Jeden zweiten Donnerstag beantworten Experten Fragen rund um das Thema Diabetes live von 17 bis 19 Uhr.

Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

diabetesDE uzman sohbeti tıbbi danışmayi telafi edemez. Teşhis ve kişisel doğru bir tedavi sadece doktor ile hasta arasınıda kişisel bir görüşmede gerçekleştirilebilmektedir. Bu sohbet sizi doktor ile görüşmenize hazırlayıp  bütünleyici ipucu vermek için yardımda bulunmaktadır.

Versorgungsqualität heißt Lebensqualität – Wie gut sind Menschen mit Diabetes in Deutschland versorgt?

Experten-Chat mit Lars Hecht M.Sc.

Lars Hecht M.Sc., Vorstandmitglied diabetesDE

Am Donnerstag, den 1. März 2012, findet unsere Experten-Sprechstunde mit Lars Hecht M.Sc., Vorstandsmitglied von diabetesDE, zum Thema "Versorgungsqualität heißt Lebensqualität – Wie gut sind Menschen mit Diabetes in Deutschland versorgt?" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live zwischen 17 und 19 Uhr.

Milan fragt:

Hallo Herr Hecht,

überall liest man, dass die Zahl der Menschen mit Übergewicht und Diabetes steigt. Ich würde jetzt erst mal davon ausgehen, dass das nicht an der Versorgung liegt, sondern am inneren Schweinehund jedes Einzelnen. Ich selber zähle mich da durchaus auch dazu, möchte hier also niemandem zu nahe treten. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind angeblich auch sehr stark gestiegen, weshalb uns Typ 2 Diabetikern ja nun auch schon wieder Leistungen gestrichen wurden (Teststreifen). Wie stark sind denn die Kosten wirklich gestiegen und verursachen wir jetzt  nicht noch mehr Kosten, wenn wir nicht mehr testen können? Ich verstehe denn Sinn nicht.

 

Lars Hecht:

Lieber Hr. R.,

richtig ist, dass die Anzahl der Menschen mit Typ 2 Diabetes in den
letzten Jahren stark gestiegen ist und den Prognosen zu Folge auch
noch wieterhin sehr stark steigen wird. Das hängt zum einen damit
zusammen, dass die Zahl der Übergewichtigen in der tat steigt, aber
man darf die Alterskomponente natürlich auch nicht vergessen. Typ 2
Diabetes ist auch eine Erkrankung die im höheren Alter gehäuft
auftritt und je älter die Menschen werden, desto mehr Menschen mit Typ
2 Diabetes wird es auch geben.

Wie sehr die Kosten gestiegen sind, hängt sicherlich auch von den
Modellen ab, mit der eine Kostensteigerung berechnet wird, bzw. welche
Daten als Grundlage für diese Berechnung ist.

Einig ist sich die Fachwelt jedoch, dass Folgeerkrankungen des
Diabetes das Gesundheitssystem viel stärker belasten als eine gute
Behandlung des Diabetes zur Vermeidung eben jener. Vor diesem
Hintergrund fragt es sich natürlich, ob es nicht nur eine kurzfristige
Kostensparmaßnahme ist, den Menschen mit Diabetes Behandlungsoptionen
"zu streichen". Da stimme ich ihnen absolut zu

Der teilweise Ausschluss der Blutzuckerteststreifen aus den
Krankenkassenleistungen betrifft jedoch nicht alle Patienten. Und
glücklicherweise gelingt es vielen Patienten mit einer
Tablettentherapie ihren Blutzucker auch ohne mehrfach tägliche
Messungen gut einzustellen.

Viele Grüße, Lars Hecht

E. fragt:

Betreff: Pflegeheim
Seit einem Jahr sind wir auf der Suche nach einem passendem Pflegeheim für meinen Vater. Er ist 73 hat Diabetes Typ 2, ist leicht übergewichtig und schwer dement. Zwei mal haben wir das Heim schon gewechselt, weil die Pfleger total überfordert waren. Jetzt ist er auf einer speziellen Demenzstation, aber das mit dem Diabetes haben sie meiner Meinung nach nicht im Griff. Kann Ihnen ja auch keiner wirklich vorwerfen, wo sie sich um so viele Menschen kümmern müssen. Meine Frau und ich können aber auch nicht jedes Essen überwachen und schauen, ob und wann er spritzen müsste. Welchen Plan haben die KK bzw der Staat in solchen Fällen? Gibt es eine angemessene Versorgungslösung?

