Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Experten-Chat mit Prof. Dr. med. Achim Peters

Am 12. April 2011 findet zwischen 17 und 19 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Achim Peters zum Thema seines neu erschienen Buches "Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft" statt. Sie können Ihre Fragen bereits ab dem 1. April 2011 über das Kontaktformular schicken.

Professor Dr. med. Achim Peters, Lübeck
Professor Dr. med. Achim Peters, Lübeck

Prof. Dr. med. Achim Peters

Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Maren S. fragt: 

Gibt es schon Möglichkeiten, sich testen zu lassen, ob man einen genetischen Defekt hat, der mich zu einem "Opfer" des egoistischen Gehirns macht? Woher weiß ich, dass ich wirklich effektiv an meinem Gewicht arbeiten kann oder dass es nie etwas bringen würde. Viele lassen sich aufgrund dieser Theorie vielleicht auch hängen und versuchen es gar nicht erst - mit der Begründung: Ich kann ja eh nix dafür. Was sagen sie diesen Menschen dann?

Viele Grüße,
Maren S.

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrte Frau Schuler,
 
ein egoistisches Gehirn zu haben, ist eine gute Sache. Es sichert das Überleben in Hungerszeiten, indem es seine eigene Versorgung sicherstellt und seine Energie aus dem Körper zieht. Deshalb nimmt man in lang andauernden Hungerperioden auch an Gewicht ab. Die gleichen Mechanismen des egoistischen Gehirns halten uns in Zeiten des Nahrungsüberangebotes schlank! Nur wenn dieser Mechanismus, d.h., unser Stresssystem, nicht richtig funktioniert, dann werden wir dick. Denn dann kann das Gehirn nicht mehr aus den Körperdepots versorgt werden und gibt den Befehl, mehr zu essen. Und so staut sich die Energie im Körper.

Deshalb macht es gar keinen Sinn, davon zu sprechen, dass man "Opfer des egoistischen Gehirns" würde.
 
Aus den Erkenntnissen der Selfish Brain Theorie und deren Eeperimentelle Belegen ergibt sich, dass Übergewichtige nicht an ihrer Erkrankung Schuld sind! Sie haben zwar viel Energie im Körper gespeichert, aber im Gehirn bleibt dennoch noch ein Bedarf, der gedeckt werden muss. Deshalb müssen sie mehr essen, um ihr Gehirn ausreichend mit Energie zu versorgen. Diese wichtige Erkenntnis befreit alle übergewichtigen Menschen von zugewiesener und gefühlter Schuld. Wenn Sie ein tieferes Verständnis über diese Zusammenhänge bekommen wollen, können Sie gern mein Buch ‚Das egoistische Gehirn’ lesen. Ich stehe Ihnen auch für weitere Rückfragen zur Verfügung.
 
Herzliche Grüße aus Lübeck,
 
Professor Dr. med. Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Konrad D. fragt: 

Sehr geehrter Herr Professor Peters,

Sie argumentieren, dass man permanent Hunger verspürt, ausgelöst durch einen fehlerhaften Brain-Pull Mechanismus. Durch die Nahrungsaufnahme entsteht ein ständig erhöhter Insulinspiegel, der zu weiteren Fetteinlagerungen führt. Was passiert wenn ich den Hunger mit reichlich Eiweiß und Gemüse (wenig Vollkornprodukte) stille, im Gegensatz zu Zucker und Schokolade. Letztendlich wird dadurch doch ein Anstieg des Blutzuckerspiegels verhindert. Weniger Insulin bedeutet aber auch weniger Speicherung von Körperfett.

Kann somit nicht der defekte Brain Pull Mechanismus letztendlich nicht umgangen werden ?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrter Herr D.,
 
um Ihre wichtige Fragen zu beantworten, möchte ich ein einfaches Beispiel heranziehen:
Nehmen wir an, bei einem gesunden Menschen geht 1 Brötchen ins Gehirn und 1 Brötchen in den Körper (das ist stark vereinfacht!). Wenn jemand nun eine Brain-Pull Schwäche hat, kann sein Gehirn die Insulinsekretion nicht mehr ausreichend unterdrücken und er hat hohes Blutinsulin. Wenn dieser Mensch dann die beiden Brötchen isst, geht 1/2 Brötchen ins Gehirn und 1 ½ Brötchen in die Körperspeicher (wegen des hohen Insulins). Jetzt ist das Gehirn nicht ausreichend versorgt, deshalb gibt es den Befehl, noch 2 Brötchen zu essen: dann hat insgesamt das Gehirn 1 Brötchen bekommen und ist damit versorgt, 3 Brötchen sind allerdings  in den Körper gelangt. So nimmt der Mensch mit Brain-Pull Störung zu.
 
