Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes

Experten-Chat mit Dr. med. Kirsten Mönkemöller

Bis zum 23. Januar 2014 findet die Experten-Sprechstunde mit Dr. med. Kirsten Mönkemöller zum Thema "Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes" statt. Sie beantwortet Ihre Fragen live zwischen 17 und 19 Uhr.

Dr. med. Kirsten Mönkemöller
Dr. med. Kirsten Mönkemöller

Dr. med. Kirsten Mönkemöller

Amsterdamer Straße 59
50735 Köln
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes

Frau F. fragt: 

Meine Tochter vernachlässigt ihre erkrankung wenn ich sie frage ob sie zb vor dem essen gemessen hat sagt sie ja und nennt mir ihren wert doch im nachhinein habe ich bemerkt das sie nnie gemessen hat und alles nur ausgedachte zahlen waren. es kann doch nicht sein das ich es nicht schaffe meiner 13 jährigen tochter zu helfen ihr leben nicht zu zerstören

 

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Sehr geehrte Frau F., 

das was Sie von Ihrer Tochter schildern ist ein Phänomen, das wir bei jugendlichen Diabetikern nicht selten sehen.
Wichtige Dinge zu vergessen und zu verdrängen ist durchaus ein Phänomen der Pubertät, ebenso wie die Auseinandersetzung mit den Eltern. Für Jugendliche ist der konkrete Alltag wichtig und nicht das, was kommt - deshalb funktioniert die Sorge vor Spätschäden auch nicht als Motivation.
 
In den Gespräch mit den Jugendlichen wird immer wieder deutlich, dass sie sich durchaus Unterstützung beim Diabetes wünschen, was aber "am meisten nervt" ist der Streit um die Blutzuckerwerte und immer daran gemessen zu werden. Oft ist es auch so, dass andere - für die Familie durchaus wichtige - Themen in der Beziehung zu den Eltern eher eine untergeordnete Rolle spielen und der Diabetes selbst sehr in den Vordergrund tritt.
Gleichzeitig sind Sie als Eltern nach wie vor in der Verantwortung gegenüber Ihrem Kind.
 
Wir handhaben es üblicherweise so, dass wir mit dem Patienten und den Eltern gemeinsam ein Familiengespräch führen, in dem die Problematik besprochen wird, so dass alle Perspektiven gehört werden. Gemeinsam werden dann für alle verbindliche und machbare Zeile vereinbart. Diese Vereinbarungen werden dann in den folgenden Terminen wieder besprochen und verändert, wenn nötig. Fast immer werden dann unsere "5 goldenen Regeln der Blutzuckerbesprechung" mit aufgenommen: Es werden 1 Mal am Tag zu einer festen Zeit die Werte angeschaut und miteinander besprochen; dabei gilt: 1. Es gibt keinen Streit um BZ- Werte, 2. Jeder gemessene Wert ist ein guter Wert, 3. Die erste Frage ist immer: Was hat gut geklappt?, 4. Es gibt kein Scheitern nur einen Gewinn an Erfahrung, 5. Jeder Tag ist eine neue Chance auf Veränderung.
 
Fragen Sie ihren Diabetologen doch mal nach einem Familiengespräch - Sie werden überrascht sein, wie gut das oft geht.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Dr. med. Kirsten Mönkemöller

Betreff: Diab.mell.Typ1 mit Dawn Phänomen, Autismus u.Dyskalkulie

Franziska fragt: 

Mein 13jähriger Sohn würde gern wieder zur Schule gehen. Er ist seit 1,5 Jahren Diabetiker mit Dawn Phänomen, Autismus und Dyskalkulie. Da er nicht wirklich gut einstellbar ist und auch allein mit seinem Diabetes noch nicht klar kommt, bräuchte er den gesamten Schulvormittag diesbzgl. Hilfe und Unterstützung. Die Krankenkasse (AOK) will das nicht zahlen, auch das Jugendamt nicht! Dazu kommt seine morgentliche Müdigkeit, weil wir die Nächte ,,durchmachen''. Sollte man Hausbeschulung beantragen?

