So hilft Ihnen der Nutri-Score bei der Auswahl gesunder, verpackter Lebensmittel

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Woran erkenne ich, ob ein verpacktes Lebensmittel gesund ist? Bislang gab es dazu als Information auf den Rückseiten der Lebensmittelverpackungen nur die Zutatenliste und die tabellarische Nährwertinformation. Problem: Man muss viel wissen, um die zahlreichen Detailinformationen einordnen zu können, z.B. die vielen Namen, hinter denen sich „Zucker“ in der Zutatenliste verbergen kann. Es ist eben nirgends eine Empfehlung zu finden, z.B.: Kohlenhydrate, davon Zucker: 20 g/100 g im Müsli – ist das nun gesund oder nicht? Auch ärgerlich: Oft sind die Informationen so klein, dass sie ohne Brille nicht entzifferbar sind. Und alles zu lesen und sich ein Urteil zu bilden, dauert lang – dabei möchten viele Menschen ihre Einkäufe schnell erledigen.

Ab voraussichtlich Sommer oder Herbst 2020 gibt es nun Abhilfe. Dazu hat unsere Ernährungsministerin Julia Klöckner den „Nutri-Score“ zur freiwilligen Verwendung in Deutschland freigegeben. Firmen können, müssen aber nicht den Nutri-Score einsetzen.

Das Besondere am Nutri-Score: Er stellt eine Gesamtbewertung des Lebensmittels dar und zeigt Ihnen kurz und knapp mit einer fünfstufigen Farbskala und einem Buchstaben, wie empfehlenswert ein Produkt ist, von „sehr empfehlenswert“ (dunkelgrün = A) bis „nicht empfehlenswert“ (rot = E) – gut sichtbar vorne auf der Verpackung, quasi im Vorbeigehen, in Sekundenbruchteile erfassbar, auch ohne Brille. Wie funktioniert der Nutri-Score? Er wägt günstige und ungünstige Nahrungbestandteile gegeneinander ab und kommt zu einem Gesamturteil, dem dann eine Farbe zugeordnet wird. Als ungünstig schlägt zu Buche: (viel) Energie (Kalorien), viele gesättigte Fettsäuren, viel Gesamtzucker, viel Natrium (Bestandteil von Kochsalz). Gegengerechnet werden die günstigen Inhaltsstoffe: Obst, Gemüse, Nüsse, Ballaststoffe, Protein.

So können Sie aus einer Reihe ähnlicher Produkte schnell das gesündeste herausfinden, z.B. den gesündesten von sechs Fruchtjoghurts oder die empfehlenswerteste von 10 Tiefkühlpizzen. Klar ist aber auch: unverarbeitete Lebensmittel sind nach wie vor besonders empfehlenswert – sind aber nicht mit dem Nutri-Score ausgezeichnet! Der Nutri-Score gilt nur für verpackte Lebensmittel.

NutriScore Beispiel "Pizza"

Achtung: Der Nutri-Score ist keine Allzweckwaffe. Das kann der Nutri-Score nicht:

  • Auskunft geben, wie eine bewusste und ausgewogene Ernährung aussehen sollte
  • Auskunft geben, wieviel ich von einem Lebensmittel essen sollte (Portionsgröße, Häufigkeit)
  • Einzelinformationen zu Nährwerten liefern (Zuckergehalte pro 100 g finden Sie nach wie vor auf der Rückseite in der Nährwerttabelle!)
  • Alle Aspekte der Qualität eines Lebensmittels berücksichtigen (Zusatzstoffe, Herkunft – Bio? CO2-Bilanz, Schadstoffbelastung, …)
  • Unterschiedliche Kategorien vergleichen (z.B. Pizza mit Joghurt)
  • Alle Lebensmittel abdecken (Nutri-Score ist nicht anwendbar auf unverarbeitete, frische Lebensmittel, Säuglingsnahrung, to-go-Essen, Essen im Restaurant, …)