Lars Hecht:

Liebe Fr. E.,

Es in der Tat ein Problem, dass Pflegekräfte häufig nicht ausreichend diabetologisch ausgebildet sind. Es laufen zwar seitens der diabetologischen Fachgesellschaften intensive Bemühungen, diesen Mißstand zu beheben; leider gibt es aber noch nicht flächendeckend genug ausgebildete Pflegekräfte. Beispielhaft existieren zwei Fortbildungen für Pflegekräfte (nicht zu verwechseln mit den Diabetesberatern, die meist in Schulungseinrichtungen oder Schwerpunktpraxen tätig sind). Eine zur Diabetes Pflegefachkraft und eine zur Diabetes Nurse. Sollten Pflegeheime solche Fachkräfte beschäftigen, wäre dies zumindest schonmal ein Indiz dafür, das das Thema Diabetes dort auf der Agenda steht - vielleicht sollte sie auf der Suche nach einem geeigneten Heim einfach mal nachfragen, in welchen Bereichen das Personal spezialisiert ist.

Ich wünsche ihnen, dass sie für ihren Vater ein Heim finden, indem sie ihn sehr gut versorgt fühlen,

Viele Grüße, Lars Hecht

Thomas S. fragt:

Meiner Meinung nach sollte der Prävention eine viel größere Rolle zukommen. Gibt es hier Pläne seitens diabetesDE?

Lars Hecht:

Lieber Hr. S.,

Ich gebe ihnen vollkommen Recht. Die Prävention ist ein Kernanliegen von diabetesDE. In vielen europäischen Ländern gibt es bereits Nationale Diabetespläne mit deren Hilfe umfassende Strategien und Maßnahmen zur Diabetesprävention umgesetzt werden sollen. In Deutschland ist noch kein Nationaler Diabeteslan umgesetzt, aber diabetesDE hat (natürlich in Kooperation mit der DDG und dem VDBD) einen Nationalen Diabetesplan erarbeitet. Wenn sich die Politik dann endlich entscheidet diesen zu unterstützen und vor allem umzusetzen, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung "mehr Prävention" getan.

Viele Grüße, Lars Hecht

Ursula W. fragt:

Betreff: Teststreifen
Weshalb werden die Zuckerteststreifen nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt? Meine Meinung und auch sehr vieler Betroffner ist die, das hier am falscher Stelle gespart wird.Denn es können sich beiweitem nicht alle diese Teststreifen kaufen.
Desweiteren möchte ich gerne wissen,was die Bezeichnung "Plasma" und "Plasma II" bedeutet?

Lars Hecht:

Liebe Fr. W.,

In der Tat werden leider nicht mehr für jeden Diabetiker die Teststreifen von der Krankenkasse übernommen. Dies betrifft jedoch nur die Diabetiker, die noch kein Insulin spritzen. Auch bei Menschen mit Diabetes, die mit einer Tablettentherapie behandelt werden, gibt es Ausnahmeregelungen (z.B. unterzuckerungsgefährdete Patienten), in denen der Arzt Teststreifen zu Lasten der Krankenkasse verordnen darf. Sollten sie kein Insulin spritzen ist es ratsam, genau zu besprechen, wann und wie oft eine Blutzuckermessung notwendig ist.

Plasma bedeutet, das ihr Blutzuckermessgerät Plasma- und nicht Vollblutkalibriert ist. Im Gegensatz zu Vollblutkalibrierten Geräten wird der Blutzucker um ca. 11% höher angezeigt. Was das für die Messung genau bedeutet können sie in der Patienteninformation von diabetesDE und der DDG nachlesen. Hier finden sie die Information:

http://www.deutsche-diabetes-<wbr></wbr>gesellschaft.de/redaktion/<wbr></wbr>news/<wbr></wbr>PatienteninformationPlasmakali<wbr></wbr>brierung.pdf

Plasma II sind Teststreifen die maltose-entstört und Plasmakalibriert sind.

Viele Grüße, Lars Hecht

Anni R. fragt:

Betreff: psychische Erkrankungen und Diabetes II
Welche Unterstützung kann ein Mensch in Anspruch nehmen, der Diabetes II, Binge Eating , komplexe PTBS und dissoziative Identitätsstörung als Diagnosen hat? Normale Diabetikerschulungen können teilweise nicht wahrgenommen werden, werden aber auch diesen Problemen nicht gerecht. Gibt es keine Hilfe?

