Elfriede Kuka (66) – die Neudiagnostizierte

Elfriede Kuka Diabetes Patientin
Elfriede Kuka

„Für Elfriede Kuka war das Fett,  in dem sie jahrelang ihr Gemüse und Fleisch wälzte, reiner Geschmacksverstärker. Und die Schokolade, die Tüte Chips und die Dose Erdnüsse kurz vor Mitternacht lediglich ein Betthupferl. Dass ihr diese Kalorienbomben irgendwann so schaden könnten, dass sie davon krank werden könnte, kam ihr nicht in den Sinn. So sehr sich die Berlinerin privat um ihre beiden behinderten Söhne kümmerte und als Mitarbeiterin des Arbeitsamtes Berlin Mitte um Arbeitslose sorgte, so wenig beschäftigte sie sich nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben mit sich selbst. Nach den vielen Krankheiten, die sie hinter sich hatte, einer Knie-OP, einer Operation einer Bakerzyste und dem ständigen hohen Bluthochdruck, wollte sie nur noch genießen. Sie machte die Nacht zum Tag und schmökerte sich mit ihren historischen Romanen und den Science-Fiction Büchern in eine interessantere Welt. Und nahm dabei Kilo um Kilo zu. Als sie knapp 120 kg wog, wurde ihr im Herbst 2009 vom Hausarzt kurz und knapp nach einem Routinecheck mitgeteilt, sie habe „Zucker“ und müsse von nun an Metformin nehmen. Sie wunderte sich zwar, dass nichts über die Ursachen der Erkrankung erfuhr, handelte aber erst, als eine akute Augenerkrankung hinzu kam, die der Diabetes Typ 2 bei ihr ausgelöst hatte. Eigenmächtig suchte sie eine diabetologische Schwerpunktpraxis auf und erschrak zutiefst, als sie über mögliche weitere Folgeerkrankungen des Diabetes erfuhr. Seitdem versucht sie zusammen mit einer Diabetesberaterin ihre Ernährung umzustellen. Statt der geliebten Bratwürste, ist es nun auch schon mal das Vollkornbrot, zu dem Elfriede Kuka greift. 2 kg hat sie schon abgenommen und bleibt trotzdem realistisch: Sie weiß, dass sie immer noch adipös ist und noch viel tun muss, um ihren Diabetes so einigermaßen in den Griff zu bekommen. Neben der Ernährungsumstellung hat sie auch ihre Bewegung intensiviert: 2 x die Woche zum Sport, am liebsten zum Aqua-Fitness, das erinnert sie an eine frühere Zeit beim FKK-Baden, wo sie stundenlang im Wasser rumtollte. 25 kg soll sie möglichst abnehmen, das wären ca. 100 Päckchen Fett…“

(NMF, Februar 2010)