Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?

Experten-Chat mit Michaela Berger

Bis zum 12. November 2009 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Michaela Berger zum Thema „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?" statt. Sie beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 12. November zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Jürgen M. fragt: 

Liebe Frau Berger,

was halten Sie von Stevia-Produkten?

Viele Grüße
Jürgen M.

Betreff: "Aus" für Diabetiker-Lebensmittel

Paul O. fragt: 

Zunächst etwas Grundsätzliches eines vom Schicksal auserwählten "Experten", der seit über 60 Jahren sehr gut ohne die Hilfe und Inanspruchnahme des Rates von "Ernähnungswissenschaftlern", "Diabetesberatern" uvm. sein Leben gemeistert hat und bei Bedarf auch mal gerne auf die überteuerten und seit Oktober als überflüssig angesehenen Diätprodukte zugegriffen hat. Wann endlich beginnt man damit, anzuerkennen, dass es die Diabetiker als eine homogene Gruppe von Erkrankten nicht gibt. Die Immunerkrankung, als Typ I bezeichnet, bedarf schon einer sehr differenzierten Behandlung in medizinischer als auch ernährungsspezifischer Sicht. Wer von Kindheit an sein Leben mit der Insulinspritze verbracht hat, weiss aus Erfahrung sicherlich besser als alle Experten zusammen, welchen Lebens- und Genußmittel er seine relative Gesundheit zu verdanken hat. Es ist in meinen Augen anmaßend von "Wissenschaft" und insbesondere der Politik, bevormundend in das Leben der Typ 1 Patienten einzugreifen. Ein reiches Betätigungsfeld hinsichtlich Profilaxe beim Typ II Zuckerkranken haben Medizin und Politik leider über Jahrzehnte unbeachtet gelassen. Jetzt, wo der Kostengau bei der medizinischen Versorgung dieser Patientengruppe droht, wird man aktiv - allerdings m.E. zu Lasten der Insuliner, die mit ihrer BE sehr gut haben ihr Schicksal in Eigenregie meistern können.

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Martin K. fragt: 

Liebe Frau Berger, ich esse nun mal sehr gerne süß - auch wenn ich mich immer mäßige. Meine Familie schenkt mir regelmäßig Diabetiker-Lebensmittel, weil sie denken, das sei gut für mich. Jetzt lese ich, dass das gar nicht so ist. Welche Süßigkeiten würden Sie mir denn dann empfehlen oder muss ich doch ganz darauf verzichten?

 

Michaela Berger antwortet: 

Lieber Herr K.,
oh, ich kann Sie gut verstehen. Aber, diabetesDE kämpft gerade um die Abschaffung von Diabetiker-Lebensmittelln, die auch Süßigkeiten, Kekse, Kuchen, Schokolade und Pralinen betreffen.
Bitte Herr Kegel, gönnen Sie sich ein Stück (auch mal zwei) Schokolade mit 60% Kakaobestandteil. Lernen Sie wieder genießen. Diabetiker Lebensmittel, müssen auch für Menschen mit Diabetes berechnet werden. Sie haben, wie auch normale Lebensmittel, Zucker, Fett, Eiweiß und andere Nährstoffe.
Sie dürfen in Maßen Normales zu sich nehmen und müssen auf nichts verzichten.
Herzlich Ihre M.Berger

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Diana B. fragt: 

Liebe Frau Berger, was ich nicht verstehe: Seit Jahren wird von der Abschaffung der Diabetiker-Lebensmittel gesprochen und trotzdem stehen sie überall noch im Regal. Wann werden sie denn da wirklich verschwinden??? Ich weiß, dass sie nicht gut sind, aber viele Diabetiker, die ich kenne, futtern die munter in sich hinein. Das hört erst auf, wenn es diese Lebensmittel nicht mehr zu kaufen gibt.

 

Michaela Berger antwortet: 

Hallo liebe Frau B.,
Danke, Sie haben den Kern der Sache getroffen. diabetesDE kämpft wie ein Löwe, daß es diese Produkte nicht mehr gibt! Der Kampf an sich dauert schon 15 Jahre. Am 22. Oktober gab es im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, eine Anhörung zu der Thematik. Diese Anhörung war gut und machte Frau Dr. Töller (Deutsches Diabetes Zentrum DDZ  Düsseldorf) und mir Mut. Ein Partner, der damit nicht einverstanden ist, "Bundesverband der Hersteller von Lebensmitteln für eine besondere Ernährung e.V."

