Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Experten-Chat mit Dr. med. Andreas Lueg

Bis zum 6. Februar 2014 findet unsere Experten-Sprechstunde mit dem Diabetes-Experten Dr. med. Andreas Lueg zum Thema „Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live zwischen 17 und 19 Uhr.

Dr. med. Andreas Lueg, Teltow
Dr. med. Andreas Lueg, Teltow

Dr. med. Andreas Lueg

Lohstraße 1
31785 Hameln
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Hans-Jürgen K. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr., ich, 71 Jahre alt, und seit etwa 25 Jahren mit Diabetes II belastet, bekam vor etwa einem Jahr vom behandelnde Diabetologen Janumed

verschrieben. Ich habe den Eindruck, dass damit eine Gewichtsabnahme einher gegangen ist (meine Größe: 174cm, Gewicht: 64kg). Mein Blutdruck sank ebenfalls und liegt momentan bei 80/60. Könnt das Medikament die Ursache sein.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr K., das Medikament Janumet enthält 2 Wirkstoffe: Metformin und Sitagliptin. In den Studien und in der klinischen Praxis ist diese Kombination gewichtsneutral. Es fördert also keine Gewichtszunahme. Bei einzelnen Patienten kommt es aber auch zu einer leichten Gewichtsabnahme. Größere Gewichtsabnahme sind aber nicht zu erwarten. Eine stärkere Gewichtsabnahme kann aber auch durch andere, bisher nicht entdeckte Krankheiten verursacht sein. Darauf sollte man zumindest ein Auge haben. Dies haben sie mit ihrem Arzt aber sicher bereits besprochen.

Ihr Blutdruck liegt zur Zeit sicher deutlich unter dem Zielbereich. Da solch niedrige Blutdruckwerte nicht ganz ungefährlich sind, sollten Sie auf jeden Fall die Werte mit ihrem Arzt besprechen. 

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

XX fragt: 

Sehr geehrtes Team, inwiefern kann hoher Zucker- und Schokoladenkonsum einen Diabetes Typ 2 auslösen? In meiner Familie hat niemand Diabetes. Dank im Voraus!

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter X, Zucker- und Schokoladenkonsum an sich löst keinen Diabetes aus. Wenn allerdings der Konsum zu Übergewicht oder sogar krankhafter Fettsucht führt, wird darüber die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 wahrscheinlicher.

Die Familienvorgeschichte spielt eine große Rolle, insofern ist es günstig, das bisher in ihrer Familie niemand Diabetes hatte. Vergessen Sie bitte nicht, dass in früheren Zeiten der Diabetes oft unentdeckt geblieben ist. So ganz sicher können wir uns also nicht sein.

Zur Vermeidung eines Diabetes Typ 2 sind eine ausgewogene Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung ein wichtiges Mittel. Dann darf man auch Schokolade essen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Caroline H. fragt: 

Hallo, meine Mutter, 78 J. hat Typ 2 im Anfangsstadium, Blutzuckerwert 6,5. Sie hat auch nach OP in 02/13, erneute größere Hernie (erneuter Nabelbruch). Muss erneut operiert werden. Frage: Kann erhöhter Blutzucker (Bauchspeicheldrüse) auch mit Hernie zu tun haben und sie hätte evtl. gar keine Diabetes? Gruß, C.H.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau H., der Diabetes mellitus hat mit der Nabelhernie sicherlich nichts zu tun. Allerdings treten Nabelhernien bei Patienten mit kräftigem Übergewicht häufiger auf. Da ich Ihre Frau Mutter nicht kenne, weiß ich natürlich auch nicht, ob ein Übergewicht vorliegt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Joachim G. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Lueg, wenn ich einen guten Tag habe liegt mein Blutdruck bei 140/90. Bin ich damit schon ein Diabetes-Risikopatient und sollte das testen lassen? Ich bin nicht übergewichtig, 1,78m groß, 64 Jahre alt, Nichtraucher. Esse kaum Süßes oder CHips. Dafür trinke ich gerne ein Feierabendbierchen.