Lars Hecht:

Liebe Fr. R.,

Diabetikerschulungen können natürlich nicht allen dieser komplexen
Störungen gerecht werden, sind aber für die Blutzuckereinstellung,
auch bei Menschen mit psychischen Begleiterkrankungen, sinnvoll. Die
psychischen Begleiterkrankungen erschweren häufig eine gute
Einstellung des Stoffwechsels.

In den von ihnen geschilderten Fällen wäre es auf jeden Fall ratsam,
dass die Behandlung von einem multiprofessionellem Team (Psychologen,
Diabetologen etc.) koordiniert wird. Eine Einrichtung sollte dann auch
unter diesen Aspekten ausgewählt werden.

Viele Grüße, Lars Hecht

Tania L. fragt:

Hallo Herr Hecht, ich recherchiere für eine Hausarbeit zum Thema Versorgungsqualität in Deutschland und anderen Ländern der EU (Volkskrankheiten, Bsp. Diabetes Typ 2). Können Sie mir einen Tipp geben, wo ich valide Zaheln finde? Und wie würden Sie die Versogungsqualität in Deutschland verglichen mit etwa Frankreich und Großbritannien einschätzen?

Viele Grüße
Tania L.

Lars Hecht:

Liebe Fr. L.,

Sicherlich könnte ich ihnen Quellen nennen, in denen sie die
gewünschten Zahlen finden. Ich bräuchte diesbezüglich jedoch nähere
Informationen, was sie im Rahmen ihrer Hausarbeit beschreiben möchten.
Versorgungsqualität beinhaltet viele, verschiedene Aspekte. Geht es um
die reine Blutzuckereinstellung (gemessen am HbA1c), die Häufigkeit
von Folgeerkrankungen, die Möglichkeiten eine Schulung in Anspruch zu
nehmen, die Auswirkung durch die Einführung der DMP´s, die
Lebensqualität................

Gerne können sie mir eine eMail (lars.hecht(at)sana(punkt)de) schreiben, damit ich Ihnen weiterhelfen kann.

Insgesamt haben wir in Deutschland geeignete Voraussetzungen, um eine
gute Versorgungsqualität zu erreichen. Z.B stehen im Gegensatz zu
anderen europäischen Ländern mit den Diabetesbeartern und
Diabetesassistentinnen DDG hochqualifizierte Gesundheitsfachkräfte zur
Verfügung und auch die ärztliche Seite wird durch die DDG hervorragend
aus - und fortgebildet. Natürlich gibt es viele hemmende Faktoren die
es zu verbessern gilt und insbesondere in den strukturschwachen
ländlichen Regionen diabetologische auch Versorgungsengpässe.

Viele Grüße, Lars Hecht

Tania L.:
Mich würde vor allem die Auswirkung durch die Einführung der DMP´s interessieren. Gibt es da signifikante Verbesserung bzgl. den Langzeitblutzuckerwerten - eher bei Typ 1 oder Typ 2?

Lars Hecht:

Liebe Fr. L.,

das ist eine Frage, die leider noch nicht abschließend zu beantworten ist. Es gibt viele Arbeiten die darauf hinweisen das sich durch die Teilnahme am DMP auch die HbA1c - Werte (sowohl von Typ 1, wie auch von Typ 2 Diabetikern) verbessern. Es gibt jedoch auch Arbeiten, die nicht zu diesem Schluss kommen - allerdings konstatiert die Mehrzahl der Untersuchungen einen positiven Effekt, so dass die Teilnahme am DMP absolut zu empfehlen ist, zumal sie auf keinen Fall negative Auswirkungen hat.

Viele Grüße, Lars Hecht

Werner fragt:

Betreff: Sulfonylharnstoffe Unterzuckerungen und Blutzuckerteststreifen für Diabetiker Typ 2

Ich bin seit Dez. 2007 Diabetiker Typ 2. Bereits meine beiden Großmütter und mein Vater waren Diabetiker/innen Typ 2. Meine Mutter und auch meine Schwiegermutter sind beide Diabetikerinnen Typ 2. Unser Hausarzt ist auch gleichzeitig mein Diabetologe. So muss ich nicht zu zwei Ärzten wegen meines Diabetes. Mit unserem Hausarzt/Diabetologen und der Praxis sind wir soweit sehr zufrieden.

