Jeden zweiten Donnerstag beantworten Experten Fragen rund um das Thema Diabetes live von 17 bis 19 Uhr.

Der diabetesDE-Experten-Chat kann die Beratung bei einem Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Dieser Chat soll Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

diabetesDE uzman sohbeti tıbbi danışmayi telafi edemez. Teşhis ve kişisel doğru bir tedavi sadece doktor ile hasta arasınıda kişisel bir görüşmede gerçekleştirilebilmektedir. Bu sohbet sizi doktor ile görüşmenize hazırlayıp  bütünleyici ipucu vermek için yardımda bulunmaktadır.

Neue Frühdiagnostik- und Therapiemöglichkeiten bei Diabetes Typ 1

Experten-Chat mit Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler

Professor Anette-Gabriele Ziegler
Professor Anette-Gabriele Ziegler

Bis zum 16. September 2010 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler zum Thema Neue Frühdiagnostik- und Therapiemöglichkeiten bei Diabetes Typ 1" statt. Sie beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag, den 16. September zwischen 17 und 18 Uhr.

 

Protokoll der Sprechstunde

Pingpong fragt:

Ich habe gelesen, dass die Heilung mit Stammzellen Nebenwirkungen mit sich bringt. Welche sind das? Und bei wie vielen Menschen wurde das schon ausprobiert?


Prof. Ziegler:

das kommt sehr darauf an, ob die Stammzelltherapie mit anderen Therapien (Immunsuppressiva) kombiniert wird. Wir führen derzeit zusammen mit der University of Florida ein Studie mit körpereigenen Stammzellen aus Nabelschnublut durch, das Kindern transfundiert wird. Hier haben wir bisher bei über 10 Kindern in USA und 5 Kindern in München keine Nebenwirkungen gesehen.

Bodo fragt:

Wie kann es denn sein, dass diese XCell Centers die Therapie mit den Stammzellen anbieten dürfen, obwohl es anscheinend in Studien nicht klappt. Haben die ihre eigene Methode entwickelt – was machen die da genau – ausser Stammzellen aus dem Knochenmark zu entnehmen?


Prof. Ziegler:

am besten Sie lesen auf der Homepage von diabetesde.org darüber nach: http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/browse/1/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/diabetes-experten-warnen-vor-stammzelltherapie/

Wir können das nicht unterstützen, dass hier therapien für viel geld angeboten werden, die nicht evaluiert werden, und wo es bis heute keine gesicherte Evidenz gibt

Christian P. fragt:

Ich würde gerne mal wissen, in wie weit es wirklich stimmt, dass man als Diabetiker ein geschwächtes Immunsystem hat. Oder ist das bei guter Einstellung nicht so?


Prof. Ziegler:

Das hängt wirklich ganz wesentlich von der Einstellung und der Höhe des Blutzuckers ab und ist bei guter Einstellung zu vernachlässigen.

Bea fragt:

Ich möchte schon mal vorsorgen für den Fall, dass die Stammzelltransplanation irgendwann möglich wird. Meine Tochter ist Typ 1 Diabetikerin. Seit 2 Jahren ( 12 Jahre alt) kämpft sie mit dem Diabetes. Ich würde ihr die ständigen Kontrollen gerne ersparen. Ist es ratsam jetzt schon an Studien teilzunehmen oder Stammzellen einzufrieren für später? Man hört ja immer wieder davon. Über Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.
VG,
Bea

Prof. Ziegler:

Nein, Stammzellen können theoretisch zu jedem Zeitpunkt entnommen werden- da müssen jetzt Sie nicht vorsorgen. Im Moment werden Therapien mit autologen, d.h. körpereigenen Stammzellen aus Nabelschnurblut experimentell erprobt, aber dazu benötigt man eingefrorene zellen aus der Nabelschnur.

Ker_stin fragt:

Welche Vorsorgeuntersuchungen für Diabetes gehören zum allgemeinen Gesundheitscheck? Und sind die dann auch ausreichend, um einen Diabetes sicher zu diagnostizieren? Gibt es mittlerweile bessere Diagnose-Methoden, die aber nicht bezahlt werden?

Prof. Ziegler:

Blutzuckermessungen gehören zum Gesundheitscheck. Typ 1 Diabetes kann durch den Nachweis von Inselautoantikörpern im Vorfeld erkannt werden.

