Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Experten-Chat mit Dr. Hans-Martin Reuter

Bis zum 15. Oktober 2009 findet unsere Experten-Sprechstunde mit dem Diabetes-Experten Dr. Hans-Martin Reuter, Mitglied des Vorstands von diabetesDE und niedergelassene Diabetologe in Jena zum Thema „Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?“ statt. Der  Diabetologe und Ernährungsmediziner beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 15. Oktober zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Normalgewicht

Matthias fragt: 

Betreff:   Normalgewicht
Ich bin normalgewichtig. In meiner Familie gibt es allerdings eine ganze Reihe von Diabetes Typ 2. Wie groß ist der genetische Einfluß und muss ich trotz, dass ich keine Gewichtsprobleme habe aufpassen?

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrter Herr F.,
das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist abhängig von vielen Faktoren. Wenn bei Eltern oder Geschwistern Diabetes Typ 2 aufgetreten ist, liegt das Risiko zwischen 20-70% für Sie, je nachdem ,ob beide Eltern oder mehrere Geschwister Diabetes Typ 2 haben. Bei Typ 1 ist das Risiko kleiner (ca 2-3%). Um sicher zu gehen, empfehle ich Ihnen, bei Ihrem Hausarzt einen Termin für eine kostenlose Gesundheitsuntersuchung (sog. Check up) zu vereinbaren. Hierbei wird der Blutzucker mitbestimmt. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, können Sie einen Zuckerbelastungstest machen lassen (dieser kann aber ggf eine Selbstzahlerleistung sein)

Mit freundlichen Grüssen
Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Alkohol

H. K. fragt: 

Betreff:   Alkohl
Hallo Herr Reuter,

auf dieser Homepage habe ich gelesen, dass Bier vor Diabetes schützt:
http://www.ratschlag24.com/index.php/korrigierte-fassung-bier-in-maen-ge...

"...Zudem schützt Bier vor Diabetes mellitus Typ 2 und laut einer Studie der spanischen Universität Extremadura in Cáceres vor Osteoporose. Da Bier fettfrei ist und kein Cholesterin enthält, hemmt der Gerstensaft die Arteriosklerose und schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen."

Ich dachte Diabetiker müssten gerade auch beim Alkoholkonsum auf ihren Insulinspiegel achten. Oder gilt das mit dem Bier nur als Prävention?

MfG K.

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Hallo, Herr K.,

es gibt schon tolle Sachen im Internet, nur sollte man nicht alles für bare Münze nehmen.

Sie haben völlig Recht, dass Bier vor Diabetes schützt ist ein Märchen. Bier enthält viele Kohlenhydrate (Malz und Gerste) und zieht meist den Blutzuckerspiegel nach oben.

Alkohol wirkt wieder etwas anders. Er kann den Blutzuckerspiegel tatsächlich senken, da die Zuckerbildung in der Leber gehemmt wird. Er enthält aber auch 7 kcal/g, die das Gewicht nach oben treiben.

Einige Studien belegen deshalb auch, dass bei gesunder Leber ein massvoller Alkoholgenuss von ca 20-30g/Tag  günstig sein kann.

Es gibt hier also keine klare Empfehlung. Alkohol hat immer ein Suchtpotential!

Mit freundlichen Grüssen
Dr. H. Martin Reuter

U. G. fragt:

...anknüpfend an die Frage zum Alkohol würde ich gerne wissen wie es um die Aussage steht, dass Kaffee Diabetes Typ 2 vorbeugt (http://www.netdoktor.de/News/Diabetes-Kaffee-senkt-Risik-1131029.html)?

Dr. Reuter:

Hallo Frau G.,
es gibt laut Studienlage Hinweise darauf, dass Kaffee den Diabetesverlauf günstig beeinflussen kann. Aber hier fehlen noch Studien, die das nachhaltig beweisen können.

Mit freundlcihen Grüssen
Dr. Reuter

Betreff: Diabetes Behandlung

Herr H. fragt: 

Betreff:   Diabetes Behandlung
Kann ich auf  alle Medikamente verzichten. Ich bin jetzt 70 Jahre alt. Ich habe diesen Insulinrummel satt. H.

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrter Herr H.,
ich kann Ihren Frust gut verstehen, da häufig sehr viele unterschiedliche Meinungen in den Medien vertreten werden.

Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die sich in Ihrem Verlauf durch zunehmende Erschöpfung der Zellen der Bauchspeicheldrüse verschlechtert.
Welche Medikamente in Ihrem Fall die besten sind kann ich nicht beantworten. Unbehandelt wird sich aber der Diabetes mit Sicherheit verschlechtern.

