Schwangerschaft und Diabetes

Experten-Chat mit Dr. med. Jens Stupin

Am 3. September 2015 findet zwischen 16 und 18 Uhr unsere Experten-Sprechstunde mit Dr. med. Jens Stupin zum Thema "Schwangerschaft und Diabetes" statt.

Dr. med. Jens Stupin, Berlin
Dr. med. Jens Stupin, Berlin

Dr. med. Jens Stupin

Charité – Universitätsmedizin - Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Susanne fragt: 

Hallo,
können Sie mir ein gutes Buch über das Thema Schwangerschaft und Typ 1 Diabetes empfehlen?
Welche Vorbereitungen sollten getroffen werden? Soll ich die Pille schon ein Jahr zuvor absetzen?
Ist es sinnvoll auf eine Pumpe umzustellen?

Vielen Dank und Grüße,
Susanne

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo  Susanne, ich empfehle Ihnen das Buch "Diabetes mellitus und Schwangerschaft" von Prof. K. Bühling, Akademos Verlag, darin finden Sie viele wertvolle Hinweise.In Vorbereitung der Schwangerschaft sollten Sie Ihren Diabetologen/-in aufsuchen und das Thema ansprechen.Vor allem sollte Ihre Blutzuckereinstellung optimiert werden, der HbA1c um 6,5% liegen.Sie sollten gemeinsam überlegen, ob Sie Ihr derzeitiges Analoginsulin auf Humaninsulin umstellen.Eine Einnahme von Folsäure sollte begonnen werden, um das Risiko eines Neuralrohrdefekts zu minimieren.Außerdem sollten Spätkomplikationen (Augen, Niere etc.) untersucht werden.Und danach können Sie die Pille absetzen. Wenn Sie mit einer ICT gut eingestellt sind (HbA1c ca. 6,5% und höchstens eine leichte Hypo pro Woche), ist eine Umstellung auf eine Pumpe nicht unbedingt erforderlich, da dies bei guter Einstellung kein besseres Schwangerschaftsergebnis bringt. Näheres dazu finden Sie auch in der Leitline "Diabetes Typ 1 und Schwangerschaft" auf der Website der Diabetesgesellschaft.Viel Glück mit der Schwangerschaft, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Barbara fragt: 

Hallo,

ich bin Diabetikerin Typ 1 und habe mit meinem Partner einen Kinderwunsch. Können Sie mir sagen, worauf ich da zu achten habe, dass es mit der Schwangerschaft klappt und wie ich diese für mein Kind gefahrlos überstehen kann? Eine Freundin von mir hat auch Typ 1 und hatte bisher drei Fehlgeburten. Lag es unter Umständen am Diabetes?

Vielen dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Barbara,
ja, das kann leider am Diabetes bzw. einer schlechten Blutzuckereinstelung gelegen haben...Sie sollten auf jeden Fall die Schwangerschaft mit Ihrem Diabetologen/-in planen. Ziel sollte ein HbA1c 6,5% für mind. 3 Monate vor Eintritt der Schwangerschaft sein.Sie sollten bereits vor der Schwangerschaft Folsäure einnehmen, um Neuralrohrdefekte beim Ungeborenen zu vermeiden. Evtl. muss auf eine Insulinpumpe umgestellt werden. Sie sollten sich beim Nephrologen vorstellen (Nierenuntersuchung) sowie beim Augenarzt, außerdem sollte die Schilddrüse untersucht werden.
Viel Erfolg, Ihr Jens Stupin

Betreff: SSD bei schlanken Frauen

Maren K. fragt: 

Immer häufiger bekommen auch schlanke Frauen mit einem gesunden Lebensstil die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes.
Was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Gründe dafür?

Maren

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrter Herr Dr. Stupin,

vielen Dank zunächst für Ihre Antwort.

Ein Blick in den aktuell laufenden Chat zeigt mir, dass es immer wieder Fragen zur Ernährung und Lebensstil gibt.

Ich erlaube mir, Sie auf mein Buch „Genussvoll leben mit Schwangerschaftsdiabetes“ aufmerksam zu machen. Es wird von diabetesde empfohlen und enthält ein Vorwort von Herrn PD Dr. Michael Hummel, Sprecher der AG Diabetes und Schwangerschaft DDG.
Es liefert für Betroffene eine Fülle von Informationen und praktischen Empfehlungen inkl. zahlreicher Rezepte rund um das Thema gesunder Lebensstil bei Gestationsdiabetes (und danach!). Das Buch ist 2013 im Umschau Buchverlag erschienen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Frauen im Rahmen Ihrer Literaturempfehlungen im Chat darauf aufmerksam machen würden.

Freundliche Grüße

Maren K.

Dr. Stupin:

Sehr geehrte Frau K.,
 

Ich danke Ihnen für den wertvollen Hinweis und werde die Schwangeren gern auf Ihr Buch aufmerksam machen!

Beste Grüße Ihr Jens Stupin

Betreff: Gestationsdiabetes ab 6. SSW

Tina M. fragt: 

Hallo Herr Dr. Stupin,

ich habe bereits seit der 6. SSW einen insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes (2. Schwangerschaft, in der 1. Schwangerschaft insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes ab der 28. SSW). Weitere Diagnostik hat andere Diabeteserkrankungen ausgeschlossen.
Können Sie mir sagen, wie häufig ein derart früher Schwangerschaftsdiabetes ist und was das für die weitere Behandlung nach der Schwangerschaft und bei einer möglichen 3. Schwangerschaft bedeutet?

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Guten Tag, Frau M.,nachdem, was Sie schildern, liegt der Verdacht nahe, dass Sie schon vor der 2. Schwangerschaft eine Glukosetoleranzstörung hatten. Bei ca. 4% der Frauen bleibt der Schwangerschaftsdiabetes weiter bestehen, besser gesagt er wandelt sich in einen manifesten Diabetes um. Ist denn nach der ersten Schwangerschaft ein Zuckerbelastungstest/oraler Glukosetoleranztest durchgeführt worden? Interessant wäre auch zu wissen, ob Sie eine Langzeitblutzuckerbestimmung hatten? Wichtig ist neben einer adäquaten Therapie in dieser Schwangerschaft, dass Sie ca. 6-8 Wochen nach der Schwangerschaft einen oGTT durchführen und wenn dieser normal ist, etwa alle 2-3 Jahre wiederholen. Außerdem sollte in einer evtl. 3. Schwangerschaft wieder früh, also im 1. Trimenon, vor 24 Wochen getestet werden.Alles gute für die Schwangerschaft,Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Michaela fragt: 

Sehr geehrter Herr Dr. Stupin,

ich bin jetzt 32 Jahre alt und schwanger. Meine Frauenärztin hat einen SAchwangerschaftsdiabetestest bei mir gemacht und das Ergebnis war 190 mg/dl. Sie meinte ich solle dringend auf meine Ernährung achten und mich viel bewegen. Können Sie mir einen Tipp geben, was ich bei der Ernährung zu beachten habe und wie ich die Werte in den Griff bekomme? Sie hatte nicht die Zeit mich ausführlich zu beraten und hat mich auf das Internet verwiesen (!). Ehrlich gesagt bin ich aber sehr unsicher und möchte nichts falsch machen.
Gruß
Michaela

