Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Experten-Chat mit Prof. Dr. med. Thomas Haak

Am 25. März 2010 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Prof. Dr. med. Thomas Haak zum Thema "Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 25. März zwischen 17 und 19 Uhr.

Prof. Thomas Haak
Prof. Thomas Haak, Bad Mergentheim

Prof. Dr. Thomas Haak

Finanzvorstand
 
Chefarzt der Diabetes Klinik am Diabetes Zentrum Mergentheim
Diabetesklinik Bad Mergentheim
Theodor-Klotzbücher-Str. 12
97980 Bad Mergentheim
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Hildegard P. fragt: 

Lieber Herr Professor Haak,

unser Sohn ist jetzt 12, hat seit 5 Jahren Diabetes Typ 1 und weist noch kaum Zeichen einer beginnenden Pubertät auf. Kommen Kinder mit Diabetes dadurch erst später in die Pubertät? Kann er mit Diabetes ein "normales" Sexualleben haben oder kann es auch passieren, dass er von vornherein "impotent" ist und bleibt?
Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Hildegard, Kinder mit Diabetes entwickeln sich üblicher weise genau wie Kinder ohne Diabetes. Dies gilt auch für die sexuelle Entwicklung. Auch im Erwachsenalter führt der Diabetes zu keinerlei Störung der Sexualfunktion. Daher sollte sich Ihr Sohn auch jetzt normal entwickeln. Am besten Sie lassen den Kinderarzt den Entwicklungsstand überprüfen.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Gerd fragt: 

Lieber Herr Prof. Haak, eigentlich hatte ich immer das Gefühl, mit meinem Diabetes ganz gut klar zu kommen. Dass es im Bett manchmal nicht so lief, machte mir gar nicht soviel aus. Nun häufen sich diese Fälle aber und ich habe ernsthaft Angst, komplett impotent zu werden. Zudem habe ich gelesen, dass Erektionsstörungen oft der erste Hinweis auf einen allgemeinen Gefäßschaden sind - also möglicherweise auch die Durchblutung anderer Organe wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen schlecht ist. Muss ich mich also komplett untersuchen lassen? Und was kann ich gegen die Potenzprobleme tun? Ich möchte auf keinen Fall eine Pumpe benutzen - davor scheue ich mich zu sehr.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Gerd, grundsätzlich ist es immer wichtig, alle empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen bei Diabetes durchführen zu lassen. Auf diese Weise lassen sich ernsthafte Störungen rechtzeitig erkennen. Potenzprobleme sind kein Indikator für andere Folgeschäden. In Ihrem Falle dürften die Probleme gut mit Medikamenten behandelbar sein. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetologen darüber?  

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Alexander fragt: 

meine Frau ist seit etwa sieben Jahren Diabetikerin. In den letzten drei Jahren haben wir nur noch sehr wenig Sex. Einerseits ist das sicherlich eine Frage des Alters (sie ist 50) und wir kennen uns ja auch sehr schon lange inzwischen. Ich hatte auch überlegt, ob es an der Verhütung mit der Pille liegt. Aber jetzt habe ich gelesen, dass sich auch eine Zuckerkrankheit auf die Lust auswirken kann und dazu führt, dass sie weniger wird. Betrifft das nur Männer oder auch Frauen? Kann man etwas dagegen tun? Ein großes Problem dabei ist, dass wir wenig darüber reden, denn es fällt mir auch schwer, sie darauf anzuzsprechen. Bei meiner Frau habe ich dann eher das Gefühl, es ist ihr eigentlich egal. Wenn ich aber wüsste, dass es in erster Linie ein medizinisches Problem ist, würde ich sie vor ihrem nächsten Arztbesuch mal fragen, und hätte außerdem mehr Hoffnung, dass es behandelbar ist.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Alexander, die Ursache für wenig sexuelle Lust sind vielfältig. Der Diabetes könnte sicherlich eine Rolle spielen, aber es gibt natürlich auch die zwischenmenschliche Ebene. Sprechen Sie mit Ihrer Frau offen darüber. Vielleicht empfiehlt sich auch der Besuch eines Paartherapeuten. In Bezug auf die Pille sollte Ihre Frau vielleicht mit ihrem Gynäkologen sprechen, ob ein anderes Präparat hier Abhilfe schafft.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Martina K. fragt: 