Was passiert, wenn dieser Mensch nur 1 statt 2 Brötchen isst, wie Sie es vorschlagen (und stattdessen mehr Eiweiß)? Dann muss das Gehirn, um an sein ganzes Brötchen zu kommen, das Stresssystem stark aktivieren und unterdrückt damit die Insulinsekretion, so dass praktisch nichts mehr in den Körper gelangt. Dann hat es selbst das eine Brötchen bekommen, und der Körper nimmt an Gewicht ab. Das findet genauso so statt bei kalorienreduzierten Diäten oder kohlenhydratarmen Diäten. Das Problem bei diesem Vorgehen (nur 1 Brötchen zu essen, also an KH zu sparen) ist, dass das Stresssystem stark aktiviert werden muss. Wenn das über längere Zeit geschieht, werden wir krank. In der Stressforschung bezeichnet man diese Dauerzustände mit aktiviertem Stresssystem als "allostatische Last".
 
Aus diesem Grunde sind kalorienreduzierte Diäten oder kohlenhydratreduzierte Diäten aus Sicht der Hirnforschung falsch.
 
Ich hoffe, Ihre Fragen beantwortet zu haben.
 
Herzliche Grüße aus Lübeck,
 
Professor Dr. med. Achim Peters

Betreff: Ketogene Ernährung

Duwe fragt: 

Sehr geehrter Prof. Peters,

bei einer Unterversorgung des Gehirns mit Glucose kann die Leber das Gehirn mit Ketonkörpern versorgen.

Auch eine Aktivierung des Stresssystems spielt dabei keine große Rolle, da bspw. Cortisol seine Freisetzung durch eine Feedback-Schleife unterdrückt.

Auch bei einer völlig KH-freien Ernährung wird das Gehirn aus Protein (Glucose) und Fett (Ketonkörper) ausreichend versorgt.

Wie ist Ihr Standpunkt dazu?

Weisen Sie in Ihrem Buch auf dieses Thema hin?

Mit freundlichen Grüßen
Duwe

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrter Herr Duwe,
 
Sie haben Recht, bei einer längeren Hungerperiode wird das Gehirn über Ketonkörper versorgt. Hat das Hirn Bedarf, aktiviert es das sympathische Nervensystem und das Hypothalamus/Hypophysen/Nebennierenrindensystem. Das führt dazu, dass freie Fettsäuren aus dem viszeralen Fettgewebe freigesetzt werden. Diese gelangen über die Pfortader in die Leber und werden dort zu Ketonen umgebaut. Diese können dann anstelle Glukose vom Gehirn alternativ als Energieträger verwertet werden. Bei den ketogenen Diäten kommt es also zu einer Aktivierung des Stresssystems einschließlich Kortisolanstieg.
 
Bei einer kohlenhydratfreien Ernährung wird das Gehirn tatsächlich mithilfe von Ketonkörpern versorgt, zum großen Teil aber aus Glukose, die durch Glukoneogenese gewonnen wird. Allerdings, und das ist wichtig, wird bei einer kohlenhydratfreien Ernährung das Stresssystem aktiviert. Wenn dies über längere Zeiträume geschieht, ergibt sich daraus ein Schaden für Gehirn und Körper, den man in der Stressforschung als allostatische Last bezeichnet. Derartige Diäten werden mittlerweile in die Liste der Faktoren eingeordnet, die eine allostatische Last herbeiführen. Zu diesem Thema nehme ich ausführlich in meinem Buch ‚Das egoistische Gehirn’ Stellung.
 
Mit freundlichen Grüßen aus Lübeck,
 
 
Professor Dr. med. Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Jens H. fragt: 

Hallo Herr Prof. Peters,

Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist ein ineffektiver Brain-Pull Mechanismus hauptverantortlich für Übergewicht. Desweiteren werden dafür jedoch keine genetischen, sondern vielmehr Gründe wie Depressionen oder Konditionierung verantwortlich gemacht.
In einer großangelegten Studie (Nature Genetics 41, 2008, 25) konnte gezeigt werden, das bestimmte Genvarianten von 6 Genen mit Übergewicht in Verbindung gebracht werden können.

Jetzt zu meiner Frage: Wie können solche Ergebnisse mit Ihren Erkenntnissen in Einklang gebracht werden. Oder muss man argumentieren, dass es sich bei Übergewicht um eine Art multifaktorielle (genetische als auch äüßerliche Faktoren) Krankheit handelt.

Gruß,
J.H.

