Positionspapiere

Nationale Reduktionsstrategie 2016 (14.3.2016)

Im Bundeshaushalt sind für 2016 zwei Mio Euro für die Erarbeitung einer nationalen Strategie vorgesehen, die den Gehalt an Zucker und Salz in Fertigprodukten sowie die Aufnahme von gesättigten Fetten reduzieren soll 1, 28 . Dazu soll sich nach dem Willen der Koalition das Bundesernährungsministerium in einem „Minimierungsdialog“ mit der Anbieterseite - Lebensmittelindustrie und –handel - auf geeignete freiwillige Maßnahmen einigen.  Ziel einer Reduktionsstrategie muss es sein, eine signifikante Senkung der Gehalte an Zucker, Salz und gesättigten Fetten auf Produktebene in möglichst kurzen und akzeptablen Zeiträumen zu erreichen.  Messbare Verbesser¬un¬gen sollen bereits bis zum Jahresende 2020 erreicht werden 28.  Zucker-, fett- und salzreiche Lebensmittel zählen zu den größten Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten, darunter auch Diabetes Typ 2. diabetesDE –  Deutsche Diabetes-Hilfe appelliert an die Bundesregierung,  im Hinblick auf gesättigte Fette eine Ziel¬formulierung auf Produktebene zu ergänzen, im Hinblick auf Zucker ein ehrgeizigeres Ziel mit kürzerer Laufzeit zu verfolgen und gemäß den Empfehlungen der WHO auch effektivere Maßnahmen mit ökonomischen Anreizen für die Lebensmittelwirtschaft in Betracht zu ziehen, etwa produktgruppenbezogene Obergrenzen bzw. Nährwertprofile bzw. Verbrauchssteuern in Kombination mit Subventionen für Lebensmitteln mit günstigen Nährwertprofilen.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie täuscht Verbraucher: Sogenannter „EU Pledge“ ist wirkungslos, Stand 22.08.2015

Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßen die aktuelle Marktanalyse von Foodwatch1 , in der überprüft wird, ob die Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie – der sogenannte „EU-Pledge“2 – zu verantwortungsvollem Marketing von Kinderlebensmitteln geführt hat.

Das Ergebnis: Anhand von 281 Produkten der beteiligten Unternehmen weist Foodwatch nach, dass 90 Prozent dieser Produkte einem von der WHO Europa definierten, gesundheitsorientierten Maßstab für das Marketing von Kinderlebensmitteln („Nutrient Profiling Model“ 3) nicht standhalten. Die freiwillige Selbstverpflichtung („EU Pledge“) ist also eine Verbrauchertäuschung.

Positionspapier Soziale Ungleichheiten und Diabetes Typ 2 (2.6.2015)

  • Soziale Ungleichheiten fördern chronische Krankheiten und verkürzen das Leben.
  • Bei niedrigem sozio-ökonomischem Status  besteht ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 und Adipositas.
  • Armutsrisikogruppen und Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status zeigen ein ungünstigeres Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Soziale Ungleich-heiten verringern den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und fördern ungesunde Ernährungsweisen.
  • Menschen in benachteiligten Regionen haben ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko, von Diabetes Typ 2 und ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko, von Adipositas betroffen zu sein (dem wichtigsten Risikofaktor für Diabetes Typ 2).

Positionspapier Diabetesvorbeugung und Ernährung (4.3.2011)

Im Jahr 1960 hatten in Deutschland weniger als 1% der Menschen Diabetes; heute ist Diabetes eine Volkskrankheit geworden, die sich epidemisch ausbreitet. In Deutschland sind etwa 7 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt; es besteht eine hohe Dunkelziffer und jedes Jahr erkranken zusätzlich rund 280.000 Menschen1,2. In Europa ist Deutschland einer der Spitzenreiter in der Diabeteshäufigkeit3. Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkte und Schlaganfälle, Nieren- und Augenerkrankungen, Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen. Vor allem diese Folgeerkrankungen führen zu immensen Kosten im Gesundheitswesen: schon heute belastet Diabetes das Gesundheitssystem mit jährlich 25 Mrd. € direkten Kosten im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung und 13 Mrd. € im Bereich der indirekten Kosten (KoDiM-Studie)

Positionspapier Prävention Diabetes mellitus (18.11.2009)

Mehr als 90 % der Diabeteserkrankungen zeigen einen Typ 2 Diabetes. Bei der Mehrzahl der Fälle könnte der Ausbruch der Erkrankung durch einen richtigen Lebensstil verhindert oder zumindest verzögert werden. Da der einmal erworbene Lebensstil nur schwierig zu ändern ist, sollte die Prävention im frühen Kindesalter einsetzen, wo die entscheidenden Prägungen für den Lebensstil stattfinden. Diese Lebensstileinstellung muss natürlich durch ein entsprechendes Umfeld gestützt werden. Daraus ergeben sich folgende Erfordernisse der Gesundheitsförderung: