Diabetisches Koma - was ist das?

Frau mit Bauchschmerzen

Wenn der Atem komisch nach Nagellackentferner riecht, ist das ein Warnzeichen – auch für das „diabetische Koma“.

„Koma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „tiefer Schlaf.“ Doch während man einen Schlafenden eigentlich gut wecken kann, ist das beim Koma nicht so einfach möglich. Dass Menschen ins Koma fallen, kann zum Beispiel passieren, wenn ihr Gehirn geschädigt wurde. Etwa durch einen Schlaganfall oder einen Unfall. Aber auch eine Entgleisung des Stoffwechsels kann ein Koma verursachen. So ist es auch beim „diabetischen Koma“.

Wenn Dein Diabetes gut behandelt wird, dann ist die Gefahr für Dich, je in ein diabetisches Koma zu fallen, sehr, sehr gering. Gefährdet sind vor allem Menschen, die noch gar nicht wissen, dass sie Diabetes mellitus haben – oder diejenigen, die vergessen, sich das Insulin zu spritzen. Dann kann nämlich folgendes passieren:

Durch den Insulinmangel gelangt der Zucker nicht aus dem Blut in die Körperzellen. Die Zellen aber brauchen den Zucker, um Energie zu gewinnen. Deshalb schalten sie notgedrungen auf eine andere Form der Energiegewinnung um: sie verbrennen Fette. Das ist zwar eigentlich schlau, leider aber auch gefährlich. Denn beim Abbau der Fette entstehen „saure“ chemische Substanzen im Körper. Wenn sie in großen Mengen gebildet werden, kommt zu einer Übersäuerung. Mediziner nennen das „Azidose“.

Weißt Du woran man merken kann, dass ein Mensch mit Typ 1-Diabetes droht, in ein diabetisches Koma zu fallen? Der Atem der Betroffenen riecht ganz eigentümlich nach faulen Äpfeln oder auch wie Nagellackentferner. Der chemische Stoff, der so riecht, heißt Aceton und ist einer der Stoffe, die bei der Fettverbrennung entstehen. Auffällig ist auch, dass der Mensch tiefer und kräftiger atmet. Ärzte nennen das „Kußmaulatmung“, weil ein Mann namens „Adolf Kußmaul“ dies zum ersten Mal beschrieben hat. Wenn ein Mensch in ein diabetisches Koma fällt, muss er schnell mit einem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wird er auf der Intensivstation behandelt und wacht nach einiger Zeit wieder aus dem Koma auf.

Bei Menschen mit „Typ 2“-Diabetes verläuft ein diabetisches Koma etwas anders. Bei ihnen ist nicht die Übersäuerung das Problem. Das Gefährliche ist eher der hohe Zuckergehalt im Blut. Er führt dazu, dass die Flüssigkeit aus den Körperzellen ins Blut wandert. Dadurch trocknet das Gewebe regelrecht aus. Und das ist sehr gefährlich, besonders, wenn es im Gehirn passiert.