Daher empfehle ich Ihnen, die Frage der optimalen Therapie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrem Diabetologen zu besprechen. Sie können Ihnen sicher sagen, welches die beste Therapieform für Sie ist.

Mit freundlichen Grüssen
Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Cholesterin

Karin K. fragt: 

Betreff:   Cholesterin
Der cholesterinwert meines Mannes liegt bei 190. Ist der Cholesterinwert auch ein entscheidender Risikofaktor bei Diabetes? Wir hatten nämlich schon ein paar Fälle in seiner Familie (Typ 2). Sollte er einen Test machen?

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrte Frau K.,
der Cholesterinwert ist ein allgemeiner Risikoparameter, die Bedeutung ist von mehreren Faktoren abhängig, wie Alter, vorliegende Erkrankungen und Rauchen. Er hat mehr Bedeutung für das sog. Metabolische Syndrom, ist also ein sog. "indirekter" Parameter. Wenn es in der Familie Typ 2 Diabetes gibt (Risiko für Vererbung 20-40%) sollte man einen Zuckerbelastungstest (oGTT) beim Hausarzt machen lassen.

Mit freundlichen Grüssen
Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Frau U. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Reuter, ich wende mich an Sie, da ich mir im  Moment große Sorgen um meine Tochter mache. Ich selbst habe seit meiner Jugend Diabetes Typ 1. Die Gefahr, dass auch meine Kinder daran erkranken ist also groß nehme ich an. Jetzt klagt meine 11 Jahre alte Tochter immer wieder über Juckreiz im Intimbereich. Außerdem scheint sie viel Durst zu haben – auch nachts steht sie immer wieder auf. Ich habe ihren Nüchternwert gemessen. Der lag bei 120 mg/dl. Könnte das schon ein Hinweis auf Diabetes sein? Ich werde auf jedenfall zum Arzt gehen.
Viele Grüße

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrte Frau G.,

Sie haben Recht, es besteht ein Risiko für Ihre Tochter, an Diabetes mell. Typ 1 zu erkanken. Diese liegt allerdings nur bei ca 2-3%% wenn ein Elternteil Diabetes hat.

Bei den geschilderten Symptomen sollten Sie Ihren behandelnden Diabetologen fragen und entsprechende Laboruntersuchungen einleiten lassen.

Mir freundlichen Grüssen
Dr. H.Martin Reuter

Betreff: Diabetes Prophylaxe

Wolfgang H. fragt: 

Betreff:   Diabetes Prophylaxe
Welches Risiko besteht prozentual gesehen an Diabetes zu erkranken Ernährungsbedingt-Übergewicht-erblich bedingt

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrter Herr H.,
diese Frage ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten. Das Risiko , an Diabetes zu erkranken, hängt, wie richtig angegeben, von erblichen Faktoren aber auch anderen Faktoren ab.

Laden Sie sich den FindRisk Bogen aus dem Internet unter www.diabetespraevention.de herunter. Hier können Sie Ihr Risiko testen oder vereinbaren Sie mit Ihrem Hausarzt einen Termin zum kostenlosen Check up mit Bestimmung Ihres persönlichen Risikos.

In Deutschland haben wir zurzeit ca 8 Mio Diabetiker, Tendenz steil steigend.

Mit freundlichen Grüssen Dr. Hans Martin Reuter

Betreff: Krankenkassen Präventionsangebot

Dieter H. fragt: 

Betreff:   Krankenkassen Präventionsangebot
Ich habe hier gerade gelesen, dass die Krankenkasse die Prävention unterstützt. Tuen das alle Kassen? Ich gehöre auch zur Risikogruppe (BMI: 28). Bisher hat mich darauf aber noch niemand aufmerksam gemacht. Wie sieht denn das Angebot aus?

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Hallo Herr H.,
es ist richtig, dass die Krankenkassen die Primärprävention nach SGB V § 20 unterstützen. Jedoch ist das von Kasse zu Kasse verschieden. Es gibt meist mehrere Handlungsfelder: Ernährung, Bewegung, Entspannung oder auch Raucherentwöhnung. Welche Ihre Kasse übernimmt, müssen Sie selbst klären.

Es gibt meist Vertragspartner der Krankenkassen - welche können Sie in der Geschäftsstelle erfragen. Die Kassen halten dazu meist einen Katalog vor.