Erika M. fragt:

Bin 58 Jahre alt. Seit 05 Typ 1, LADA. Inwieweit hängen sehr starke Schwitz-u. Übelkeitattacken- dabei bin nicht unterzuckert ! mit Diabetes zusammen?Andere Hormonstörungen?

Prof. Ziegler:

sie sind nicht wirklich typisch für Diabetes

Lea fragt:

Betreff: OP für Diabetes Typ 1?
Ich bin stark übergewichtig und leide an Diabetes Typ 1. Ich habe gehört, dass es mittlerweile operative Möglichkeiten für Typ 2-Diabetiker gibt (Magenbypass etc). Die Ursache der Diabeteserkrankung unterscheidet sich da zwar, ist jedoch durch eine OP auch eine Verbesserung für Typ 1-Diabetiker realistisch?

Prof. Ziegler:

Das ist eine Frage, die ich nicht wirklich beantworten kann. Ein wesentlicher Nutzen der Magenbypass-operation für den Typ 2 Diabetes ist der Gewichtsverlust- es scheinen aber auch andere Faktoren günstig auf die Stoffwechselfunktion sich auszuwirken. Es ist durchaus vorstellbar, dass auch beim Typ 1 Diabetes ein Nutzen aus einer OP entseht- Daten gibt es darüber aber bisher keine.

H.-J. Z. fragt:

Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen heute bei einer Erkennung eines Typ-1-Diabetes-Gefährdeten, z.B. durch Bestimmung von Inselzell-AK etc.?


Prof. Ziegler:
In der letzten Woche wurde für deuscthland die teilnahme an einer internationalen Studie INIT genehmigt. In dieser Studie soll durch eine intranasale Insulintherapie versucht werden, die Diabetesmanifestation hinauszuzögern. Teilnehmen können Personen zwischen 4 und 40 Jahren mit positiven Inselautoantikörpern und einem verwandten mit Typ 1 Diabetes.

Dieter H. fragt:

Wie genau funktioniert das mit den Stammzellen? Ich habe Typ 1 seit ich 15 bin, jetzt 43. Könnte eine Heilung auch nach so einer langen Zeit noch erfolgen?

Prof. Ziegler:

theoretisch ja, den Stammzellen sollen ja neue Zellen bilden, sie in Ihrem Körper wieder Insulin produzieren

K. B. fragt:

Sehr geehrte Frau Ziegler, wie funktioniert das genau mit der Stammzelltherapie bei Typ 1? Ich habe hier gelesen, dass es bereits Fälle gibt, bei denen Betroffene nach der Transplantation der Stammzellen mehrere Jahre ohne Insulin leben konnten: http://www.diabetes-news.de/info/stammzellen-therapie/forschungsstand-stammzellen.htm

Prof. Ziegler:

Die Patienten erhielten zusätzlich sehr starke Medikamente, die die Immunabwehr unterdrücken. Diese Medikamente haben beträchtliche Nebenwirkungen, so dass man im Moment die Nebenwirkungen gegen die zeit ohne Insulin abwägen muss. Auch weiss man nicht, ob wirklich die Stammzellen oder vielmehr die Immunsuppressiva den Nutzen gebracht haben. In Deutschland ist eine solche Therapie derzeit nicht zugelassen. 

Anette T. fragt:


Sehr geehrte Frau Professor Ziegler,
ich betreue als Diabetesberaterin eine schwangere Typ1-Diabetikerin, die Anfang 2011 ihr Kind zur Welt bringen wird. Wie und wann kann das Risiko für Typ 1 beim Kind getestet werden? Macht es überhaupt Sinn frühzeitig Antikörper zu bestimmen? Gibt es Studien, an denen die Familie/das Neugeborene teilnehmen könnte?
Mit freundlichen Grüßen

Prof. Ziegler:

Ein Antikörpertest macht Sinn ab etwa dem Alter von 9 Monaten (zuvor findet man noch Antikörper von der Mutter im Blut der Kinder, die uns zur Risikobestimmung natürlich nicht weiterhelfen). Wir empfehelen die testung zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr, da in dieser Zeit am häufigsten Antikörper entwickeln.
Studien zur Prävention gibt es ab dem Alter von 18 Monaten (zB prePOINT- Insulinschluckimpfund).