter möchte für max 1 Jahr nach Canada zum Work and Travel. Sie hat seit 15 Jahren Typ 1. Bisher haben wir nur Reisekrankenversicherungen gefunden, die sie versichern, aber nicht für Insulin und Teststreifen aufkommen. Haben Sie Erfahrung wie man das am besten organisiert? Darf ein deutscher Arzt größere Mengen verschreiben so das meine Tochter fast alles mitnehmen kann. Kann man Insulin in Canada kaufen und benötigt man dazu eine Bescheinigung vom deutschen Arzt? Oder gibt es doch noch eine Versicherung die dafür aufkommt?Über Informationen würden wir uns freuen. Vielen Dank Familie Hof

Berger:

Sehr geehrte Familie H.,
 
da es unterschiedlich ist wieviel Insulin Sie mitnehmen dürfen, würde ich mich bei den Einreisebestimmungen des geweiligen Landes Informationen einholen. Bei Reisen ins Ausland empfehle ich immer die doppelte Menge an Medikamenten/Insulin auf zwei verschiedene Handgepäckstücke zu verteilen. Die Beschaffung eines ähnlichen  Präparates ist oft zeitaufwenig und mit Unannehmlichkeiten verbunden und keineswegs "erholsam". Ich würde erstmal so viel Insulin mitnehmen wie die entsprechende Einreisebestimmung es zuläßt. Desweiteren sind viele Insulinhersteller international vertreten, so dass sie "ihr" Insulin meist auch im Ausland erhalten können. Dafür kann es, je nach Land, in der Apotheke gekauft werden oder Sie müssen wie hierzulande ein Arzt aufsuchen der Ihnen das Insulin rezeptiert. Falls Sie ihr Insulin im Ausland nicht bekommen sollten, achten Sie bitte auf die richtige Insulinkonzentration (U100). Fragen Sie Ihre Insulinfirma direkt!
 
Eine Bescheinigung über den Diabetes und die benötigten Utensilien/Medikamente in internationaler Sprache ist hierbei sicherlich hilfreich.
Weitere Informationen im Internet:
Reise-Checkliste
Bescheinigung zum Mitführen von Spritzen und Insulin auf Flugreisen  

Für den Transport von Insulin und anderen Diabetes-Medikamenten sollten sie bei Flugreisen eine Bescheinigung zum Mitführen etwa von Spritzen, Pens, Ampullen und Insulin dabei haben. Für den Notfall empfiehlt es sich, stets einen internationalen Diabetes-Pass oder ein Dokument in der Landessprache des Urlaubslandes bei sich zu tragen, das über die bestehende Diabetes-Erkrankung Auskunft gibt.
Nein, es gibt in Deutschland keinen Arzt, der Medikamente und Hilfsmittel für ein Jahr aufschreiben darf.
Nein, Sie werden keine Versicherung finden, die für TS und alles aufkommt.
Alles etwas schwierig, aber nicht aussichtslos.
 
Mit freundlichen Grüßen
Michaela Berger

Simon S.:

Betreff: Diabetesberatung bei psychischer Erkrankung

Sehr geehrte Frau Berger,

ich betreue im Rahmen der Eingliederungshilfe Hamburg einen 39 jährigen Mann. Neben einer Angststörung/Depression leidet der Klient zudem unter einem Diabetes Mellitus. Auf Grund seiner schlechten Ernährung (Fett, Zucker) haben sich auch seine BZ-Werte so sehr verschlechtert, dass er, bei gleichbleibender Ernährung, bald auf eine Insulintherapie durch Spritze umgestellt werden müsste. Aus diesem Grund möchte der Klient seine Ernährung umstellen und bittet mich dabei um Hilfe. Da es ihm, auf Grund seiner psychischen Erkrankung nicht möglich sein wird, an einer regulär angebotenen Diabetesschulung teilzunehmen, bin ich auf der Suche nach einem individuellen Programm. Meine Frage an Sie ist nun, ob Sie eine Idee haben ob und wenn ja wo eine solche Begleitung bzw. Beratug möglich wäre und wie diese finanziert werden kann.