Ich bin 42 Jahre alt und leide seit meiner Kindheit an Diabetes Typ 1. Sex hat für mich nie eine große Rolle gespielt, weil ich nur selten richtig Lust habe. Jetzt habe ich einen 10 Jahre jüngeren Mann, mit dem ich sehr glücklich bin. Noch hat er nichts gesagt, aber ich habe Sorge, dass er mich wegen meiner sexuellen Unlust verlassen könnte. Wie könnte ich als Frau meine Lust auf Sex steigern?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Frau K., das Wichtigste ist, dass Sie sich nicht selbst unter Druck setzen. Andererseits ist es doch schön, dass Sie jetzt einen Partner haben, den Sie lieben und mit dem Sie glücklich sind. Dies war früher vielleicht nicht immer so. Deswegen hat Sex für Sie vielleicht auch eine untergeordnete Bedeutung erlangt. Aus diesem Grunde hoffe ich, dass sich Ihr Sexualleben mit dem neuen Partner anders entwickelt. Dennoch sollten Sie mit Ihrem Gynäkologen besprechen ob eine organische Ursache für Ihre geringe Libido verantwortlich sein könnte.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Maren S. fragt: 

Lieber Herr Professor Haak,   mein Freund hat seit langem Diabetes Typ 2 und seine Potenz hat enorm darunter gelitten. Vor 2 Jahren hat er dann die "blaue Pille" in den USA billig gekauft und es hat dann auch ganz gut geklappt im  Bett.  Wir waren also erstmal sehr zufrieden. Nun möchte er wieder Potenzpillen bestellen - diesmal bei einem Online-Shop aus Österreich. Dieser bietet rezeptfrei Generika um ca. 1,90 Euro pro Tablette (100 mg) an. Meine Fragen hierzu: Ist grundsätzlich von Generika abzuraten? Ist es nicht verboten, potenzfördernde Generika rezeptfrei anzubieten? Kann man sich Generika auch beim Arzt verschreiben lassen? Wenn ja, bei welchem? Gibt es die Tabletten in der Apotheke? Maren S.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Die genannten Potenzmittel sind allesamt rezept- und apothekenpflichtig. Im Internet werden jedoch immer wieder vermeintlich kostengünstigere "Originalprodukte" angeboten. Hiervor möchte ich Sie ausdrücklich warnen. Diese Produkte unterliegen keinerlei Überwachung. Die Zusammensetzung ist fraglich und oftmals enthalten sie keinerlei Wirkstoffe, weil es sich Plagiate handelt. Jeder Arzt in Deutschland kann Ihnen die Originalprodukte verordnen. Diese sind zwar teurer, aber dafür halten sie, was sie versprechen.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Dieter fragt: 

Sehr geehrter Herr Professor Haak, immer wieder lese und höre ich von diesen Vakuumpumpen. Die Medikamente, von denen hier auch die Rede ist, sind mir leider zu teuer und ich glaube, ich dürfte sie auch nicht nehmen. Eine solche Pumpe wäre dann wohl meine letzte Hoffnung? Ich muss gestehen, dass ich zum einen Hemmungen habe, und mir zum anderen nicht so recht vorstellen kann, wie man sie anwendet und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie hilft. Wer kann einen informieren? Mein Diabetologe, der Hausarzt? Oder eher ein Urologe?  Dieter
 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Dieter, bei der Vakuumpumpe handelt es sich, um ein medizinisches Hilfsmittel, das verordnungfähig ist. Die Vakuumpumpe ist ein ca. 25 cm langer, durchsichtiger Zylinder, der über den Penis gestülpt wird und dann luftdicht mit der Haut abschließt. An der anderen Seite des Zylinders befindet sich eine kleine Handpumpe, mit der man die Luft aus dem Zylinder pumpen kann. Durch das so entstehende Vakuum füllen sich die Schwellkörper des Penis, so dass eine Erektion entsteht. Damit das Blut nicht abfließt, wird ein elastischer Ring an der Peniswurzel befestigt. Auf diese Weise entsteht eine ordentliche Erektion, mit der Geschlechtsverkehr problemlos möglich ist. Dieses Verfahren hat eine hohe Erfolgsrate. Allerdings sollte Sie mit Ihrer Partnerin besprechen, ob Sie mit der Anwendung dieses Hilfsmittels einverstanden ist.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Thomas F. fragt: 