Mit freundlichen Grüssen Dr. H.Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Patrizia D. fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Reuter, welche Diäten können Sie bei einem Verdacht auf Diabetes empfehlen. Es gibt so viele, dass ich gar nicht weiß, was in meinem Fall die richtige wäre. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich auf zu viele Lebensmittel verzichten müsste. Was halten Sie davon Kohlenhydrate und Fette beim essen zu trennen? Bringt das was?
Danke für die Antwort!

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrte Frau D.,
generell gilt, dass spezielle Diäten im Allgemeinen nicht durchgehalten werden. Also sollte man am besten eine kalorienreduzierte Mischkost mit von der Deutschen Gesellschaft von Ernährung empfohlenem Anteil von ca 50 % Kohlenhydraten, 20-25% Eiweiss und ca. 30 % Fett, die aus 10% gesättigten, 10% einfach und 10% mehrfach ungesättigten (d.h. pflanzlichen) Fetten bestehen sollte. Vitamine und Spurenelemente kompletieren diese gesunde Ernährung. Diese kann auch gut als Basisernährung für eine evtl. geplante Gewichtsreduktion dienen, wenn das ein Thema für Sie ist. Dann sollte aber ein Kaloriendefizit von 500 kcal im Vgl. zur jetzigen Ernährung eingehalten werden. Die sog. Trennkost bringt nach bisherigen Auffasssungen nur deshalb etwas, weil man genauer auf die aufgenommen Nährstoffe schaut!

Wenn Sie genauere Informationen haben möchten, empfehle ich Ihnen ein Gespräch mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Krankenkasse, die Ihnen sicher einen qualifizierten Ernährungsberater (Trophologen) nennen können, der mit Ihnen eine auf Sie zugeschnittene Ernährung besprechen kann. Dies wird von den meisten Krankenkassen im Rahmen der Primärprävention (SGB V § 20) unterstützt.

Freundliche Grüsse Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Gerhard P. fragt: 

Hallo Herr Dr. Reuter,
in letzter Zeit sind bei mir immer wieder Schwindelgefühle aufgetreten. Ich habe auch das Gefühl, dass ich viel mehr trinke als sonst. Mein Arzt hat bereits einen Rundumcheck gemacht. Mein Blutdruck ist normal und meine Nüchtern BZ-Werte lagen bei 132. Reicht diese Diagnose aus, um definitiv zu sagen, dass ich kein Diabetes habe?
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard, 56

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrter Herr P.,
danke für Ihre Frage. Ein Nüchtern Blutzucker von 132 mg/dl wäre schon im Bereich einer diabetogenen Stoffwechsellage. Daher empfehle ich Ihnen, mit Ihrem Arzt einen sog. oralen Glukosetoleranztest durchführen zu lassen. Bei diesem wird die Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf eine Zuckerbelastung geprüft. Dann wissen Sie genau, ob Sie Diabetes haben oder einen sog. Prädiabetes, das ist eine gestörte Glukosetolerenz.

Mit freundlichen Grüssen Ihr Dr. H. M. Reuter

Betreff: Obst und Diabetes

Gabriele J. fragt: 

Betreff:   Obst und Diabetes
Seit etwa 4 jahren habe ich Kenntnis von meiner Diabetes II - Erkrankung.  Bei ausreichender Bewegung und einer sinnvollen Ernährung habe ich einen fast normalen Zuckerwert meines Blutes.In einer entsprechenden Ernährungsberatung erhiellt ich den Hinweis, viel Gemüse, aber wenig Obst essen zu dürfen. Nun erfuhr ich, dass ein großer Obstteller am Morgen dem Körper sehr gut tut, Energie, Kraft, Schutz liefert...
Dazu meine Frage: Kann ich mit Metformin so eingestellt werden, dass der Fruchtzuckergehalt keinen Schaden anrichten kann.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele J.

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geerhte Frau J.,
in der Ernährung sind Gemüse und Obst wichtig. der glykämische Index (d.h., wie schnell der Fruchtzucker ins Blut geht) ist unterschiedlich bei verschiedenen Obstsorten. Es lässt sich aber mittels BZ Bestimmun gut testen (2 h nach der Obstmahzeit messen).

Mit Metformin lässt sich die Zuckerneubildung in der Leber gut beeinflussen, auch die Verstoffwechselung des Zuckers in den Organen wird beeinflusst.

Besprechen Sie es nochmals mit Arzt und Ernährungberater, welches Obst für Sie günstig ist, da dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann.

