Politische Stellungnahmen

Änderung der Arzneimittelrichtlinie und der Anlage III: "Harn- und Blutzuckerteststreifen bei Menschen mit Diabetes Typ 2"

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat auf der Basis eines IQWiG-Berichts einen Beschlussvorschlag zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie veröffentlicht und ein entsprechendes Stellungnahmeverfahren eingeleitet: Darin empfiehlt der G-BA, Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die nicht mit Insulin behandelt werden, künftig Harn- und Blutzuckerteststreifen nicht mehr zu erstatten. diabetesDE, die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) und die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS) sehen in der Blutzuckerselbstkontrolle eine entscheidende Voraussetzung für die Motivation, Schulung und Therapie jedes Diabetes-Patienten und begründen dies in einer gemeinsamen offiziellen Stellungnahme an den G-BA.

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu langwirksamen Insulinanaloga

Die am 18.3.10 veröffentlichte Beschlussvorlage des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) schließt langwirksame Analoginsuline aus der Erstattungsfähigkeit für gesetzlich versicherte Typ 2 Diabetespatienten aus, so lange sie teurer sind als Humaninsulin. In einer Stellungnahme kritisieren diabetesDE und die Deutschen Diabetes Gesellschaft diesen G-BA-Beschluss als falsch und gefährlich für die betroffenen Patienten.

Vorbericht "Kurzwirksame Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 vom 25.06.2009, verfasst vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)“

Der Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom 25.06.2009 kommt zum Schluss, dass der Nutzen kurzwirksamer Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 nicht ausreichend belegt ist, um eine Erstattungsfähigkeit zu sichern. Die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetelogie (AGPD) nimmt dazu Stellung.

Beschlussvorlage des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA): Erstattungsfähigkeit „Glitazone zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2“

Kassenpatienten mit Diabetes mellitus Typ 2 könnten zukünftig Blutzucker senkende Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Glitazone nicht mehr auf Rezept erhalten. Experten der DDG, ihres Pharmakotherapie-Ausschusses und von diabetesDE kritisieren in einer Stellungnahme die entsprechenden Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA): Trotz der bekannten Risiken seien Glitazone bei bestimmten Patienten als Reservemittel – als sogenanntes Second-Line-Medikament – unverzichtbar.

Seiten