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Hallo Herr H.,
 
Sie sprechen die wichtige Frage an, was alles zu einem ineffektiven, fehlprogrammierten Brain-Pull führen kann. Wenn ein Computer nicht funktioniert, liegt das entweder an der Hardware, der Software oder an Falschsignalen (Viren). Beim Brain-Pull ist dies genauso, denn das Stresssystem ist ein komplexes sich selbst organisierendes System. Softwarefehler des Brain-Pull, d.h. Fehlprogrammierungen, sind sicher die häufigsten Ursachen. Allerdings kommen auch Hardware-Defekte vor. Dazu gehören eine Vielzahl von genetischen Varianten, Tumore, Traumata, etc.
Falschsignale können sein: nichtkalorische Süßstoffe, Sulfonylharnstoffe, andere Medikamente. Auf diese ganzen Faktoren, die den Brain-Pull schwächen, gehe ich in meinem Buch ‚Das egoistische Gehirn’ ausführlich ein. Ein ganzes Kapitel ist dem Thema ‚Genetische Störungen’ gewidmet. Vielleicht finden Sie hier noch andere, interessante Punkte für ein tieferes Verständnis des menschlichen Energiestoffwechsels.
 
Ganz herzliche Grüße aus Lübeck,
 
Professor Dr. med. Achim Peters

Betreff: Diät

Andreas fragt: 

Ich war vor eineinhalb Jahren in Bad Mergentheim, bin Typ 1 Diabetiker und war mit 129 kg bei einer Größe von 1,86 sehr übergewichtig. Habe bis vor ca. fünf Wochen geschafft, eine "Diät" durchzuhalten und ensprechend Sport zu treiben. Durch eine Grippe wurde ich zur Ruhe gezwungen und schaffe es seitdem nicht mehr mich aufzurappeln. Auch erlebe ich, dass meine Essgewohnheiten wieder in ein altes Muster fallen. Wie schaffe ich es, den Hebel in meinem Gehirn wieder umzulegen?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Lieber Andreas,

die Ursache von Übergewicht besteht in einem geschwächten oder fehlprogrammierten Stresssystem. Beim Typ 1 Diabetes tritt eine solche Schwächung des Stressystems typischerweise durch wiederholte Unterzuckerungen auf. Das führt bei vielen Menschen mit Typ 1 Diabetes zur Gewichtszunahme. Mit einem Blutzuckerwahrnehmungstraining (BGAT) kann man das Stresssystem wieder stark machen und somit an Gewicht abnehmen. Das ist der richtige Weg. So wird der Hebel im Gehirn umgelegt.Eine karlorienreduzierte Diät wird Ihnen hingegen nicht helfen, sondern eher Ihren Stoffwechsel belasten.

MfG

Achim Peters

Betreff: verschiedenes

Simone fragt: 

1) Der brain pull wirkt ja darüber, dass letztlich Insulin ausgeschüttet wird und Muskeln und Speicher kein Fett mehr aufnehmen können. Kann sich das Gehirn via brain pull auch mit Energie aus den Speichern versorgen? Wie schnell würde das gehen?

2) Wie wirkt es sich auf das Stresssystem und den brain pull aus, wenn man morgens nüchtern joggen geht?

3) vorausgesetzt man würde es schaffen, sein Stresssystem wieder zu normalisieren (durch Stressbewältigungstrainings o.ä.). Wie kann man bei einem BMI>40 im Anschluss Gewicht abnehmen?

4) Ist die Binge Eating Disorder Symptom eines inkompetentes brain pulls?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Liebe Simone,

Antwort auf Frage 1:
Es gibt verschiedene Brain-Pull Mechanismen. Der wichtigste ist, dass das Gehirn die Insulinfreisetzung unterdrückt und so Muskeln und Fett für die Abspeicherung verschließt. Das Gehirn kann sich via Brain-Pull auch direkt mit Energie aus den Speichern versorgen, z.B. aus der Leber. Ein Befehl des Gehirns, der über das Sympathische Nervensystem an die Leber gesendet wird, setzt innerhalb von Sekunden und Minuten Glukose aus der Leber frei, die dann für die Hirnversorgung unmittelbar zur Verfügung steht.
 
Antwort auf Frage 2:
Morgendliches, nüchternes Joggen ist eine besondere Herausforderung für den Stoffwechsel. Das Gehirn muss sich aus den Speichern bedienen, die dann morgendlich noch nicht aufgefüllt worden sind. Für den, der sportlich und gut trainiert ist, ist es im Allgemeinen kein Problem.

Antwort auf Frage 3:
Wenn man es schafft, das Stresssystem wieder zu normalisieren, so dass es effektiv im richtigen Moment wieder anspringt, sinkt das Körpergewicht in gleichem Maße, wie der Brain-Pull stärker wird. Die Gewichtsveränderung tritt zeitgleich mit der Stärkung des Brain-Pulls auf, d.h. nicht im Anschluss daran.
 
Antwort auf Frage 4:
Dass Binge Eating ein Symptom eines inkompetenten Brain-Pulls ist, davon kann man wohl tatsächlich ausgehen.

