Parlamentarisches Kochen „Unter den Linden“ in Berlin:

Regional, leicht und lecker: Klassiker der Deutschen Küche, neu interpretiert

Gesund und lecker Starkoch Kolja Kleeberg bei der Zubereitung der Gerichte
Berlin, 13.09.2018

Auf Einladung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe standen gestern vier Abgeordnete des Deutschen Bundestages Pate für die kulinarische und gesunde Neuinterpretation klassischer deutscher Gerichte aus ihren Heimatregionen. Unter Anleitung von Berliner Starkoch Kolja Kleeberg und Ernährungswissenschaftlerin und Food-Journalistin Dagmar von Cramm probierten sich Karin Maag (CDU, Baden-Württemberg), Dirk Heidenblut (SPD, Nordrhein-Westfalen), Dietrich Monstadt (CDU, Mecklenburg-Vorpommern), Renate Künast (Die Grünen, Berlin) und Gäste an der gesunden Trendküche in der Miele Showküche „Unter den Linden“. „Wir wollten wissen: Traditionell kochen – geht das auch gesund UND lecker? Essen wieder selber machen, mehr regionales Gemüse und Obst verwenden, weniger Zucker, Fett und Salz – das ist praktische Gesundheitskompetenz! Und echt lecker“, so das Resümee von Prof. Dr. med. Thomas Haak, Vorstand diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

„Dass Diabetes Typ 2 und Adipositas weiter auf dem Vormarsch sind, liegt unter anderem auch daran, dass wir zu viel hochverarbeitete Fertigprodukte essen, die zu energiereich, zu süß, zu fettig und zu salzig sind“, erläutert Prof. Dr. med. Thomas Haak, Vorstand diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Natürlich kann sich jeder selbst bemühen, gesünder zu essen, wir brauchen aber vor allem politische Lösungen, die effektiv und nachhaltig sind“, so der Diabetologe und Chefarzt aus Bad Mergentheim.

„Gesund Essen – das bedeutet für mich „ausgewogen, schmackhaft, stets frisch, mit Zutaten aus der Region und der Jahreszeit entsprechend“, so die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Karin Maag (CDU). „Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist das gemeinsame Essen von besonderer Bedeutung“, findet die Baden-Württembergerin, Patin für einen Salat von zarten, regionalen Linsen mit Rote Bete und Apfel.

„`Der Pott kocht!´ – ist ein Slogan aus meiner Heimat NRW, den ich sehr mag. Das Essen ist schmackhaft, unkompliziert, günstig und kulturell immer vielfältig – Dank jahrelanger Immigration“, lobt Dirk Heidenblut, sozialdemokratischer Abgeordneter, seine regionale Ruhrgebietsküche, Pate des Rezeptes „Dicke Bohnen-Graupenrisotto mit Westfälischem Schinken“.

„Meine Heimat Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt durch ländliche Räume, ihre natürlichen Ressourcen, die Jagd und die Nähe der Menschen zur Natur. Deshalb esse ich gerne regionale Gerichte, wie Wild, sie vermitteln dieses ganz eigene, besondere Lebensgefühl. Als Typ 2 Diabetiker schätze ich besonders leckere Gerichte, die ich ohne Reue essen kann, deshalb war das heute ein toller Abend für mich“, so Dietrich Monstadt, Berichterstatter für Diabetes und Adipositas der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

„Ein gesundes Dessert aus meiner Heimat Berlin ist schwer zu finden, da fällt einem nur „Berliner Luft“ oder „Berliner Pfannkuchen“ ein – beides fett und süß. Tradition ist ja nicht immer gesund“, so Renate Künast, ernährungspolitische Sprecherin der Grünen. „Aber Berlin ist ja auch bekannt für seine Birnen aus dem Havelland - alte Birnensorten wie „Gute Luise“ oder „Kaiserkrone“ sind für mich ein besonderer Genuss – besonders, wenn man wie ich auch der Idee folgt, Produkte zu essen, wenn sie hier reif sind. Ich durfte heute Patin sein für das Dessert „In Berliner Weiße pochierte Birne mit Haferflocken-Buchweizen-Walnuss-Streuseln“. Köstlich. Mein persönliches Motto: Sorten erhalten durch Aufessen!“, scherzte Künast.

„Kochen! Tolle Rezepte mit saisonalen, frischen Zutaten aus der Region und einfacher, schneller Zubereitung sind meine Leidenschaft“, bekennt „eathealthy“-Foodie Dagmar von Cramm. diabetesDE hatte ihr die Aufgabe gestellt, die Rezept-Klassiker mit speziellem Blick auf „gesund essen mit Diabetes“ neu zu interpretieren. „Deshalb habe ich besonders für mehr Gemüse und Obst, mehr Ballaststoffe, gute Bekömmlichkeit, weniger, dafür bessere Fette, weniger Zucker und Salz, mehr Gewürze und aromatische Zubereitungsarten gesorgt“, verriet die Foodjournalistin.

Für die Zubereitung der Speisen, den „Sternetouch“ beim Ausdekorieren der Teller und stimmungsvolle Unterhaltung mit Gitarre und Gesang war Starkoch Kolja Kleeberg zuständig, der es sich spät am Abend auch nicht nehmen ließ, die Kochschürzen der Gäste individuell zu signieren. Der Abend wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von Almased.

Wer die Gerichte nachkochen möchte, findet hier die alltagstauglichen Rezepte und Anleitungen.

Fotos zum Event finden Sie hier.

Hintergrund:

Die Mitgliedstaaten der WHO verabschiedeten 2014 einstimmig den Europäischen Aktionsplan für Nahrung und Ernährung (2015-2020). Sein Ziel ist die Krankheitslast vermeidbarer, ernährungsabhängiger chronischer Krankheiten, Adipositas und Fehlernährung durch umfassende politische Maßnahmen zu reduzieren und die Qualität der Nahrung und Ernährung bis 2020 messbar zu verbessern. Derzeit wird im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den Verbänden der Lebensmittelwirtschaft, des Verbraucherschutzes und der Wissenschaft eine nationale Reduktionsstrategie zur Begrenzung des Energiegehaltes und zur Senkung von Fett, Zucker und Salz in Fertigprodukten erarbeitet. Bislang nicht im politischen Maßnahmenpaket enthalten, aus Sicht von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aber wünschenswert, ist die einheitliche Einführung einer interpretativen Nährwertkenn-zeichnung auf der Vorderseite von Verpackungen (z.B. der NutriScore) und in der Außer-Haus-Verpflegung (Systemgastronomie, Essen-Bestell-und Lieferdienste, Gemeinschaftsverpflegung, „Essen to go“), die verpflichtende Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards für Kita- und Schulernährung in allen Bundesländern sowie die Einführung einer „gesunden Mehrwertsteuer“.