Rund um die Diabetestherapie

Experten-Chat mit Prof. Dr. Thomas Haak

Am 10. Dezember 2015 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Thomas Haak zum Thema "Rund um die Diabetestherapie" statt.  Er beantwortet Ihre Fragen live zwischen 18 und 20 Uhr.

Prof. Thomas Haak
Prof. Thomas Haak, Bad Mergentheim

Prof. Dr. Thomas Haak

Finanzvorstand
 
Chefarzt der Diabetes Klinik am Diabetes Zentrum Mergentheim
Diabetesklinik Bad Mergentheim
Theodor-Klotzbücher-Str. 12
97980 Bad Mergentheim
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Behandlung von Diabetes Typ II mit koerpereigenen Stammzellen in Deutschland

Jan S. fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Auf dem Gebiet der Forschung zur Behandlung von Diabetes Typ II mit koerpereigenen Stammzellen hat sich ja in den letzten Jahren einiges getan. Meine Frage: Gibt es anerkannte Kliniken (jenseits dubioser Frischzellen-Zentren), die Patienten eine entsprechende Therapie anbieten? Fuer entsprechende Hinweise und ggf. Kontaktdaten waere ich sehr dankbar!

Hochachtungsvoll,
Jan S.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr S.,

der Typ 2-Diabetes kann mit Stammzellen nicht behandelt werden, da kein Mangel an Insulin-produzierenden Zellen vorliegt, der durch Stammzellen behoben werden kann. Es liegt ein Insulinwirkverlust vor, der einer Therapie mit Medikamenten in Tablettenform zugänglich ist.Bei Typ 1-Diabetes fehlen die Insulin-produzierenden Zellen und diese könnten durch Stammzellen ersetzt werden. Daran wird geforscht, aber ob dieser Ansatz einmal klinische Routine wird, ist fraglich.Herzliche GrüßeIhrProf. Dr. Thomas Haak

Betreff: Diabetes Typ 1 und Pflegestufe

Helmut V. fragt: 

Meine Frau,86 Jahre alt und seit 45 Jahren Diabetiker Typ 1 hat einen sehr komplizierten Diabetes. Die Werte müssen 5 mal täglich gemessen und entsprechend gespritzt werden. Seite einigen Jahren kann das meine Frau nicht mehr alleine da sich die unzähligen Unterzuckerungen doch auf
das Gedächtnis auswirken. Neben weiteren Krankheiten und Gebrechen habe ich jetzt Pflegestufe 1 beantragt.Diese ist abgelehnt worden.Ich habe widersprch eingelegt da die Diabetes-Probleme überhaupt nicht bewertet wurden.

Es ist mir bekannt, dass bei Kindern mit Diabetes Typ 1 das Sozialgericht Hamburg sogar Pflegestufe 2 festgestellt hat.
Meine Frau ist mit ihren 86 Jahren Kindern von 10 gleichgestellt. Frage:Gibt es Hinweise oder Publikationen die meinen Standpunkt stützen können ?
Danke für Info!

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr V.,

Pflegestufe 1 ist in dem Fall Ihrer Frau aus meiner Sicht vollkommen gerechtfertigt. Legen Sie also Widerspruch ein und ziehen Sie gegebenenfalls einen Rechtsanwalt hinzu.Herzliche GrüßeIhrProf. Dr. Thomas Haak

Betreff: Rund um die Diabetestherapie

Herr G. fragt: 

wird man nicht nach 10 Jahren Methformineinnahme etwas resistent dagegen, sollte man mal wechseln?

 

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr G.,

nein, man wird nicht dagegen resistent, aber der Diabetes ist eine fortschreitende Krankheit, die im Verlauf weitere Medikamente erforderlich macht. Metformin bleibt aber auch im weiteren Verlauf stets als Basistherapie im Behandlungskonzept, es sei denn, es ergeben sich Kontraindikationen.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Metformin

Wolfgang K. fragt: 

Meformin ist ja mit Abstand das gängiste Medikament zu Diabetes II.