Seit Februar 2008 nehme ich am DMP Typ 2 teil, 2 x Jährlich gehe ich zum Augenarzt, ABO Diabetes Journal, Mitgliedschaft im Diabetikerbund und in DiabetesDE sind für mich als Diabetiker selbstverständlich. Dem VdK gehöre ich ebenfalls an. Alle 4 - 5 Wochen kommt zu meiner Frau und mir eine Podologin ins Haus. Mit der Gewichtsreduzierung tue ich mir schwer, 96 kg bei 1,67 cm sind halt zu viel.

Mein letzter HbA1c Wert, mein bisher höchster, war 6,36. Meine Diabetes Medikamentation Metformin 2 x 1000 mg und 2 x 1,75 mg Glibenclamid, Bisoprolol 10 mg gegen Bluthochdruck, und Simva Basic 20 mg wegen der erhöhten Blutfettwerte. Mir stellt sich die Frage warum man eigentlich die Glibenclamid nicht durch andere Diabetes Medikamente, die keine Unterzuckerungen hervorrufen, ersetzt.
Wie ich gelesen habe rufen z. B. Alpha-Glukosidasehemmer und Inkretin-Analoga sowie Inkretin-Verstärker (DPP-4-Inhibitoren) keine Unterzuckerungen hervor. Mir stellt sich die Frage warum man nicht verstärkt versucht, bei Diabetikern Typ 2 die bisher Sulfonylharnstoffe einnehmen, auf diese anderen Wirkstoffe auszuweichen.

Die Lebensqualität kann doch dadurch für uns Diabetiker Typ 2 mit Antidiabetika verbessert werden, wenn wir keine Diabetes Tabletten mehr einnehmen brauchen die zu Unterzuckerungen (u. a. Sulfonyharnstoffe) führen können.
Werden Sulfonylharnstoffe lediglich von den Hausärzten/Internisten und Diabetologen weiter verschreiben weil Sulfonyharnstoffe günstiger sind als alle anderen?
Wer Sulfonyharnstoffe einnimmt dem bleibt gar nichts anderes übrig, er muss seinen Blutzucker zumindestens bei verschiedenen Anlässen messen. Bei Bedarf und auch vor dem Auto fahren ist es angesagt den Blutzucker zu messen. Zu dem Befindet sich auf den Beipackzetteln von Glibenclamid und anderen Sulfonylharnstoffen der Vermerk, dass der Blutzucker regelmäßig zu überprüfen ist. Allerdings ist damit NICHT die vierteljährliche Blutzuckeruntersuchung beim Hausarzt oder Diabetologen gemeint. Das steht auch gut beschrieben auf den Beipackzettel von Sulfonylharnstoffen.

Der GBA hat entschieden, dass seit dem 01.10.2011 keine Blutzuckerteststreifen mehr bei Tablettentherapie und oder Inkretinen bei stabiler Stoffwechsellage bei Diabetikern Typ 2 verschrieben werden dürfen.
Demnach kann der Arzt weiterhin lediglich bei einer instabilen Stoffwechsellage bis zu 50 Blutzucker Teststreifen pro Behandlungsabschnitt (nicht nur pro Quartal) für Diabetiker Typ 2 - ohne Insulin - verschreiben. Es reicht nicht alleine aus, dass ein Diabetiker Typ 2 Tabletten (Antidiabetika) einnimmt die zu Unterzuckerungen führen können, wie z. B. Sulfonyharnstoffe wie beispielsweise Glimepirid, Glibenclamid usw.

Mein Fazit zu den Blutzucker Teststreifen, Diabetiker Typ 2 die Antidiabetika einnehmen müssen die zu Unterzuckerungen führen können sind schlechter versorgt. Einmal weil, wahrscheinlich wegen des Preises, Sulfonyharnstoffe verschrieben werden, und einmal weil man keine Blutzucker Teststreifen mehr vom Arzt verschrieben bekommt, auch nicht bei Sulfonyharnstoffen, welche zu Unterzuckerungen führen können.

Lars Hecht:

Lieber Hr. S.,

sie sind sicherlich ein Musterbeispiel, um zu zeigen, wie wichtig es für einen Menschen mit Diabetes ist, die Erkrankung "in die Hand zu nehmen". Ihren Schilderungen ist zu entnehmen, dass sie einen sehr gut eingestellten Diabetes haben.

