Bluthochdruck & Diabetes

Experten-Chat mit Dr. Bertil Oser

Am 23. Juli 2015 findet die Experten-Sprechstunde mit Dr. Bertil Oser zum Thema "Bluthochdruck & Diabetes" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live zwischen 16 und 18 Uhr.

Dr. Bertil Oser, Bernkastel-Kues
Dr. Bertil Oser, Bernkastel-Kues

Dr. Bertil Oser

Karl-Binz-Weg 12
54470 Bernkastel-Kues
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Frau J. fragt: 

Mein Blutdruck ist morgens meisten so um 135/85, ich soll immer 5mg Enalapril nehmen, aber am liebsten würde ich das auslassen. Denn am Abend beim TV falle ich oft in den Schlaf und fat vom Sessel. Wenn ich dann nachmesse, habe ich 90/ 58 o der 105 / 60 oder ähnlich. Wie sinnvoll ist dann die Einnahme? Ich bin 77 Jahre alt und seit 16 Jahren TypII Diabetikerin, seit 9 Monaten insulinpflichtig.
Freundliche Grüße
Frau J.

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Fau J.,

diese Abendwerte sind sicherlich zu niedrig für
einen etwas älteren Menschen, das kann nicht Sinn der Sache sein.
Bevor ich aber die Medikation ganz aussetzen würde, würde ich
versuchen, wie es mit einer halben Tablette klappt, also 2,5 mg/Tag.
Alles Gute und Gruß

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Frau W. fragt: 

Vermutlich Aufgrund einer Schwangerschaftsdiabetes vor 31 Jahren hat sich Diabetes entwickelt wurde aber erst im Jahr 2000 diagnostiziert. Ich habe mich damals sofort für eine Insulinterapie entschieden und das bis Heute nicht bereut. Da ich sehr häufig einen Puls von unter 60 habe wurde 2004 ein Langzeit-EKG durchgeführt. Alles prima. In der Zeit bis heute habe ich ca. 15 kg abgenommen. Im Jahr 2012 war ich 2 mal wegen sehr hoher Blutdruckwerte (ca. 210/110) beim Hausarzt. Ich "durfte" dort so Kapseln schlucken. Seitdem nehme ich (nach Ramipril mit schlimmen Nebenwirkungen) Ex -Forge die ich gut vertrage. Das Problem: Nach ein paar Tagen Abwesenheit von der Arbeit ist der Blutdruck so das ich mit einer niedrigeren Dosis oder ohne Medikament auskommen könnte. Gehe ich wieder zur Arbeit steigt der Blutdruck wieder und ich benötige eine stärkere Dosis ( ich arbeite in der Kita und wir haben ein Schallproblem, über 80 Dezibel). Kann ich die Dosisstärke immer anpassen (ich habe mehrere Stärken zu Hause) oder gibt es eine andere Alternative? Würde mich iteressieren. Mit freundl. Gruß, Frau W.

 

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Frau W.,

die 80dzb in der Kita kann ich mir sehr lebhaft
vorstellen, auch die hohe mentale Belastung im Job. Auf der einen Seite ist
klar, dass dies wie auch bei körperlicher Arbeit eines etwas höheren
Blutdrucks bedarf (-als Zielwert definiert  ist bisher nur der
"Ruheblutdruck") - aber 200/110mmHg sind eindeutig zu viel. Es ist
absolut klug, analog zum Insulinalgorithmus eine Bedarfsmedikation zu
wählen. Exforge besteht je nach Ausführung aus zwei bzw drei
Inhaltsstoffen. Es würde mir genügen, erstmal Valsartan
(Hauptinhaltsstoff) an einem solchen Tag nach ein paar Stunden, etwa
in der Mittagspause in gleicher Dosis als Einzelsubstanz zu addieren,
letztlich kommt es auf einen Versuch an. Prinzipiell absolut
richtiger Gedanke!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Frau K. fragt: 

