diabetesDE rät zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen:

Osteoporose durch Antidiabetika und Vitamin-D-Mangel

Berlin, 14.02.2011

Studien zeigen, dass nicht nur Menschen mit Diabetes Typ-1 vermehrt an Osteoporose erkranken können. Auch Typ-2-Diabetiker leiden häufig unter stoffwechselbedingten Knochenerkrankungen. Grund hierfür sind durch Insulinresistenz und einen hohen Blutzuckerspiegel gestörte Abläufe im Knochenaufbau. Die Einnahme von bestimmten Antidiabetika fördert zudem den Knochenabbau bei Betroffenen und führt zu einer erhöhten Gefahr von Knochenbrüchen. Menschen mit Diabetes sollten sich daher regelmäßig auf Osteoporose untersuchen lassen, empfiehlt diabetesDE.

„Bei Typ-2-Diabetikern können mehrere Faktoren für eine Knochenerkrankung zusammenkommen: Insulinresistenz, ein erheblicher Mangel an Vitamin D und daraus resultierende Fehlfunktionen der Knochenzellen. Dies führt zu einer konstanten Instabilität der Knochen und schließlich zum hohen Bruchrisiko“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Die Knochenzellen Osteoblasten und Osteoklasten bilden Rezeptoren für Insulin aus. Trifft zu viel Insulin auf diese Bindestellen, wird die Funktion der Zellen gestört und der Knochenaufbau gehemmt. Vitamin D ist für die Kalziumregulation im Körper verantwortlich. Ohne dieses Hormon fehlt die nötige Knochenhartsubstanz und der Knochen wird instabil. Knochenumfang, -masse und -formation sind bei Typ-2-Diabetikern folglich ebenso reduziert wie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und das Risiko für Brüche ist erhöht.

„Einige Antidiabetika, beispielsweise aus der Gruppe der Rosiglitazone, schwächen zusätzlich die Knochenfestigkeit“, so Professor Haak. Um eventuelle stoffwechselbedingte Mangelversorgungen des Knochens zu erkennen und zu versorgen, sollten sich Diabetes-Patienten daher regelmäßig untersuchen lassen, auf eine kalziumreiche Ernährung achten sowie Muskeln und Knochen durch körperliche Aktivität stärken, empfiehlt diabetesDE. Kalzium ist unter anderem in Milchprodukten, Obst und Gemüse enthalten. Eine gute Vitamin-D-Quelle ist Seefisch.

Quelle:
P. Pietschmann, J.M. Patsch, G. Schernthaner, Diabetes and Bone, Horm Metab Res 2010; 42; 763-768.