Mit freundlichen Grüssen Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Hildegard R. fragt: 

Hallo,

meine Zuckerwerte sind erhöht (mit dem oralen Glukosetest, 2h-Wert: 183 mg/dl). Eine Diabetes habe ich aber laut meinem Arzt noch nicht sondern nur eine Prädiabetes. Jetzt gehe ich einmal die Woche zum Sport (schwimmen), weil mein Arzt sagte, dass das den richtigen Diabetes verhindern würde. Ich bin auch nicht übergewichtig – nur ein bisschen, mein BMI liegt bei 26. Sollte ich weitere Vorsorge treffen? Vielleicht auch mit Medikamenten? Metformin soll ja sogar den Appetit zügeln. Oder reicht einmal die Woche Sport?
VG Hildegard R.

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geehrte Frau R.
vielen Dank für Ihre Frage! Es ist richtig, mit einem 2 Studenwert von 183 mg/dl haben Sie eine gestörte Glukosetoleranz, man bezeichnet dies auch als Prädiabetes.

Viele Studien haben gezeigt, dann man mit Ernährung und Bewegung ca in 50-60% einen Übergang zum manifesten Diabetes verhindern kann.

Nach den weltweit gültigem Konsens sind hier Maßnahmen, wie Sie von Ihnen getroffen wurden, ausreichend. Eine Studie hat auch gezeigt, dass Metformn hier wirksam ist. Jedooch ist Metformin für diese Indikation in Deutschland nicht zugelassen.

Wenn Sie die Ernährung anpassen (Ihre Krankenkasse unterstützt hier Maßnahmen der Primärprävention) und die Bewegung intensivieren und mit Ihrem Arzt regelmässig Ihre BZ Werte überprüfen, haben Sie sicher gute Chancen, den Diabetes zu vermeiden.

Beste Grüsse Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

L.H. fragt: 

Hallo Herr Ratgeber! Mein Schwiegerfater hat diabetes 2. Bekommt zweimal am Tag Insulin. Meine frage! Welsche obst sorte darf er nicht essen?
MfG.L.H.

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Ihre Frage, welches Obst Ihr Schwiegervater essen darf, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Generell gilt: Obst enthält Fruktose und wird besser verstoffwechselt als Glucose. Sehr süßes Obst, wie Trauben und  Birnen können den BZ stärker erhöhen als z.B. Äpfel. Jedoch kann das unterschiedlich bei verschiedenen Patienten sein.

Ich empfehle Ihnen 2 Stunden nach Obstgenuss den BZ zu bestimmen, dann wissen Sie genau, welches Obst die geringste Erhöhung des BZ verursacht.

Freundliche Grüsse Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Coco fragt: 

Gewichtsreduktion und Diabetesrisiko
Seit ca. drei Monaten mache ich eine Diät über die Internetseite von gesund.abnehmen.de von Gesundheitpro mit. Mit dem Ergebnis bin ich sehr glücklich, da ich durch eine Essensumstellung über acht Kilo abgenommen habe. In einer zweimonatigen Pause konnte ich mein Gewicht halten. Nun habe ich immer noch ein BMI von 25,5 und möchte daher noch weiterhin abnehmen. Ist das ratsam? Und wie sieht es mit meiner Diabetes-Wahrscheinlichkeit aus. Obwohl ich keine Beschwerden habe, sollte man sich ja bei einem leichten Übergewicht testen lassen? Stimmt das? Und was kann ich noch weiterhin tun, um das Risiko zu mindern?

Freue mich über Antwort! Coco

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Hallo, Coco,
ich finde es toll, dass Sie über eine internetunterstützte Ernährungsumstellung 8 kg abgenommen haben. Der BMI von 25 liegt im oberen Normbereich, der von 19-25 BMI liegt. Wunschgewicht kann durchaus tiefer liegen. In einigen Studien und sog. Metaanalysen, die in den vergangenen Wochen veröffentlich wurden, wurde tatsächlich ein erhöhtes Risiko mit Übersterblichkeit für einen BMI < 22  gefunden, jedoch keinen Hinwies auf ein erhöhtes Risiko für einen BMI 25-30, wenn kein Diabetes oder Herzkranzgefässerkrankung bereits vorliegt.

Um eine Risikoeinschätzung für Sie persönlich zu erhlaten, empfehle ich Ihnen des FindRisk Fragebogen, den Sie im Internet herunterladen können und eine Check up Untersuchung beim Hausarzt, wo Sie den Blutzucker mitbestimmen lassen können.