MfG

Achim Peters

Betreff: Therapie

Sabine S. fragt: 

Hallo Herr Professor Peters,
gibt es schon Therapie-Entwicklungen oder -möglichkeiten in Deutschland oder sind Sie noch im Forschungsstadium?
Herzliche Grüße aus Hamburg,
Sabine S.

 

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Hallo Frau S.,
Es gibt Therapieerfahrungen aus den USA von Kindern und Erwachsenen. Langzeitergebnisse dazu hat Laurel Mellin vorgestellt. Das Programm wird in den USA z.B. in Form eines Telefoncoaching angeboten. In Deutschland gibt es noch kein strukturiertes Programm dazu. Den Forschungsstand könnte man aus den USA übernehmen und direkt in Deutschland umsetzen. Ich würde mich freuen, wenn Ökotrophologen, Diabetesberater, Psychologen ein interdisziplinäres Programm nach dem Vorbild des von Laural Mellin vorgestellten Programms in Deutschland zusammenstellen und als strukturierte Schulungsmöglichkeit anbieten.
 
Aus der Selfish Brain Theorie ergeben sich jedoch noch andere therapeutische Ansätze (siehe "Das Egoistische Gehirn"), die bisher von Laurel Mellin noch nicht berücksichtigt sind; dazu gehört, dass man alle Faktoren, die das Stresssystem schwächen, weglässt. Dazu gehören Anteile der Nahrung, z.B. nichtkalorische Süßstoffe, Medikamente, Alkohol, Drogen. Und was besonders bei Kindern wichtig ist, psychologische Stimuli wie Nahrungsmittelwerbung.

Herzliche Grüße aus Lübeck,

Achim Peters

Betreff: Diabetes bei Leukämie

Silvia H. fragt: 

Hallo!!
Habe mal eine Frage?
Mein Mann ist an Leukämie (ALL)
erkrankt!! Hat jetzt während der Chemo und Strahlenbehandlung Diabetes bekommen!!! Der Zucker Liegt immer zwischen 250 und 500 er muss sich auch selber insulin spritzen!!! Wie können wir dem entgegen wirken das der Zucker wieder runter geht oder liegt es mit an der Therapie von der Leukämie????

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrte Frau H.,
 
bei Tumorerkrankungen wie der Leukämie geht eine sehr große Menge Energie in die Tumorzellen. Neben dem egoistischen Gehirn ist jetzt ein zweiter egoistischer Faktor im Organismus aufgetreten: Tumorzellen. Damit das Gehirn ausreichend Energie bekommt (bei dem hohen Verbrauch im Tumorgewebe), muss es sein Stresssystem sehr stark aktivieren. Damit wird die Speicherung von Glukose in Muskel- und Fettgewebe unterbunden, die zirkulierende Glukose, die nicht vom Tumor genommen wird, steht dem Gehirn dann noch zur Verfügung. Dabei nimmt natürlich der Körper auf Dauer an Gewicht ab, und es kommt nicht selten vor, dass der Blutzucker dabei ansteigt.
 
Aber es kann auch sein, dass durch die Therapie noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Häufig sind Kortikoide (Kortison) mit in der Chemotherapie, die die Stoffwechsellage somit beeinflussen; die Behandlung des Stoffwechsels in einer derartigen Situation zählt sicher zu den schwierigsten. Da bräuchten Sie Hilfe eines guten Onkologen und Stoffwechselexperten.
Ich hoffe aber, dass meine Erklärung Ihnen zum Verständnis der Stoffwechselstörung bei Ihrem Ehemann geholfen hat.
 
Herzliche Grüße aus Lübeck,
 
Professor Dr. med. Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn

Klaus-Peter B. fragt: 

1.) Dass der Glukosebedarf des Gehirns unter Stress bei bis zu 90 Prozent liege, heißt es im Artikel. 90 % von was?

2.) Das Gehirn produziert auch sabotierende Gedanken, oft am sogenannten "inneren Schweinehund" illustriert, machmal auch unter dem Terminus "falsches Selbst". Sind Sie darauf eingegangen?

 

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Lieber Herr B.,

Antwort auf Frage 1:
Unter Ruhebedingungen nimmt das Gehirn 2 von 3 Anteilen zirkulierender Glukose auf. Der Rest geht in Muskel- und Fettgewebe. Bei Stress gehen 9 Anteile von 10 ins Gehirn, nur 1 Anteil steht für die Speicherung in Muskel- und Fettgewebe zur Verfügung.
 
