Für Kinder mit Diabetes findet vom im Mai 2012 eine Freizeit am Bodensee statt. Um die Freizeit für die Familien der Kinder bezahlbar zu machen, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Malbuch mit Tipps

Faulis Tipps rund um Diabetes gibt es jetzt auch für Kinder zum Ausmalen. Hier findet Ihr nützliche Merklisten zu Unter-zucker, Zwischen-malzeiten, Blutzucker oder Sport.

Der richtige Umgang mit Diabetes in Kindergarten und Schule

Experten-Chat mit Professor Dr. med. Olga Kordonouri

Prof. Olga Kordonouri
Prof. Olga Kordonouri

Bis zum 8. September 2011 findet die Experten-Sprechstunde mit Professor Dr. med. Olga Kordonouri zum Thema Der richtige Umgang mit Diabetes in Kindergarten und Schule" statt. Sie beantwortet Ihre Fragen live am Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr.

 

X fragt:

Hallo, ich bin Sportlehrer. In meiner Klasse habe ich jetzt erstmals einen Jungen mit Diabetes er macht alles selbstständig (9.te Klasse). Wie muss ich reagieren, wenn er einen Unterzucker hat. Sollte ich überhaupt reagiere oder besser gleich einen Arzt rufen?

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Chat-Teilnehmer, Besser als eine Unterzuckerung zu behandeln, ist es, sie vorzubeugen! Allen Patienten mit Diabetes wird empfohlen, vor Beginn des Sportunterrichts, den Blutzucker zu messen und einen Blutzuckerwert vor Sportbeginn über 100 mg/dl (5,5 mmol/l), am besten um die 150 mg/dl (8,0 mmol/l), zu erzielen. Darüber hinaus sollten die Patienten
immer Traubenzucker, Banane oder ein zuckerhaltiges Getränk z.B.
Apfelsaft dabei haben.

Sollte es trotzdem zu einer Unterzuckerung kommen (typische Symptome
dafür sind: plötzliche Wesensänderung, wie z. B. Aggressivität, Alberei, Weinerlichkeit, ungewohnte Unaufmerksamkeit und Zerstreutheit, Schwitzen insbesondere kalter Schweiß, Blässe, Zittern, Müdigkeit, Schwäche, Heißhunger, vorübergehende Sehstörungen), die sie beobachten (Schulkinder erkennen die Anzeichen einer Unterzuckerung bereits im Frühstadium), muss das Kind liebevoll, aber bestimmt aufgefordert werden, rasch Traubenzucker zu essen und sein zuckerhaltiges Getränk zu trinken.

In sehr seltenen Einzelfällen kann es geschehen, dass die Anzeichen einer Unterzuckerung übersehen werden und es nach einiger Zeit zu einem Bewusstseinsverlust kommt. In diesem Fall muss ein Notarzt gerufen werden.

Mehr Infos und eine Broschüre dazu finden Sie unter
http://www.diabetes-kinder.de/
(Seite der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG)

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Florian S. fragt:

Sehr geehrte Frau Kordonouri, für unseren Sohn (4 Jahre, typ 1, Pumpe) wollen wir zur Unterstützung im Kindergarten einen Pflegedienst beauftragen. Wieviel Zeit ist hier üblich. Kommen sie nur zur Essenszeit und wird die Krankenkasse das auch zahlen? Es gibt ein zweites Kind mit Diabetes in der Gruppe - er hat aber keine Pumpe. Könnte man sich den Pflegedienst auch teilen? Ich freue mich auf Ihren Rat, mfg Florian S.

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Herr S., Der Einsatz eines Pflegedienstes zur Sicherstellung der Therapie während der KiGa-Zeit ist nicht ungewöhnlich, vor allem wenn die
Betreuer damit überfordert sind. Dieser kann von Ihrem Diabetologen / Ihrer Diabetologin mit dem Ziel Sicherstellung der Therapieüberwachung und –Durchführung während der Mahlzeit verordnet werden. Aufgabe des Pflegedienstes könnte z.B. das Messen des Blutzuckers, die Bolusgabe inkl. Anpassung der Insulinmenge nach dem Therapieplan (oder der Bolusrechnerempfehlung) sowie die Begleitung der Mahlzeit sein. Die Dauer schätze ich bei ca. 30 Minuten ein. Meine bisherige Erfahrung bezüglich der Kostenübernahme von der Krankenkasse ist eher positiv. Es wäre evtl. hilfreich und organisatorisch optimal, wenn Sie den Pflegedienst des anderen Kindes beauftragen könnten. Soweit ich weiß, werden die Kosten allerdings nicht geteilt. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


H. fragt:

Unsere Tochter wurde dieses Jahr eingeschult. Sie kommt aber mit dem Diabetes alleine ncoh nicht so gut zurecht. Beim Spritzen braucht sie unsere Hilfe und BZ messen tut sie meist nur, wenn wir sie dazu auffordern. Auuf Dauer kann ich diese Dinge aber nicht in der Schule kontrollieren und unsere Tochter möchte das natürlich auch nicht. Wer ist zuständig - die Lehrer - wir als Eltern oder wird erwartet, dass unsere tochter das alles allein hinbekommt? Unser Arzt rät uns, dass sie selbstständiger damit umgehen sollte.

