Winterkälte belastet Menschen mit Diabetes:

Erfrierungen und Herzkreislaufproblemen vorbeugen

Gruppe wandert im Wald im Schnee
Berlin, 09.02.2017

Die Tage werden langsam wieder länger, doch der Winter ist noch nicht vorbei: Bis zum 1. März ist aus meteorologischer Sicht Winterzeit, kalendarisch sogar noch bis zum 20. März. Auch wenn an sonnigen Tagen die Temperaturen über den Gefrierpunkt steigen, sollten Menschen mit Diabetes bei Aktivitäten im Freien Erfrierungen an Händen oder Füßen sowie Herz-Kreislauf-Komplikationen vorbeugen. Denn aufgrund einer diabetischen Neuropathie oder einer Koronaren Herzkrankheit kann es gerade in der Winterzeit zu Durchblutungsstörungen und Gefäßkomplikationen kommen. Die beiden Folgeerkrankungen treten vor allem bei Menschen mit Diabetes Typ 2 auf, betreffen aber auch viele langjährig an Diabetes Typ 1 Erkrankte. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam.

Rund ein Drittel aller Menschen mit Diabetes haben Veränderungen an den Nerven: Bei einer diabetischen Neuropathie kann insbesondere die Empfindsamkeit in Händen und Füßen abgeschwächt sein oder sogar ganz fehlen. Dadurch kommt es an den Füßen häufig zu Druckstellen, Geschwüren und Verletzungen. In der Winterzeit können Erfrierungen an Füßen und Händen die Folge einer Neuropathie sein: „Bewegung an der frischen Luft ist gesund und fördert die Durchblutung“, sagt diabetesDE-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim. Trotzdem dürfe man nicht unterschätzen, dass auch an zunächst wärmeren Wintertagen die Temperaturen am Nachmittag schnell wieder fallen. „Menschen mit Diabetes sollten darauf achten, dass sie im Freien warm genug angezogen und dabei auch Ohren und Finger geschützt sind. Dicke Socken und Winterstiefel halten die Füße warm, dürfen jedoch nicht drücken“, erklärt Professor Haak. Kehrt man vom Winterspaziergang doch mal durchgefroren zurück, wärmt ein Bad die Gliedmaßen wieder auf. Professor Haak betont: „Vor dem Einstieg in die Wanne ist es wichtig, die Wassertemperatur zu prüfen. Das Badewasser darf nicht zu heiß sein. Sonst drohen Verbrennungen an Händen und Füßen.“ Da die Haut im Winter häufig trocken und rissig ist, rät er Menschen mit Diabetes, sich nach dem Bad gut einzucremen.

Menschen mit Diabetes leiden auch häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Stoffwechselgesunde. „Bei Kälte ziehen sich die Arterien zusammen, wodurch der Blutdruck steigt. Dies wiederum belastet das Herz“, erläutert Professor Haak. Winterspaziergang ja – schwere Einkäufe tragen oder Schnee räumen sollten Herzpatienten jedoch vermeiden, sonst kann es im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt kommen. „Welche körperliche Belastung sich der einzelne im Winter zumuten darf, ist individuell verschieden und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, so Professor Haak.