Antwort auf Frage 2:
Wir befinden uns dann im Gleichgewicht, medizinisch ausgedrückt: in der "Homöostase", wenn die Gehirnversorgung ausgeglichen ist und unser Stresssystem in Ruhelage ist. Wenn das Stresssystem ausgelenkt ist, in belastenden Situation, z.B. Prüfungen oder körperlichen Anforderungen, dann ist das System so programmiert, dass es möglichst wieder sein Gleichgewicht anstrebt, d.h. möglichst wieder in die Ruhelage kommt. Eine Auslenkung des Stresssystems geht in der Regel mit einer Verschlechterung der Stimmung einher. Gedanken, die darauf ausgerichtet sind, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, haben oft den Charakter wie ‚ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr diese Belastung aushalten’. Auf solche Prinzipien bin ich in dem Buch eingegangen, ohne allerdings Termini wie ‚falsches Selbst’ zu verwenden.

MfG

Achim Peters

Betreff: Diäten

Werner fragt: 

Sehr geehrter Herr Professor Dr. med. Achim Peters,

ich bin seit Dezember 2007 Diabetiker Typ 2. Medikamente unter anderem für Diabetes und Bluthochdruck , Bisoprolol Dura Plus 10/25 mg, Metformin 1000 mg sowie Glipenclamid 1,75 mg. Mitglied in VdK, Diabetikerbund sowie von Anfang an im DMP Diabetes Typ 2 eingeschrieben. Alle ca. 4 bis 5 Wochen kommt eine Podologin ins Haus zur Fußbehandlung. Ich finde ein Diabetiker sollte regelmäßig zu einer Podologin gehen. Meine vierteljährigen HBA1c Werte waren steigend von 5,5 bis zuletzt 6,2. Zuerst habe ich Pumpernickelbrot gegessen und mir gar nichts gegönnt.
Mich ganz strikt gehalten und hatte dadurch ab und zu Unterzuckerungen die ich mit Traubenzucker jeweils bekämpfte. Mit jetzt aktuell 6,2 habe ich keine Unterzuckerungen mehr. Ich hatte anfänglich oft Käse mit hohem Fettgehalt gegessen, dadurch habe ich aber zugenommen. Ich habe vorher oft Orangensaftschorle getrunken. Es ist mir schwer gefallen auf reines Sprudel (ohne Gas, anderes vertrage ich nicht ) umzustellen. Dazu habe ich lange gebraucht. Vor allem in Gaststätten habe ich Probleme mit Getränken, denn - leider - führen viele Gaststätten keine Zero Produkte. Es fällt mir immer noch, zumindestens zeitweise, schwer bei Kuchen oder Waffeln oder ähnlichem zu widerstehen, bzw. nur wenig davon und dies nur selten zu genießen. Im Sommer esse ich ab und an Eis mit meiner Frau zusammen. Aber auch hier muss ich mich zusammen reisen, dass ich nicht zu oft Eis esse. Es war schon eine Umstellung als Diabetiker obwohl schon meine Großmütter Diabetes Typ 2 hatten. Mein Problem ist, dass ich mich mehr bewegen müsste.

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sie beschreiben Ihre Bemühungen, die Diät einzuhalten. Am Ende sagen Sie, Ihr Problem sei, dass Sie sich mehr bewegen müssten. Tatsächlich kann eine regelmäßige, körperliche Bewegung sich günstig auf Ihren Stoffwechsel auswirken. Durch körperliche Bewegung kann man den Blutzucker senken, ohne dass das Körpergewicht zunimmt!

MfG

Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Robert W. fragt: 

Welche Däten kann man einem Körper ohne gesundheitliche Schäden zumuten?

Robert W.

 

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Lieber Herr W.,

eine Diät sollte auf keinen Fall die Kalorienmenge beschränken, denn das bedroht die Hirnversorgung! Denn wie soll das Gehirn versorgt werden, wenn man nur die halbe Kalorienmenge isst?

Eine ideale Diät (beschränkt nicht die Kalorien und) besteht aus gesunden Nahrungsmitteln, die keine Störfaktoren enthält, die das Stresssystem schwächen. Zu solchen Störfaktoren gehören nichtkalorische Süßstoffe, die das Stresssystem auf Dauer umprogrammieren und schwächen können. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man auf künstliche Geschmackszusätze verzichtet, die auch das Stresssystem irritieren können. Alles in allem enthält die ideale Diät gesunde Nahrungsmittel, mit denen man sich satt essen kann. Kalorienreduktion in einer Diät ist aus Sicht der Hirnforschung ein Kunstfehler!