Ich bin seit 26 Jahren Diabetikerin.
Es fing bei mir mit SSW Diabetes an.
Allerdings hatten Eltern, Großeltern, Bruder Nichte auch alle Diabetes vom Typ 2
Ich wurde erst mit Tabletten behandelt u.seit 2002 mit Insulin und 1000mg Metformin 1-0-1. Seit einem halben Jahr noch mit Forxiga 10mg
Hohen Blutdruck bekam ich in der 1. SSW vor 29 Jahren wo ich eine SSW - Vergiftung hatte und musste weiterhin Blutdrucktabletten nehmen,Lisinopril.
Vor einigen Jahren bin ich auf Valsartan 160 mg und Amlodipin 5 mg.
Trotzdem bekomme ich den Blutdruck net in Griff. Obwohl ich sportlich aktiv bin, meckert mein Blutdruck, schnell Treppen steigen, Aufregung etc.
Auf den Stepper traue ich mich schon gar nicht, wei dort schon nach der 1. Minute der Blutdruck enorm steigt, Schweissausbrüche, Herzklopfen, schwitzen, das alles folgt dem auf dem Fuß
Was kann ich da machen?
Mein HbA1C 'Wert liegt zur Zeit auf 7,2
Glg

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Liebe Frau K.,

zunächst Glückwunsch zu dem ordentlichen HbA1c,
offensichtlich ohne Unterzuckerungen (?!!). Auch zu Ihrem Wunsch
körperlich immer noch aktiver zu werden, da soll der Bluthochdruck
dabei nicht stören. Leider haben Sie nicht geschrieben, wie hoch der
Blutdruck geht, bzw wie hoch er nach Sport ansteigt. Wie Sie schreiben
gehen Herzklopfen, Schwitzen damit einher. Kurzum, Sie sollten bei
einem Internisten ein Belastungs EKG durchführen lassen, also Sport
unter Puls und Blutdruckmessung. Möglicherweise brauchen Sie zu den
Medikamenten, die Sie im Moment einnehmen noch eine Prise ß Blocker,
das soll der Internist auch anhand des während Belastung abgeleiteten
EKG entscheiden. Alles Gute und viel Glück!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Frau M. fragt: 

Hallo lieber Herr Dr. Oser,

ich habe schon oft gehört das Bluthochdruck und Diabetes zusammenhängen.  Bei mir ist folgendes Problem in letzter Zeit: Wenn ich einen zu hohen Blutdruck habe sind meine Zuckerwerte hoch. Ist der Blutdruck niedriger (z.B. oberer Wert bei 135/140 je nachdem), dann ist der Zucker bei 6,8, also niedriger als bei einem Blutdruck von 160. Ist das Zufall oder pushen sich die Werte gegenseitig?

Was kann ich dagegen tun?

Besten Dank Ihnen vorab,

Liebe Grüße,
Frau M.

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Frau M.,

mir ist leider kein direkter wissenschaftlich gesicherter Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und Zuckerwert bekannt, wenngleich sie beide oft zusammen auftreten. Man könnte allenfalls spekulieren, dass die Ursache des aktuell hohen Blutdrucks, also körperliche / geistige Arbeiten oder Stress letztlich auch dazu führen, dass der Blutzucker ansteigt. Wichtig ist es ca einmal im Jahr sich der lästigen aber aufschlußreichen Langzeit Blutdruckmessung zu unterziehen, da sieht man doch, wie häufig der Blutdruck am Tag ansteigt und ob er wirklich auch in kompletter Entspannung in der Nacht nachlässt,
Gruß Bertil Oser

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Herr D. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Oser,

ich, Typ 1 Diabetiker, 58 Jahre, spritze morgens und abends Insulin und nehme dadurch zu. Ich bewege mich eigentlich sehr regelmäßig (spazieren und wandern), merke aber das mein Blutdruck seit geraumer Zeit stetig steigt. Hängt das mit der Insulintherpaie zusammen?  Haben Sie einen Tipp für mich?

Beste Grüße aus Heidelberg,
Walter Dürich

 

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Herr D.,

ja da gibt es Zusammenhänge: zum einen ist es das Körpergewicht, zwei Kilogramm können den systolischen Blutdruck steigern, zum zweiten halten hohe Insulinmengen auch Kochsalz vor Ausscheidung zurück, auch da könnte ein Effekt herrühren. Um so wichtiger wäre es, die Insulinmenge gering zu halten. Auch bei Typ 1 Diabetes können Zustände der Insulinresistenz auftreten, das man zunehmend mehr Insulineinheiten für gleiche BZ Werte (Korrektur) bzw Kohlenhydrate BE braucht. Da spielen chronische Entzündungsherde eine Rolle (Nebenhöhlen, Zahn etc), oder die Ernährung (fette Lebensmittel, eiweißreiche Lebensmittel), die gilt es zu vermeiden. Toll, dass Sie so viel Bewegung an der frischen Luft haben. Gruß nach Heidelberg!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Lisa fragt: 

Lieber Herr Doktor Oser,

ich bin seit 15 Jahren fast Typ 1 Diabetikerin, bin jetzt 25 Jahre alt. Soweit ich weiß habe ich keinen  Bluthochdruck. Aber meine Oma hat es, meine Mama und es liegt wohl bei uns in der Familie. Mein Papa nimmt auch Medikamente dagegen. Bin ich jetzt auch durch meinen Diabetes besonders gefährdet auch noch Bluthochdruck zu bekommen? 