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Chat-Teilnehmer, Es ist normal, dass eine Erstklässlerin noch nicht in der Lage ist, den Anforderungen der Diabetestherapie selbstständig gerecht zu werden. Sie braucht Unterstützung, Anleitung und Hilfe. In der Regel
kann diese Unterstützung vom Lehrer / von der Lehrerin auch geleistet
werden. Er / sie muss richtig über die Situation aufgeklärt und beraten werden. Eine ablehnende Haltung kommt meistens durch Verunsicherung. Daher empfiehlt es sich sehr, die Lehrer professionell über die Situation aufklären zu lassen. Sprechen Sie deswegen bitte Ihr Diabetes-Behandlungsteam an!
In der 1. Klasse geht es hauptsächlich darum, den Blutzucker zu kontrollieren, die Mahlzeiten einzunehmen und bei drohenden akuten Entgleisungen z.B. beim Auftreten einer Unterzuckerung richtig zu reagieren (d.h. die Situation zu erkennen und richtig zu handeln). Tipps und Infomaterial für die Lehrer erhalten Sie auch über die AGPD-Broschüre „Kinder mit Diabetes in der Schule“.

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


JG. fragt:

Sehr geehrte Damen und Herren, welche Form der Unterstützung kann mein Sohn im Kindergarten erwarten? Er hat Typ 1 und trägt keien Pumpe. Kann man etwas bei der Kasse beantragen? Die Erzieher im Kindergarten kennen sich nicht gut genug aus und wir wollen auch nicht die Verantwortung auf sie übertragen.

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Chat-Teilnehmer, Wie lange bleibt Ihr Kind im Kindergarten? Muss es dort Insulin bekommen? Haben die Erzieher eine ausführliche Schulung durch Sie oder durch einen Fachmann / eine Fachfrau (z.B. Diabetesberaterin) erhalten? Sehr häufig ist nach einer Schulung und Beratung die Bereitschaft da, die Mahlzeiten Ihres Kindes zu überwachen oder sogar auch den Blutzuckerwert zu messen. Sollte Ihr Kind während der KiGa-Zeit auch Insulin gespritzt bekommen, dann könnten Sie eventuell die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen. Dieser kann vom Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin verordnet und bei der Krankenkasse beantragt werden; diese trägt auch die Kosten dafür.
Eine Informationsbroschüre für Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten finden Sie auch unter: http://www.diabetes-kinder.de/ (Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG).

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Jens K. fragt:

Hallo Frau Professor Kordonuri,

dieses Jahr habe ich zum ersten mal ein Kind mit Diabetes in meiner Klasse. Es handelt sich um eine 5te Klasse an der Realschule, an der ich Klassenlehrer bin. kann cih als Lehrer eine Schulung beantragen oder muss ichmich selbst um Aufklärung kümmern. Wie sollte diese aussehen, so dass ich im Falle eines Unfalls abgesichert bin? Danke für Ihre Antwort.
Jens K.

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Herr K., Ich freue mich besonders über Ihre Anfrage!
Bitte besuchen Sie die Seite der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische
Diabetologie (AGPD) der DDG: http://www.diabetes-kinder.de/
Dort finden Sie unter „Materialien“ Hilfe und Broschüren zu Ihren Fragen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Diabetesteam Ihres Schülers evtl. darüber hinaus Beratung und Schulung (entweder in der Schule z.B. in der Klasse oder im Kollegium oder individuell in der Klinik/Praxis) anbietet. Bitte sprechen Sie die Eltern an!

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Stefanie B. fragt:

Betreff: Diabetes und Kindergarten
Hallo! Meine Tochter ist jetzt 2 Jahre alt und hat seit einem halben Jahr Diabetes. Nun kommen mir schon Gedanken über die KiGazeit. Sie ist das erste Kind mit Diabetes in diesem. Nun würde ich gerne wissen welche Unterstützungen uns bieten zwecks Aufklärung der Erzieher und Kinder.
Ich habe schon von sog. Nannys gehört. Oder kommt die Sozialstation? Wie komme ich zum Kontakt?
Herzlichen Dank!
liebe Grüße Stefanie B.