MfG

Achim Peters

Betreff: übergewichtiges Kind/Jugendlicher

Felizitas S. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Peters, ich habe einen 16jährigen, stark übergewichtigen Sohn. Er war schon drei mal zur Gewichtsreduktionskur, hat aber immer wieder danach zugenommen. Ich habe mich an die Fachabteilung eines Hamburger Kinderkrankenhauses gewandt, die haben einen Termin gegeben zur Ernährungsberatung, im Juni 2011. Der Sohn hatte schon Ernährungsschulung im Rahmen der Kuren, die er gemacht hat. Er kann die erworbenen Kenntnisse nicht umsetzen, deshalb meine ich, weitere Ernährungsberatungen und weitere Kuren sind nicht zielführend zur Gewichtsreduktion. Ich sehe jetzt praktisch hilflos zu, wie er immer dicker wird, er hat schon eine Fettleber und ist Diabetes Typ II - gefährdet. Können Sie etwas empfehlen, was mein Sohn noch machen könnte?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrte Frau S.,

bei Menschen mit Übergewicht ist das Stresssystem durch eine Fehlprogrammierung geschwächt. Dadurch kann das Gehirn nicht mehr aus den Körperdepots versorgt werden, sondern ist darauf angewiesen, Nahrung von außen zuzuführen, d.h., das Mehressen ist tatsächlich notwendig, damit die Hirnversorgung gesichert wird. Ein Therapieansatz ist nur dann erfolgreich, wenn er das Stresssystem wieder neu programmiert. Dazu muss man zunächst alle Faktoren, die das Stresssystem fehlprogrammieren, beseitigen: dazu gehören Süßstoffen, Medikamente, Drogen, Alkohol. Bei Kindern spielt Werbung für Nahrungsmittel eine große Rolle, die dazu führt, das Stresssystem fehlzuprogrammieren. Die häufigste Ursache für Übergewicht bei Jugendlichen ist chronischer Stress, der das Stresssystem schwächt und damit zu den wichtigsten Ursachen von Übergewicht gehört. Der Umgang mit chronischem Stress kann durch verschiedene Strategien gelernt werden. Die wesentlichen Strategien dazu beschreibe ich in meinem Buch ‚Das egoistische Gehirn’. Wenn die da geschilderten Strategien nicht ausreichen, können Sie z.B. Hilfe durch einen Coach, z.B. einen Psychologen, bekommen. Im Falle Ihres Sohnes wäre es ratsam, mit einem Psychologen Kontakt aufzunehmen, um z.B. zu sehen, ob chronischer Stress bei Ihrem Sohn eine wesentliche Rolle spielt. Die gute Nachricht ist, durch eine Neuprogrammierung des Stresssystems fühlen die betroffenen Menschen sich deutlich besser und das Körpergewicht sinkt in gleichem Maße parallel dazu.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Fragen an "Das egoistische Gehirn"

Katharina U. fragt: 

Hallo, mich interessiert, ob Prof. Peters in seinen Forschungen auch Wege und Möglichkeiten gefunden hat, das "egoistische " Verhalten des Gehirns bewußt zu umgehen, es einzudämmen, auszutricksen, wie auch immer .-) ? Da ich inzwischen eine übergewichtige "Diätversagerin" bin, kann ich die Diagnose "egoistisches Gehirn" für mich annehmen, bin aber weiterhin dabei eine wirksame Lösung dieses Problems zu suchen... was kann er raten?

Danke und beste Grüße Katharina

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Das egoistische Gehirn auszutricksen, führt nie zu einem guten Ergebnis. Die Hirnversorgung muss gesichert sein, dass ist unabdingbar dafür, dass wir uns wohlfühlen. Wenn Sie an Lösungen interessiert sind, die die Hirnversorgung sichern und gleichzeitig dazu führen, dass das Körpergewicht sich normalisiert, empfehle ich Ihnen doch, mein Buch ‚Das egoistische Gehirn’ zu lesen. Es ermöglicht Ihnen ein tiefes Verständnis des menschlichen Energiestoffwechsels zu bekommen und hilft Ihnen möglicherweise auch, dass es Ihnen besser geht.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Gerd L. fragt: 

Können Sie sich vorstellen, dass man mit mentalen Techniken, wie beispielsweise der Achtsamkeitsmeditation das Gehirn in einen Zustand versetzt, der es wahrscheinlicher macht, vernünftige Vorsätze erfolgreicher umzusetzen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

MfG

Gerd L.

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Achtsamkeitsmeditation gehört sicherlich zu den Behandlungsmodulen, die man in sog. ‚Train the Brain’ Programmen einsetzen kann. Beim ‚Train the Brain’ Programm wird ein geschwächtes sympathisches Nervensystem (Ursache für Übergewicht) neu programmiert und gestärkt. Dabei sind solche Achtsamkeitstechniken wahrscheinlich hilfreich.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Das egoistische Gehirn - Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft

Rainer fragt: 

Sehr geehrter Herr Prof. Peters,

haben Sie sich die Frage gestellt und diese evtl. auch weiter untersucht, ob das Gehirn diese egoistische Reaktion beibehält, wenn es in der Lage ist Ketonkörper zur Energiegewinnung zu nutzen?