Bin gespannt auf Ihre Einschätzung. Joachim G.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Joachim, aus Ihren Angaben kann ich keine Einschätzung bezüglich ihres Diabetesrisikos vornehmen. Sie haben aber die Möglichkeit, eine recht gute Einschätzung über den selbst lässt des Dife Deutscher Diabetesrisiko Test bekommen. Sie finden ihn unter http://www.diabetesde.org/risikotest

mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Macht Metformin Durchfall?

P fragt: 

Ich nehme seit 3 Wochen ein Medikamente für den Zucker ein, das Metformin Abz heißt, seitdem habe ich häufiger Druchfall, kann das davon kommen?

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr P., Durchfall ist eine häufige Nebenwirkung bei der Behandlung mit dem Wirkstoff Metformin. Am Anfang einer Therapie kann es sein, dass die Einstiegsdosis zu hoch gewählt ist. Bitte besprechen Sie mit ihrem Arzt eine Verminderung der Dosis. Wir fanden bei uns in der Praxis mit einer halben Tablette Metformin 1000 während des Abendessens an. Wenn dies einige Tage ohne Durchfall durchgeführt wird, erhöhten wir die Dosis langsam.

Es gibt einige wenige Patienten, die Metformin überhaupt nicht vertragen. Da Metformin aber ein sehr wertvoller Wirkstoff ist, der einzige, der in einer großen Studie zeigen konnte, dass er das Herzinfarktrisiko bei Diabetikern senkt, sollte man einen Versuch mit einer geringeren Dosis unbedingt machen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

W. fragt: 

Hallo, ich habe ein Frage: der Vater meines Sohnes hat seit seinem 21. Lebensjahr Typ 1. Letzte Woche kam er ins KH weil es ihm sehr schlecht ging und es kam heraus, dass er seit 5 Jahren kein Insulin mehr spritzt. Welche Spätfolgen hat das und wie konnte er es so lange ohne Insulin aushalten? Und wie macht man jemanden klar das er auch Verantwortung seinem Kind gegenüber hat? Bin geschockt und auch ein wenig wütend über so ein Verhalten

Danke für Ihre Antwort

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr W., ich kann verstehen, dass Ihnen das Verhalten ihres Sohnes Sorgen bereitet. Leider ist es nicht ganz selten, dass Menschen mit einer chronischen Erkrankung diese einfach ignorieren. Ursache ist meist Verzweiflung, darüber, dass die Werte nicht gut sind, dass man es einfach nicht in den Griff bekommt. Es ist ein bisschen wie den Kopf in den Sand stecken.

Wenn ein Typ 1 Diabetiker kein Insulin mehr gespritzt, geht es ihm in den meisten Fällen erheblich schneller sehr schlecht. Warum es im Falle ihres Sohnes so lange gedauert hat, kann ich nicht erklären.

Viel wichtiger ist auch, dass ihr Sohn seine Behandlung wieder selbst in die Hand nimmt. Hierfür wird er sicher professionelle Hilfe brauchen. Sollte er nicht an eine Diabetologische Schwerpunktpraxis angebunden sein, dann sollte er unbedingt eine solche aufsuchen. Vorwurf und Tadel hilft hier leider wenig! Für die betroffenen ist die Situation in den meisten Fällen auf nicht zufriedenstellend. die meisten wissen ganz genau, dass sie sich selbst schaden! Viele sind sehr unglücklich.

Versuchen Sie bitte, ihrem Sohn unterstützend zur Seite zu stehen! Wenn er in einer guten Schwerpunktpraxis vom Diabetesteam unterstützt wird, besteht die Möglichkeit, dass er auch selbst mehr Zuversicht für seine Diabeteseinstellung entwickelt. Ich hoffe, Ihnen ein wenig geholfen zu haben!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Krebs und Diabetes

Thomas fragt: 

Hallo Herr Dr., ich habe gelesen, dass Diabetes auch das Risiko für Krebs erhöht. Gilt das für alle Krebsarten? Und was ist der Grund dafür? Der Zusammenhang Insulin-mutierte Tumorzellen erschließt sich mir nicht.