Hallo Herr Professor Haak, ich, männlich, 36 Jahre alt, habe seit meiner Jugend Diabetes Typ 1. Mit der Erkrankung komme ich an sich gut klar, habe auch keine Potenzprobleme, aber: Meine Frau und ich wünschen uns Kinder und versuchen schon seit 3 Jahren, eines zu zeugen. Bisher leider ohne Erfolg. Könnte es vielleicht sein, dass ich durch den Diabetes weniger fruchtbar oder gar unfruchtbar bin?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Thomas F., Diabetes führt nicht zur Zeugungsunfähigkeit. Da bei Ihnen seit drei Jahren ein unerfüllter Kinderwunsch besteht, empfiehlt es sich, dass die Ursache hierfür näher untersucht wird. Wenden Sie sich daher am besten an eine Kinderwunsch-Praxis. Eine solche finden Sie in jeder größeren Stadt.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Katharina M. fragt: 

Lieber Herr Professor Haak, bisher haben sich nur Männer zu Wort gemeldet, anscheinend bin ich die einzige Frau mit einem ähnlichen Problem??? Ich bin 45, habe seit 3 Jahren Diabetes Typ 2 und merke seit ein paar Monaten, dass ich immer weniger Lust an und auf Sex habe. Kann das auch am Diabetes liegen? Bisher dachte ich, es läge vielleicht an den beginnenden Wechseljahren. Männer können sich ja anscheinend mit Viagra und Co. behelfen, aber gibt es auch etwas für uns Frauen?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Katharina M., es gibt viele Ursachen für eine nachlassende sexuelle Lust (Libido). In Ihrem Falle ist der Diabetes eine der möglichen Ursachen, jedoch aus meiner Sicht nicht die wahrscheinlichste. Besprechen Sie daher dieses Problem mit Ihrem Frauenarzt. Wenn dieser keine Ursache findet, wäre vielleicht der Besuch eine Paartherapeuten eine Option.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Rüdiger fragt: 

Ich bin Typ 2 Diabetiker, 54 Jahre alt. Bei mir wurde eine Neuropathie festgestellt. Betroffen sind momentan Füße und Beine. Mein Arzt hat mir gesagt, dass sich das auch noch auf andere Organe ausweiten kann. Ich mache mir jetzt Sorgen, dass auch mein Sexualleben darunter leiden könnte. Diese Probleme hatte ich schon mal vor 2 Jahren. Mit Cialis haben wir es aber gut in den Griff bekommen. Wenn sich diese Nervenschädigung jetzt aber ausbreitet – kann es dann passieren, dass das Medikament nicht mehr funktioniert?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Rüdiger, die Beschwerden an den Beinen sind der so genannten peripheren Neuropathie zuzuordnen. Die Störung der Sexualfunktion gehört zur autonomen Neuropathie. Da Sie mit Cialis gut zurecht kommen, ist nicht zu erwarten, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert. Achten Sie trotzdem auf eine gute Blutzuckereinstellung.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Norbert S. fragt: 

Ich habe meinen Urologen auf das Problem angesprochen. Als Vorschlag von Ihm kam, Tabletten oder Spritzen in den Penis. Leider muß das aber alles von mir selber bezahlt werden. Die Medikamente dafür sind nicht billig. Wie sollen wir als Rentner das bezahlen? Das heißt doch mehr oder weniger, ihr Rentner könnt auf Sex verzichten!  Oder sehe ich das falsch? 
Mit freundlichem Gruß
Norbert S.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Norbert, die Auskunft Ihres Arztes stimmt leider. In der Tat müssen Sie die Tabletten und Spritzen, die zur Behandlung in Frage kommen, selbst bezahlen. Dies liegt daran, dass es so viele Menschen mit Erektionsstörungen in Deutschland gibt, dass die Krankenkassengebühren für alle Versicherten erheblich steigen würden, wenn man diese alle erstatten würde. Der Gesetzgeber hat sich daher schon vor Jahren aus diesem Grund dagegen entschieden. Dagegen weriden  Hilfsmittel wie die Vacuumpumpe nach Verordnung durch Ihren Arzt erstattet. Am besten, Sie sprechen mit Ihrer Krankenversicherung.
 

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Willibald fragt: 

Bei mir wurde 2001 Diabetes  diagnosiert und leide seit 2004 an  Impotenz.
Können durch die Krankheit geschädigte Nerven eine erektile Dysfunktion verursachen. Vielen Dank, Willibald

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Willibald, davon muss man in Ihrem Fall ausgehen. Typischerweise wird die Erektionsstörung durch Schädigungen des autonomen Nervensystems ausgelöst. Dieses Nervensystem steuert die Organfunktionen und somit auch den Errektionsvorgang. Ansonsten könnten auch Durchblutungsstörungen im Bereich der Sexualorgane die Ursache sein. In einem ärztlichen Gespräch und einer entsprechenden Untersuchung lassen Sie die Ursachen für Ihr Problem leicht finden. Sprechen Sie dies mit Ihrem Arzt beim nächsten Besuch durch.
 

