Das "Handy" für den Blutzucker

Mädchen mit Insulinpumpe

Mit einer Insulinpumpe ist es manchmal einfacher, spontan und flexibel zu leben. 

Morgens Insulin spritzen, abends Insulin spritzen, zu den Mahlzeiten Insulin spritzen. Dazwischen Blutzucker messen, planen und noch mal planen. Wäre es nicht manchmal toll einen Roboter zu haben, der sich um den ganzen Insulinkram kümmert? Schade, dass es den bislang nicht gibt. Aber immerhin habe schlaue Köpfe die „Insulinpumpe“ erfunden.  

Was das ist, eine Insulinpumpe? Ein kleines elektronisches Gerät, nicht größer als ein Handy. Es gibt den ganzen Tag über kleine Mengen an Insulin an den Körper ab. Und zu den Mahlzeiten, drückt man einfach auf einen Knopf: und schon pumpt das Gerät eine Ladung Zusatzinsulin ins Blut. Damit macht die Pumpe eigentlich genau das, was die Bauchspeicheldrüse bei einem Gesunden tut.  

Forscher haben gezeigt, dass der Blutzuckerspiegel von Diabetikern, die eine solche Pumpe tragen, sehr gut eingestellt ist. Ja, Über- und Unterzuckerungen kommen bei ihnen sogar seltener vor. Das Beste ist jedoch: einfach mal ein Eis essen gehen, in Ruhe ausschlafen oder auf Klassenfahrt gehen - mit Pumpe ist das alles ein wenig einfacher.  

Ein Alleskönner ist das Gerät allerdings nicht. Es kann weder den Blutzucker messen, noch weiß es, wie viel Insulin man braucht. Dafür ist nach wie vor der Diabetiker zuständig. Er muss der Pumpe sagen, wie viel Insulin sie abgeben soll.  

Immerhin fällt das viele Spritzen weg, fast jedenfalls. Denn alle ein bis drei Tage muss der Träger einer Insulinpumpe das so genannte „Infusionsset“ am Bauch wechseln. Die Nadel, über die das Insulin in den Körper gelangt, wird mit einem Pflaster befestigt. Es gibt spezielle wasserdichte Folien, damit beim Duschen oder Schwimmen alles gut verpackt ist. Ein dünner Schlauch führt zur Pumpe, die mit speziellen Gurten am Körper befestigt ist. Manche Geräte lassen sich auch in der Hosentasche oder am Gürtel tragen.  

Das Tragen stört übrigens weniger als man vielleicht meinen könnte. Zwar sollte man, wenn man Kampfsport betreibt oder Schwimmen geht, das Gerät ablegen. Abgesehen davon ist die Insulinpumpe aber kein Hindernis. Auch nicht beim Sport.  

Frag doch mal Deine Eltern oder Deinen Arzt, ob eine Insulinpumpe eventuell auch für dich in Frage kommt. Manche Kliniken und Praxen bieten auch an, die Pumpe probeweise zu tragen. So kann man herausfinden, wie sich das anfühlt und wie gut man damit klarkommt.