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrte Stefanie, Bitte besuchen Sie die Seite der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG: http://www.diabetes-kinder.de/
Dort finden Sie unter „Materialien“ Hilfe und Broschüren zu Ihren Fragen. Ein Vortreffen zur Information und Aufklärung der Erzieher durch Sie oder eine Diabetesberaterin aus Ihrem Diabetes-Team ist eine weitere und m. E. sehr bewährte Möglichkeit für einen guten Einstieg in den KiGa-Alltag.

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri

Rita W. fragt:

Betreff: Schulverpflegung
Wie kann Mittagessen für Diabet. Kinder angeboten werden? Ausschreibung z.B. Caterer liefert für 2,20 ´€ / pro Kind - ist Verpflegung für diab. Kinder teurer? Aufschlag? Wie wird das an anderen Schulen gehandhabt? Was ist zu berücksichtigen? Schulung der Essensausgabeleute? Schulung Caterer in der Schulverpflegung?

Prof. Kordonouri:

Liebe Chat-Teilnehmerin, Für Kinder mit Diabetes empfehlen wir keine spezielle Kost (es sei denn, sie haben auch zusätzlich Zöliakie d.h. Glutenunverträglichkeit). In der Schule oder vom Caterer direkt könnten Sie die Nährstoffzusammensetzung der angebotenen Gerichte erfragen, damit Sie den Kohlenhydratgehalt der Mahlzeiten berechnen können.

Eine Schulung Ihres Kindes mit dem Schwerpunkt „KE-/BE-Berechnung“ wäre empfehlenswert.

Mir ist es nicht bekannt, dass eine Extra-Verpflegung in Schulen für Kinder mit Diabetes angeboten wird.

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


S. B. fragt:

Betreff: Hypo
Dürfen Lehrer das Glucagen Hypokit benutzen bzw. müssten sie es nach einer Erläuterung nicht sogar anwenden?

Prof. Kordonouri:

Liebe Chat-Teilnehmerin, Die Lehrer sind nicht verpflichtet die Notfallspritze (GlucaGen Hypokit) zu verabreichen. Im Falle einer schweren Unterzuckerung
müssen sie erste Hilfe leisten und den Notarzt informieren. Sollte sich ein Lehrer / eine Lehrerin jedoch bereit erklären, die Glukagonspritze im Notfall zu übernehmen, empfehlen wir, dass er/sie bei Ihrem Diabetesteam eine Einweisung erhält.

Die Blutzuckermessungen orientieren sich an die Insulinspritz- und Mahlzeitenzeiten. Wir empfehlen den Blutzucker vor der Mahlzeit und 2-3 Stunden danach durchzuführen. Dies bringt nicht nur eine gute Übersicht des Therapieerfolgs, sondern auch Sicherheit, wenn es z.B. in die Pause oder zum Sportunterricht geht.

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Betarice. fragt:

Sehr geehrte Frau Prof. Kordonouri, als Mutter von 3  Kindern. Mein jüngster A. hat vor einem halben Jahr die Diabgnose Typ 1 Diabetes bekommen. Er ist jetzt in der 3ten Klasse. Mit dem Spritzen kommt er nicht so gut zurecht. Die Lehrer unterstützen teilweise. Aber mit dem Wechsel in die dritte gibt es einen neuen Lehrer, mit dem es hoffe ich nach der Schulung besser klappt. Problem sind eigentlich eher die anderen Kinder. Die meinen A. würde bevorzugt. Mein Sohn leidet sehr unter der Ausserseiterposition. Dabei sind alle Kinder aufgeklärt über die Krankheit. Er will jetzt auch gar nicht mehr seinen BZ messen vor den anderen und schon gar nicht spritzen. Was können wir in so einem Fall noch machen? Er will natürlilcha uch nicht, dass wir uns einmischen, weil damit würden wir ja alles nur noch schlimmer machen.
Vielen dank für ihre Einschätzung.
Beatrice 

 

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrte Beatrice, Es ist positiv, wenn der neue Lehrer sich über den Diabetes und die Therapie Ihres Sohnes informieren lässt. Bitte sprechen Sie mit ihm ab, ob es eine Möglichkeit gibt, dass Ihr Sohn Zeit und Raum bekommt,
die Blutzuckermessung in etwas geschützterem Rahmen (nicht vor der ganzen Klasse) durchführen zu können. Es könnte hilfreich sein, wenn z.B. sein bester Freund dabei ist. Dass das Blutzucker messen ein wesentlicher Teil seiner Therapie ist, sollte man ihm immer wieder behutsam erklären. Eine stabile Blutzuckerlage bringt ihm Sicherheit und Stabilität im Klassenverbund und schützt ihn vor akuten Blutzuckerentgleisungen (z.B. Unterzuckerung).

Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Faranak fragt:

Betreff: Betreuung in der Ganztagsschule während der Mittagszeit
Hallo wir sind aus Hamburg und unser Sohn wurde gerade in die erste Klasse eingeschult und hat seit 2 Monaten Diabetes. Die Behandlung besteht derzeit auf regelmäßigen Insulinspritzen mit Pen zu den Mahlzeiten. Leider ist er das erste und einzige Kind in dieser Grundschule mit Diabetes und die Lehrer und Betreuer sind nicht bereit die Betreuung über die Mittagszeit (Essen wiegen, Spritzen und dafür sorgen, dass die geplanten KE's auch gegessen wurden) zu übernehmen. Sie haben sich zwar alle schulen lassen wollen aber keine Verantwortung übernehmen. Daher die Frage welche Möglichkeiten es für eine Betreuung über die Mittagszeit gibt, wo man diese beantragen kann und welche Begründungen dabei hilfreich sind. Für eine möglichst konkrete Antwort wäre ich Ihnen dankbar.

Prof. Kordonouri:

Liebe Chat-Teilnehmerin,
Zunächst ist es sehr beruhigend und positiv, dass die Lehrer sich über die Erkrankung und die Therapieanforderungen Ihres Sohnes informieren und schulen lassen haben. Eine Unterstützung der Lehrer könnte der (vorübergehende) Einsatz eines Pflegedienstes sein. Dieser kann von Ihrem Diabetologen / Ihrer Diabetologin mit dem Ziel die Therapieüberwachung und –Durchführung während der Mahlzeit sicherzustellen verordnet werden. Aufgabe des Pflegedienstes könnte z.B. das Messen des Blutzuckers sowie das Spritzen des Insulins inkl. Anpassung der Insulinmenge nach dem Therapieplan sein. Die Kosten trägt dann die Krankenkasse. Eine weitere Möglichkeit wäre die Etablierung einer Integrationshilfe, die durch die Schulbehörde bzw. Schularzt initiiert werden kann. Dieser Weg hängt allerdings von der Bereitschaft der Schule ab, eine Person dauerhaft während der Unterrichtszeit dabei haben zu wollen. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Monika W. fragt:

Betreff: Frage zu Diabetes
Seit 5 Jahren spritzt unser 13 jäh. Sohn sein Insulin mit dem Pen.
Laut Hersteller ist eine angefangene Ampulle 4 Wochen lang zu gebrauchen.
Wie aber sieht es z.B. aus wenn es Tags über so Heiß und Nachts ein tropisches Klima herscht ? Das angefangene Insulin sollte man doch nicht mehr in den Kühlschrank legen, verliert es bei dieser Hitze seine Wirkung ?
Viele Grüße
Monika W.

 

Prof. Kordonouri:

Liebe Chat-Teilnehmerin, Das Insulin ist in Raumtemperatur ein recht stabiles Medikament. Sie sollten es meiden, die geöffnete Insulinampulle an einen Platz mit direkter Sonneneinwirkung oder in die Nähe eines Heizkörpers zu stellen. Sollten Sie z.B. in den Sommermonaten den Eindruck haben, dass die Insulinwirkung nachlässt (z.B. unklar hohe Blutzuckerwerte), dann empfiehlt es sich, die Ampulle früher zu wechseln. Mit freundlichen Grüße Prof. Dr. med. Olga Kordonouri


Mario fragt:

Sehr geehrte Frau Kordonouri, meine Frau war diesen Sommer in Russland.
Der 13 järige Sohn eines Bekannten hat Diabetes Typ 1. Der Vater des Jungen beauftragte meine Frau in Deutschland eine Klinik zu suchen die das Diabetes weg operieren kann. Er hatte wohl im Russischen TV eine Sendung gesehen, das dies in Deutschland möglich wäre. Ist das wirklich möglich, und wenn ja dann würde ich gern wissen wo?

Prof. Kordonouri:

Sehr geehrter Mario, Den Diabetes kann man nicht „weg operieren“. Außer der Insulintherapie gibt es derzeit keine weitere Möglichkeit der Behandlung des Typ-1 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Nicht nur in Deutschland
sondern auch weltweit!

In seltenen Fällen, wenn der Patient durch den Diabetes ganz große Probleme bekommt (z.B. Nierenversagen) und dafür eine Nierentransplantation erhalten muss, dann kann man auch eine Bauchspeicheldrüse-Transplantation mitmachen. Somit kann der Diabetes „weg operiert“ werden. Das ist aber der Fall bei älteren Menschen, die durch eine lang anhaltende schlechte Diabetestherapie große zusätzliche Probleme bekommen haben. Diese Patienten müssen allerdings nach der Transplantation lebenslang andere Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen. Patienten Junge Menschen mit Diabetes sind, bis auf das Insulin spritzen, gesund.


Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Olga Kordonouri