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Sehr geehrte Frau S.,

Sie müssen aus meiner Sicht keinstenfalls eine Hausbeschulung beantragen, insbesondere nicht, wenn Ihr Sohn in die Schule gehen möchte.Wir haben Erfahrung mit Diabetes und Autismus und ich würde Ihnen dringend empfehlen mit unserer Autismus Gesellschaft Kontakt aufzunehmen.
Bitte wenden Sie sich unter 0221-97725680 sich an der Vorstand Herrn Siegmann zur Beratung. Ich habe mir erlaubt, den Kontakt bereits zu bahnen, so dass er morgen Bescheid weiß. Herr Fromm hat ihn bereits informiert.
Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Berufswunsch

David R. fragt: 

Guten Tag,
mein Name ist David Rittler, bin 17 Jahre alt und habe seit ende 2009 Typ 1 Diabetes. Ich bin (laut meines Arztes) sehr gut eingestellt und trage eine schlauchlose Insulinpumpe. Meine Frage ist, gibt es Länder bei denen Typ1 Diabetier auch zum Millitär gehen können oder welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland ?
Da ich schon von klein auf von einem Beruf bei der Bundeswehr geträumt habe, wäre mir dies sehr wichtig.

Mit freundlichem Gruß
David R.

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Guten Abend Herr R.,

obwohl Sie sehr gut eingestellt sind, werden Sie in Deutschland weder zum Militär noch zur Polizei gehen können. Grundsätzlich dürfen Sie keine Berufe ergreifen, bei denen Sie eine Waffe tragen. Soweit ich weiß gilt das auch für alle anderen Länder.

Wir haben mehrere Patienten, die das sehr trifft, insbesondere wenn sie gut eingestellt sind. Der Grund ist, dass in solchen Abläufen die Stoffwechselkontrolle insbesondere in Krisensituationen nicht gewährleistet werden kann. Wenn Sie 10 km ohne Pause durch den Wald robben, können Sie zwischendurch nicht messen und andere sind von Ihnen anhängig. In Afrika funktioniert kein Messgerät richtig, weil die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Ich empfehle zu bedenken, dass Sie andere - die Bürger des Landes - schützen wollen. Sollte Ihnen je im Rahmen einer Unterzuckerung ein Unfall geschehen, bei dem andere verletzt werden, wäre das für Sie selbst wahrscheinlich unverzeihbar.

Die Frage ist, was fasziniert Sie so am Militär? Wenn Sie die für sich beantwortet haben, finden Sie vielleicht Alternativen. Ist es Technik, dann vielleicht Maschinenbau? Ist es die Logistik? Dann vielleicht zur Bahn? Ist es die Teamarbeit? Da fällt Ihnen sicher was ein.
Kreativität ist bei Diabetikern immer gefragt, weil sie oft Umwege gehen müssen.

Ihnen viel Glück und auch Freude bei der Berufswahl

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Verdacht auf Diabetes Typ I - Wie sieht es mit Süßigkeiten aus?

Melanie S. fragt: 

Hallo, mein Sohn ist 6 Jahre alt. Da er in der Schule wg. Konzentrationsmangel und leichtem Aggressivem Verhalten auffällig wurde, wurde er jetzt untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungsreihe wurde u.A. auch ein Bluttest gemacht. Der Nüchtern-Wert ergab 123,5mg/dl.
Unser Arzt möchte gerne noch das Blutergebniss vom Labor abwarten bis er entscheidet wie es weiter geht da der Wert ja "nur" Grenzwertig ist. Jetzt steht Weihnachten vor der Türe und ich möchte meinem Sohn das süße Zeug nur sehr ungern komplett verweigern müssen. Darf er denn mit diesem Nüchternwert Süßigkeiten essen? Wenn ja, was eignet sich dafür? So wie jedes Kind liebt er natürlich Schokolade über alles... Vielen Dank für Ihre Antwort.

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Sehr geehrte Frau H.,

das kann ich ohne Ihre Tochter beziehungsweise deren Werte zu kennen schwer sagen. Ausschließen müsste man sicher nächtliche Unterzuckerungen - wir würden das mit einem Basalratentest von 18.00 bis 8.00 Uhr machen. Unterzuckerungen mit Gegenregulationen sind auch ein häufiger Grund für hohe HbA1C Werte. Im Alter von 11 Jahren könnte es auch sein, dass der Blutzucker im Sinne eines hormonell bedingten Dawn Phänomens morgens ansteigt. 
Wenn es gar nicht klappt, könnte man überlegen, Ihrer Tochter für 5 Tage eine kontinuierliche Blutzuckermessung zu machen, das ist oft sehr aufschlussreich.
Ich hoffe, das hilft Ihnen etwas weiter. 

