Grußwort zum Weltdiabetestag 2015

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Weit über sechs Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes mellitus. Viele hat die Diagnose möglicherweise "wie ein Blitz aus heiterem Himmel" getroffen. Ihr Organismus hingegen musste sich schon über Monate, teils Jahre hinweg, mit der Krankheit auseinandersetzen.

Besonders die am weitesten verbreitete Form, der Typ 2-Diabetes, nimmt häufig einen schleichenden Verlauf. Unerkannt und daher auch unbehandelt kann der hohe Blutzuckerspiegel schon früh Organe sowie Gefäße und Nerven schädigen. Hier zeigt sich deutlich, wie tückisch diese Stoffwechselerkrankung sein kann. Treten die ersten Anzeichen auf, ist der Diabetes bei vielen schon weit fortgeschritten.

Gut informiert fällt es einem leichter, das eigene Risiko, an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken, einzuschätzen und ihm entgegenzuwirken. Auch wenn man eine vorhandene erbliche Belastung selbst nicht beeinflussen kann, helfen eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, der Verzicht aufs Rauchen sowie ein mäßiger Alkoholkonsum, das persönliche Erkrankungsrisiko zu vermindern. Zudem beeinflusst ein gesunder Lebensstil auch den Verlauf einer bereits bestehenden Erkrankung positiv. Es ist also nie zu spät, den Kampf gegen Diabetes aufzunehmen.

Diesen Ansatz verfolgt auch diabetesDE mit der Informationsveranstaltung anlässlich des Weltdiabetestages 2015. Betroffene erhalten wertvolle Tipps im Umgang mit der Diagnose "Zucker". Interessierte bekommen erklärt, wie man Übergewicht vermeidet oder abbaut und wie man Spaß an der Bewegung findet.

Das Wissen und die Motivation der Menschen, sich gesundheitsbewusst zu verhalten, zu stärken, ist auch das Ziel des Präventionsgesetzes, das in weiten Teilen am 25. Juli 2015 in Kraft getreten ist. Über Beratung und Kurse zur Ernährung, Bewegung oder Stressbewältigung sollen Menschen einerseits dazu befähigt werden, Verantwortung für ihr gesundheitliches Handeln zu übernehmen und ihr Verhalten entsprechend zu ändern. Andererseits soll die Förderung gesundheitsgerechter Rahmenbedingungen gesundheitsorientiertes Handeln unterstützen. Dazu zählt, dass die Krankenkassen ihr Engagement in so genannten Lebenswelten, wie zum Beispiel Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen, deutlich ausweiten.

Wir brauchen aber auch öffentliche Veranstaltungen wie diese, um Aufklärung und Prävention voran zu bringen - gerade auch im Hinblick auf Krankheiten wie den Typ 2-Diabetes. Daher habe ich auch in diesem Jahr sehr gerne die Schirmherrschaft über die Patientenveranstaltung von diabetesDE übernommen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einen interessanten Tag in Düsseldorf.

Hermann Gröhe