antidiabetische Magenbypass-Operation

Der Magenbypass gilt als letzte Möglichkeit bei schwerem Übergewicht. Neue Studien weisen jetzt auch auf einen Nutzen der OP bei normalgewichtigen Typ-2-Diabetikern hin. Denn der Eingriff kann teilweise den Blutzucker normalisieren.

Bei der antidiabetischen Magenbypass-Operation umgehen Ärzte Teile des Verdauungstrakts: Sie schließen dabei den Magen, den Zwölffingerdarm und einen Teil des Dünndarms aus der Magen-Darm-Passage aus. Ihre Aufgabe ist es, Kohlenhydrate und Fette aufzuspalten, damit die Darmwand sie aufnehmen und weiterverarbeiten kann. Ist dies nicht möglich, laufen bestimmte hormonelle Vorgänge ab, die eine antidiabetische Wirkung bei übergewichtigen sowie bei normalgewichtigen zu haben scheinen. Die in Folge des kurzgeschlossenen Darms auftretenden hormonellen Veränderungen könnten dazu beitragen, dass Patienten schneller satt sind und weniger Hunger haben.

Der Erfolg der antidiabetischen Magenbypass-Operation bei Menschen mit Diabetes lässt sich nicht zwingend auf den Gewichtsverlust zurückführen, den die Operation mit sich bringt. Denn oft verschwindet der Diabetes bereits unmittelbar nach der Operation. In ersten Studien haben Ärzte jetzt normalgewichtige Diabetiker operiert. Zwei Jahre nach dem Eingriff erreichten mehr als 90 Prozent der Operierten eine gute Kontrolle des Diabetes: Ohne Medikamente konnten sie starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels vermeiden. Aber auch Begleiterkrankungen, wie etwa Bluthochdruck verbessern sich in ähnlichem Ausmaß.

Nach den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind chirurgische Eingriffe mit Magenbypass oder Magenband generell erst ab einem BMI über 40, außerdem bei einem BMI über 35 und zusätzlich schweren Begleiterkrankungen zu erwägen. Denn diese adipositas-chirurgische OP ist kein einfacher Eingriff und ist immer mit einem Risiko behaftet. Der Einsatz auch bei normalgewichtigen Menschen mit Diabetes muss erst noch in weiteren Studien untersucht werden.

Stand 9.12.2009