Über ein Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Simon S

Berger:

Sehr geehrter Herr S.,
bezüglich Ihrer Anfrage gebe ich Ihnen folgende Empfehlung.
Jede diabetologische Schwerpunktpraxis hat in ihrem Team eine zertifizierte Diabetesberaterin.
Hier gibt es durchaus  die Möglichkeit,  sehr individuell auf Ihren Klienten einzugehen.
Ich berate die Patienten auch individuell mit ihren Betreuern.
Ein allgemeingültiges Schulungsprogramm für dieses Klientel ist mir nicht bekannt. Gern helfe ich bei weiteren Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Berger

Frau C.:

Trotz vieler Recherchen im Internet habe ich nirgends eine Angabe gefunden, wie viel BE (Broteinheiten) man täglich zu sich nehmen darf bei Diabetes Typ II.

Bin 62 Jahre alt, übergewichtig, habe Schilddrüsenunterfunktion und hohen
Blutdruck.

Bin noch nicht an Diabetes Typ II erkrankt, mein Nüchternwert ist meines Erachtens jedoch schon etwas bedenklich. Da meinem Bruder beide Beine amputiert wurden, habe ich schreckliche Angst vor Diabetes. Deshalb möchte ich vorsorglich die täglich erlaubten BE nicht überschreiten.

Ich bitte Sie um eine kurze Antwort und bedanke mich schon mal ganz herzlich dafür.
Mit freundlichen Grüßen
Anne C.

Michaela Berger:

Sehr geehrte Frau C.,
gern antworte ich auf Ihre Anfrage.
Leider weiß ich nicht ob Sie ein Medikament, bezogen auf die Schilddrüse einnehmen? Wenn ja, ist es wichtig dieses jeden Morgen, eine halbe Stunde vor dem Frühstück einzunehmen.
 
Zum Diabetes sollten Sie wissen, dass wir in Ihrem Fall nicht in BE rechnen, sondern in Ihrem Fall in Kalorien. Drei Feinde hat die Bauchspeicheldrüse, Fett, Zucker, Alkohol. Es ist in allem eine Frage der Menge.
 
Es wäre dringend, eine Umstellung Ihrer Ernährung zu überdenken.
Besser Roggenprodukte, als Weizen! Täglich 2 Hände frisches Obst , 3 Hände voll Gemüse, roh oder gegart + 1000 Schritte pro Tag Bewegung.
 
Bitte denken Sie daran, Sie müssen es wollen.
Ich wünsche ihnen viel Erfolg. 
 
Michaela Berger

Hans M.:

Betreff: Diabetes 2 seit 10 Jahren

Liebe Frau Berger

ich habe eine Frage die mein Dr. nicht beantworten Kann oder will. Alter 79, gewicht 93Kg, grösse 192cm Zuckerwerte troz 2x/tag je 1000Metformin zwischen 9-12mmol/l jeden tag seit einem halben Jahr.
Ich habe auch Gicht, uratwert 472ummol/l / LDL kolesterol 3,2mmol/L
ErcHbA1c=55mmol/mol In Schweden propagieren Namhafte Ernährungs Professoren eine s.g. neue Metode "LCHF" wobei man viel Fett und Eier +Bacon sowie fetten Fisch essen soll und Brot, kartoffeln,sowie unterirdische FrÛchte ganz vermeiden Ich probiere diese Diät seit 2 Wochen habe aber bisher keine Abnahme der Glukosewerte erkennen können. Meine Frage: haben sie von dieser LCHF-Metode gehört ? und was halten sie Davon ? Danke im vorhinein für ihre Ansicht über obige Frage. Die ersten 8 Jahre nach entdeckung bei meiner Diabetes2 habe ich durch Diät niedrige Glucosewerte halten können.

Michaela Berger:

Lieber Herr M.,

gern beantworte ich Ihre Frage.
Das schwedische  „Wissenszentrum für das Gesundheitswesen“ SBU (www.sbu.se) hat  einen Bericht veröffentlicht in dem festgestellt wurde, daß LCHF die beste Methode ist, um Adipositas und Übergewicht zu bekämpfen. http://www.sbu.se/sv/Publicerat/Gul/Mat-vid-fetma-/
Dennoch halte ich an ihrer herkömmlichen Meinung fest und sagen, daß Übergewichtige und Adipöse trotz des Berichts und der positiven Ergebnisse vorsichtig sein sollen und es meiner Meinung nach dennoch besser ist, die alten, herkömmlichen Empfehlungen – weniger (Fett) essen  und sich mehr bewegen – befolgen sollten..…
 
Bitte suchen Sie einen Spezialisten/Diabetologen auf und bitten Sie ihn das Medikament Metformin in ihrem Alter zu überdenken.
Das Organ Pankreas/ Bauchspeicheldrüse kann nicht über lange Zeit nur orale Antidiabetika verarbeiten.
Das Organ hat 3 Feinde im Leben eines Menschen; FETT, ZUCKER und ALKOHOL.
Sie sind nicht stark übergewichtig, Sie sollten sich in Ihrem Alter nicht mit Diäten belasten.
 