Viele Grüße Thomas L

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Thomas L, der Zusammenhang zwischen Diabetes und Krebs ist längst noch nicht komplett aufgeklärt. Die Datenlage zeigt aber das es augenscheinlich Krebsarten gibt, die mit einem Diabetes mellitus enger assoziiert sind. Hierzu zählen vor allen Dingen das Colonkarzinom das Endometriumkarzinom der Frau und das Pankreaskarzinom. Das Blasenkarzinom wiederum ist bei Diabetikern nicht häufiger. Dabei geht der Zusammenhang besonders für Typ 2 Diabetes. Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass für einige der genannten Krebsarten auch ein enger Zusammenhang zu Übergewicht besteht. Beispielsweise für das Kolonkarzinom.  

Der Zusammenhang zum Insulin liegt in der Fähigkeit von Insulin begründet, die Zell-Proliferation anzuregen. 

Dies heißt aber auf gar keinen Fall, dass eine notwendige Insulintherapie aus Krebsangst verzögert werden sollte. Das Risiko, durch eine schlechte Zuckereinstellung Schaden zu nehmen, ist deutlich höher als das Risiko durch die Behandlung die Krebsentstehung zu begünstigen. Wie bei allen Therapien ist die Risikonutzenabwägung zentral bedeutsam.

Die Programme zur Krebsfrüherkennung sollten von Diabetikern unbedingt genutzt werden. Die Vorsorge Koloskopie (Spiegelung des Darmes) sollte mit dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden.

Das Thema Krebs ist sehr schwierig, das mit vielen Emotionen verknüpft ist. Oft werden Teilaspekte unreflektiert herausgegriffen. Dabei wird oft vergessen, dass auch alltägliche Gewohnheiten wie Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, Bewegungsmangel, Nutzung von Solarien und vieles andere mehr das Krebsrisiko erhöhen. 

mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Gewichtsreduktion bei Typ 1 DM

Kriemhilt fragt: 

Hallo, wie kann frau mit Typ 1 Diabetes Gewicht abnehmen ohne zu unterzuckern? Ich habe es mit mehr Bewegung bzw sport versucht, aber wenn ich nicht genügend Sport KE vorher zu mir genommen hatte, bin ich unterzuckert bevor irgendwelche Fettreserven abgebaut wurden.

Obwohl ich keine Essensgelage veranstallte nehme ich ständig zu trotz gutem HbA1c. Danke für Ihre Antwort

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau H., auch mit Typ-1-Diabetes kann man abnehmen. Wichtig ist aber, dass der sinkende Insulinbedarf bei und durch Gewichtsreduktion berücksichtigt werden muss. Bitte erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Diabetologen einen Insulinplan, der auf Ihre Gewichtsreduktionsdiät abgestimmt ist. Dann dürfte Ihrem Ansinnen nichts mehr im Wege stehen! MfG Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes II

Susanne fragt: 

Wie komme ich gegen die Gier nach Zucker / Schokolade an? Ich ärgere mich jeden Abend selbst darüber, aber ich kann einfach nicht aufhören. Danke und viele Grüße Susanne

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Susanne, das Wichtigste ist zunächst, drei vernünftige Hauptmahlzeiten einzunehmen, die auch ausreichend sättigen. Verzichten Sie möglichst auf Zwischenmahlzeiten. Die abendliche Vorliebe für Naschereien könnte auch einfach Langeweile sein. Versuchen Sie doch, die Abende unterschiedlich zu gestalten. Werden Sie aktiv, Tanzen oder ähnliches könnte für den einen oder anderen Abend eine schöne Alternative sein. Die beschriebene Gier ist bei den meisten Menschen ein selbsterlerntes Ritual, ersetzen sie dieses durch ein anderes. So bald die "Gier" zu groß wird, durchbrechen  Sie den Ablauf. Ziehen Sie einfach ein Jacke an und gehen Sie raus. Nach kurzer Zeit lässt der Drang nach. 

Es gibt hier keine Patentrezepte, aber so oder ähnlich haben es schon viele meiner Patienten geschafft, den Drang zu kontrollieren. Ganz wichtig: verbieten Sie sich bitte Schokolade nicht ganz, sondern sehen Sie einen Abend vor, wo sie dürfen. 