Bitte informieren Sie Ihre Bekannten, diese Dinge nicht mehr zu erwerben, sie sind sehr teuer und haben überhaupt keinen Nutzen. Leider steht auf vielen Verpackungen "Diät", so assoziieren die Menschen den Begriff mit "viel essen, tut mir gut, bei Diät brauche ich nichts zu berechnen. Einfach gefährlich, so zu denken.
herzlichst Ihre M.Berger

Betreff: Diät-Lebensmittel

Herr D. fragt: 

Betreff:   Diät-Lebensmittel
Liebe Frau Berger,
ich bins noch mal. Die Diät-Lebensmittel fallen doch auch unter diesen Paragrafen 12. Abgeschafft werden sollen aber nur die, auf denen steht für Diabetiker geeignet. Gibt es eigentlich auch Einwände, was die Diät-Lebensmittel betrifft - sind diese ähnlich zusammengesetzt wie Diabetiker-Lebensmittel?
Danke für Ihre Antwort!

 

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Herr D.,
richtig, der Entwurf der Änderung der Diätverordnung sieht eine ersatzlose Streichung der spezifischen Regelung für sogenannte Diabetiker Lebensmittel vor. Menschen mit Diabetes benötigen keine speziellen diätetischen Lebensmittel. Es ist vorgesehen, den § 12 der Diätverordnung ersatzlos aufzuheben.
Ihre Frage betreffend, was sind überhaupt Diät-Lebensmittel? Allein bei dem Wort "Diät" geht es mir nicht so gut. Unser aller Grundsatz sollte heißen: So gut überlegt, wie möglich und so gesund als möglich.
Bitte schauen Sie auf www.diabetesde.org auf das Thema "Weltdiabetestag" in Berlin. Hier geht es vorangig um schmackhafte Ernährung und Bewegung.
Herzlich Ihre M.Berger

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Jochen fragt: 

Sehr geehrte Frau Berger,
 
ich esse gerne gut und vor allem trinke ich so zum Feierabend sehr gerne Bier. Vor zwei Monaten hat der Arzt mir gesagt, dass ich zuckerkrank bin. Weniger zu essen fällt mir nicht so schwer. Aber auf mein Pils mag ich nicht verzichten. Nun will ich wissen, ob ich als Diabetiker extra Diabetiker-Bier trinken soll. Da sind gar nicht viel weniger Kalorien drin als in normalem Bier. Ist das auch alkoholfrei?
Gruß Jochen

 

 

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Jochen,
Sie müssen als Mensch mit Diabetes überhaupt kein "Diät-Pils oder Diabetiker Bier trinken, oder kaufen. "Diabetiker Bier " ist nicht alkoholfrei und Sie haben völlig recht, die Kalorien gehen genauso auf den Bauch! Ich gönne Ihnen, Ihr Pils zum Abendbrot. Wir haben eine Regel, die lautet: Zwei Glas eines alkoholischen Getränkes zum oder nach dem Essen, sei Ihnen gegönnt, immer im gleichen Glas, ( nicht heute 1 Liter und morgen 2 liter)ohne ein Risiko zu veranlassen. Aber bitte beachten: ALKOHOL ist ein großer Feind der Bauchspeicheldrüse.

Betreff: Topinambur

Herr D. fragt: 

Betreff:   Topinambur
Ich habe gelesen, dass Topinambur als "Wunderknolle" bei Diabetes und Übergewicht gilt. Sie soll sehr kalorienarm sein und trotzdem sehr satt machen. Was halten Sie davon? Soll man bei Diabetes besser Topinambur statt Kartoffeln essen? Sogar angeblich hungerstillende Kautabletten mit Topinambur sind erhältlich.
Bin gespannt auf Ihre Antwort!

