Über neue Frühdiagnostik- und Therapie-möglichkeiten bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben Experten im Chat informiert.
Thieme Verlagsgruppe

Über neue Frühdiagnostik- und Therapie-möglichkeiten bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben Experten im Chat informiert. 

Glucagon-ähnliche Peptide (GLP-1)

1) Gliptine/DPP-4-Hemmer und 2) Inkretin-Mimetika

Eine weitere Klasse von neuen antidiabetischen Medikamenten beeinflussen die Wirkung des Darmhormons Glucagon-ähnliches Peptid (GLP-1) – es gehört zu den Inkretinen. Dieses regt im menschlichen Organismus die Insulin-Freisetzung abhängig von der gegessenen Menge an Kohlenhydraten an. Es vermindert aber auch den Appetit und verlängert das Sättigungsgefühl. Da der menschliche Organismus GLP-1 sehr schnell abbaut, ist das Hormon selbst für eine dauerhafte Therapie nicht geeignet. Deshalb haben Forscher zwei neue Medikamentengruppen entwickelt, die bereits seit 2007 auf dem Markt sind und sich in der Diabetes-Therapie bereits bewährt haben: Inkretin-Mimetika und DPP-4-Hemmer (Dipeptidyl-Dipeptidase 4).

Wirkmechanismus:

Inkretin-Mimetika ahmen dabei die Wirkung von GLP-1 nach. DPP-4-Hemmer verhindern, dass GLP-1 abgebaut wird. Beide bewirken somit, dass das körpereigene GLP-1 vermehrt freigesetzt wird und den Blutzucker besser senken kann. Beide Medikamentenklassen zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie nicht überschießend wirken, das heißt, dass sie keine Unterzuckerung auslösen.

Verträglichkeit und Wirkdauer verbessern:

Der Preis für Inkretin-Mimetika und DDP-4-Hemmer liegt jedoch deutlich über dem für altbekannte antidiabetische Medikamente. Langzeitstudien bei größeren Patientengruppen, die zeigen, dass die Therapie Diabetes-Folgeschäden verringert, liegen noch nicht vor. Forscher arbeiten zurzeit unter anderem daran, die Verträglichkeit und die Wirkdauer zu verbessern. Denn so müssten Betroffene beispielsweise statt täglich nur noch einmal wöchentlich spritzen und auch Patienten mit Nieren- oder Leberproblemen würden sie besser vertragen.

 

letzte Aktualisierung: 9. März 2015/Prof. Haak