Kann meine Information zutreffen, dass dieses aber nur in rund 50% hilft, also nie bei allen Kranken.

Viele Grüße
aus Bayern
Wolfgang K.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

LIeber Herr K.,

Metformin ist das perfekte Medikament zur Erstbehandlung des Typ 2-Diabetes, weil es die Insulinresistenz in der Leber günstig beeinflusst. Es muss aber langsam aufdosiert werden, damit es keine Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt gibt. Wenn Metformin im Verlauf des Diabetes nicht mehr ausreicht ist es ein idealer Kombinationspartner für ein zweites Medikament.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Rund um die Diabetestherapie

Werner fragt: 

Hallo Herr Professor Hack,

vielen Dank, dass Sie sich unseren Fragen im Chat stellen. Ich bin Diabetiker Typ 2 seit Dez. 2007. Beide Großmütter, Vater und Mutter waren bzw. sind Diabetiker Typ 2. Seit 2. Januar 2015 spritze ich Langzeitinsulin Tojeo, seit ca. Juli/August 2015 wurde Janumet abgesetzt dafür spritze ich seither Mahlzeiten Insulin Humalog Lispro. Blutzuckermessgerät Abbott Freestyle InsuLinx, das einzige mir bekannte Blutzuckermessgerät mit Bolusrechner. Mein HBA1C Wert am 28.10.2015 war mit 6,65 soweit in Ordnung. Die Werte vor dem Mittagessen of zu niedrig, manchmal unter 80 und auch unter 70. Die Werte Nachmittags sind meist mit 120 - 140 in Ordnung.

Meine Nüchternwerte sind mit 150 - 160 erhöht, ähnliche Werte habe ich auch Abends nach dem Abendessen, bzw. vor dem Bett gehen. Daher sind wir am überlegen, ob wir Tojeo absetzten sollten und dafür Levemir/Detemir mit einer Wirkungszeit von 18 - 20 Std. einsetzen sollten. Wenn ich zum Beispiel Abends um 17 Uhr Levemir spritzen würde,dies wirkt dann bis ca. 11 Uhr des nächsten Tages. NPH-Insulin Verzögerungsinsuline Wirkdauer ca. 8 Std. empfiehlt man meines Wissens nicht mehr. Welches Basisinsulin würden Sie mir empfehlen, weiter Tojeo? Detemir/Levemir? NPN Verzögerungsinsulin? Was würden Sie mir vorschlagen? Diabetes Journal im Abo, Mitgleidschaft in Diabetesde selbstverstädlich, Meine Frau und ich sind Diabetesde Mitglied im LV Rheinland-Pfalz, meine Frau ist keine Diabetikerin. Die Podologin kommt ca. 1 Mal im Monat ins Haus und macht unsere Füsse. Für Hande und Füsse nutzen wir nur Allpresan Produkte. Allpressan zieht als einziges Produkt sofort ein.

Vielen Dank für Ihre Rückantwort im Voraus.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr S.,

das ist ja perfekt bei Ihnen. Alles was man für einen guten Umgang mit Diabetes machen kann, haben Sie getan. Toujeo ist schon das richtige Insulin. Sie sollten es gegen 22.00 Uhr spritzen und die Dosis so weit erhöhen, dass die Nüchternwerte zwischen 80 und 120 liegen. Wenn Sie mittags zu tief sind, muss das Insulin zum Frühstück reduziert werden. Dann sollte es klappen.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Rund um die Diabetestherapie

Fritz fragt: 

Hallo,
gegenwärtig habe ich einen HbA1C von 6,7.

Ich bin männlich, 68 Jahre alt, rauche und trinke nicht, treibe viel Sport und bin gesund (Augen, Schlagadern, Herz, Nieren etc).

Meine Hausärztin meint, dass ich schon jetzt mit Medikamenten behandelt werden muss.
Wenn ja welcher HbA1C Wert sollte das Ziel sein?

Ich bin etwas unsicher, da in den Versorgungsleitlinien ein HbA1c Korridor von 6,5 bis 7,5 angegeben ist.