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Liebe Frau Wörner,Sie schreiben leider nicht, welcher Test bei Ihnen gemacht wurde...ein 50-g Test? Hier sollte eigentlich noch ein oraler Glukosetoleranztest angeschlossen werden. Oder war der 1-h-Wert des oGTT bei 190? In beiden Fällen ist aber das Ergebnis zu hoch.Wenn Ihre Frauenärztin leider nicht genügend Zeit hat, holen Sie sich umgehend Hilfe etweder bei einem Diabetologen/-in oder in der Spezialsprechstunde einer Frauenklinik. Dort wird man Sie ausführlich beraten bzw. schulen. Sie sollten regelmäßig Blutzucker messen, Ihre Ernährung umstellen und auf ausreichend Bewegung achten. Aber all dies muss vor Ort besprochen werden.Ich wünsche Ihnen alles Gute, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Rüdiger L. fragt: 

Guten Tag!
Meine Frau ist nun in der 33. SSW und hatte bei dem OGTT-Test einen zu hohen Wert. Wir konnten den mit der Ernährung etc. nicht in den Griff bekommen, sodass uns jetzt nach Wiederholung des Tests der Frauenarzt empfohlen hat, einen Diabetologen aufzusuchen und evtl. eine medikamentöse Behandlung zu machen. Er sprach von Metformin. Nun habe ich aber gelesen, dass das in der Schwangerschaft bedenklich ist und nur in Ausnahmesituationen empfehlenswert ist. Was halten Sie davon und gibt es evtl. noch andere Möglichkeiten? Wir wollen das Kind ja nicht unnötig belasten und etwas riskieren.
Viele Grüße
Rüdiger L.

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrter Herr L.,ich kenne die Blutzuckerwerte Ihrer Frau nicht, aber wenn diese mit Ernährung nicht normalisiert werden können und auch das Kind in der Ultraschalluntersuchung zu groß gemessen wird, sollte zusätzlich medikamentös therapiert werden.Aber: Metformin ist in der Schwangerschaft in Deutschland nicht zugelassen! Und man würde es auch auf keinen Fall neu in der Schwangerschaft ansetzen.Hier bietet sich Insulin an, das bewährt ist und keinerlei Nebenwirkungen auf das ungeborene Kind hat.Ob diese Therapie aber notwendig ist, sollte durch einen Diabetologen/-in oder in einer Spezialsprechstunde einer Frauenklinik entschieden werden.Beste Grüße, auch an Ihre Frau, Jens Stupin

Betreff: Chat Stupin

Rachel fragt: 

Meine Frage an Sie: Meine Hebamme sagte mir, dass ich den Schwangerschaftstest nicht machen bräuchte weil ich kein Risikopatient wäre. Also ich nicht übergewichtig, in meiner Familie kein Diabetes und ich auch noch kein übergewichtiges Kind zur Welt gebracht habe. Was meinen Sie? Ich bin 28 Jahre alt und wurde von meiner Frauenärztin auch noch nicht als "Risikoschwangere" eingstuft. Hängt das damit evtl. dann auch zusammen und wird sie den Test dann ggf. nicht machen? Ich bin jetzt in der 18.Schwangerschaftswoche. Der test würde ja noch anstehen. Soll ich den trotzdem machen? Oder hat meine Hebamme recht und ich brauch den gar nicht?
Rachel

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Rachel,ein Schwangerschaftsdiabetes kann auch auftreten, wenn keine sichtbaren Risikofaktoren vorhanden sind. Und: er ist symptomlos, wird also erst bemerkt, wenn z.B. das Kind zu groß ist. Soweit sollte es aber nicht kommen.Deshalb wird seit 2012 ALLEN Schwangeren in Deutschland ein Blutzuckerscreening zw. 24 und 28 Schwangerschaftswochen angeboten. Das ist nicht aufwendig, kann im Falle eines negativen Ergebnisses auch zur Beruhigung beitragen. Und wenn eine Diabetes vorliegt, können Sie mit Ernährungsumstellung und Bewegung sehr viel bewirken. Sie sollten dieses kostenlose Angebot also unbedingt nutzen, für die Gesundheit Ihres Kindes und für sich selbst!Alles Gute, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Peter fragt: 

Ich habe mal eine dumme Frage: Kann jemand, der Diabetes hat, auch Schwangerschaftsdiabetes bekommen? Er hat doch schon Diabetes??

