Welche Rechte haben Menschen mit Diabetes?

Frau vor Laptop

Nach der Diagnose Diabetes mellitus stellen sich den Betroffenen nicht nur medizinische Fragen, etwa zur Ernährung oder zum Umgang mit Insulin. Auch zahlreiche rechtliche Fragen müssen geklärt werden. Diabetiker, die ihre Rechte kennen, können den Alltag mit der Krankheit besser meistern.

Betroffene sollten nach der Diagnose Diabetes mellitus umfassende Informationen über die medizinischen Grundlagen, die richtige Ernährung sowie die Insulin- und Tablettenbehandlung erhalten. In Deutschland gibt es keinen Rechtsanspruch auf Diabetes-Schulungen. Die Krankenkassen sind jedoch verpflichtet, die notwendigen Schulungen für die von ihnen finanzierten Medikamente zu zahlen.

Nicht immer ist hierbei die Abgrenzung zwischen Krankenkassen und Rentenversicherern eindeutig geregelt. Eigentlich sind die Krankenkassen für vorbeugende Maßnahmen zuständig, die Rentenkassen für die Nachsorge. Eine Diabetes-Schulung ist aber zugleich Nachsorge (für den Diabetes selbst) und Vorsorge (für mögliche Folgeerkrankungen).

In der Regel stufen Krankenkassen Diabetes-Schulungen als vorbeugende Maßnahme ein und übernehmen die Gebühren problemlos. Sollte sich Ihre Kasse weigern, lohnt es sich auf jeden Fall, bei der Rentenversicherung einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Nachteilsausgleiche

Nach dem Schwerbehinderten-Gesetz können Diabetiker bei den Versorgungsämtern ein Verfahren zur Feststellung des Grades der Behinderung einleiten. Dieser unterscheidet sich je nach Diabetestyp, Art der Behandlung und Einstellung der Stoffwechsellage. Personen, deren Schwerbehinderung festgestellt ist, können Nachteilsausgleiche geltend machen. Einen Überblick über alle Nachteilsausgleiche gibt die Broschüre „Nachteilsausgleiche für Schwerbehinderte”, die bei den Landeswohlfahrtsverbänden kostenlos bezogen werden kann.

Von besonderer Bedeutung für Schwerbehinderte sind die Auswirkungen der Behinderung auf den Arbeitsplatz oder das Berufsleben. Deshalb können Sie auch hier Nachteilsausgleiche geltend machen. Schwerbehinderte Menschen haben beispielsweise Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Jahr. Für den Zusatzurlaub steht ihm dieselbe Vergütung zu wie für jeden Tag des Grundurlaubs. Schwerbehinderte genießen außerdem einen besonderen Kündigungsschutz: Kündigungen des Arbeitgebers bedürfen der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Das Amt holt eine Stellungnahme des zuständigen Arbeitsamtes, des Betriebs- oder Personalrates und der Schwerbehindertenvertretung ein und hört den betroffenen Arbeitnehmer an, bevor es die Zustimmung erteilt.

Versicherungsschutz für Diabetiker

Versicherungen, die Diabetiker versichern, übernehmen ein gewisses Risiko: Chronisch Kranke benötigen mehr medizinische Betreuung oder werden beispielsweise häufiger berufsunfähig. In der Versicherungsbranche haben sich aus diesem Grund unterschiedliche Maßnahmen durchgesetzt: Prämienzuschläge, Leistungsausschlüsse oder verschiedene Begrenzungen der Versicherungsdauer sind bei Abschluss einer Versicherung üblich.