Eine gesunde abwechslungsreiche Kost mit zwei Handstücken Obst und drei Händen voll Gemüse im Hauptanteil ist für jeden Menschen anzuraten.
Wenn die BLutzuckerwerte weiter ansteigen kann der Diabetologe andere Möglichkeiten aufzeigen.
 
Ich wünsche alles Gute und verbleibe mit den besten Grüßen.
 
Michaela Berger

Frau L.:

Betreff: Lebensmittellisten
Sehr geehrte Frau Berger, bei mir (65) ist ein Diabetes (Typ 2) diagnostiziert worden, und ich bin dabei, meine Ernährung umzustellen. Meine Suche nach möglichst umfangreichen Listen, die zuverlässige Auskunft über den Glykämischen Index und die Glykämische Last von Lebensmitteln geben, war bisher unbefriedigend. Könnten Sie mir vielleicht weiterhelfen?

Michaela Berger:

Sehr geehrte  Frau L., ich beantworte gern Ihre Anfrage. Zunächst mein ausdrückliches Lob, wie verantwortungsbewusst sie mit dem Diabetes umgehen und sich informieren.

Das Konzept "glykämischer Index" ist umstritten.

Es ist in Ihrem Fall ausreichend, Produkte aus Weizen zu meiden und sich mehr dem Roggen zu zuwenden. Vollkornbrot ist für jeden Menschen gesund.

Wir informieren in Beratungen über die tägliche Aufnahme von 2 Stücken Obst und 3 Händen Gemüse in roher oder gagarter Form.

Eine ausgewogene Ernährung mit vorsichtigem Verzehr von Fett, Eiweiß und einem großen Anteil von gesunden Kohlenhydraten (Vollkorn), einschließlich eines gesunden Trinkverhaltens. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene im Durchschnitt 35 ml Wasser pro Tag pro Kilogramm Körpergewicht.

Mit freundlichen Grüßen 
Michaela Berger

F.:
Betreff: Insulin kühlen auf Reisen
Hallo, vielleicht können sie mir helfen, Ich möchte in den Sommerferien mit meiner Tochter, die an Typ 1 erkrankt ist in den urlaub fahren. Wie kann ich am besten das Insulin auf dem Weg kühlen. Ich habe schon von Hartschalen Kühltaschen gehört. Wo bekomme ich diese. Oder gibt es andere gute Möglichkeiten?
Mit freundlichen Grüßen.
F.

Michaela Berger:

Sehr geehrtre Frau F.,
ich beantworte gern Ihre Frage, zum Thema mit Insulin auf Reisen.
Falls Sie im Hotel oder Ihrer Unterkunft nicht über einen Kühlschrank verfügen, ist die FRIO Kühltasche (wird nur mit Wasser gekühlt) auch ausreichend. Diese erhalten Sie im Diabetesfachandel, oder Apotheke.
 
Ich bewahre Insulin auf Reisen auch gern in einer Thermoskanne auf, die ich vorher im Kühlschrank kühle.
 
Je nachdem wo Sie Ihren Urlaub verbringen, achten Sie bitte auf die Temperaturlage, denn in sehr warmen Ländern, wirkt Insulin schneller. ACHTUNG  Unterzuckerungsgefahr.
Mit freundlichen Grüßen
Michaela Berger

Daniel: 
Wie viel Erdbeeren und Kirschen darf ich als Diabetiker essen bzw. wie viel ist noch ok?

Michaela Berger:

Laut "Kalorien mundgerecht"  entsprechen 250g Erdbeeren 1 Berechnungseinheit und  125g Kirschen (süß)  1,4 Berechnungseinheit und 125g Kirchen (sauer) 1,1 Berechnungseinheit.

Wir sagen innerhalb der Beratung,  2 Berechnungseinheiten Obst pro Tag sind ausreichend, ohne ein zusätzliches Risiko auszulösen. MfG Michaela Berger

Max:

Ich bin 13 und in mitten meiner pubertät und BZ (blutzucker) geht auf und ab ich wollte fragen ob das normal ist ???

Michaela Berger:

Hallo Max,
gern antworte ich Dir und versuche zu helfen.
 