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Peter,keine Sorge, dumme Fragen gibts hier im Chat grundsätzlich nicht!Eine Frau, die einen vor der Schwangerschaft bestehenden Diabetes hat, also Typ 1 oder Typ 2 Diabetes, muss nach Eintritt der Schwangerschaft unter Beachtung der dann vorliegenden besonderen Gegebenheiten weiter therapiert werden. Aber Sie haben Recht: einen Schwangerschaftsdiabetes im eigentliche Sinn kann sie nicht bekommen.Man spricht also richtigerweise nicht von einem "Schwangerschaftsdiabetes" sondern von einem "Diabetes in der Schwangerschaft".Beste Grüße, Jens Stupin

Betreff: nehme zu trotz wenig essen und gute werte warum

Jenny fragt: 

hallo mein problem ist ich habe gute werte ernähre mich gesund ess nicht viel am tag aber nehme trotzdem zu und spritze regelmässig was kann die ursache sein und wie vermeide ich das

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Jenny,eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist ganz normal, da ja Ihr Kind wächst, die Fruchtwassermenge und auch der Mutterkuchen größer werden. Durch eine gute Einstellung Ihres Schwangerschaftsdiabetes vermeiden Sie ungünstige Folgen, z.B. dass Ihr Kind zu schwer wird (Makrosomie) oder nach der Gburt eine Unterzuckerung bekommt.Abhängig von Ihrem BMI sollte die Gewichtszunahme allerdings bestimmte Werte nicht überschreiten. Sind Sie eher untergewichtig bzw. normalgewichtig, können Sie bis zu 16-18 kg zunehmen. Wenn Sie eher übergewichtg sind, wird eine Zunahme von höchstens 9-11 kg empfohlen.Alles Gute für Ihre Schwangerschaft, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Anna L. fragt: 

Hallo,
ich habe die Schilddrüsenkrankheit Hashimoto. Nehme dafür L-Thyroxin 75 täglich ein. Ich habe gehört dass das eine Schwangerschaft evtl. erschwert. Stimmt das? Habe auch Angst das dadurch die gefahr für Schwangerschaftsdiabetes steigt? Ist das so?
Gruß
Anna Lisa S.

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Frau S.,ja, in der Tat gibt es einen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Schwangerschaftsdiabetes!Wichtig ist grundsätzlich, dass Sie ausreichend mit L-Thyroxin therapiert werden und regelmäßig Ihre Schilddrüsenwerte (T3, T4, TSH) kontrolliert werden, um ggf. die Dosierung anzupassen. Auf jeden Fall sollten Sie das Blutglukosescreening zwischen 24 und 28 Schwangerschaftswochen durchführen lassen, um einen möglichen Diabetes rechtzeitig zu erkennen.Beste Grüße, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Birga N. fragt: 

Guten tag Herr Stupin,

ich habe mich vor dem Schwangerschaftsdiabetes-Test nicht ausführlich darüber informiert, wie er gemacht wird. Jetzt habe ich gelesen, wie der abläuft und festgestellt dass die Hälfte der Testbedingungen bei mir gar nicht eingehalten wurden.
Also:
1. ich wurde gar nicht darüber gar nicht informiert, dass ich meine L-Thyroxin Tablette vor dem Test nicht nehmen darf. Ich habe sie aber genommen weil ich die immer morgens nehme.
2. ich hatte in den Tagen vor dem Test viele Süßigkeiten gegessen weil ich leider unter Heißhungerattacken leide.
3. Mir wurde empfohlen während der Wartezeit zu liegen – was ich dann auch tat.

Kann man bei so vielen Fehlern dann noch von einer richtigen Diagnose ausgehen?
Viele Grüße
Birga N.