 

 

Michaela Berger antwortet: 

Lieber Herr D., die kleinen Knollen enthalten kaum verwertbare Stärke. Für ihren süßlichen Geschmack ist das unverdauliche und damit nicht blutzuckerwirksame Kohlenhydrat Inulin (VORSICHT KEIN INSULIN) verantwortlich.Die Knollen können Gekocht, gebacken, gedünstet werden. Im Gegensatz zur Kartoffel, kann Topinambur auch roh verzehrt werden. TOPINAMBUR ist kein zu berechnendes Kohlenhydrat. Sie dürfen also für die Knolle kein Insulin spritzen und müssen bei jegliche Tabletteneinnahme (orale Antidiabetika) jeweils den Arzt konsultieren.Hungerstillende Kautabletten aus Topinambur empfehle ich nicht.
Freundliche Grüße Michaela Bergerstellvertretende Vorsitzende diabetesDE, VDBD Vorstand

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Frederik F. fragt: 

Sehr geehrte Frau Berger, seit ich neun war habe ich Diabetes Typ 1. Ich habe mal gehört, dass man Kaugummis und Bonbons mit Zuckeraustauschstoff essen soll, wenn man Diabetes hat. Das ist auch besser für die Zähne. Allerdings bekomme ich davon immer Druchfall, ich glaube vom Xylyt. Gibt es andere Kaugummis bei denen sowas nicht passiert?

 

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Herr F.,
bei Ihrer Fragestellung , darf ich Ihnen sagen" Die Menge Machts". Die zahnmedizinische Bedeutung von Zuckeraustauschstoffen Polyole,
Zuckeralkohole) für die Kariesprophylaxe ist wissenschaftlich bewiesen und unzweifelhaft, so lt. Prof. Zimmer.
Zuckeraustauschstoffe wie, Isomalt,Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit können von den Mundbakterien nicht oder kaum zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden. Abgesehen von dem Nutzen für die Kariesprophylaxe sei allerdings auch bekannt, dass alle Polyole- nicht nur Sorbit- bei übermäßigem Verzehr eine laxierende Wirkung haben können.
Aufgrund einer Entscheidung des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU müssen die Hersteller von Produkten mit Zuckeraustauschstoffen darauf hinweisen, dass bei hohem Verzehr Laxationen auftreten können. Ich bitte Sie zu bedenken: Lesen macht schlauer und wer zu viel isst, kann davon krank werden.
Freundliche Grüße Ihre M.Berger

Betreff: Diabetiker-Konfitüre

Renate C. fragt: 

Betreff:   Diabetiker-Konfitüre
Sehr geehrte Frau Berger, seit fünf Jahren habe ich (65 Jahre) Diabetes Typ 2. Besorgte und wohlmeinende Angehörige schenken mir immer mal wieder Diabetiker-Marmelade, weil ich Konfitüren sehr gerne esse. Nun habe ich noch zwei volle Gläser, bin nach Ihrer Berichterstattung aber verunsichert: Wenn Diabetiker-Lebensmittel eigentlich nicht gut sind, sollte ich diese Marmelade dann besser nicht mehr essen? Was ist denn daran so schlecht?

 

Michaela Berger antwortet: 

Liebe Frau C.
schlecht ist sicher an Ihrer Konfitüre oder Marmelade gar nichts. Aber sprichwörtlich besser auch nicht. Wir haben in beiden den Fruchtzucker aus den Früchten und der sollte beachtet werden. In "Diabetiker-Marmelade" wurde der Haushaltzucker ausgetauscht, mit Fruchtzucker oder anderen Süßungsmitteln.
Auch Diabetiker-Marmelade brauchen wir nicht mehr. Das ist für uns nicht mehr akzeptabel.
Sie müssen bitte Ihre Vorrate nicht wegschmeißen, sollten sich aber auch keine neuen mehr kaufen lassen. ! 1 Teelöffel normale Marmelade oder Konfitüre zum Frühstück gönne ich Ihnen von Herzen.
Freundliche Grüße M.Berger

Betreff: Zimt

Hannelore S. fragt: 

Betreff:   Zimt
Hallo Frau Berger, apropos Diabetiker-Lebensmittel. Ich habe gehört mit Zimt ließe sich der Blutzucker senken. Stimmt das? Könnte ich mit Zimt-Nahrungsergänzungsmittel meine Insulindosis senken?