Ursachen für die sehr schwankenden BZ-Werte  sind unter anderem Wachstums- und Sexualhormone. Diese schüttet der Körper in der Pubertät vermehrt und ungleichmäßig aus. So ändert sich die Wirkung und der Bedarf des injizierten Insulins ständig.
Wichtig ist für Dich, eine engmaschige vertrauensvolle Absprache mit Deinem Diabetologen/Arzt.
Die Zeit in der Pubertät ist sehr schwierig, für Dich und Deine Eltern.
Eine gute Hilfestellung wäre eine Insulinpumpe, mit der du mehrere Möglichkeiten innerhalb der Therapie hättest und flexibler reagieren könntest.
Bitte immer den BZ messen, wenn Du zu Bett gehst.

Weitere nützliche Infos im Interenet gibt es auch unter:
http://www.diabetesde.org/experten_chat/themen_von_a_bis_z/diabetes_typ_...
oder hier: auf www.diabetes-kids.de
 
Michaela Berger
VDBD Akademie Vorstand
Seminarleitung
Vorstand diabetesDE, Deutsche Diabetes-Hilfe

Frau K.:

Guten Tag, was kann ich machen: Reicht es aus mit dem essen...habe nur Kartoffeln und Soße zu essen, mehr leider nicht. Bin Diabetikerin. Erst Montag bekomme ich Geld zum einkaufen. Bitte um schnelle antwort, LG Frau K.

Michaela Berger:

Hallo liebe Frau K., ich antworte gern auf Ihre Anfrage. Leider habe  ich  zuwenig   Informationen  über Ihren   Diabetes  und  die  Therapieempfehlung. Beispiel, werden Sie mit Tabletten oder Insulin behandelt, oder müssen Sie nur "Diät" halten ? "Nur Kartoffel und Soße" (woraus besteht denn die Soße) ist keine gesunde Grundlage, für keinen Menschen. Es sollten 2 Handstücke Obst, z.B. 2 kleine Äpfel und 3 Hände Gemüse am Tag sein. Es gibt in Supermärkten für 0,55 Cent 1 kg   Mohrüben oder Kohlrabi oder Salat. Natürlich kenne ich Ihren Haushaltsplan nicht und kann Ihnen  nur eine Empfehlung geben. Menschen mit Diabetes haben durchaus die Möglichkeit sich bewußt und gesund zu ernähren. Es wäre gut Sie sprechen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Beraterin über das Thema. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
 
Michaela Berger
Vorstand diabetesDE, Deutsche Diabetes-Hilfe

Peter:

Betreff: Abschaffung Diabetiker-Lebensmittel
Hallo, ich bin da ganz anderer Meinung:
Ich esse nachmittags 1 Ehrmann-Diät-Früchte-Quark, was genau 1 BE entspricht. Ich esse diese 1 BE, weil die Zeit vom Mittagessen bis zum Abendessen zu lange ist. Statt, daß man den Markt entscheiden läßt, muß der Gesetzgeber ran. Ich bin übrigens 65 Jahre alt, habe einen LADA-Diabetes Typ 1 und muß mit Lantus 4x pro Tag Insulin spritzen. Ich habe einen HBA1c-Wert von 5,8 und bin damit sehr zufrieden. Demnächst entscheidet der Gesetzgeber, wieviel Toilettenpapier in einer Gaststätte verbraucht werden darf. Nichts für ungut.
Freundliche Grüße
Peter
War übrigens am 19.10. bei der jährlichen Augenüberprüfung 100 % Sehfähigkeit und keinerlei Veränderung durch den Diabetes, den ich seit 1995 habe.

Michaela Berger:

Guten Tag Herr G.,
zunächst gratuliere ich Ihnen zu der sehr guten Einstellung mit einem HbA1c von 5,8. Ich verstehe durchaus, daß Sie nachmittags 1BE essen möchten und sollten, jedoch warum das nicht auch eine andere z.B.Obst BE oder ein selbst zubereiteter Joghurt oder Quark sein kann, verstehe ich nicht?

Sie möchten, daß die Industrie weiterbestimmt, was Menschen mit Diabetes essen sollen? Hier bitte ich um ein persönliches Gespräch, denn Ihre Einstellung erscheint  nicht realistisch.
 