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrte Frau N.,in der Tat muss der oGTT unter Standardbedingungen durchfgeführt werden, d.h. zum Beispiel- nüchtern sein (8 Stunden Nahrungskarenz)- keine Einnahme von Medikamenten wie L-Thyroxin am Morgen vor dem Test- die Schwangere muss sitzen, darf nicht liegen oder herumlaufen. - vor dem Test sollte eine normale Kohlenhydrataufnahme stattfinden, also auf keinen Fall eine Kohlenhydratreduktion/Diät.Siehe auch die Leitlinie "Gestationsdiabetes" auf der Website der Diabetesgesellschaft zum Nachlesen!Insofern sind bei Ihnen mind. 2 Bedingungen nicht optimal gelaufen. Deshalb: Lassen Sie im Zweifelsfall den Test noch einmal und dann richtig wiederholen!Viele Erfolg dabei, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Stefanie R. fragt: 

Hallo Herr Dr. Stupin,
ich bin 30 Jahre alt und seit ca. 10 Jahren Typ 1-Diabetikerin. Mein Partner und ich möchten gerne unseren Kinderwunsch in den nächsten 2 Jahren verwirklichen.
Ergänzend zu den Fragen von Susanne (Welche Vorbereitungen sollten getroffen werden? Soll ich die Pille schon ein Jahr zuvor absetzen?
Ist es sinnvoll auf eine Pumpe umzustellen?) interessiert mich, ob Sie den Einsatz eines CGM oder FGM während der Schwangerschaft empfehlen würden.
Welchen HbA1C-Wert sollte ich vor der Schwangerschaft erreichen, um dem Baby am wenigsten zu schaden?
Danke im Voraus für ihre Antwort!

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Frau R.,optimal wäre es, wenn Sie mit einem HbA1c zwischen 6 - 6,5% in die Schwangerschaft starten, um das Risiko für Fehlbildungen zu minimieren. Ob sich das erreichen läßt, werden Sie sicher mit Ihrem Diabetologen/-in klären können. Auch, ob er eine kontinuierliche Glukosemessung bei Ihnen für richtig hält. In der Tat und auch in Studien ist gut belegt, das dies vielen Schwangeren zu einer normnahen Einstellung verhilft und auch Hypos vermeiden hilft.Viele Erfolg, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Alexandra fragt: 

Lieber Herr Stupin,
ich bin schwanger und habe Angst vor Schwangerschaftsdiabetes weil ich übergewichtig bin und auch in meiner Familie Diabetes vorkommt. Jetzt habe ich gehört, dass man durch Stillen das Risiko, nach einem Schwangerschaftsdiabetes an Diabetes zu erkranken, minimieren kann. Stimmt das? Und wenn ja, wie wahrscheinlich ist das und wie lange sollte man stillen?
Alexandra

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Liebe Alexandra,

machen Sie sich bitte zunächst keine größeren Sorgen! Sicherlich ist Übergewicht ein Risko für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes. Aber daran ist jetzt erst einmal nichts mehr zu ändern. Sie können aber sehr viel für sich selbst und auch Ihr Kind tun: eine gesunde Ernährung, was nicht Diät bedeutet, ist ganz wichtig. Dazu berät Sie sicher Ihr Frauenarzt/ärztin gern, Sie finden auch viel Literatur dazu wie z.B. von M. Krüger „Genussvoll leben mit Schwangerschaftsdiabetes“. Außerdem sollten Sie auch auf ausreichend Bewegung (z.B. tgl. Spazierengehen) achten.
Nach der Schwangerschaft ist Stillen sehr gut, sowohl für Sie, weil es bei der Gewichtsabnahme hilft und auch vor einem Umschlagen des Schwangerschaftsdiabetes in einen Typ 2 Diabetes schützt. Und weil es Ihrem Kind guttut, vor Übergewicht, Diabetes und auch Allergien im späteren Leben schützen kann. Die Nationale Stillkommission in Deutschland empfiehlt ein ca. 4-6 monatiges ausschließliches Stillen.