Ich bitte Sie sehr um Ihre Meinung.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr H.,

aktuell ist Ihr Diabetes diätetisch gut eingestellt und daher brauchen Sie noch keine Medikamente. Achten Sie jedoch darauf, dass auch der Blutdruck und die Blutfette gut eingestellt sind. Sollte der HbA1c weiter steigen, dann folgen Sie aber dem Rat Ihrer Ärztin.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Diabetes Typ 1

Gabriele K. fragt: 

Hallo. Mein Sohn hat das Down-Syndrom und Diabetes Typ 1 seit 8 Jahren. Er wohnt seit kurzem in einem Wohnhaus. Seine Zuckerwerte sind seit ca. 1 Jahr in der Früh erhöht(125 bis 170). Mancmal ist die letzte Messung vor dem Schlafen gehen um 18.30 oder 19.00. Meiner Meinung nach ist das zu früh. Zu Hause messen wir ca. um 21.00 das letzte Mal. Manchmal beträgt der letzte Wert vor dem Schlafen gehen zw. 85 - 95. Meiner Meinung nach ist das zu nieder. Ist das korrekt?

Mit lieben Gruß, Gabriele K.-L.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Frau K.-L.,

morgens ist der Wert etwas zu hoch und vor dem Zubettgehen sollten die Werte höher sein (ca. 120 mg/dl). Der Blutzucker sollte gegen 22.00 gemessen werden und dann sollte auch das Insulin gespritzt werden. Wenn das aus betreuungstechnischen Gründen nicht geht, muss ggf. das Basisinsulin oder die Insulindosierung geändert werden, um bessere Nachtverläufe zu erzielen.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Dieabetes Typ II/Nüchternzucker

Hans M. fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein behandelnder Arzt meint, Nüchternzückerwerte zwischen 135 und 150 seien nicht tragisch, wenn der HBA1-Wert 6,7 oder 6,9 beträgt. Aber diese Werte habe ich nun seit ca. 6 Monaten und mit den restlichen Tageswerten wie Vor-oder Nach dem Essen sind in Ordnung. Meine Bitte nach Basalinsulin für die Nacht lehnt mein Arzt ab. Ich denke an Wechsel des Arztes.

Mit freundlichen Grüßen
Hans M.

P.S. Mein Alter: 76 Jahre.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr M.,

Sie müssen nicht gleich den Arzt wechseln. Er hat vermutlich aufgrund Ihres Alters Bedenken gegen Insulin. Falls Sie schon Diabetestabletten einnehmen und ihre Morgenwerte dennoch etwas zu hoch sind, hätte ich nichts gegen 6 bis 8 Einheiten eines Basisinsulins, schon gar nicht, wenn der Patient darum bittet. Reden Sie doch noch einmal mit Ihrem Arzt.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Auto-Antikörper Insulin IgG AK (RIA)

Hans-J. S. fragt: 

Ich bin seit 54 Jahren Typ1-Diabetiker. Seit 2001 habe ich eine Insulinpumpe. Meine HbA1c - Werte liegen zwischen 6,0 und 6,5%. Sorgen machen mir jedoch, die in den letzten Jahren ständig steigenden Antikörperwerte (derzeit 29,0 U/ml ). Referenzwert: 0,4 U/ml. Auch der Wechsel 2012 von Apidra auf Humalog brachte keine Verbesserung.Obwohl mein Stoffwechsel relativ gut läuft, mache ich mir Sorgen ob diese extrem hohen Werte eine klinische Bedeutung haben. In letzter Zeit habe ich auch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den Fingergelenken. Könnte dies im Zusammenhang mit den Antikörpern stehen?

Vielen Dank und freundliche Grüße
Hans-J. S.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr S.,

Sie müssen sich wegen der Antikörper keine Sorgen machen, da die Antikörper keinen Einfluss auf die Insulinwirkung haben. Auch mit den Gelenken stehen sie in keinem Zusammenhang. Daher machen auch weitere Messungen der Antikörper keinen Sinn. Die Schmerzen der Gelenke sind eine typische Folgeerkrankung des langjährigen Diabetes, man nennt diese Limited-joint-mobility. Die Behandlung ist schwierig, wenn es zu schmerzhaft ist, kann man nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen versuchen, sofern hierfür keine Gegenanzeigen vorliegen.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Harnwegsinfektion, die 3. !!

