Wie Sie Ihre Nieren im Alltag schützen lesen Sie hier...

Patienten Leitlinie

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Zum Thema "Diabetes und Nieren" haben Experten Fragen im Chat beantwortet ...zu den Protokollen

 

Welche Möglichkeiten habe ich, meine Nieren langfristig zu schützen?

Es gibt leider keine spezifische Behandlung der diabetischen Nephropathie, mit der man gezielt gegen die Schädigung des Nierengewebes durch den hohen Blutzucker angehen könnte. Folgende Möglichkeiten helfen jedoch, die Niere langfristig zu schützen:

1. Blutzuckereinstellung

Besonderes Augenmerk muss natürlich auf der Blutzuckereinstellung gelegt werden. Wenn bereits eine Nierenschädigung vorliegt, ist es umso wichtiger, Blutzuckeranstiege zu vermeiden. Anzustreben ist ein

  • Nüchternblutzucker von unter 120mg/dl oder ein HbA1c-Wert von unter 7 Prozent

2. Blutdruck senken

Die Einstellung des Blutdrucks hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Nierenfunktion, aber auch auf andere Folgeerscheinungen des Diabetes. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes nicht über

  • einen Blutdruck von 130/80 mmHG hinaus haben

Also niedriger als bei Bluthochdruckpatienten ohne Diabetes.

Jeder Patient bei dem ein Nierenschaden mit Diabetes festgestellt worden ist, sollte einen

  • Blutdrucksenker vom Typ ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker

verordnet bekommen, auch wenn der Blutdruck bereits gut eingestellt ist. Der Grund dafür ist, dass diese Medikamente darüber hinaus die Niere entlasten und so zum langfristigen Erhalt der Nierenfunktion beitragen.
Außerdem ist eine

  • Kochsalzarme Diät in Verbindung mit einem Diuretikum (Hydrochlorothiazid, Torasemid)

sehr hilfreich.

3. Auf bestimmte Medikamente verzichten

Weitere nierenschädigende Faktoren, wie bestimmte Medikamente, sollten vermieden werden. Hierzu zählen

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibutropfen, Indometacin, Celecoxib u. a.)
  • Bestimmte Antibiotika (Centamicin, Tobramycin, Vancomycin)

 

Außerdem sollten Röntgenkontrastmittel sehr zurückhaltend, bzw. erst nach Rücksprache mit dem Hausarzt, Diabetologen oder Nephrologen, eingesetzt werden. Liegt bereits eine Nierenschädigung vor, müssen besondere Vorbereitungen getroffen werden, wie ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit (Infusion) etc.

 

Quellen:

Leitlinie Deutsche Diabetes Gesellschaft, November 2011

Der große TRIAS-Ratgeber für Nierenkranke, 2008

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2012