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Frau fragt: 

Mein Mann ist jetzt 52, er hat Diabetes TII. Jetzt wurde auch noch eine ED diagnostiziert. Das liegt wohl auch an den verkalkten Gefäßen. Er probiert es jetzt mit Potenzmitteln. Die sind aber ganz schön teuer und in seinem Alter vielleicht auch nicht unbedingt so gut - oder müssen wir uns da keine Gedanken machen? Die Kasse will das auch nicht zahlen. Gibt es denn alternative Therapien - wir wären auch für einen operativen Eingriff zu haben. Gibt es da eventuell die Möglichkeit, dass eine Kasse das übernimmt? Warum übernehemn sie die Kosten dafür nicht - es ist ja doch eine Krankheit wie jede andere.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Die meisten Anwender vertragen die genannten Medikamente gut. Selbst die Daueranwendung beispielsweise von Tadalafil (Cialis) mit 5 mg pro Tag wird gut vertragen. Erstattet werden die Hilfsmittel wie die Vakuumpumpe und auch die Therapie mit injizierbaren Substanzen in den Penisschaft. Den Einbau von Penisschaftprothesen muss man sich gut überlegen, da diese große Operationen darstellen, die auch Nebenwirkungen und Risiken beinhalten.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Rudi fragt: 

Sehr geehrter Prof. Haak, schön, dass sich auch mal ein Arzt bereit erklärt zu diesem Thema zu beraten. Ich komme auch gleich zum Punkt. Ich bin 35, habe keine Diabetes (aber vielleicht können Sie mir trotzdem helfen) und seit einem halben Jahr Probleme eine dauerhafte Erektion zu bekommen. Ich habe mich lange Zeit selbst befriedigt und da war es nie ein Problem. Stimmt es denn, dass durch übermäßiges Selbstbefriedigen bestimmte Enzyme nicht mehr in den mengen nach produziert werden und somit die Erektion gestört wird? Ich habe zudem Bluthochdruck (immer so 150/95). Könnte das auch eine Ursache sein? Medikamente gegen den Bluthochdruck nehme ich keine – möchte ich auch ungern wegen der Nebenwirkungen.
 

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Rudi, da Sie noch sehr jung sind, sind solche Potenzprobleme weiter abklärungsbedürftig. Es liegt sicher nicht daran, dass zu häufige Selbstbefriedigung (was ist auch zu häufig?) zu Potenzstörungen führt. Da Sie auch keinen Diabetes haben, sollten Sie einen Urologen und einen Endokrinologen (Hormonspezialist) aufsuchen. Möglicherweisen haben Sie eine organische Ursache oder aber eine Hormonstörung, die Ihre Probleme verursacht.Auch hoher Blutdruck sollte behandelt werden. Dieser ist dauerhaft gefährlich, auch für die Potenz. Die Medikamente zur Behandlung des hohen Blutdruckes sind bei der richtigen Auswahl gut verträglich.

Betreff: potenzstörungen-diabetes melitus typ II

Stjepo P. fragt: 

Betreff:   potenzstörungen-diabetes melitus typ II
Nachricht: Welcher Arzt kann mir die notwendige Terapie verschreiben? Mein Uhrologe hat mir immer nur Rezept für Viagra und Testoviron Sprizen Privatrezepte verschrieben! Das hat mir bis jezt auch nicht besontedrs geholfen !?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Stjepo, falls bei Ihnen das Hormon Testosteron fehl und ersetzt werden muss, so ist dies auf Kassenrezept möglich. Nicht verordnungsfähig sind Tabletten wie Viagra, Cialis und Levitra. Da Sie offenbar auch eine Hormonstörung haben, die behandelt werden muss, bitten Sie Ihren Arzt um eine Überweisung zum Endokrinologen.