Gudrun E. fragt: 

Hallo, unser Sohn (seit 3,5 Jahren Typ I Diabetiker) hat jetzt die 3. Harnwegsinfektion innerhalb von 7 Wochen ( auch mit Restharn, nach der letzten Antibiotika Behandlung noch 40 ml). Der Urologe sagt pauschal, das kommt vom Diabetes. Ich mache mir große Sorgen und denke, das muss doch mal abschließend geklärt werden.
Was schlagen Sie vor ? Vielleicht doch mal in die Klinik ?

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Frau E.,

hier muss die Ursache für den Harnwegsinfekt dringend geklärt werden. Dies alleine dem Diabetes zuzuschieben reicht nicht aus. Sprechen Sie daher noch einmal mit Ihrem Urologen und holen Sie sich, falls erforderlich, eine Zweitmeinung ein.Sollte der Diabetes wirklich sehr schlecht eingestellt sein, muss natürlich auch die Einstellung optimiert werden.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Diabetes und Drogen

Emily fragt: 

Guten Tag,

Ich arbeite in einer akzeptanzorientierten Drogenberatungsstelle in Leipzig und habe von einem anonymen Konsumenten eine Frage gestellt bekommen zu deren Beantwortung ich dringend Hilfe brauche.
Ich hoffe sehr Sie können mir helfen, da Ich im verlauf meiner Recherchen doch auf einige mögliche Zusammenhänge zwischen Konsum und Krankheitsbild gestoßen bin.

Die betroffene Person hat Typ 1a Diabetes und möchte wissen wie sich die gelgentliche (jedoch recht regelmäßige) Einnahme von GHB in Verbindung mit dieser Krankheit auswirkt.

Laut meinen Recherchen ist es nun so, dass die Ursache der Krankheit ja in einer Unterfunktion der Schilddrüse liegt. GHB ist ein dem Körpereigenen GABA ähnlicher Stoff welcher dessen Symptome verstärkt. Da GABA sowie Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert werden, GABA aus Glutamat gebildet wird und Glutamat ja den Insulinausstoß fördert, ist nun die Frage ob diese Dinge miteinander in Zusammenhang stehen und wenn ja inwiefern?
In meinen Augen stellt sich eben die Frage ob GABA sozusagen dominanter bei der Produktion ist und daher noch weniger Insulin selbst produziert werden kann o.ä..

Ich habe bereits gelesen das Diabetes und Nierenprobleme bspw. in Zusammenhang stehen, welches einer der Beschriebenen Symptome ist. Der Blutzuckerwert ist nun leider ebenfalls oft zu hoch, was wohl vor dem Konsum selten der Fall war.

Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir weiter helfen könnten da Ich die biologischen und chemischen Prozessse unseres Körpers dahingehend leider nicht genügend einschätzen kann.

MfG, Emily

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Frau S.,

Ihr Klient hat Typ 1-Diabetes und somit gar keine eigene Insulinproduktion mehr. Die Einnahme von GHB als Rauschmittel kann den eigenverantwortlichen Umgang mit Diabetes stark beeinträchtigen und zu schwerem Über- oder Unterzucker führen. Dies kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden, so dass es bei Diabetes unumgänglich ist, einen Entzug zu machen. So lange sollte der Konsument nicht alleine sein, wenn GHB konsumiert wird.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Unterzuckerung

Harald S. fragt: 

Habe 156 zucker Nüchtern habe 2 große Tassen Kaffee getrunken und 2 Scheiben Tost mit Wurst und Käse gegessen bin dann mit dem Rad 2,6 km gefahren und bin in den unterzucker gefallen, dass mich der Notarzt 2 mal zurück hollen mußte. bin Diabetiker 2 was habe ich falsch gemacht?
(ich bin Radrennsportler und suche einen ernärungsplan für Radrennsportler)