Ich vermute sehr stark, dass damit eine erhebliche Abschwächung der egoistischen Reaktion verbunden ist, da der Körper Ketonkörper jederzeit ohne große Probleme bereitstellen kann. Das Gehirn hat dann ein solches "Hamsterverhalten" wie bei der ausschließlichen Versorgung mit Glukose gar nicht mehr nötig. Das entspricht im übrigen auch den Erfahrung, die von vielen mit KH-reduzierten Ernährungen wie z.B. LOGI und LCHF gemacht werden, bei denen die Heißhungerattacken einfach nicht mehr auftreten. Deshalb sind diese Ernährungen auch häufig mit der Möglichkeit einer langfristigen Gewichtsreduzierung verbunden.

Wenn Ihre Forschungsergebnisse seriös sein sollen, dann dürfen Sie vor der Beantwortung dieser wichtigen Frage nicht zurückschrecken. Falls Sie zu deren Untersuchung einige Praxisberichte sammeln wollen, dann kann ich Ihnen gerne beim Zusammentragen behilflich sein.

Mit freundliche Grüßen
Rainer

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Lieber Rainer,
Sie sprechen die Energieversorgung des Gehirns durch Ketonkörper an. Beim Fasten oder in langen Hungerszeiten sendet das Gehirn einen Befehl über das Sympathische Nervensystem ans viszerale Fettgewebe aus. Es werden freie Fettsäuren freigesetzt, die über die Pfortader in die Leber gelangen. Hier werden aus den freien Fettsäuren Ketonkörper produziert, die dann dem Gehirn als alternative Energieträger zur Verfügung stehen.

Das Problem bei der Freisetzung von Ketonkörpern ist, dass dazu die Aktivierung des Stresssystems, d.h., des Sympathischen Nervensystems und des Hypothalamus/Hypophysen/Nebennierenrindensystems erforderlich ist. Die Aktivierung des Stresssystems geht mit der Erhöhung von Kortisol einher. Eine Aktivierung des Stressystems geht in der Regel mit Depression und Osteoporose einher, und die Langzeitfolgen nennt man in der Stressforschung "allostatische Last" (siehe Arbeiten von Bruce McEwen).
Sämtliche ketogene Diäten haben dieses Problem, dass sie eine allostatische Last erzeugen und damit auf Dauer krank machen.

Beste Grüße aus Lübeck,
Prof. A. Peters

Betreff: Sind Diäten überflüssig?

Laura F. fragt: 

Ich habe mich schon sehr ausführlich mit unterschiedlichsten, sich widersprechenden Diäten beschäftigt. Außer Verwirrung hat es mir nichts gebracht.
Kann es sein, dass wir überhaupt keine Diät brauchen, sondern lediglich zu der richtigen Erkenntnis gelangen müssen - ähnlich wie bei Allan Carr und seinem Buch "Endlich Nichtraucher"? Und wenn es Klick gemacht hat, essen wir dann automatisch gesund, genügend und genussvoll – und werden fröhlich unsere Pfunde wieder los?
Meiner Meinung nach ist es immer besser, sich für etwas Positives zu engagieren, als gegen etwas Negatives zu kämpfen.

 

 

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Aus Sicht der Hirnforschung kann ich Ihnen nur bestätigen: Diäten sind falsch und überflüssig. Wenn man die Anzahl der Kalorien begrenzt, wie soll dann das Gehirn ausreichend versorgt werden. Nur zur Hälfte? Die Ursache von Übergewicht besteht in einem fehlprogrammierten und geschwächten Stresssystem. Eine Therapie kann nur dann erfolgreich sein, wenn Sie das Stresssystem neu programmiert und wieder stärkt. Dazu erhalten Sie viel Information und ein tiefes Verständnis des menschlichen Stoffwechsels in meinem Buch ‚Das egoistische Gehirn’. Die dort geschilderten Therapieansätze führen tatsächlich dazu, dass man sich besser fühlt und im Nebeneffekt auch noch an Gewicht abnimmt. Vielleicht können Sie aus dem Buch eine Hilfe für sich herausziehen. Das würde mich freuen!

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Diäten

Hilde fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hätte gern gewußt, ob sogen. ß-blocker beim Abnehmen einen etwas ungünstigen Effekt haben.
Danke

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Beta Blocker haben einen Gewichtssteigernden Effekt.

Ein starkes sympathisches Nervensystem verhindert, dass wir übergewichtig werden. Der Beta Blocker hemmt die Wirkung dieses sympathischen Nervensystems. So ist der Effekt von Beta Blocker auf das Gewicht einfach zu verstehen. Für eine tiefes Verständnis des menschlichen Energiestoffwechsel können Sie in meinem Buch das "Egositsche Gehirn" mehr erfahren.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Eingeschlafene, taube Fußballen und Zehen

Angela fragt: 

Guten Tag,
gibt es eine Mögllichkeit diese tauben Fußballen und Zehen wieder zu regenerieren?