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Frau Hannelore S.
mhm, Zimt ist bestimmt ein leckeres Gewürz, gerade jetzt in der beginnenden Weihnachtszeit, aber zur Senkung des Blutzuckers? Ich bitte Sie ganz realistisch, kaufen Sie sich keine Nahrungsergänzungsmittel mit Zimt. Das Ergebnis wird ein leere Geldbörse, sonst nichts.
Herzlichst M.Berger

Betreff: Stevia geeignet für Diabetiker?

Simone R. fragt: 

Betreff:   Stevia geeignet für Diabetiker?
Liebe Frau Berger, bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie sich raffinierter Zucker ersetzen lässt, bin ich auf Stevia gestoßen. Nachdem diese Pflanze aber wohl lange Zeit nicht in Deutschland erhältlich war und sie meines Wissens in vielen Ländern immer noch nicht als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist, bin ich verunsichert: Ist Stevia als Süßungsmittel für Diabetiker geeignet? Und stimmt, was mittlerweile in einigen Medien behauptet wird: Dass Stevia gesünder als Zucker oder Fruchtzucker ist?
 

 

Michaela Berger antwortet: 

Liebe Frau R.
Stevia, eine Pflanze, deren getrocknete Blätter süßer sind als Zucker, die praktisch keine Kalorien liefert usw. So kenne ich die Beschreibung von Stevia. Ich kann Ihnen keine Erfahrungen mitteilen und bitte Sie nur Dinge, die wissenschftlich zugelassen wurden, Ihrem Körper zu zu fügen .
Bitte fragen Sie im Institut für Risikobewertung nach.
Herzliche Grüße Ihre M. Berger

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Silke S. fragt: 

Liebe Frau Berger, bei mir wurde kürzlich Diabetes Typ 2 festgestellt. Bislang habe ich mit dem Thema nie etwas zu tun gehabt, keiner aus meiner Familie hat Diabetes. Deshalb fällt es mir schwer aus dem ganzen Wust an Informationen, den man in Zeitungen und Internet findet, das richtige herauszufiltern. Wie ist das denn nun mit dem Zucker? Kleine Mengen sind ja wohl mittlerweile auch bei Diabetes erlaubt. Aber wie viel ist okay und ab wann muss ich aufpassen? Auf welche Alternativen kann ich zum Süßen von Nahrungsmitteln zurückgreifen? Fructose scheint mir auch keine Lösung zu sein, oder?

 

Michaela Berger antwortet: 

Liebe Frau S.
Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, mit der Sie aber 99 Jahre alt werden können, so Sie sich an ein paar Regeln halten. Die Akzeptanz für diese Erkrankung ist nicht einfach, jedoch habe ich einst gelernt: Mit Diabetes bist du nicht krank, du bist bedingt gesund!
Leider geht aus Ihrem Schreiben nicht hervor, welche Medikamente Ihnen verordnet wurden. So kann ich Ihnen allgemein verträglich antworten. Wir sagen 30 bis 50g Zucker in verpackter Form sind möglich. Verpackt heißt für uns, verbacken,gekocht zubereitet, meist in Verbindung mit Fett. Z.B. ein Stück Kuchen, die Bedeutung liegt auf dem einen Stück und nicht die ganze Torte?!
Bitte, ernähren Sie sich ganz normal. Meiden Sie Fett, Zucker und Alkohol in großen Mengen. Bewegen Sie sich nach jeder Mahlzeit, mindestens 10 Minuten.
........und kommen Sie zum Weltdiabetestag am 14. November 2009, um sich über all diese Dinge zu informieern. Ich würde mich freuen.
Ihre M.Berger

Betreff: Fruchtzucker

Carola S. fragt: 

Betreff:   Fruchtzucker
Was hat es eigentlich mit dem Fruchzucker auf sich? Früher hat es doch immer geheißen, dass Diabetiker auf "normalen" Zucker komplett verzichten und ggf. auf Fruchtzucker ausweichen sollen. Der ist ja wohl auch in Diabetiker-Süßigkeiten enthalten. Welche Süßigkeiten kann man sich denn nun gönnen, und in welchem Maße?