Betreff: Die große Begeisterung für Sex war nie da

C. S. fragt: 

Ich (36) war noch nie besonders sexuell interessiert. Nun wurde bei mir Diabetes Typ 2 diagnostiziert, was ja wohl auch sexuelle Unlust mit sich bringen kann. Ob das der Grund ist, warum ich nie so recht Freude am Sex entwickelt habe? Wenn ich da eh nie so recht begeistert war, macht es da überhaupt Sinn, sich des "Problems" jetzt noch anzunehmen. Mit Mitte 30 "lohnt" das ja vielleicht doch noch.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Die Lust auf Sex ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Daher sollte sich niemand unter Druck setzen lassen, wenn man mit sich zufrieden ist und eine eventuelle Partnerschaft nicht mangels sexueller Aktivität leidet. In jedem Falle sollte aber beim nächsten ärztlichen Besuch geklärt werden, ob eine körperliche Störung vorliegt. Dies können Erkrankungen der Homondrüsen sein (z. B. Hypophyse, Hoden usw.) Diese können einerseits die sexuelle Lust beeinträchtigen, andererseits aber auch einen Diabetes begünstigen. Falls dies zutrifft, sollte eine solche Hormonstörung behandelt werden, weil diese auch Unabhängig von der Potenz gesundheitliche Folgen haben kann.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Klaus B. fragt: 

Beeinflusst eine eventuelle Impotenz auch die Größe des Penis.  Ich habe festgestellt, dass mein Penis kleiner wurde.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Klaus, das ist ganz sicher nicht der Fall. Die Größe des Penis ist abhängig von der Durchblutung. Ist der Penis nicht erigiert, so kann dieser größer oder kleiner wirken. Im erigierten Zustand ändert sich die Größe nicht wesentlich. Bei einer Erektionsstörung wird der Penis nicht steif genug und kann natürlich auch kleiner wirken. Hier helfen zumeist die gängigen Medikamente (s. oben).

Betreff: Impotent seit 16 Jahren

Gottfried L. fragt: 

Ich bin Impotent seit 16 Jahren ,es ist schön das sich mal einer mit diesen Thema beschäftigt

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Dagmar K. fragt: 

Ich habe oft das Problem das wenn ich mit meinem Mann schlafen will , ich einfach nicht feucht werde, oder ich erst feucht werde dann aber wieder trocken. Das ist mir sehr peinlich meinem Mann gegenüber und anderer seits könnte das für meinen Mann ja auch bedeuten das ich nicht will was aber oft nicht stimmt , kommt das von einem zu hohen Zucker oder sind das Folgeschäden ich habe eine Neuropathie in den Füssen. Wenn wir das Problem haben mit dem feuchtwerden nimmt mein Mann manchmal Spucke das hilft dann zwar aber das ist mir dann doppelt peinlich. Vielen Dank für ihre Antwort und ihr Verständnis

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Dagmar, erst einmal danke für Ihren offenen Beitrag. Mit diesem Problem kämpfen viele Frauen mit Diabetes, verschweigen aber oft das Problem. Wie Sie schreiben, haben Sie und Ihr Mann schon selbst eine Lösung gefunden, gegen die rein medizinisch überhaupt nichts spricht, so lange Sie nicht mit häufigen Infektionen zu kämpfen haben. Eine Alternative stellen Gleitgels dar. Diese finden Sie in den meisten Drogerien. Sie sind gut verträglich und werden Ihr Problem sicherlich lösen. Bitte achten Sie darauf, falls Kondome verwendet werden, dass das Gleitgel mit Kondomen verträglich ist und diese nicht etwa auflösen.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Georg S. fragt: 

Sehr geehrter Prof. Haak !
Habe Diabetes seit 77 und eine ausgeprägte Polyneuropathie bd. Beine. Leider wird die restliche Potenz immer schlechter, selbst mit Viagra geht es nicht immer so wie es sein sollte. Gibt es noch eine Möglichkeit, die Potenz etwas zu verbessern ? Nehme täglich viel Schmerzmittel. die natürlich ihre Nebenwirkung nicht verfehlen. Vielen Dank für Ihr Hilfe

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Georg, wenn Viagra nicht mehr hilft, gibt es weitere Möglichkeiten. Wie schon erwähnt könnte die Lösusng in der SKAT liegen, bei der man ein gefäßerweiterndes Medikament direkt in den Penisschaft injiziert. Auch eine Vakuumpumpe hilft. Hier wird über ein Vakuum Blut in den Penis gesaugt und der Abfluss durch einen Gummiring verhindert. Letzteres ist eine sehr sichere und effektive Methode, die man allerdings selbst akzeptieren muss. Auch die Partnerin sollte eingebunden werden. Schließlich bleiben noch implantierbare Penisprothesen, die allerdings einen größeren operativen Eingriff voraussetzen.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Reinhold H. fragt: 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Thomas Haak, als betroffenener Mensch mit Diabetes-Mellitus Typ I, insulinpflichtig habe ich schon sei vielen Jahren Probleme bei der Bewältigung der andauernden Steifphase meines Gliedes.
Hat es denn überhaupt noch einen Sinn, nach einer Dauer von über 30 Jahren Diabetes-Mellitus an diesem Thema noch zu arbeiten.
Noch geht meine Frau nicht fremd, nur zu Bekannten.!!