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: unerklärlich hohe Nachtwerte

Anja S. fragt: 

Sehr geehrter Dr. Lueg, ich bin 33, seit 22 Jahren Typ 1 Diabetikerin, und habe seit 1,5 jahren eine Pumpe. der hba1c konnte damit auf 6,4 verbessert werden. es besteht Kinderwunsch. die Basalrate ist eigentlich korrekt (Nachtmessungen). seit einiger Zeit tauchen häufig, aber nicht immer, spätabends und nachts hohe Werte auf, die sich auch nicht zufriedenstellend korrigieren lassen (ca. 230). Unterzuckerungen konnte ich nachts nicht feststellen. woran könnte das liegen? Stress? Gelenkentzündung? liegen auf der Pumpe? Schwangerschaft? ich bin beunruhigt bezüglich der gewünschten Schwangerschaft und den dafür nötigen Werten. für eine Antwort wäre ich ihnen sehr dankbar.

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau S., ein Diabetes mellitus Typ 1, der 22 Jahre besteht, ist immer gut, für überraschende Werte. Deshalb wird es nicht gelingen, jeden einzelnen Wert im Zielbereich zu haben. Alles was sie als Grund angeführt haben kann im Einzelfall zu einem Werteanstieg oder Abfall beitragen. Sie sollten mit ihren Diabetologen prüfen, ob klassische Gründe, wie zum Beispiel zu langer liegender Insulinkatheter, eine Rolle spielen. Dies erkennt sie daran, dass 1. Tag nach dem Katheterwechsel das Phänomen nicht auftritt. Es könnte auch sinnvoll sein, einen Basalraten-Test mit ihrem Diabetologen durchzuführen. 

Bei einem HbA1-C-Wert von 6,4 % können Sie davon ausgehen, dass für die Schwangerschaft kein nennenswert erhöhtes Risiko besteht. Aus meiner Erfahrung gelingt es längst nicht allen langjährigen Typ 1 Diabetikerinnen einen solchen Wert zu erreichen. 

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Zu hohe Zuckerwerte

M fragt: 

Ich , nehme seit ca. 8 Jahren Glimepirid 4mg bis vr einer Woche. Da bekam ich durch meinen Arzt (weil der Zucker schon sehr hoch war ) Metformin 850 mg dazu. Der Zuckerspiegel sank nicht und er blieb fast konstant um die 300. Nun nehme ich nur noch Metformin und Lantus Langzeitinsulin und weiß nicht ob es normal ist das ich immernoch keine besseren Werte bekomme nach wie vor 300 und drüber !!! Ich bin ratlos und weiß langsam nicht mehr wie ich den Zucker runter bekomme und ob es auf Dauer arge Schädigungen hinterläßt??? Bitte geben Sie mir einen Rat was ich bedenken muß oder tun kann. Vielen Dank im Voraus M. :)

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter M., nach 8 Jahren Diabetesdauer wundert es nicht, dass sie mit Glimepirid allein nicht mehr zurecht kommen. Ihre eigenen Insulinproduktion dürfte soweit gesunken sein, dass eine Insulintherapie notwendig ist. Dafür sprechen auch die exorbitant hohen Werte. Ich weiß leider nicht, ob sie übergewichtig sind. Es ist deshalb schwer einzuschätzen, welche Insulinmenge notwendig ist. Metformin ist auf jeden Fall eine gute Wahl und die Kombination mit Lantus eine etablierte Therapie. Die Insulindosis sollte zügig erhöht werden, abhängig, von den erreichten Werten. Besprechen sie dies bitte mit ihrem Arzt, damit er mit Ihnen die Vorgehensweise abstimmen kann. Unter Umständen sind dazu auch höhere Insulinmenge notwendig. Bitte vergessen Sie auch nicht, dass eine gesunde Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung in jedem Stadium der Diabeteserkrankung nützliche und notwendige Therapiebestandteile sind.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes Typ II - Folgeerkrankungen

Regina fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem bei mir der Diabetes Typ II festgestellt wurde, hatte ich auch aufeinmal Knie-Bescherden. Arthrose. 

Meine Fragen, ob das zusammenhängen könnte, wurden immer vereint. Aber ich denke, ein Ofrthopäde versteht doch auch nicht viel von Arthrose. Deshalb wende ich mich nochmals an Sie mit der Frage: Hat das eine mit dem anderen zu tun?

Mit freundlichen Grüßen Regina E.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau E., der Facharzt für Orthopädie ist sicher der beste Ratgeber in Sachen Arthrose. Es ist ja sein Spezialgebiet.