 

Michaela Berger antwortet: 

Liebe Frau S.,
nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dürfen wir davon ausgehen, daß Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel auch erhöht und auch auf den Bauch oder die Hüfte geht. Denn Fruchtzucker hat Kalorien.
Zu dem sehr wichtigen Thema gibt es eine Stellungnahme des Bundesinsitutes für Risikobewertung (BfR). Bitte schauen Sie auf die Home -Page.
Herzliche Grüße

Betreff: Kennzeichnung des Zuckeranteils

Wolfgang S. fragt: 

Betreff:   Kennzeichnung des Zuckeranteils

 

Sehr geehrte Frau Berger,
zur Rolle der Diabetiker-Lebensmittel formulieren Sie – gewissermaßen – als Grundsatz:
„Einheitliche Angaben zu Brennwert, Fett und Kohlenhydraten fehlen häufig auf verpackten Lebensmitteln. Für Menschen mit Diabetes sind sie jedoch besonders wichtig. Denn nur so können sie ihr Insulin korrekt dosieren und ihre Ernährung zuverlässig planen. Auch die Kennzeichnung „für Diabetiker geeignet“ vermittelt Betroffenen häufig einen falschen Eindruck. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen benötigen Menschen mit Diabetes keine speziellen diätetischen Lebensmittel.“ So wahr diese Aussage sein mag, so falsch kann sie auch sein.
Aus Schulungen ist mir (Typ1-Diabetiker seit 36 Jahren, jetzt Insulinpumpenträger) die Empfehlung in Erinnerung: „Maximal 50g Zucker über den Tag verteilt sind möglich, dabei sollte die Insulingabe aber entsprechend angepasst werden.“ Wie kann ich das aber tun, wenn bei Nährwertangaben auf Lebensmitteln die Kohlehydrate nur als Gesamtwert angegeben sind und die Angabe des reinen Zuckeranteils fehlt und sogar mit Hinweis auf die obige Erklärung als unnötig abgetan wird?
Eine solche mehrfach erhaltene Antwort ist für mich höchst unbefriedigend. Da ich mich wegen Zöliakie zudem noch glutenfrei ernähren muss habe ich auch in diese Richtung bei einigen Herstellern nachgefragt.

Vorbild bei der Angabe der Nährwertanalysen ist für mich die Firma Schär aus Südtirol/Italien. Unter dem Wert für Kohlehydrate ist immer der Wert für „davon Zucker“ ausgewiesen. Damit kann ich immer gemäß der erwähnten Regel reagieren.
Solange eine solche Kennzeichnung nicht durchgängig realisiert ist werde ich bei Bedarf weiter auf Diabetiker-Produkte zurückgreifen und mich nicht von der Kennzeichnung „für Diabetiker geeignet“ abschrecken lassen.

Übrigens ist mir aufgefallen, dass in der Webseite Diabetesde.org die Zöliakie überhaupt keine Rolle spielt. Nach neueren Erkenntnissen soll es sogar einen Zusammenhang zwischen beiden Autoimmunerkrankungen geben. Bei meiner Suche danach bin ich bisher immer leer ausgegangen. Lediglich von der bereits erwähnten Firma werden die Zusammenhänge in einer Broschüre angesprochen. Zudem wird von eben dieser Firma auch ein Forschungsprojekt des Instituts für Ernährungswissenschaften der Uni Wien dazu mit unterstützt. Vielleicht kann später auch dazu informiert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang S.

Michaela Berger antwortet: 

Sehr geehrter Herr Dr. S.,
im Laufe von Jahren entwickelt sich auch die wissenschaftliche Grundlage. Die Diabetologie sieht auch auf eine geschichtliche Entwicklung zurück.
Dafür, daß diabetesDE die Zöliakie noch nicht erwähnte, liegt daran, nicht unbedingt mehr Verwirrung zu stiften. Natürlich haben Sie recht, daß sehr viele, zunehmend Menschen mit Typ 1, auch Zöliakie entwickeln. In diesen Fällen, muß ganz gezielt und individuell eine persönliche Beratung erfolgen.

diabetesDE unterstützt die klare Kennzeichnung aller Lebensmittel und das entsprechende Vorhaben auf europäischer Ebene. Die Benennung von Gramm Kohlenhydraten neben den anderen Nährstoffen auf allen verpackten Lebensmitteln, ist ausreichend. Sicher haben auch Sie vor vielen Jahren gelernt, daß wir auch normalen Haushaltzucker berechnen können und dürfen.