Viel Freude dabei und auch an Ihrer Schwangerschaft, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Petra fragt: 

Lieber Herr Dr. Stupin,
ich bin in der 25. SSW und habe gerade den Test zur Schwangerschaftsdiabetes gemacht. Jetzt habe ich gelesen, dass die Schwangere dabei während der Untersuchung auch noch einmal Blut abgenommen bekommt und der Test eigentlich über zwei Stunden geht. Bei mir ging das nur eine Stunde und es wurde auch zwischendurch nicht noch einmal kontrolliert. Haben die etwas was falsch gemacht und sollte ich den Test lieber wiederholen? Es war alles ok, aber vielleicht hätte der Test nach zwei Stunden auch anders ausgesehen als nach einer Stunde????
Was empfehlen Sie mir?
MfG
Petra

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrte Frau S.,Sie haben wahrscheinlich wie die meisten Schwangeren in Deutschland einen 50-g Screeningtest als Vortest erhalten. Dabei wird im nichtnüchternen Zustand nach einer Stunde nur eine Blutentnahme durchgeführt. Insofern lief alles korrekt. Wenn der Wert o.k. ist, also unter 135 mg/dl, besteht kein Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes. Wäre der Test höher ausgefallen, hätte man bei Ihnen den sog. oralen Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt, der aus 3 Blutabnahmen besteht. Also bitte keine unnötigen Sorgen machen.Beste Grüße, Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Jolana fragt: 

Ich hatte 2012 meine erste Entbindung und auch Schwangerschaftsdiabetes. Da der leider nicht rechtzeitig erkannt wurde, kam mein Kind mit zu hohem Gewicht zur Welt (4800 g). Ich bin jetzt wieder schwanger (20. SSW) und mein jetziger Frauenarzt meinte, dass ich gleich den OGTT-Test machen solle. Bin ich mit dem Test auf der sicheren Seite? Oder sollte ich weil ich ja "vorgeschädigt" bin noch einen anderen Test machen? Worauf soll ich noch achten? ich will diesmal nix falsch machen und wäre um einen Tipp von Ihnen sehr dankbar.
Herzliche Grüße
Jolana

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Liebe Jolana,durch die vorangegangene Schwangerschaft haben Sie ein Risiko und deshalb ist es richtig, auch jetzt schon zu testen.Vor 24 Schwangerschaftswochen empfehlen wir eine Nüchternglukosebestimmung oder eine Gelegenheitsglukosemessung. Im individuellen Fall, auch bei Ihnen, kann aber schon jetzt ein oGTT durchgeführt werden.Ist dieser pathologisch, kann früher mit einer Therapie begonnen werden, was sicher vorteilhaft ist. Sollte dieser allerdings normal ausfallen, sollten Sie sicherheitshalber den oGTT zwischen 24 und 28 Schwangerschaftswochen wiederholen lassen.Eine gute Schwangerschaft wünscht Ihnen Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Isabella fragt: 

Ich bin übergewichtig (wiege 105 kg und bin 1,72m groß). Mein Mann und ich haben schon lange einen Kinderwunsch. Aber meine Frauenärztin meinte ich soll erstmal abnehmen. Ich schaffe das aber leider nicht dauerhaft (JoJo-Effekt). Ich sehe doch auch so viele übergewichtige Frauen, die Kinder bekommen. Können wir das trotzdem angehen und wenn ich mich sehr gesund ernähre etc. auch Schwangerschaftsdiabetes vermeiden? Es hat doch nicht jede füllige Frau kranke Kinder!!!