Mfg. H.S.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Lieber Herr S.,

das kommt ganz auf die Therapie an. Insulin muss vor Sport deutlich reduziert werden. Tabletten, die zu Unterzuckerungen führen können, sollten gar nicht mehr verwendet werden. Bei längerem Sport brauchen Sie Zusatz-Kohlenhydrate. Lassen Sie sich daher von Ihrem Diabetes-Team umgehend beraten, denn Unterzuckerung und Radsport ist brandgefährlich.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Betreff: Rund um die Diabetestherapie

Janina fragt: 

Hallo

Mein vater hat Diabetes 2 und ist 72 jahre alt. Er hat einen Langzeitwert von 6.7 und fühlt sich ansich wohl. Aber seit kurzem hat er ein Kribbeln in den Füßen. Er hat das noch nicht beim Arzt angesproichen weil er dachte das geht vorbei. Jetzt ist es aber schon 2 Wochen so. kann er trotz guter Werte Neuropathie haben?

Viele Grüße
Janina

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Janina,

es gibt viele Gründe für eine Neuropathie und das Kribbeln. So können auch Alkohol, schädliche Substanzen wie Lacke, Pflanzenschutzmittel und so weiter für das Kribbeln verantwortlich sein. Wenn das Kribbeln nur leicht ist, muss es nicht behandelt werden, falls nicht gibt es gute Medikamente, die die Beschwerden lindern.Herzliche GrüßeIhrProf. Dr. Thomas Haak

Betreff: Rund um die Diabetestherapie

Mrabelle N. fragt: 

Guten Abend,

ich bin 56 und habe Typ 2 Diabetes. Ich habe aktuell gelesen dass metformin die Darmflora verändert. ich habe auch Morbus Crohn seit einem jahr diagnostiziert und nehme Metformin schon seit acht Jahren etwa. Kann das damit zusammenhängen?

Freundliche Grüße
Mirabelle N.

Prof. Dr. Thomas Haak antwortet: 

Liebe Frau N.,

Metformin verändert nicht die Darmflora. Zu Therapiebeginn macht Metformin bei einigen Patienten Beschwerden wie Blähungen und Durchfall. Diese Beschwerden geben sich jedoch im weiteren Verlauf. Der Morbus Crohn macht ähnliche Beschwerden. Wenn Sie unsicher sind, tauschen Sie in Absprache mit Ihrem Arzt Metformin vorübergehend gegen eine andere Therapie. Sollten sich Ihre Probleme dann bessern, wäre Metformin dauerhaft gegen eine andere Therapie einzutauschen. Ansonsten können Sie Metformin weiter einnehmen.

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. Thomas Haak

Mirabelle N. fragt:

Vielen Dank für Ihre Antwort. Kurz noch datzu: Dass Metformin die darmflora verändert habe ich aktuell im Diabetes Ratgeber gelesen: www.diabetes-ratgeber.net/Medikamente/Metformin-veraendert-die-Darmflora-507135.html

Was halten Sie von dieser Erkenntnis? Dann kann es doch schon sein, dass die darmbakterien sich zu Ungunsten meiner Flora entwickelt haben und Morbus Crohn verursacht haben oder?

Viele Grüße

Mirabelle N.

Professor Haak:

Sie haben Recht, die Darmflora wird von vielen Wissenschaftlern untersucht. Man spricht hier vom Mikrobiom. Wenn man bei Metformin-behandelten Patienten Unterschiede in der Darmflora findet, heißt das aber nicht, dass Metformin die Ursache hierfür ist. Es besteht nur ein Zusammenhang, aber nicht unbedingt eine Kausalität. Was das bedeutet, möchte ich an einem Befund aus den 80er Jahren erklären. Es gab damals auch einen statistisch hoch signifikanten Rückgang der Storchenpaare parallel zum Rückgang der Geburten in Deutschland.

Viele Dinge in der Medizin sind bis heute ungeklärt, deswegen bleibt die Forschung auch spannend.