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Hba1c und Hypos

Ekja fragt: 

Hallo,
ich bin 13 Jahre alt, und habe sein ca. 8 Jahren Diabetes Typ1.
Früher haben meine Eltern die Behandlung übernommen, was ich aber seit ca. 3 Jahren überwiegend bis VOLLKOMMEN selber mache. Mein letzter Hba1C lag so bei 7,0 und der davor bei 7.6.
Ich bin ein sehr ergeiziger Mensch, und habe mit jetzt so eine gestige "Knackmarke" gesetzt die bei einem Wert von 6.8 etc. liegt.
Leider habe ich schon relativ oft normale Werte (so um die 80 mg/dl) und da ist die Hypogefahr natürlich hoch( zudem ich auch noch viel Sport mache).
Werte über 130mg/dl sehe ich schon als hoch und so ist die realisierung eines Wunschwertes schwer.
Wo sollte der durchgehene Normalwert liegen und wenn ja, wie bekomme ich es hin, das der BZ dann auch konstant so bleibt?(Weil am meisten mich diese schwankungen von 80-200-70 mg/dl nerven) Sollte er überhaupt konstant bleiben oder sind Schwankungen erlaubt? (ich habe nicht oft schwankungen ...-> ich betreibe regelmäßig Leistungsreiten dh. Hypos können da schnell gefählich werden). Ich bin echt verzweifelt, aber wenn ich wieder die Therapie mit meinen Eltern intensiv teile, kommt da nacher wieder nen HbA1c von 8.0 oder schlimmer raus!!!

Vielen Dank im Voraus,
Ekja

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Hallo Ekja,

ein HbA1c von 7,o % ist für Dein Alter eine Leistung. 
Das schwierige für Perfektionisten, die Diabetiker sind, ist es oft, dass nicht immer eine lineare Beziehung zwischen dem, was man gemacht hat und dem Blutzuckerwert besteht. Das heißt, Du machst manchmal das gleiche an verschiedenen Tagen und trotzdem ist der Wert unterschiedlich.Das hängt daran, dass viele verschiedne Faktoren gleichzeitig den Blutzucker beeinflussen können: die Art des Essens, das zu Dir nimmst (was für Kohlehydrate, wie viel Fett, wie viel Eiweiß, welcher glykämische Index)?  Wie viel Sport (welcher, wie intensiv, wie lange? ). Hypo gehabt oder nicht? Stress gehabt? Hormone (Wachstum).

All diese Dinge kann man gleichzeitig nicht immer berücksichtigen - dann wird man verrückt. Deshalb sind Schwankungen - und auch durchaus Blutzuckerspitzen ganz normal. Konstante Blutzucker gibt es so nicht, das lernen die Diabetologen grade aus den kontinuierlichen Blutzuckermessungen. 
Im Alltag gilt es, das Messen nur zu sinnvollen Zeiten durchzuführen - nämlich nur dann, wenn Du wirklich eine Konsequenz daraus ziehen würdest - also korrigieren darfst oder Kess brauchst. Sinnvoll ist es dann, Dir Tendenzen anzuschauen also aus dem Gesamtbild bestimmter Situation zu lernen und das durchaus auch mit Deinem Diabetologen zu besprechen. 
Das zweite ist, Dich nicht in bedrohliche Situationen zu bringen - also keine schwere Hypo auf dem Pferd oder im Wasser oder auf dem Rad. 
Schau Dir Deine Werte mal mit Deinem Diabetologen an und schau, wann Du Werte hast, die Dich nerven.

Wichtig ist meine ich, dass der Diabetes nicht Deinen Alltag bestimmt, sondern Du mit dem Diabetes gut hinbekommst, was Du machen willst bei einem HbA1c unter 7,5% ohne schwere Hypos. 
Das wäre ideal.

Viele Glück!

Viele Grüße
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Gewichtszunahme

Beate K. fragt: 

Meine Tochter ist 18 Jahre alt und lebt nun seit 10 Jahren mit Diabetes. Seit dem 14. Lebensjahr hat sie mind. eine Stoffwechselentgleisung im Jahr und hat 20 kg die letzten zwei Jahre zugenommen.
Das belastet sie am meisten. Was kann sie tun ? Ihr Selbstwertgefühl ist dadurch doppelt geknickt !!! Sie hat Zweifel die Schule nicht zu schaffen , Kann es sein, daß mit schlecht eingestellten BZ das Lernen / Konzentrieren schwieriger ist ?
Sie merkt ,daß es vor einem Jahr noch viel leichter ging.
Desweiteren hat sie ca. nur 4mal die Regel im Jahr, Ist das mit Diab, normal ?
Ich als Mutter finde das Leben mit Diab. als riesige Herausforderung !
Was kann meine Tochter ändern?