Ich bin schon sehr schlank und bewege mich so oft wie möglich. Ich mache dreimal die Woche Sport, unter anderem Kampfsport seit kurzem. Könnte ich sonst noch etwas vorbeugend machen? Mir "reicht" Diabetes vollkommen aus... 

Ich freue mich von Ihnen zu hören, Liebe Grüße, Lisa

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Lisa,

klares Nein,

Sie haben Recht, das reicht schon mal... :-)) !! Der Typ 2 (!!) Diabetes und Bluthochdruck sind häufig beieinander. Aber wenn Sie mal über 50 Jahre alt sind, ein bißchen stärker "um die Taille" wären und nicht mehr so sportlich, dann könnte es sein, dass sie zur Restfamilie aufschließen, da doch eine Veranlagung bestehen könnte. Aber wenn Sie so weiter machen wie beschrieben muß das nicht zwangsläufig sein. Hat also nichts mit dem Typ 1 direkt zu tun. Bei den DMP Untersuchungen und im Gesundheitspass werden die Blutdruckwerte immer wieder abgefragt und gemessen. Also deswegen keinen Stress! Gruß an Lisa

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Herr S. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Oser,

zunächst einmal möchte ich sagen dass ich das Thema Blutdruck und Diabetes wichtig finde. Danke für den Chat! 

Ich bin seit kurzem Diabetiker. Typ 2. Ich habe Übergewicht und habe leicht Bluthochdruck. Kann ich was gegen den zu hohen Druck tun? Ich bin sportlich nicht begabt. 

Danke Ihnen vorab, schönen Abend,

Herr S.

Dr. Bertil Oser antwortet: 

...und ich finde es toll, dass Sie am Chat teilnehmen!! Durch viel Wissen, Fragen und Antworten und Selbstwirksamkeit kann man Diabetes und auch Bluthochdruck im Gegensatz zu anderen Krankheiten wirklich in den Griff bekommen. Also:Hallo Herr S., von unserer Diabetesberaterin habe ich folgende Tipps zur Ernährung bei dieser Konstellation gelernt: 3 gute Mahlzeiten und nichts mehr dazwischen naschen. Süßes allenfalls als Nachtisch direkt dazu. Wenn Abends noch "das Verlangen" nach Kalorien kommt, dann ein paar Nüsse knacken (das gehört auch zur mediterranen Kost und die ist wirklich bewiesenermassen gesund). Zur Bewegung: wenn ich Ihnen (Jahrgang 1960?!!) das e Bike schmackhaft machen darf? Macht echt Spaß, völlig knieschonend, man kommt mal weite Strecken - auch über Land, kleine Berge verlieren ihren Schrecken und Sie sparen Insulin "ohne Ende". Dann ist auch die Einkehr zur Rast absolut verdient. Ansonsten gilt, wie ich im Chat heute schon öfter geschrieben habe, wenig Bewegung führt zu großen Mengen Insulin, macht mehr Gewicht macht höheren Blutdruck. Viel besser klingt die Kette aber anders herum und das funktioniert auch.

Ein letzter Tipp: bei der Auswahl blutdrucksenkender Medikamente, den ß Blocker nicht als erstes Einsetzen! Alles Gute und Grüße! Bertil Oser

Herr S. antwortet:

Danke für Ihre Tipps!!ich habe mir diese sogar ausgedruckt. 

Hat es eine bestimmte Bedeutung das man Nachtisch wie Sie schreiben wenn überhaupt allenfalls im Anschluss essen soll? 
Das mit dem e Bike klingt spannend und ist eine genauere Betrachtung wert, super Tipp, wünschte mein Arzt wäre so. 

Dr. Oser:

Ja, die Vorstellung dabei ist die: 
Es scheint biologischer zu sein, drei Mahlzeiten und damit auch nur drei Insulinausschüttungen zu haben und dazwischen Phasen, wo der Körper aus dem (Insulin bestimmten) Aufbaumodus wieder heraus kommt und die eingelagerten Sachen verwertet (also verbrennt). Eine dauerhafte Insulinkonzentration würde möglicherweise schon wieder Appetit verursachen. 