Sicherlich haben sie recht, das eine Nebenwirkung der Sulfonylharnstoffe die unangenehmen Unterzuckerungen sein können. Nicht jeder Mensch mit einer Sulfonyharnstofftherapie leidet unter Unterzuckerungen, sicherlich jedoch einige. Alternativen könnten die von ihnen bereits genannten Alpha-Glukosidasehemmer (z.B. Glucobay), Inkretin-Analoga (z.B. Byetta oder Victoza), oder DPP-4-Inhibitoren (z.B. Januvia) sein. Diese verursachen in Monotherapie keine Unterzuckerungen, sind aber leider auch nicht frei von unerwünschten Wirkungen. Insbesondere die Therapie mit Alpha-Glukosidasehemmern wird von vielen Menschen mit Diabetes auf Grund von Nebenwirkungen, die den Magen-Darm-Trakt betreffen, abgebrochen. Wichtig ist, dass der Mensch von seinem behandelnden Arzt und Diabetesberater objektiv über Nutzen, fehlenden Nutzen und möglichen Schaden durch die Medikamente aufgeklärt wird und der Patient dann mit dem Arzt zu einer gemeinsamen, geteilten Entscheidungsfindung kommt. Sollten Medikamente eingesetzt werden, die Unterzuckerungen verursachen können, sollte auch der Blutzucker regelmäßig gemessen werden - auch hier gebe ich ihnen vollkommen recht.

Viele Grüße, Lars Hecht

Werner S. fragt:

Betreff: Operation Blutzucker Schlafapnoe
Sehr geehrter Herr Hecht,

ich bin es noch einmal mit einem Zusatz zu meinen bisherigen Anmerkungen, Fragen. Ich bin nicht nur Diabetiker Typ 2 mit Metformin und Glibenclamid Einnahme sowie Bluthochdruck mit Bisoprolol Einnahme, erhöhten Blutfettwerten mit Einahme von Simva Basic. Nachts trage ich ein Vector 2 Gerät mit Verdunster, da Ich Schlafapnoiker bin. Ich bin mir sicher, dass es noch andere Diabetiker mit Schlafapnoe gibt. Schlafapnoiker schnarchen nachts und haben Aussetzer. Dies kann gefährlich werden .

Meines Wissens sind die Krankenschwestern und Pfleger nicht in allen Krankenhäusern genügend informiert über Schlafapnoe und Diabetes Typ 1 und Typ 2. Es wäre auch erforderlich, dass sich mehr Krankenschwestern und mehr Pflege mit den Schlafapnoe Geräte auskennen würden. Dies ist vor allem, aber nicht nur, wichtig- vor - bei - und - nach -Operationen. Dies betrifft die Lebensqualität und Versorgung von uns Diabetikern und Schlafapnoikern. Ansonsten klappt die Versorgung von Hilfsmitteln usw. von uns Schlafapnoikern, mit allem für uns Schlafapnoiker wichtigen, wirklich gut.

Mich würde es sehr freuen, wenn sich hier die DDG, VDBD, diabetesDE, der BVKD (Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen) und der Diabetikerbund sich für Verbesserungen in den Krankenhäusern für uns Diabetiker und Schlafapnoiker einsetzen würden.  Dies wäre ein Anliegen von mir an diabetesDE und die vorgenannten Organisationen, zur Verbesserung von Versorgungs- und Lebensqualität von uns Diabetikern und uns Schlafapnoikern.
Jedem Diabetiker ist die Mitgliedschaft in DiabetesDE und im Diabetikerbund zu empfehlen, genauso wie die regelmäßige Lektüre des Diabetes Journales.

Lars Hecht:

Lieber Hr. S.,

der Zusammenhang zwischen Diabetes und Schlafapnoe wir zurzeit intensiv erforscht, weil es bekannt ist, dass viele Menschen mit Typ 2 Diabetes auch gleichzeitig an einem Schlafapnoesyndrom leiden. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt daher folgerichtig, in der Diabetes-Therapie auch Schnarchen und Tagesmüdigkeit der Patienten abzufragen. Jedem Menschen mit Diabetes, der von seinem Partner gesagt bekommt das er schnarcht, sollte dies mit seinem Hausarzt oder Diabetologen besprechen und evtl. eine ambulante Untersuchung auf das Vorliegen eines Schlafapnoesyndroms durchführen lassen. Sicherlich ist es eine Aufgabe von diabetesDe die Versorgungsqualität der Betroffenen zu verbessern - dafür werden wir uns auch täglich weiterhin einsetzen.

