Wie wirkt Sport bei Diabetes?

Kopfhörer beim Laufen

Menschen mit Diabetes haben eine umso günstigere Lebensqualität und -erwartung, je besser ihr Diabetes mellitus eingestellt ist. Ein normales Körpergewicht, Blutdruckwerte unter 140/80 mmHg, Blutfettwerte unter 200 mg% und ein Blutzuckerspiegel niedriger als 180 mg/dl sind Teil einer guten Diabeteseinstellung. Regelmäßige körperliche Aktivität kann bei beiden Diabetes-Typen unter anderem dazu beitragen, diese Werte zu verbessern.

Sport hilft Menschen mit Diabetes, ihr Körpergewicht zu kontrollieren und ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Daraus ergeben sich weitere positive Effekte:

  1. Der Blutzuckerspiegel sinkt: der Zucker aus dem Blut wird direkt in Energie umgewandelt und für die Bewegung genutzt
  2. Der Körper benötigt weniger Insulin: die Muskelzellen reagieren auf das Insulin empfindlicher und es muss weniger gespritzt werden. Dies ist wichtig, um nicht in eine Unterzuckerung zu rutschen.
  3. Der Blutdruck sinkt: regelmäßige, sportliche Aktivität können den Blutdruck um 5 bis 10 mm Hg senken. Insbesondere Ausdauersport ist dafür geeignet.
  4. Der Fettstoffwechsel wird angekurbel: der Körper kann aus Fettreserven Energie erzeugen, die für sportliche Aktivitäten nötig sind. Sorgt die Bewegung außerdem für eine negative Energiebilanz, können Fettdepots abgebaut werden.
  5. Die Durchblutung wird angeregt: durch den schnelleren Herzschlag und die schnellere Atmung wird das Blut schneller durch den Körper gepumpt und die Zellen besser mit Sauerstoff versorgt.
  6. Prävention vor Folgeerkrankungen: Wer regelmäßig zwei- bis dreimal wöchentlich mindestens 30 Minuten Sport treibt, beugt möglichen Folgeerkrankungen eines Diabetes wie zum Beispiel einem Diabetischen Fußsyndrom oder Herz-Kreislauferkrankungen vor.
  7. Das körperliche und seelische Wohlbefinden verbessert sich und Sport wirkt präventiv bei Depressionen: bei Diabetes sind depressive Störungen im Vergleich zu Stoffwechselgesunden doppelt so häufig. Durch die Bewegung werden Hormone (v.a. Serotonin) vermehrt produziert, dass das Wohlbefinden steigt.
  8. Sport baut Stress ab: auch Stress beeinflusst den Blutzuckerspiegel. Sport ohne Leistungsdruck und Freude an Bewegung kann helfen Stress zu mindern.
  9. Sport kann Medikamente ersetzen: Bewegung und Sport kann in frühen Stadien so gut helfen, dass Tabletten wie Metformin oder Betablocker abgesetzt werden können. ABER: setzen Sie niemals Medikamente einfach ab ohne es mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Diabetologen zu klären!

Weil allgemeine Angaben zum Kalorienverbrauch bei Bewegung und Sport nicht immer so leicht sind, gibt's hier eine einfache Berechnung.

 

[Stand: Juni 2019 CL]

Quellen:
Ulrike Thurm, Bernhard Gehr - Diabetes- und Sportfibel. 4. Auflage 2018.
DDG und diabetesDE (Hg.) - Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2018.
https://www.nuernberg.de/imperia/md/sportservice_nbg/dokumente/broschuer.... Aufgerufen am 21.01.2019.
Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochd.... Aufgerufen am 21.01.2019.
Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_kr.... Aufgerufen am 21.01.2019
BMG: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikat.... Aufgerufen am 21.01.2019
IN FORM https://www.in-form.de/wissen/bewegung-kann-medikamente-ersetzen/. Aufgerufen am 21.01.2019.