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Herr B. fragt: 

Guten Abend Herr Doktor Oser,

Ich bin 55 Jahre alt und seit etwa 8 Jahren Typ 2er. Ich nehm aktuell Metformin 1000 zum Essen bei Bedarf. Ich habe typische Männerfigur in meinem Alter. Ein wenig zu viel auf den Hüften, man sieht mir an das es schmeckt. 

Ich habe im letzten Jahr 7 Kilo zugenommen. Dabei ernähre ich mich eigentlich gesund. BZ ist OK.

Blutdruck leicht zu hoch laut Arzt. Werte: 138/89 manchmal 142/90, da ist so der Schnitt. 

Soll ich durch den leichten Bluthochdruck weg vom Metformin? Was kann ich tun? 

Danke Ihnen Dr. Oser, Grüße, Herr B.

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Herr B., danke für die Frage!

Metformin ist übrigens Jahrgang 1957, also 3 Jahre länger als Sie auf dem Markt. Solange schon da und keine Skandale, im Gegenteil, Metformin ist die absolute Nummer eins gegen Typ 2 Diabetes!! (senkt Körpergewicht, macht als Einzelsubstanz keine Unterzucker, verhindert angeblich sogar eine überhöhte Krebsrate usw. Achtung nicht bei Nierenfunktionsstörungen GFR unter 45ml/min- weil es dann nicht mehr ausreichend ausgeschieden würde und in zu hoher Konzentration Ärger machen könnte) Gerade bei etwas zu vielen Pfunden, da ist Metformin am Wichtigsten! Übergewicht fördert die Zuckerneubildung in der Leber und genau dort wird Metformin diesen übermäßig hergestellten Blutzucker blockieren. Also bitte weiter Metformin. Wenn Sie ACE Hemmer gegen Bluthochdruck vertragen, also etwa Ramipril, hätten Sie den Vorteil, dass die Insulinresistenz gleichzeitig sinken würde, also weniger Insulinbedarf im Körper, bedeutet vielleicht auch ein paar Gramm weniger Gewicht!! Gehen Sie ein bißchen raus an die frische Luft, da trifft man mal wieder Leute, macht echt Spaß, wenn man eine Fahradgruppe mit Kumpels ins Leben rufen, nur ein paar Kilometerchen.... Gruß!! Bertil Oser

Herr B.:

Danke für die Rückmeldung und vor allem hilfreiche Nachricht!!!
Meinen Sie es würde schon reichen, sagen wir, zweimal in der Woche "raus zu gehen", z.B. wie Sie sagen Fahrradfahren?
Ihnen einen schönen Feierabend heute und Danke,

Dr. Oser:

Ja, das beste ist ja, Sie können am Blutzucker auch direkt was messen. Bewegung ist der stärkste Zuclersenker überhaupt. Machen Sie mal nach so einer Tour den Blutzucker, er wird deutlich runter gehen (deshalb Traubenzucker/RIegel immer dabei haben, am besten auch was derartiges zu trinken) und das hält sogar einige Stunden danach an!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Herr S. fragt: 

Hallo, guten Abend Herr Dr. Oser,

ich habe Bluthochdruck und Diabetes. Dabei bin ich erst 32. Ich habe etwas Übergewicht. Ich traue mich nicht so mit den ganzen schlanken Leuten Sport zu machen. Mein Arzt sagt immer ich soll mehr Sport machen das wäre gut für meine Erkrankungen. Aber Tipps gibt er nicht. Denn es ist nicht so einfach als Übergewichtiger (knapp 20 kg zu viel) Sport zu machen. Was eignet sich als Anfänger? Ich möchte nichts in großen Gruppen machen oder wo "viele Leute" einen sehen. Mir ist das ja selbst unangenehm. Können Sie mich ein wenig verstehen?
Ich hoffe Sie wissen Rat

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Herr S., danke für Ihre Offenheit, das kann ich sehr gut verstehen!

Mit 32 J. gilt es, also darin liegt sogar Ihre Chance, so früh im Diabetes die Geschichte nochmals komplett umzudrehen. Diese Chance haben Sie mit wenigen anderen Krankheiten, also hau rein!

