Radfahren, Schwimmen und Nordic Walking anstelle von Medikamenten

Bewegung ist bei Diabetes Typ 2 das A und O

Sprint auf Sportplatz
Berlin, 23.04.2018

Der Frühling lockt viele Menschen an die frische Luft und animiert dazu, sich die Sportschuhe anzuziehen. Sportliche Aktivitäten halten nicht nur fit, sie senken auch die Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte. Das ist besonders für Menschen mit Diabetes wichtig, da sie so Folgeerkrankungen vorbeugen. Im Idealfall benötigen aktive Menschen mit Diabetes Typ 2 dann auch weniger Medikamente. Doch nicht jede Sportart eignet sich gleichermaßen für Patienten. Worauf Menschen mit Diabetes Typ 2 achten sollten und wie Menschen mit Diabetes Typ 1 eine Unterzuckerung beim Sport vermeiden, erklärt Privatdozent Dr. med. Axel Preßler, Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin sowie Sport- und Präventivmedizin aus München, am Donnerstag, den 26. April 2018 im Expertenchat von diabetesDE. Interessierte können ihre Fragen schon jetzt unter www.diabetesde.org/chat einsenden.

Zu viel Sitzen ist ungesund – es begünstigt neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenbeschwerden auch Diabetes Typ 2. Deshalb ist Bewegung das A und O für einen gesunden Organismus. Bereits eine halbe Stunde strammer Spaziergang pro Tag senkt den Blutzuckerspiegel nachweislich. Denn Sport befördert den Zucker aus dem Blut ganz von selbst in die Körperzellen.

Für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist Bewegung daher ein besonders wichtiger Bestandteil der Therapie. „Wollen sie ihren Blutzucker langfristig ohne oder mit weniger Insulin oder Tabletten senken, klappt das nur, wenn sie regelmäßig sportlich aktiv sind. Optimal sind fünf bis sechs Mal pro Woche für je eine halbe Stunde“, erklärt Dr. Axel Preßler. Ideal für Menschen mit Diabetes ist dabei Ausdauersport, der nicht nur Kalorien verbrennt, sondern gleichzeitig auch das Herz-Kreislauf-System und die Lunge stärkt. „Dazu gehören beispielsweise Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen“, so Preßler weiter. Auch Krafttraining ist besonders für Menschen mit Diabetes Typ 2 wichtig, da durch den Muskelaufbau die Insulinsensibilität verbessert wird. Das heißt, es gelangt wieder mehr Glukose in die Zellen und der Blutzuckerspiegel sinkt. „Die Sportarten Tauchen, Motorsport oder Bergsteigen sind für Patienten weniger geeignet, da sie im Falle einer Unterzuckerung sich oder auch andere gefährden könnten“, sagt Preßler. „Grundsätzlich ist es aber auch für Menschen mit Diabetes möglich, Leistungssport zu treiben“, ergänzt der Dozent der Technischen Universität München.

Menschen mit Diabetes, die neu oder wieder in sportliche Aktivitäten einsteigen möchten, sollten sich vor dem ersten Training von ihrem behandelnden Arzt beraten lassen. Die feinen Herzkranzgefäße können bei Menschen, die schon lange Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben, verkalkt sein. „Ein Check-Up gibt Aufschluss darüber, welche Sportart sich in welcher Intensität am besten eignet“, so Preßler. „Wer lange keinen Sport getrieben hat, sollte langsam beginnen und erst schrittweise Dauer und Intensität steigern.“ Um eine Überlastung zu vermeiden, kann der Arzt die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten feststellen und auf deren Grundlage einen Trainingsplan entwerfen. Zudem kann ein Diabetes-Berater dabei helfen, einen passenden Ernährungsplan auszuarbeiten.

Fragen rund um das Thema Diabetes und Sport beantwortet Dr. Preßler am Donnerstag, den 26. April 2018 im Expertenchat von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Terminhinweis:

Experten-Chat zum Thema „Bewegung und Sport bei Diabetes“ mit Dr. med. Preßler:
Donnerstag, den 26. April 2018, 17.00 bis 19.00 Uhr