Der Zusammenhang von Diabetes mit Gelenkerkrankungen ist vorhanden, für die Arthrose im Knie ist das Bindeglied in der Regel das Übergewicht. Chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen wie die wie aus dem rheumatischen Formenkreis sind bei Diabetikern ebenfalls häufiger. Diese spielen sich aber typischerweise an den kleinen Gelenken ab. Unabhängig von Diabetes ist eine Gewichtsabnahme bei Verschleißerkrankung der Gelenke im Beckenbeinbereich günstig. Zusätzlich sollten sie mit ihrem Orthopäden besprechen, ob sie das Leiden mit gezielter Gymnastik günstig beeinflussen können.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Ullrich Z. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr.Lueg, ich (69 Jahre) habe seit 15 Jahren Diab.II mit einem HbA1c zw. 7 - 8 bis dato ohne irgendwelche Folgen oder Beeintächtigungen. Ein Bekannter (58Jahre) hat seit 6 Jahren Diab.TypII mit einem HbAc zw.5,9 - 6,2 . Diesem wurden bereits an beiden Füßen mehrere Zehen amputiert; er steht kurz vor der Erblindung und muß mittlerweile zur Dialyse. Wie ist diese unterschiedliche Körperreation zu erklären? Wie sieht meine Zukunft aus?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!
Mit freundlichen Grüßen Ullrich Z.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr Z., für das Entstehen von Folgeschäden ist nicht nur der HbA1C-Wert allein maßgeblich. Eine Reihe von Faktoren insbesondere auch genetischer Faktoren, Lebensstilfaktoren, Schulungsstand des Patienten und viele andere mehr gehen hier ein.

Deshalb ist es nicht möglich, von einem Patientenschicksal auf ein anderes zu schließen. Wie ihre Zukunft aussieht, erschließt sich mehr ebenso wenig wie Ihnen. Allerdings davon etwas günstig betrachten, wenn bisher keine Folgeschäden aufgetreten sind. Eine Garantie für die Zukunft ist dies aber sicher nicht. Sie sollten trotzdem eine gute Diabetes-Einstellung anstreben und gemeinsam mit ihrem Arzt auf die anderen Risikofaktoren minimieren. (Hohes Cholesterin, Zigarettenrauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck, und andere)

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Lisa fragt: 

Hallo, meine Tochter (16) hat seit3jahren diab. Mel. Sie verwendet Kants und novorapid aber ihre Werte schwanken enorm. Der Arzt empfiehlt die lantus Einheit zu reduzieren. Aber ihre Werte sind immer zu hoch, kann trotzdem von Unterzuckerung ausgegangen werden? Es ist fast, als wäre sie plötzlich Resistenz gegenüber dem Insulin. (Sie hat dien BEfaktor schon mehr als verdoppelt) Kann das sein? Oder gibt es DD zu diab Mel? Werden eventuelle DD IM Krankenhaus ausgeschlossen? Oder automatisch bei zuhoher Hb1c von diab ausgegangen? Ich danke im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Lisa

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau A., schwankende Werte bei Typ 1 Diabetes haben viele Ursachen. Wichtig wäre, dass ihre Tochter intensiv geschult und betreut wird. In einer diabetologischen Schwerpunktpraxis wäre eine solche Schulung möglich. Dort könnte auch mit verschiedenen Tests herausgefunden werden, ob die Basalinsulin Versorgung in Ordnung ist. Ebenso könnten die KE-Faktoren überprüft werden. Im Rahmen der Entwicklung können durchaus auch Veränderungen im Insulinbedarf auftreten. Bei übergewichtigen Typ 1 Diabetikern ist auch die weitere Gewichtszunahme ein Grund für hohe KE-Faktoren.