Wie? Zwei Vorschläge: 1.) habe jetzt schon zwei Kollegen, die sich nach längerem belustigenden Spotten selbst ein e Mountain Bike gekauft haben. Sieht super stylisch aus, die fahren schon mal 50 km an einem Tag: Habe eben schon mal im Chat geschrieben: man kommt echt flott voran, kleine Berge sind plötzlich ein Vergnügen, Gegenwind spielt keine Rolle mehr und die Rast wird trotzdem verdient und 2.) so ein Trainigsrad für drinnen (Ergobike), davor einen Notenständer, darauf das Netbook gelegt und z.B. auf youtube einen Film geschaut. Das Ganze ohne großen Widerstand, also locker und leicht. Witzig ist es, zu sehen, wie man danach niedrigere Blutzuckerwerte messen kann, das sehen Sie dann selbst und das hält für einige Stunden an. 

Viel Spaß!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Herr W. fragt: 

Guten Abend,

Ich mache jetzt seit 2 Wochen Sport, dreimal die Woche, aber moderat. Ich habe leicht zu hohen Blutdruck und Diabetes (super Kombination..). Wann kann ich in etwa mit Langzeiterfolgen rechnen? Also im Sinne von duerhafter Blutdrucksenkung. Und kennen Sie aus ihrer Praxiserfahrung Fälle bei denen Bewegung echt was gegen Bluthochdruck und Diabetes gebracht hat?

Beste Grüße an Sie,

Herr W.

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Ja das geht, ich kenne leider nicht so viele Leute, die wirklich dauerhaft rank und schlank würden, aber Zucker und Bluthochdruck kann man mit Sport behandeln! Da zählt aber nicht nur das zweimal pro Woche dazu. Dazu zählt auch Treppe statt Aufzug, die 10000 Schritte am Tag (Schrittzähler gibt es als App am Smartphone, oder für die Hosentasche). Es macht dann echt Spaß wenn man etwas Messbares hat: also z.B. Schritte im Wettbewerb mit Lebensgefährten oder Kollegen. Sie fragen nach "Langzeiterfolgen", aber zu dem messbaren gehört tatsächlich auch der Blutzucker so direkt nach dem Sport oder auch noch 2-3 h danach, die wird Sie überraschen. Und wenn Sie dann weniger Insulin brauchen (selbst in der Bauchspeicheldrüse produziert oder von außen gespritzt) wird das Gewicht nach ein paar Monaten und damit der Bluthochdruck sinken, da bin ich mir sicher. Und das Wichitigste ist, dass Sie sich dann selbst loben, loben lassen, belohnen lassen, denn das motiviert weiter daran zu basteln
Gruß!!

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Marianne fragt: 

Schönen guten Abend Herr Dr. Oser,
ich bin seit fast 5 Jahren Typ 2 Diabetikerin und habe jetzt laut meinem Hausarzt eine "milde Hypertonie". Er sagte da könne man auch selbsthilfetechnisch viel machen. Das klingt ja immer gut, nur was bedeutet das genau? Was kann ich tun und bekomme ich das im Zweifel selbst wieder in den gesunden Bereich? 
Beste Grüße aus dem Sauerland,
Marianne 

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Marianne,

der Hausarzt hat Recht und Sie mit Ihrer Frage, wie das gehen soll. Dazu zwei Tipps: klingt altmodisch wird aber immer aktueller: viele Lebensmittel, die Sie im Discounter (also haltbar) kaufen sind mit Salz konserviert. Da kommen locker (im bundesdeutschen Schmitt gemessen) 12 Gramm Kochsalz zusammen, also doppelt so viel wie empfohlen und dreimal so viel wie notwendig. Schon beim Gesunden senkt die Reduktion vom Salz den Blutdruck (lesen Sie mal über die Mars 500 Mission, wo Astronauten über ein paar Monate im Training "eingesperrt" mit immer weniger Salz im Essen plötzlich immer niedrigere Werte hatten).