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Reinhold, sicher macht es Sinn, auch nach langer Diabetesdauer bei Potenzproblemen nach Abhilfe zu suchen. Einerseits würde ich auch Ihre Sorgen wegen des Fremdgehens mit Ihrer Frau offen ansprechen, damit Sie sich nicht psychisch unter Druck setzen müssen. Ansonsten gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten, Potenzprobleme zu beheben. Welche für Sie die beste ist, sollten Sie mit Ihrem Diabetologen oder Urologen besprechen.

Betreff: Viagra hilft nicht

Katharina R. fragt: 

Betreff:   Viagra hilft nicht
Hallo Herr Prof. Haak, mein Freund hat Diabetes 2 seit einigen Jahren. Zu Anfang hat er keine Medikamente gebraucht. Mittlerweile nimmt er täglich Tabletten, Insulin spritzt er aber nicht. Die Zuckerwerte hat er also ganz gut im Griff, nur die Potenz leidet. Wir haben schon verschiedene Potenzmittel ausprobiert (Viagra und Levitra). Hat aber beides nicht so gut geholfen. Vielleicht hängt es auch mit dem Alter zusammen - er ist jetzt 56. Ich denke wir sollten versuchen einen anderen Weg zu gehen. Nur leider spricht mein Freund nicht so gerne darüber und schon gar nicht möchte er seinen Arzt noch mal darauf ansprechen. Was würden sie als nächsten Schritt empfehlen?
Danke für Ihre Hilfe.

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Katharina, gut, dass Ihr Freund Sie hat und Sie sich um dieses wichtige Problem kümmern. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Potenz wieder zu verbessern. Hierzu zählen die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT) oder auch die Vakuumpumpe. Vielleicht sollte Ihr Freund zu einem Urologen gehen und das ganze Thema noch einmal aufrollen. Schließlich ist Ihr Freund zu jung, um zu resignieren.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Herr fragt: 

Seit 2 Jahren weiß ich von meinem Diabetes Typ 2. Ich nehme täglich Metformin. Seit einiger Zeit klappt es jetzt nicht mehr so gut im Bett. Meistens verschwindet die Erektion einfach so während des Verkehrs. Ich habe dem erst nicht besondere Bedeutung geschenkt. Aber jetzt scheint es regelmäßig zu passieren und ich habe Bedenken, dass es chronisch werden könnte und mit dem Diabetes zu tun hat. Mir war nicht bewußt, dass es hier überhaupt einen Zusammenhang gibt. Meine Ehe möchte ich deshalb auch nicht aufs Spiel stellen. Sollte ich in Erwägung ziehen Potenzmittel zu nehmen - oder besteht die Chance, dass mit einer besseren Einstellung des BZs auch die ERektionsprobleme verschwinden?

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Je besser die Blutzuckereinstellung, desto besser ist meist auch die Potenz. Es lohnt sich in jedem Falle, auf einen guten Blutzucker zu achten. In Ihrem Falle sollten Sie Ihrem Arzt Ihre Probleme berichten. Er wird Ihnen Vorschläge machen, die Ihnen helfen, die Standfestigkeit zurückzuerlangen.

Betreff: Potenz und Diabetes - Was hilft wirklich?

Michael B. fragt: 

Kann ich vom Rauchen auch impotent werden? Ich weiß es ist schädlich für die Gefäße, aber welche Gefäße trifft es gewöhnlich zuerst?

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Michael, das ist ganz gewiß so. Rauchen stört viele Funktionen im Körper, auch die Mikrozirkulation. Zur Mikrozirkulation zählen auch die feinen Blutgefäße des der Nerven und die Nerven steuern die Erektion. Über diesen Mechanismus kann Rauchen die Erektion stören. Auch ist Rauchen für die Verkalkung der Blutgefäße mit verantwortlich. Wenn dies die Blutgefäße des Penis betrifft, sind die Folgen leicht vorstellbar.