Da es sich um einen komplexen Prozess handelt, sollten sie sich unbedingt an eine diabetologischen Schwerpunktpraxis in ihrer Nähe wenden. Es ist im Rahmen eines Chats leider nicht möglich alle Facetten zu besprechen. Ein Krankenhausaufenthalt ist aus meiner Sicht zur Zeit nicht notwendig.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Claus fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Lueg, ich bin seit ca. 10 Jahren Diabetiker, wahrscheinl. vererbt (Vater auch + mit 62 J. Hinterwandherzinfarkt) . Nehme morgens 1000er Metformin + 40 Einh. Levemir-Insulin sowie abends 1000er Metformin und 20 Einh. Lantus Insulin. Bekomme meinen BZ jedoch nicht gut hin. HBA1 geht wieder in einen Wert Richtung 8 ! Was kann ich machen? Bin schon zu 70% schwerbeh. und muss 40 Std.Woche arbeiten. Sport danach geht nicht, da ich zu müde nach hause komme. Haben Sie eine Idee, den BZ zu verbessern? Danke und Gruß Claus W.

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr W., ich weiß leider nicht, wie alt sie sind und welche Begleiterkrankungen oder Folgeschäden sich schon erlitten haben. Deshalb fällt es an dieser Stelle schwer, ein Therapieziel gemessen am HbA1c-Wert festzulegen.

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass eine Insulintherapie mit 2 unterschiedlichen Basalinsulinen eher etwas ungewöhnlich ist. Sie soll Kontakt mit einem Diabetologen in ihrer Nähe aufnehmen, damit auch die Notwendigkeit einer intensiveren Insulintherapie geprüft wird. Trotz der Arbeit, bleibt es aber unerlässlich, körperliche Aktivität auch in der Freizeit einzubauen. Uns allen ällt es nach der Arbeit schwer sich noch aufzuraffen und Sport zu betreiben.Wenn man langfristig gesund bleiben will, geht es aber nicht anders. Dies gilt insbesondere bei Stoffwechselkrankheiten wie dem Diabetes mellitus. Vielleicht gelingt es Ihnen ja, an dem einen oder anderen Abend doch noch einen kleinen Spaziergang einzubauen. Oder sie nutzen das Wochenende für Ausgleichsport.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes mit Folgen - Risiken richtig einschätzen

Michaela fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Lebensgefährte hat seit gut 20 Jahren Diabetes Typ I. Damals wurde bei ihm auch eine erhöhte Hautresistenz festgestellt. Nachdem er nun Jahrelang mit einem Pen gespritzt hat, ist er nun im September 2013 auf eine Pumpe umgestiegen.

Leider lässt sich auch hier der Zucker sehr schwer einstellen. Obwohl er das Essen genaue berechnet, und so auch das Insulin abgibt, ist sein Spiegel 2 Stunden nach dem Essen extrem hoch (zwischen 230 und 290). Das nächste Mal passt es wieder.

Meine Frage ist nun, woran das liegen kann, dass sich der Zucker so schlecht einstellen lässt, Wirken manche Lebensmittel einfach länger nach, oder liegt hier auch viel an der Psyche?

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau R., leider ist es mit den wenigen Angaben nicht möglich, ihre Frage zu beantworten. Dazu müsste man sich sowohl die Blutzucker Tagesprofile als auch die Nahrungsaufnahme genau angucken. Ich schließe aus ihren Worten, dass der Anstieg nach dem Essen nicht immer stark ausgeprägt ist. Dies deutet darauf hin, dass ein Zusammenhang mit der jeweils aufgenommene Nahrung besteht. Grundsätzlich sollte man in einem solchen Fall noch einmal konsequent alle Fehlerquellen durchgehen. Dazu gehören auch die Überprüfung der KE-Einschätzung, des Abruf-Ess-Abstandes. Inwieweit die Psyche in diesem Fall Einfluss hat, kann ich ohne genaue Kenntnis des Falles leider nicht einschätzen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Betreff: künstliche Speicheldrüse

Matthias fragt: 

Hallo, ich habe seit 18 Jahren Diabetes Typ 1, seit ca 12 Jahren ist mein Hba1c über 10, derzeit sogar bei 12. Es wurde bereits mehrfach versucht diesen zu behandeln. Hauptsächlich liegt es an der Akzeptanz meinerseits. Jedoch finden selbst Psychologen nicht den Grund für diese somit diese auch nicht behandelt werden kann. Durch kleinere Motivationen habe ich es mehrmals geschafft über einen kurzen Zeitraum den Diabetes zu behandeln. Ich wurde durch eine Internetseite auf den Artikel aufmerksam, das eine künstliche Bauchspeicheldrüse entwickelt wurde. Kann man sich für diese als Testperson melden. Selbstverständlich würde ich diese auch bezahlen insoweit mir dies möglich ist. 