Um Ihr Gewicht zu halten bzw. noch zu senken, sind Bewegungseinheiten (Wandern, Laufen, Fahrrad, Gymnastik usw.) von 30 min/ Tag oder mindestens 3x / Woche 60-90 min erforderlich.

Mit freundlichen Grüssen Ihr Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

J.G. fragt: 

Hallo Herr Dr. Reuter,
ich bin 180m groß, wiege 90 kg und habe einen Bauchumfang von 108 cm. Wie hoch schätzen Sie mein Risiko ein an Diabetes zu erkranken?

Seit kurzem wird in unserem Unternehmen eine neue Kost (LOGI, Low Glycemic and Insulinemic) in der Kantine angeboten und dazu ging folgendes Rundschreiben rum:
„Fett darf sein, aber Nudeln, Reis und Brot braucht es nicht in großen Mengen, damit die Leute nicht zuckerkrank werden, sich wohler fühlen, die Blutwerte sich verbessern und weniger übergewichtig sind. Diese als LOGI-Methode bezeichnete Ernährungsweise nach der Sie in den Kantinen ab sofort essen können... Diese „Revolution in der Ernährung“ ….Neue Standards durchzusetzen ist manchmal nicht einfach…. Doch mancher Arzt steht dieser Ernährungsweise noch skeptisch gegenüber. Denn sie widerspricht allen Ernährungsempfehlungen, die die meisten Ärzte und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in der Vergangenheit ausgesprochen haben: fettarm und kohlenhydratreich….“

Schätzen Sie diese Ernährungsmethode als Revolution ein? Und ist sie wirklich so effektiv wenn es darum geht Zuckerkrankheit und Übergewicht vorzubeugen? Ich finde das doch etwas seltsam, dass ich auf einmal Fett essen darf, aber bei Nudeln, Reis und Brot sparen soll.

Danke und Grüße

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Sehr geeherter Herr Gebrecht,

vielen Dank für Ihre schönen Fragen:
zu Iher 1. Frage: Das Diabetesrisiko kann man nicht allein vom Bauchumfang oder BMI abhängig machen. Wenn Sie es genauer wissen wollen, laden Sie sich unter findrisk.de oder diabetes-risiko.de den FindRisk Bogen mit 8 Fragen herunter. Hier bekommen Sie relativ einfach ein Antwort zum Risiko. Auch die Seite www.diabetesprävention.de gibt Ihnen wertvolle Hinweise.

zu Ihrer 2. Frage: Wie Sie schon richtig bemerken, präferieren die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, aber auch der Deutschen Adipositas Gesellschaft und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG und diabetesDE) eine fettarme und kohlenhydratreiche Ernährung. Hierbei wird bei KH auch auf ballaststoffreiche Ernährung und komplexe Kohlenhydrate hingewiesen. Die LOGI Diät kann tatsächlich im Vergleich zu fettarmer Ernährung eine kurzfristig stärkere Gewichtsreduktion erzielen. Eine Revolution ist sie deshalb sicher nicht.
Es fehlen noch Studien, die eine Überlegenheit der LOGI Therapie beweisen könnten, aktuell ist aber jede Form der Ernährungsumstellung, die zu einer Gewichtsreduktion führt und die ausgewogen und der europäischen Diätverordnung entspricht günstig.

Es gibt aber zurzeit nicht DIE Therapie! Es hängt viel davon ab, welche Präferenzen der Einzelne hat und sollten deshalb mit Arzt und Ernährungsberater (Trophologe) besprochen werden.

Mit freundlichen Grüssen Dr. H. Martin Reuter

Betreff: Habe ich Diabetes? Welche Risikofaktoren, ersten Symptome, Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

DiDiana fragt: 

Hallo,
inwieweit hat Rauchen eine Auswirkung auf Diabetes 2? Erhöht es wesentlich das Risiko der Erkrankung? Danke und Grüße!

 

Dr. Hans-Martin Reuter antwortet: 

Hallo, Didiana,
Diabetes mell. ist ja nicht nur eine Erkrankung des Stoffwechsels, sondern eine Erkrankung des gesamten Stoffwechsels. Insbesondere der Gefäße. Hier hat Rauchen einen verstärkenden Effekt, insbesondere auf die Gefäßerkrankung

Ob das Risiko, einen Diabetes zu bekommen, durch Rauchen erhöht wird, läßt sich zurzeit nicht mit Sicherheit sagen, dazu fehlen noch entsprchende Studien.

Dr. Reuter