Insbesondere gilt das mit dem Salz bei Bluthochdruckpatienten. Man kann übrigens seinen Sakzkonsum messen, wenn man mal 24 Stunden Unrin sammelt und den Hausarzt bittet, die Kochsalzmenge darin zu bestimmen. Und dann lässt man sich dort oder von der Krankenkasse oder bei der Diabetesberaterin schulen. Und der zweite Tipp: ich weiß nicht, ob Sie Radfahren mögen, aber strampeln ohne Anstrengung, also eben und ohne Stress und viel Spaß am besten in der Gruppe wird den Blutdruck senken. Letztlich müssen Sie auch mal ein 24 Stunden Blutdruckmessung durchführen lassen um die "milde" Hypertonie beurteilen zu können: wie oft steigt der Druck an, bei welchen Gelegenheiten, wie ist es im Schlaf und so weiter, packen Sie es an. Gerade den Blutdruck kann man sehr gut behandeln, und zwar nur selbst! Viel Erfolg Gruß Bertil Oser

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Petra fragt: 

Hallo Herr Doktor Oser,

mein Name ist Petra. Ich selbst habe kein Diabetis. Aber mein Papa, er spritzt aber nicht. Er nimmt Tabletten. Jetzt hat er noch Bluthochdruck dazu bekommen. Da nimmt er auch Tabletten. Der Arzt hat gesagt er solls mal mit Bewegung versuchen. Er ist aber Schichtarbeiter und nicht so der Bewegungsfreund. Was könnte man ihm noch raten? Wie könnte ich ihn zu mehr Bewegung bewegen?

Danke, 

Viele Grüße

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Petra, das ist ein feiner Zug von Ihnen, sich Gedanken über den Papa zu machen. Ist schon ziemlich das Beste, wenn Familie zusammen hält. Überhaupt und so. Klar der Vater ist durch die Schichtarbeit ganz schon eingespannt, das geht an die Substanz, Respekt. Bewegung verodnen ist leichter gesagt, als dann umgesetzt. Mein Tipp wäre, da ich den Vater nicht persönlich kenne (denn das wäre am besten, er macht noch mal das Sportliche, was er getan hat, als er in Ihrem Alter war) wären zwei Sachen: sie schenken ihm, alle zusammen ein eBike, möglichts chic, mit dem er bei trockenem Wetter zur Arbeit fahren kann, das ist ein Hochgenuß, weil es scheinbar so leicht geht, als würde man bergab fahren, kleine Berge spilen keine Rolle, das ist etabliert kommt immer mehr in Mode und ist immer mehr erschwinglich Das senkt den Zucker und er kann vielleicht auf ein paar Tabletten verzichten. Am besten fahren Sie mal ein paar Ausflüge zusammen. Vielleicht hat er aber auch Spaß zuhause auf dem Ergobike zu radeln, also so ein Standfahrrad, davor einen Notenständer, darauf das netbook oder ipad oder so was und z.B. auf youtube einen Film schauen, während man radelt (wirklich mit nur wenig Widerstand, lieber ein bißchen länger drauf bleiben)  Toll ist, wenn er Blutzucker messen kann, der Zucker geht sofort runter nach dem radeln und das bleibt so für ein paar Stunden, das wird überzeugen, Gruß an den Papa und Gruß an die Tochter Petra

Betreff: Bluthochdruck & Diabetes

Silvia fragt: 

Lieber Herr Dr. Oser,

Ich habe ganz leicht Bluthochdruck (135/89). Ich würde gerne etwas gegen mein leichtes (7 kg zu viel etwa) Übergewicht tun. Würde es zB helfen sich wie es gerade Trend ist vegetarisch zu ernähren? Ich gehe gerne spazieren, auch mal Nordic walking. Ist das auch gut? Ihre Einschätzung würde mich freuen. Ich bin übrigens seit fast 2 Jahren Diabetikern des Typs 2.

Liebe Grüße, Silvia

 

Dr. Bertil Oser antwortet: 

Hallo Silvia R., es gibt eine moderne Untersuchung zum Thema mediterrane Kost, da spielen Olivenöl, Fisch und Nüsse eine große Rolle, neben viel Gemüse. Fleisch kommt da kaum drin vor. Viel trinken aber wenig Alkohol, das ist die Richtung die ich einschlagen würde, also nicht wirklich vegetarisch. Dann der aktuelle Tipp nur 3 Mahlzeiten am Tag, also nichts mehr dazwischen naschen, aber die drei Mal wirklich gut und satt essen. Süßes ausschließlich als Nachtisch dazu. Und dann jeden Tag die 10000 Schritte gehen (versuchen Sie mal eine App für`s Smartphone), das macht richtig Spaß, wenn Sie sich mit einem Freund, partner oder Kollegen verabreden, jeder trägt so ein Ding und sie vergleichen jeden tag oder immer wieder, sozusagen im Wettkampf. Dann purzeln die paar Pfunde zu viel, und jedes einzelne Pfund ist ein Grund sich zu freuen und weiter zu machen! Viel Spaß und viel Erfolg Silvia, Gruß