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Sehr geehrte Frau K.,

Sie haben recht - das Leben mit Diabetes ist für Ihre Tochter und für Sie eine große Herausforderung, ich würde durchaus sagen eine Lebensleistung.
Es gibt Phasen im Leben, in denen Patienten es schwer schaffen können, diese Herausforderungen zu bewältigen - das ist ganz normal - Insbesondere in schwierigen Situationen wie Schul- oder Prüfungsstress. In anderen Phasen wird es wieder gut gehen und man profitiert durchaus von dem, was man durch den Diabetes gelernt hat.

Da ich Ihre Tochter nicht kenne, kann ich Ihnen anhand dessen, was Sie berichten sehr empfehlen, dass sie sich psychologische Unterstützung sucht, um Strategien zu entwickeln mit all dem Stress zurecht zu kommen.Grundsätzlich ist es mit viel Insulin normal an Gewicht zuzunehmen und es ist ohne aktive Begleitung durch den Diabetologen, den Diabetesberater und auch den Psychologen nicht einfach, das Gewicht zu reduzieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem viel Sport und eine gezielte Ernährungsplanung. Dann kann man es aber gut schaffen.Mit hohen Blutzuckerwerten ist es schwer, sich zu konzentrieren, weshalb es grade für Schule und Prüfungssituationen essentiell ist vorher - und auch mit Abstand vorher - den Blutzucker zu messen und zu korrigieren. Auch die Menstruation und die Fruchtbarkeit werden von einer ungünstigen Stoffwechsellage beeinflusst. 

Ihre Tochter sollte meine ich durchaus stolz sein, auf all das, was sie mit dem Diabetes geschafft hat.

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Meine Tochter 11 Jahre

Melanie H. fragt: 

Hallöchen zu meiner Frage wenn meine Tochter abends zu Bett geht und stixxt hat sie werte von 80-130 je nach Tag und morgends wacht sie über 200 er Wert auf. Die derzeitige Ärztin hat kein Rat wie man da noch dagegen angehen kann ihre Basalrate wurde von 10 schon auf 28 Einheiten erhöt dennoch keine Besserung bzw. anderer Wert... woran liegt das ? und wie soll man so dann den Hba1c wert bessern derzeit auf 8,5?

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Sehr geehrte Frau H.,

das kann ich ohne Ihre Tochter beziehungsweise deren Werte zu kennen schwer sagen. Ausschließen müsste man sicher nächtliche Unterzuckerungen - wir würden das mit einem Basalratentest von 18.00 bis 8.00 Uhr machen. Unterzuckerungen mit Gegenregulationen sind auch ein häufiger Grund für hohe HbA1C Werte. Im Alter von 11 Jahren könnte es auch sein, dass der Blutzucker im Sinne eines hormonell bedingten Dawn Phänomens morgens ansteigt.

Wenn es gar nicht klappt, könnte man überlegen, Ihrer Tochter für 5 Tage eine kontinuierliche Blutzuckermessung zu machen, das ist oft sehr aufschlussreich.
Ich hoffe, das hilft Ihnen etwas weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes

Vera B. fragt: 

Hallo Frau Mönkemöller,
meine Tochter steht kurz vor dem Abitur. Heute hat sie eine vierstündige Deutschklausur geschrieben. Die Werte waren hoch und ließen sich nicht nach unten korrigieren. Anschließend hatte sie Sport und ist mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Hier kam sie völlig aufgelöst und völlig unterzuckert an. (unter 45) Sie trägt eine Insulinpumpe und hat zur Zeit den Sensor(CGM). Was können wir tun, damit im Abitur nicht solche Schwankungen auftreten? Kann der hohe Zuckerwert durch die Aufregung verursacht worden sein? Wie kann man sich dann am Besten verhalten?
Vielen Dank und herzliche Grüße Vera

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Guten Abend Frau B.,
der Stress des Abiturs ist sicher nicht einfach und kann durchaus hohe Werte bewirken.