Viele Grüße, Lars Hecht

Werner S. fragt:

Hallo Herr Hecht,

ich möchte mich zuerst einmal ganz herzlich für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen bedanken.

Bedanken möchte ich mich auch bei diabetesDE dafür, dass es regelmäßig diese 14 Tägige Fragemöglichkeit, Chatmöglichkeit mit verschiedenen Diabetes Experten bei und über diabetesDE gibt.

Vor bereits längerer Zeit hatte in einem solchen Chat wie diesem heute die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich wäre, dass Mitglieder von diabetesDE Blutzucker Teststreifen, Lanzetten, Blutzuckergeräte etc. über diabetesDE zu günstigeren Preisen erhalten könnten. Dies wäre vor allem für uns Diabetiker Typ 2 von Vorteil. Vor allem, aber nicht nur, für uns Diabetiker mit Typ 2 die Sulfonylharnstoffe einnehmen.

Ich weis, dass diese Anregung von DiabetesDE aufgenommen wurde. Allerdings ist mir nicht bekannt, wie der aktuelle Stand dabei ist. Vielleicht könnte Sie dieses Thema bei diabetesDE noch mal aufgreifen?

Vielen Dank im Voraus.

Gruß

Lars Hecht:

Lieber Hr. S.,

Wir haben diese Anregung in der Tat aufgenommen und werden sie gerne
informieren, sobald es "Ergebnisse" zu berichten gibt.

Viele Grüße und vielen Dank für ihr Engagement, Lars Hecht

DS fragt:

Hallo, mein Mann hat seit 4 Jahren Diabetes Typ 2. Bisher geht er nach wie vor zu seinem Hausarzt. Der ist jetzt kein Diabetes-Spezialist. Sollten wir besser einen Diabetologen aufsuchen?

Lars Hecht:

Liebe Fr. S.,

sprechen sie ihren Hausarzt ganz offen auf dieses für sie wichtige Thema an.

Wichtig ist, dass der Diabetes Ihres Mannes gut eingestellt ist. Diesbezüglich ist eine Patientenschulung immer sinnvoll. Manche Hausärzte haben z. B. Fachkräfte in ihren Praxen für Schulungen eingestellt, oder sind in einem Diabetesschulungsverein organisiert.

Sollte ihr Mann dauerhaft zu hohe Blutzuckerspiegel oder andere therapiespezifische Probleme haben, ist der Besuch einer diabetologischen Facheinrichtung sinnvoll.

Viele Grüße, Lars Hecht

Ralf L. fragt:

Unsere Tochter hat Typ 1 - wurde erst vor 6 monaten diagnsotiziert. In der Schule benötigt sie noch Hilfe beim Spritzen. Wie bekommen wir eine optimale Versorgung in der Schule - müssen wir das alles selbst organisieren?

Lard Hecht:

Lieber Hr. L.,

nein, sie sollten nach Unterstützung suchen. Zum einen sollten sie ein nahegelegenes Diabeteszentrum kontaktieren. Häufig bieten Diabeteszentren Schulungen für Lehrkräfte, in deren Klassen Kinder mit Diabetes sind, an. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit eine Begleitung für ihr Kind zu organisieren (wenn dies nötig ist und das Kind es möchte / toleriert). Hierzu müssten sich sich an den Fachdienst Gesundheit der übergeordneten Sozialbehörde (z.B. bei ihrer örtlichen Kreisverwaltung) wenden.

Viele Grüße, Lars Hecht

Tom K. fragt:

 

Hallo Herr Hecht, ich bin typ 2 und nehme Tabletten gegen den Bluzucker. habe auch Bluthochdruck. Was kann ich bzw soll ich von meinem Hausarzt erwarten, welche leistungen stehen mir zu?

Lars Hecht:

Lieber Hr. K.,

viele Patienten leiden neben Diabetes zusätzlich an Bluthochdruck. Wichtig ist, dass sowohl der Diabetes als auch der Bluthochdruck gut eingestellt sind. Sie sollten sich in das DMP-Programm für Menschen mit Diabetes einschreiben lassen. Dadurch ist gewährleistet, dass alle notwendigen Untersuchungen in sinnvollen Abständen durchgeführt werden und sie haben den Zugang zu einer für sie wichtigen Patientenschulung.

Viele Grüße, Lars Hecht