Pflanzenbetonte, vegetarische und vegane Ernährung bei Diabetes

Pflanzenbasierte Ernährung: Was ist das und warum ist es gut für Menschen mit Typ-2-Diabetes?

Gesunde Lebensmittel

Haben Sie schon einmal die Empfehlung bekommen, pflanzenbasiert zu essen? Pflanzenbasiert: Das klingt nach Blumen, Salatblättern und Kaninchenkost. So sperrig und abstrakt dieser Begriff auf den ersten Eindruck scheint, es ist etwas Wahres dran. Ein besonderes Augenmerk auf pflanzliche Lebensmittel zu werfen, tut Ihrer Gesundheit gut. Dabei müssen Sie nicht auf den Genuss verzichten, denn es gibt viele leckere Gerichte, die Lust darauf machen, mehr pflanzliche Lebensmittel zu essen.

 

Alternativen zu tierischen Produkten

Deftiger Erbseneintopf mit Bockwurst, Spaghetti Bolognese, Frikadellen, Kartoffelgratin oder Latte Macchiato mit fluffigem Milchschaum – klingt lecker, ist es auch. Und alles ohne Wurst, Hack oder Milch vom Tier. Wie das geht? Mit Alternativen aus dem pflanzlichen Bereich. So gibt es mittlerweile eine Fülle an Brüh-, Brat- und Bockwürstchen, die wie klassische Wurst schmecken, aber komplett aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen. Ähnlich sieht es bei Hackfleisch aus: Das gibt es beispielsweise auf Basis von Soja, Erbseneiweiß oder Lupinen – komplett fleischfrei. Solches Hack können Sie in jedem Supermarkt und Discounter in der Kühltheke und teils auch gefroren kaufen. Diese praktischen Varianten aus dem Bereich pflanzlicher Lebensmittel lassen sich verarbeiten und zubereiten wie Fleisch.

Auch cremige Sahnesauce oder Gerichte mit Milchprodukten, wie zum Beispiel Pudding oder Desserts, lassen sich mit Alternativen aus dem pflanzlichen Bereich genauso gut und lecker herstellen wie mit klassischer Sahne, Joghurt oder Quark. Dabei sehen sie aus wie Gerichte mit Milch und Co. und schmecken auch so. Und der leckere Kaffee mit Milchschaum funktioniert prima, wenn ein Sojadrink ohne Zucker dazu verwendet wird. Siehe da – ursprünglich klassische Gerichte und Getränke, bei denen normalerweise Fleisch, Wurst und Milch zum Einsatz kommen, werden auf einmal zu einem komplett pflanzlichen Gericht.

Mehr Pflanzliches zu essen heißt also nicht, sich künftig ausschließlich von Gemüse, Salat, frischem Obst und Körnern zu ernähren. Die Welt der pflanzlichen Lebensmittel wächst stetig. Für so gut wie alles vom Tier gibt es heute leckere und praktische Alternativen. Auch Hülsenfrüchte, Soja oder Lebensmittel mit Mandeln oder Hafer, wie beispielsweise Mandel- oder Haferdrinks ohne Zucker, bieten sich an.

Warum eine pflanzenbetonte Ernährung gesund ist

Doch wozu das Ganze? Bewusst mehr pflanzliche Lebensmittel auszuwählen, entlastet die Umwelt, tut Tieren gut und schont Ihren Geldbeutel. Immer öfter bestätigt sich, dass insbesondere die Gesundheit davon profitiert.

So untersuchten Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen dem Eiweißkonsum überwiegend aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, im Hinblick auf die Insulinresistenz sowie das Risiko für Prädiabetes und Typ-2-Diabetes. Dabei stellte sich heraus, dass eine überwiegende Auswahl von eiweißhaltigen Lebensmitteln aus dem tierischen Bereich, wie Milch, Fleisch und Fisch, mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Prädiabetes sowie negativen Auswirkungen auf die Insulinresistenz einhergingen. Bei eiweißhaltigen Lebensmitteln aus dem pflanzlichen Bereich besteht dieses Risiko laut den Wissenschaftler*innen nicht.

Checkliste: So essen Sie bewusst mehr pflanzliche Lebensmittel

  1. Essen Sie täglich frisches Gemüse, Salat und Obst.
  2. Tauschen Sie Fleisch und Wurst öfter gegen pflanzliche Alternativen aus.
  3. Statt Milch und Joghurt bieten sich Produkte ohne zugesetzten Zucker auf Basis von Soja, Hafer, Lupinen, Reis, Kokosnuss oder Mandeln an.
  4. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder Bohnen sind auch bei Diabetes möglich und sollten öfter auf dem Speiseplan stehen.
  5. Achten Sie bei pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchprodukten darauf, dass hier Calcium zugesetzt ist.
  6. Empfehlenswert sind pflanzliche Alternativen ohne zugesetzten Zucker.

[Stand: Januar 2022, Kirsten Metternich von Wolff]

Dieser Text ist entstanden als Teil der Kooperation mit Alpro.

 

Quellen:

www.deutschesgesundheitsportal.de/2021/11/30/erhoeht-milch-das-diabetesrisiko/

Associations of specific dietary protein with longitudinal insulin resistance, prediabetes and type 2 diabetes: The Rotterdam Study