Mit dem CGMS ist Ihre Tochter gut ausgestattet. Wenn Sie die Werte sehen kann (auf dem Tisch wie beim Dexcom oder Navigator) dann kann Sie überlegen relativ früh zu korrigieren also schon beim ansteigenden Wert. Oder sie stellt die Basalrate hoch.
Entscheidend für die Prüfung ist, dass sie dann die Warnung für den schnellen BZ Abfall aktiviert, um nicht zu unterzuckern. 
Am Besten besprechen Sie die Einstellung des CGMS und die Korrekturregelen mit ihrem Diabetologen morgen früh, damit das optimal gestaltet werden kann. Denn offensichtlich hat das CGMS auch die Unterzuckerung nicht angezeigt.
Viel Glück!

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes

Irene fragt: 

Hallo,
 
eine Frage: Mein Sohn hat Diabetes und sein Insulinbedarf ist innerhalb kurzer Zeit um 30% gesunken.
 
Die BZ waren streckenweise im günstigsten Fall nur noch um 70 mg/dl, gern auch weniger.
 
Jetzt läuft die Pumpe schon seit einigen Tagen tagsüber auf 70% und nachts auf 80% temporärer Basalrate. Damit geht es einigermaßen. BE-Faktoren sind auch schon gut reduziert.
Eben gerade habe ich die neue, reduzierte BR auf Profil A programmiert, da ich noch nicht glauben kann, dass das hier von Dauer sein soll.
 
Was meinen Sie dazu?
 
LG, Irene

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Guten Abend Irene,
 
das kann ich ohne Ihren Sohn zu kennen nicht direkt sagen.
 
Möglich ist das zum Beispiel noch in der Remission, bei hormonellen Veränderungen, bei mehr Sport oder durchaus auch, wenn man krank wird.
 
Grundsätzlich würde ich nach mehreren Tagen sicher die Basalrate umprogrammieren oder eine zweite Basalrate B eingeben und nachts mindestens um 3.00 Uhr messen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Kirsten Mönkemöller

Betreff: Stressfrei durch die Pubertät auch mit Diabetes

Annegret S. fragt: 

Liebe Frau Dr. Mönkemöller,

Mein Sohn hat gerade eine schwere Pubertätsphase: Er hat eine richtig manisch-depressive Phase. Nach den Sommerferien war ich so glücklich und stolz, dass er alles so gut gemeistert hat, das erscheint mir so weit weg, als wäre es ein anderes Leben gewesen. Jetzt ist nur noch Stress, Streit und Geschrei von seiner Seite an der Tagesordnung.

Kleines Beispiel: Heute Morgen 359 mg/dl, mein Sohn hat keinen Bock zum Ketone messen, schmeisst seine Frühstücks-Schüssel mit den Cornflakes durch die Küche und geht erstmal. Er misst Ketone, ich habe ihm seine Katheter-Sachen hergerichtet, ist ihm egal, denn Ketone negativ, passt alles, für einen Katheter-Wechsel sieht er keine Veranlassung, soll ich ihn ko schlagen, damit er es macht?!? Er nennt mich nur noch "die Frau,die seine Kindheit ruiniert hat", ich bin daran schuld, dass er Diabetes hat, denn ich habe ihn ja zur Welt gebracht.... Ich kann das nicht mehr ertragen wenn ich ehrlich bin. Bin echt verzweifelt, weil er sich von mir nichts mehr sagen lassen will oder helfen lassen will. Wissen Sie, wie man damit dann bestenfalls umgeht?

Ich freue mich auf Ihre Hilfe.
Vielen Dank und Gruße

Annegret S.

Dr. med. Kirsten Mönkemöller antwortet: 

Guten Abend Frau S.,
 
das ist im Chat schwer zu beantworten, ohne Ihren Sohn zu kennen.
 
Grundsätzlich ist eine Trotz- und Wutphase in der Pubertät normal. Das was Sie schildern klingt nach vielen Konflikten, die den Familienalltag schwer machen. Da gibt es viele Möglichkeiten. Leider kann ich nicht sehen, woher Sie kommen. Am Besten wenden Sie sich an Ihren Kinderdiabetologen, der die Psychologen und Psychiater in Ihrer Umgebung am Besten kennt.
 
Das sollten Sie bitte unbedingt tun, durchaus auch allein, wenn Ihr Sohn nicht mitkommen mag. Machen kann man wirklich viel und auch ganz verschiedene Sachen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Kirsten Mönkemöller