Wo liegt den der Wert des Unterzuckers?
Manchmal fängt das leichte Zittern bei mir schon bei 130 an und dann wieder erst bei 75, gibt es da eine Richtlinie?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Taube Fußballen und Zehen können Anzeichen einer sog. Polyneuropathie sein. Es gibt gewisse Behandlungserfolge bei diesem Krankheitsbild, aber häufig ist die Behandlung schwierig.
 
Sie fragen nach dem Wert des Unterzuckers. Reaktionen wie Zittern, Schwitzen, Herzklopfen treten genau dann auf, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Energie versorgt wird. ‚Hirnzucker’ und ‚Blutzucker’ sind aber zwei verschiede Dinge. Der Hirnzucker kann normal sein oder der Blutzucker niedrig oder der Hirnzucker kann absinken und der Blutzucker ist normal. Entscheidend für das Auftreten der Symptome wie Zittern ist der Hirnzucker, nicht der Blutzucker! Der Blutzucker gibt nur eine grobe Richtung an (den können wir messen), aber der Hirnzucker ist entscheidend, nur kann man den natürlich nicht messen! So ist zu erklären, dass manche Menschen Symptome bei 150 Blutzucker haben und andere erst bei 40.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Hunger

Renate M. fragt: 

Sehr geehrter Herr Professor Peters, ich kämpfe mein Leben lang schon gegen mein Übergewicht und habe auch schon viele Diäten ausprobiert mit mehr oder weniger Erfolg. Seit einiger Zeit bin ich bei der Umstellung auf gesunde Ernährung und fühle mich dabei mental sehr gut. Das Problem dabei ist, ich leide ganz furchtbar unter Hunger mit lautem Magenknurren. Das macht natürlich mein Vorhaben sehr schwer. Ich trinke viel Wasser, aber das hilft auch nur kurzzeitig. Ich glaube auch nicht, dass ich zu wenig esse oder das Falsche, aber ich bekomme den Hunger einfach nicht in den Griff.
Was kann ich tun?
Mit freundlichen Grüßen
Renate M.

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Sehr geehrte Frau M.,

das Problem ist, dass Menschen mit Übergewicht im Körper zuviel Energie haben, aber trotzdem im Hirn noch einen Energiebedarf. Und der Bedarf im Gehirn muss unbedingt gedeckt werden. Ihr Hunger zeigt Ihnen an, dass das Gehirn noch nicht ausreichend mit Energie versorgt ist. Deshalb essen Sie sich satt, das ist unabdingbar dafür, dass Sie sich wohlfühlen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie gern mein Buch ‚Das egoistische Gehirn’ lesen, darin erlangen Sie ein tieferes Verständnis des menschlichen Stoffwechsels. In dem Buch wird auch darauf eingegangen, was man machen kann, um sich wohlzufühlen und gleichzeitig das Körpergewicht zu senken. Ich hoffe, dass Sie damit Hilfe finden.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: warum unser kopf diäten sabotiert

Dagmar fragt: 

Ich habe gerade eine logi diät hinter mir wobei viele diabetiker abgenommen haben ( 5-7 Kilo ) nur ich wieder nicht das macht mich ganz traurig weil auch die anderen teilnehmer gesagt haben ich mache was verkehrt was aber nicht stimmt. ich bin typ 2 diabetikerin mit einer schilddrüsenunterfunktion. Liegt es vielleicht daran, ich bin ganz verzweifelt.

 

 

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Kalorienreduzierte Diäten sind problematisch, auch bei Patienten mit Diabetes. Wenn Sie allerdings eine Schilddrüsenunterfunktion haben, sollte man dies in jedem Fall klären und behandeln, bevor Sie versuchen, Ihre Stoffwechselsituation anderweitig zu verbessern.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters

Betreff: Mediterrane Ernährung

Thomas fragt: 

Guten Tag,
ich habe gehört, dass mediterrane Ernährung für Diabetiker empfehlenswert sein soll. Ist da etwas dran?

Prof. Dr. med. Achim Peters antwortet: 

Die mediterrane Kost enthält viele sehr gesunde Elemente. Sie ist zum Beispiel sehr reichhaltig an verschiedenen Gemüsen. Auch als Patient mit Diabetes kann man sicher einige Elemente aus der mediterranen Ernährung für sich übernehmen. Welche das sind, müsste man dann im Einzelfall noch genau besprechen.

Herzliche Grüße aus Lübeck,
Achim Peters