Obgleich die Zuckeraustauschstoffe geringere postprandiale Blutglukose-Anstiege (nach Verzehr) im Vergleich zu Glukose bewirken, gibt es keinen Beweis dafür, daß diese langfristig zu einer reduzierten Kalorienaufnahme, einer Gewichtsabnahme oder zu einer besseren Stoffwechseleinstellung bei Personen mit Diabetes führen (gemessen am HbA1c). Beim Verzehr der Zuckeralkohole können Nebenwirkungen wie Blähungen und Durchfall auftreten. (Auszug Frau Dr. Monica Töller, 08.10.2010, Diabetes Deutschland)

Das Institut für Risikobewertung hat sich sehr lange und verantwortungsbewußt mit der Fragestellung: Abschaffung von Diabetiker-Lebensmittel befaßt. Bitte erfassen sie doch die Entwicklungen in der Diabetologie auch als geschichtliche Entwicklung und Fortschritt.
....und bitte jeder neue Schritt im Leben eines Menschen, erfordert positives Reagieren.
Ich wünsche Ihnen weiterhin ein erfolgreiches leben mit dem Diabetes.

Mit freundlichen Grüßen

Michaela Berger
VDBD Akademie Vorstand

Lars:

Sehr geehrte Frau Berger, ich bin auch der Meinung von Peter und von vielen anderen Typ1 Diabetikern. Ich finde es sehr schade, dass man Typ1er so bevormundet und das nur weil einige Typ2 Diabetiker denken sie könnten unendlich viele Diät Produkte essen ohne Reue. Da sollte eher eine besser Aufklärung stattfinden als einfach den Menschen ein hilfreiches Lebensmittel wegzunehmen. Und warum manche Typ1 Diabetiker gerne mal zu einem Industrieprodukt greifen, liegt einfach auch in der Tatsache begründet, das wir arbeiten gehen und unterwegs eine einfach berechenbare Mahlzeit etwas sicherer ist als die BEs zu schätzen. Uns ist schon klar das es nicht gut ist, sich den ganzen Tag von Industrieprodukten zu ernähren, soviel Verstand sollte man den meisten Diabetikern aber schon zugestehen. Es gibt halt einen deutlichen Unterschied in der Lebensgestaltung zwischen Typ1 und Typ2, ich denke das hat man leider einfach unter den Tisch fallen lassen. Ach ja, rauchen ist doch auch ungesund, aber warum gibt es noch Zigaretten? Eine Frage noch, sind Sie eigentlich Typ1 Diabetiker?

Michaela Berger:

Hallo Herr L.,
ich beantworte zunächst Ihre letzte Frage, ja ich bin seit 54 Jahren Typ 1 Diabetiker.
 
Ich, habe Ihre Frage nicht korrekt verstanden, bitte was ist hilfreich an Produkten für Diabetiker geeignet?
 
Wichtig , wäre doch einzig zu wissen, daß 1 Berechnungseinheit,(BE)  12g verdauliche Kohlenhydrate enthält.  Die Angabe von Kohlenhydraten finden Sie inzwischen auf allen Nahrungsmitteln. Alles ist erlaubt, es ist immer eine Frage der zu berechnenden Menge. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft sind Diät Produkte für Menschen mit Diabetes nicht notwendig.

Gründe für das Aus gibt es viele. So haben Diabetikerprodukte gegenüber normalen Lebensmitteln keine Vorteile. Im Gegenteil, viele enthalten zu viel Fett und sind zudem meist mit Zuckeraustauschstoffen versetzt: mit Fruktose, Sorbit, Xylit, Mannit oder Isomalt. Diese Ersatzsubstanzen erhöhen zwar den Blutzuckerspiegel nicht, machen aber dennoch dick. Denn sie enthalten fast genauso viele Kalorien wie normaler Zucker. Einen Nutzen für die Gesundheit hat dieser Kunstzucker daher nicht. Zudem kann der Darm Zuckeraustauschstoffe schlecht verdauen. Wer zu viel davon ißt, den plagen danach womöglich Blähungen oder Durchfall. Hinzu kommt, daß einige der Stoffe nicht so gut süßen wie normaler Zucker. Sorbit zum Beispiel ist nur halb so süß. Das bedeutet: Je süßer der mit Sorbit versetzte Diabetikerpudding, desto mehr Kalorien enthält er im Vergleich zu normalem Pudding. Dem Körper tut man damit keinen Gefallen.

Natürlich können Sie Industrieprodukte zu sich nehmen, so Sie Menge und Inhalt kennen. Wenn Sie sich in Ruhe die WEB-Seite www.diabetesde.org anschauen, finden Sie hier fundiert geschilderte Unterschiede zwischen Typ 1 und Diabetes Typ 2. In jeder Beratung oder Schulung erhalten die betroffenen Menschen  eine individuelle Information.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Vorweihnachtszeit.
Michaela Berger