Ich suche dringend nach Ansätzen, wie ich meinen Zucker in den Griff bekommen kann und hoffe auf eine Antwort von Ihnen.

Viele Grüße Matthias W. (22 Jahre alt)

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrter Herr W., leider führt an einer konsequenten Diabetestherapie, bei der auch der Patient voll mitmacht, kein Weg vorbei. Es ist deshalb sehr sehr wichtig, dass Sie bei einer diabetologischen Schwerpunktpraxis angebunden sind und dort regelmäßig und kurzfristig einen Kontakt haben. Aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass es über die Zeit dem Patienten leichter fällt, mitzuarbeiten. Die Forschung zum künstlichen Pankreas steckt noch in den Kinderschuhen. in den Studien die dazu laufen werden, wie immer in Studien, nur Patienten angenommen, die ein besonders hohes Maß an Mitarbeit an den Tag legen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Lueg

Betreff: Diabetes und Arbeitsplatz

Enza fragt: 

Hallo ! Ich habe Diabetes typ 2 spritze Insulin und auch langzeit insulin bin im Sicherheitsdienst tätig als allein arbeitende mitarneiteribn auf dem Obiekt von Mo bis Fr an der Pforte und am wochenende alleine im kompletten werk 

das heist ich bin auf mich alleine gestellt bin des öffterem in der Unterzuckerung gekommen da ich laufen muss und auch insgesamt 9 stockwerke treppe rauf und runter laufen muss .

Habe mit dem Arbeitgeber gesprochen ob es eine Regelung für mich geben könnte darauf hin bin ich fast nur am Wochenende eingeteilt worden nun die frage wenn ich ins Diabetisches Koma geraten sollte findet mich kein mensch da sämtliche Eingänge im Werk verschlossen sind,kann mir mein behandelder Art ein Attest ausstellen das ich an den Wochenende nicht alleine Arbeiten kann oder soll?

 

Dr. med. Andreas Lueg antwortet: 

Sehr geehrte Frau Hilbert, die von ihm geschilderten Probleme sind nachvollziehbar. In der Tat während sie bei einer Unterzuckerung, bei der sie fremde Hilfe brauchen, in Gefahr. Da es sich um einen Typ 2 Diabetes handelt, sollten sie mit ihrem Diabetologen überlegen, ob nicht auch eine Kombinationsbehandlung mit Tabletten möglich ist. Darüber hinaus sollte ihr Insulinplan an den Schichtdienst adaptiert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass speziell für ihre Dienstzeit die Insulinmenge gekürzt wird. ich gehe davon aus, dass bisher keine schweren Unterzuckerungen (Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, oder Fremdhilfe notwendig) aufgetreten sind. Grundsätzlich ist es wichtig, während des Dienstes, vor allem bei körperlicher Belastung, regelmäßige Blutzuckerkontrollen durchzuführen. Gegebenenfalls sollten sie auch vorbeugend Kohlenhydrate zu führen.

Schon diese Ausführungen zeigen, dass die Situation nicht so einfach zu lösen ist. Bitte suchen Sie den Kontakt zu einem Diabetologen in ihrer Nähe, der die Einzelheiten mit Ihnen bearbeiten kann.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Andreas Lueg

Enza: 

Hallo Hr. Dr. Lueg! Vielen Dank für die Antwort. Habe beim ersten anfragen vergessen mitzu schreiben das ich einen 12 stunden Dienst habe und ungeregelte Pausen das heisst das ich alles zwichen tür und pforte mahlzeiten zu mir nehmen kann.

Und ich bin schon vom Tabletten auf Insulin umgestellt worden da meine werte sehr hoch waren und den Hba1 wert nie unter 9 war und seit ich spritze liegt er zwichen 6,5 und6,9 eine deutliche besserung also trotzdem noch mal danke

Dr. Lueg:

Liebe Frau H., danke für die weiteren Informationen. Vielleicht ist es möglich trotzdem mit Tabletten zu kombinieren. Man könnte zum Beispiel Metformin der zu geben, und damit die Insulindosis verringern. Besprechen sie es doch einmal mit ihrem Diabetologen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Andreas Lueg