Schwangerschaftsdiabetes - wenn die Krankheit erst während der Schwangerschaft auftritt

Schwangerschaft

Frauen, die erst während der Schwangerschaft Diabetes entwickeln, müssen diesen genauso ernst nehmen wie Typ-1-Patientinnen.  Schwangerschafts-diabetes (Gestationsdiabetes, GDM) tritt etwa in 22 000 Fällen pro Jahr auf. Das entspricht 3,4 Prozent der Schwangerschaften deutschlandweit. Damit zählt der Gestationsdiabetes zu den häufigsten Schwangerschafts-komplikationen. Da GDM keine Beschwerden bereitet, wird er häufig übersehen. In den Mutterschaftsrichtlinien (verbindlicher Betreuungsstand der Schwangeren in Deutschland) wird GDM nicht erwähnt. Im Mutterpass taucht er als Komplikation Nr. 50 auf. Ein Urinzucker-Streifentest alle vier Wochen wird Schwangeren angeboten. Damit werden jedoch 90 Prozent der Fälle von GDM übersehen.

Wer ist gefährdet?

  • GDM tritt besonders bei familiärer Belastug mit Diabetes Typ 2 auf.
  • Je älter die Mutter, desto höher ist das Risiko: 20 bis 25 Jahre - 0,7 Prozent; >35 Jahre - 3,3 Prozent
  • ein hoher BMI (Body-Mass-Index) -Wert erhöht das Risiko: BMI 20 bis 25 kg/m2 - 1,7 Prozent; >35 kg/m2 - 7,7 Prozent 

Was ist bei "Risikofrauen" zu tun?

Nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG):

  • im ersten Schwangerschaftsdrittel: Blutzuckerwerte sollten nach dem Essen unter 120 mg% sein
  • 24. bis 28. Woche und 32. bis 34. Woche: Glukosebelastungstest durchführen

Nach der Geburt

In den meisten Fällen verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt wieder. Etwa 10 Prozent entwickeln anschließend einen Diabetes Typ 1. Bei weiteren 50 Prozent kommt es in den folgenden 10 Jahren zu einem Diabetes Typ 2.

Quelle: Diabetes Gesundheitsbericht, S.131 ff; "Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker"; Standl Mehnert, 2006 TRIAS Verlag in MVS