Reha-Maßnahmen bei Diabetes Typ 2

Beratung beim Arzt oder Diabetesberater

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein.

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes wissen nicht, dass sie grundsätzlich Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nehmen können. Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die einen Reha-Bedarf begründen kann. 

Wann kommt eine Reha in Frage? 

Bei der Behandlung des Diabetes steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt – die Betroffenen sollen befähigt werden, ihre Erkrankung so zu managen, dass ihre Lebensqualität nicht beeinträchtigt ist. Ist jedoch die Stoffwechseleinstellung auf Dauer unzureichend, sind Erwerbsfähigkeit und Selbständigkeit des Patienten gefährdet. Ziel einer Rehabilitations-Maßnahme ist deshalb der bessere selbstbestimmte Umgang mit dem Diabetes.

Zu den drei „harten“ Kriterien, die einen dringenden Reha-Bedarf begründen, zählen daher schlechte Stoffwechseleinstellungen mit erhöhtem HbA1c-Wert, häufige Unterzuckerungen in der Vergangenheit und arbeitsplatzbedingte Probleme im Umgang mit der Erkrankung. Liegen bereits Begleit- oder Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder diabetesbedingte Schädigungen der Augen, Nerven oder Nieren vor, ist der Bedarf umso höher. Hinzu kommen weitere Kriterien, die neben Übergewicht, Bluthochdruck oder Depression auch Lebensstilfaktoren einschließen. 

Zu den weiteren Kriterien, die einen Reha-Bedarf begründen können, zählen: 

  1. Übergewicht
  2. Bluthochdruck
  3. Fettstoffwechselstörungen
  4. Bewegungsmangel
  5. geringes Diabeteswissen
  6. derzeit Raucher
  7. vorliegende Depression
  8. krankmachender Stress
  9. ungesundes Ernährungsverhalten 

Darüber hinaus besteht nach akuter Behandlung in einer Klinik die Möglichkeit eines beschleunigten Antragsverfahrens im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung (AHB). In diesem Fall muss der Antrag durch das Akutkrankenhaus gestellt werden. Jede akutmedizinische Krankenhausbehandlung, die durch die Diabeteserkrankung erforderlich ist, stellt in sich eine AHB-Indikation dar. Im Regelfall beginnt die Maßnahme innerhalb von 14 Tagen nach Entlassung.

Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?

Üblicherweise ist der erste Ansprechpartner der behandelnde Arzt. Er erstellt ein Gutachten, das unter anderem den Bedarf und die Aussichten der Reha begründet. Der Arzt kann den Antrag an den zuständigen Kostenträger weiterleiten. Bei Berufstätigen ist es die Gesetzliche Rentenversicherung, bei Rentnern die Krankenkasse. Bei der Klinikwahl für eine stationäre und ambulante Reha können die Patienten zudem ihre persönlichen Wünsche einbringen. 

Was erwartet Sie bei der Reha?

Eine Reha dauert mindestens drei Wochen und kann stationär oder ambulant erfolgen. Ein besonderes Merkmal der medizinischen Rehabilitation ist der fächerübergreifende Therapieansatz, die Behandlung in einem multidisziplinären Team. Das bedeutet: Ärzte, Pflegepersonal, Psychologen, Physiotherapeuten, Diabetesberaterinnen, Diätassistentinnen und Sozialarbeiter arbeiten zusammen. In vielen Kliniken können dazu auch noch andere gesundheitliche Probleme etwa an Wirbelsäule, Hüfte oder Knie mitbehandelt werden. 

Die zweite Besonderheit ist die Intensität. Eine Reha-Maßnahme gibt genügend Zeit, Patienten auch bei schwierigen Problemlagen ausführlich zu schulen, mit neuen Medikamenten, Techniken oder Lebensstiländerungen vertraut zu machen. Ob Umstellung auf Pumpentherapie, Bewegungstherapie, rasche Gewichtsreduktion, psychologische Betreuung oder Klärung diabetesbedingter beruflicher Probleme – alle diese Aspekte können mit qualifizierten Fachleuten nachhaltig bearbeitet werden. 

Wie findet man eine Klinik?

Die Internetseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bietet einen Überblick über Kliniken, die Diabetesschwerpunkte haben.

Quelle: DDG