Erhöhtes Schlaganfall-Risiko bei Diabetes

Quiz Animation

Diabetes ist von Beginn an Stoffwechsel- und Gefäßerkrankung zugleich. So sterben drei Viertel aller Diabetes-Patienten letztlich an Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Prognose nach einem Schlaganfall bezüglich neurologischer wie auch körperlicher Behinderungen bei Menschen mit Diabetes ist deutlich schlechter als bei Stoffewechselgesunden. Diabetes ist der Hauptrisikofaktor für einen tödlich verlaufenden Schlaganfall, vor allem bei Frauen.

Betroffene sollten daher umgehend den Notruf wählen oder sich in eine Klinik begeben.

Wie kommt es zu einem Schlaganfall?

Unter einem Schlaganfall versteht man einen unvermittelt (schlagartig) einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. Verantwortlich
dafür ist in den meisten Fällen eine Gehirndurchblutungsstörung. Der Schlaganfall ist keine einheitliche Erkrankung; der Oberbegriff „Schlaganfall“, auch Apoplex oder Hirninsult genannt, wird vielmehr für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen mit verschiedenen Ursachen verwendet, die somit auch unterschiedliche Therapien erfordern.

Je nach Ursache sprechen Ärzte daher heute

  1. vom Hirninfarkt, wenn der Schlaganfall durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns hervorgerufen wurde (z. B. durch eine Verengung der Halsschlagader), oder
  2. von einer Hirnblutung, wenn der Schlaganfall durch den Austritt von Blut in das Hirngewebe verursacht wurde – zum Beispiel durch den Riss eines Hirngefäßes im Rahmen eines krisenhaften hohen Blutdrucks.

Die meisten Schlaganfälle gehen auf das Konto eines Hirninfarkts.

Welche typischen Symptome treten auf?

  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühl (z. B. in einer Körperseite)
  • plötzliche Sehstörungen (z. B. plötzliches Auftreten von Doppelbildern, Gesichtsfeldausfälle oder ein kompletter Sehverlust auf einem Auge)
  • plötzliche Sprachstörungen
  • Verständnisschwierigkeiten

Verschwinden diese Symptome innerhalb von 24 Stunden von selbst, stellt das ebenfalls ein Warnzeichen dar. Experten sprechen von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), die durch kleine Schlaganfälle verursacht wird.

Risikofaktoren - Das tödliche Quartett

Bei Menschen mit Diabetes ist das Schlaganfallrisiko 2- bis 4-fach erhöht im Vergleich zu Stoffwechselgesunden. Kommt Bluthochdruck hinzu, verzehnfacht sich das Risiko. Sind zudem die Blutzuckerwerte dauerhaft hoch, steigt das Risiko weiter. Menschen mit Typ-2-Diabetes sind besonders schlaganfall-gefährdet. Auch schon auffällige Blutzuckerwerte, die Vorstufe eines Diabetes (Prädiabetes), erhöhen das Risiko.

Wegen der erhöhten Sterblichkeit sprechen Experten bei den folgenden Risikofaktoren auch vom „tödlichen Quartett":

  • Bauchfett
  • Bluthochdruck
  • Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels
  • und des Fettstoffwechsels

Risiko bei Typ-1-Diabetes

Auch Typ-1-Diabetiker haben offenbar ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, wie zwei Studien in Dänemark und in England gezeigt haben. Bei 7 Prozent der Typ-1-Diabetiker waren Schlaganfälle die Todesursache. In Deutschland gibt es rund 250.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes. Diese Erkrankung wurde früher als „jugendlicher Diabetes“ bezeichnet. Heute wissen wir, dass ein Diabetes-Typ in jedem Lebensalter – auch noch mit 88 Jahren – auftreten kann.

Therapie

Am besten begegnen Betroffene dem tödlichen Quartett mit Medikamenten und Lebensstiländerungen zu gleichen Teilen.

Quelle: Diabetes Gesundheitsbericht 2014