Ich lade Sie hiermit herzlich zum Weltdiabetestag am Samstag,
14.November 2009 in das Hotel Berlin,Berlin am Lützowplatz ein. In der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr könen Sie gern mit allen Experten, die Problematik diskutieren.
Mit freundlichen Grüßen, Ihre M.Berger

Betreff: „Was ist dran an Diabetiker-Lebensmitteln? - sinnvolle oder gefährliche Ergänzung für Diabetiker?"

Dieter H. fragt: 

Hallo Frau Berger,

immer wieder höre ich in letzter Zeit, dass Diabetiker-Lebensmittel abgeschafft werden sollen. Ich fand die klare Kennzeichnung bisher eigentlich immer ganz praktisch. Bei den anderen Lebensmitteln muss man meistens rechnen und nach den richtigen Angaben suchen. Wie erkenne ich Lebensmittel, die für Diabetiker geeignet sind möglichst schnell?

 

Michaela Berger antwortet: 

Lieber Herr H.,
diabetesDE kämpft gerade für alle Menschen mit Diabetes für die Abschaffung des § 12 der nationalen Diätverordnung. Wir möchten keine Einzelrichtlinie für sogenannte Diabetiker - Lebensmittel.
Nach heutigem Erkenntnisstand benötigen Menschen mit Diabetes keine, also überhaupt keine speziellen diätetischen Lebensmittel.
Wichtig ist jedoch, daß Sie in einer guten Beratung wissen wieviel Gramm Kohlenhydrate pro Mahlzeit oder wieviele Kalorien Ihnen gut tun?!
Ein Zuckerverbot für Menschen mit Diabetes ist längst überholt, wissenschaftlich nicht mehr zu halten. Alles ist erlaubt, in jedem Fall ist es eine Frage der Menge, die wir zu uns nehmen.
Bitte kaufen Sie normal ein.
Herzlichst Ihre M.Berger

Betreff: Gewichtsreduktion bei Diabetes-"Anwärterin" Typ 2

Angela L. fragt: 

Betreff:   Gewichtsreduktion bei Diabetes-"Anwärterin" Typ 2
Sehr geehrte Frau Berger,
bei mit liegen Gene für Diabetes Typ 2 in der Familie und mein Wert dafür lag im Februar an der Grenze. Mein Arzt (Endokrinologe) meinte, dass ich den Zeitpunkt der Erkrankung hinauszögern kann, indem ich abnehme. Mein Ausgangsgewicht im Februar 09 war 69 kg (Alter: 51J, Größe 165 cm). Optimal wäre, laut Arzt, 10kg weniger (das was ich in den letzten 2 Jahren zugenommen habe). Nach der Ernährungsumstellung (kein Weizenmehl, kein Zucker etc.) und 6 Std. Sport die Woche (Joggen und Fitness) habe ich ca. 3-4 kg abgenommen, doch nun stagniert es seit ca. 3 Monaten und ich schaffe es nicht mehr, jeden Monat 1 kg abzunehmen. Ich nehme eher zu. Die Ernähung behalte ich i.d.R. bei, jedoch kann ich leider nur noch 4 Std. Sport machen. Was kann ich tun, damit ich wieder abnehme? Für einen TIPP wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Viele Grüße
Angela L.

 

Michaela Berger antwortet: 

Hallo liebe Frau L.,
ich war sehr angetan, vom Inhalt Ihres Schreibens. Ich glaube, 10 Kilo Gewicht zu reduzieren, fällt allen Menschen sehr schwer. Bitte überprüfen Sie Ihren täglichen Fettkonsum. Leider kenne ich Sie nicht persönlich. Ich müßte wissen, womit Sie Ihr Brot belegen, das Fleisch schmoren oder braten.
Unsere Feinde der Bauchspeicheldrüse heißen: Fett, Zucker und Alkohol.
Schön wäre ein tägliches Bewegungsprogramm mit mindestens 1000 Schritten. Nur Sport 1x pro Woche wird helfen, aber nicht unbedingt Ihr Traumgewicht erreichbar machen. Holen Sie sich einen Schrittzähler und bewegen Sie sich von Tag zu Tag ein wenig mehr.
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit und Spaß beim Bewegen.
Ihre M.Berger