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Hallo Isabella,sicher wäre eine Gewichtsabnahme vor Schwangerschaftseintritt günstig für den Schwangerschaftsverlauf, und Sie könnten damit möglicherweise auch einen Schwangerschaftsdiabetes und weitere Komplikationen vermeiden. Aber verrücktmachen sollten Sie sich natürlich nicht lassen. Mit gesunder Ernährung, die durchaus schmecken kann! und auch ausreichend Bewegung, z.B. regelmäßiges Schwimmen können Sie trotzdem einiges erreichen. Und vielleicht schmelzen dadurch dann von ganz allein einige Pfunde. Auf jeden Fall sollten Sie gut in der Schwangerschaft betreut werden und einen Glukosescreeningtest durchführen lassen.Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren, Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Mareike fragt: 

Ich habe Schwangerschaftsdiabetes und muss jetzt über die Ernährung steuern. meine Ärztin sagte dass ich das über zwei Wochen machen soll und dann mit ihr auswerte. Ich soll Tagebuch machen und alles aufschreiben was ich esse und mich messen. Ich habe die letzte Woche einmal Nudeln mit Bolognese-Sauce gegessen und danach 195mg/dl gehabt. Dann hatte ich am nächsten Tag Fisch und Reis. Danach 148 mg/dl. Am übernächsten Tag dann wieder nach einem großen belegten baguette (mit Käse, Sauce, Grurken und Tomaten) 166 mg/dl. Das ist alles etwas hoch und ich weiß nicht warum weil ich ja ganz gesund gegessen habe. Oder ist das zu ungesund??? Worauf soll ich achten? Soll ich deswegen doch gleich zur Ärztin? Oder bis Ende nächste Woche warten, wenn ich hin soll?

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrte Frau N.,zur Blutzuckerselbstmessung gehört natürlich auch das Austesten von Grenzen. Insofern sind die Erfahrungen, die Sie soeben machen sehr wertvoll.Sie haben richtig erkannt, dass nicht alles, was gesund aussieht, auch im Falle eines Schwangerschaftsdiabetes gesund ist: Nudeln, Baguette, Reis haben viele Kohlenhydrate und lassen den Blutzucker in die Höhe schnellen.Das bedeutet nicht, dass Sie keine Kohlenhydrate mehr essen sollen, aber vielleicht etwas weniger oder z.B. eher Dunkles/Vollkornbrot statt Baguette. Ihr Arzt hilft Ihnen sicher mit Tipps zur Ernährung, auch Bücher wie z.B. "Genussvoll leben mit Schwangerschaftsdiabetes" von M. Krüger können hilfreich sein.Setzen Sie einfach schon einmal einiges davon um und gehen dann mit Ihren Messwerten zur Ärztin, die weiteres, u.a. auch einen Ultraschall des Babys veranlassen wird.Viel Erfolg und eine schöne Schwangerschaft Ihr Jens Stupin

Betreff: Schwangerschaft und Diabetes

Rupert S. fragt: 

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind nach einem Schwangerschaftsdiabetes auch Diabetes bekommt?

 

Dr. med. Jens Stupin antwortet: 

Sehr geehrter Herr S., eine sehr gute Frage, aber leider nicht so einfach mit Wahrscheinlichkeiten und Prozenten zu beantworten. Dafür ist das gesamte Krankheitbild Diabetes zu komplex und von zu vielen Einflussfaktoren abhängig.Auf jeden Fall ist das Risko im Kindesalter durch Schwangerschaftsdiabetes der Mutter Diabetes zu bekommen, nicht erhöht. Anders sieht es im späteren Leben aus: Langzeitstudien haben gezeigt, dass ein Risiko besteht. Wie hoch dies ist, kann aber niemand sagen, weil hier viele Störgrößen miteinfließen. So spielt es u.a. eine Rolle, ob eine Schwangere zusätzlich übergewichtig ist, wie gut oder überhaupt der Diabetes behandelt wird usw. Und natürlich auch Lebensstilfaktoren (gesunde Ernährung, Bewegung etc.) im späteren Leben.Unter dem Stichwort "Perinatale Programmierung" können Sie viel Spannendes dazu finden.Beste Grüße, Ihr Jens Stupin